#128 mit Paula Fürstenberg - Wie sprechen über die deutsche Einheit, die nicht nur Erfolgsgeschichte ist?
Paula Fürstenberg, Jahrgang 1987, ist in Potsdam aufgewachsen. Die Schriftstellerin hat die Romane „Familie der geflügelten Tiger" und „Weltalltage" geschrieben. Mit „Niewiedervereinigung. 100 Zwischenrufe zur deutschen Einheit" legt sie nun einen politischen Essay vor, der mal wütend, mal zärtlich, mal nachdenklich und auch witzig ist. Entlang ihrer Biografie erzählt sie von den Leerstellen der Einheitserzählung.
Ins Gespräch steigen wir über einen Blick ins Buch ein und fragen, warum das mit den Gefühlen im Kontext Schule so eine Sache ist. Paula erzählt, wie die DDR in ihrem Unterricht fast (!!) keine Rolle spielte. Sie berichtet auch, wie sie die rechte Gewalt der "Baseballschlägerjahre" (oder sind es die "Schwarzerblockjahre"?) lange aus ihrer eigenen Geschichte herausgeschrieben hat. Sie erklärt, was sie unter politischer Depression versteht und warum man Ost und West nicht so getrennt denken sollte, wie es oft passiert. Wir sprechen über Schulen und Kultur, die in Sachsen-Anhalt unter Druck geraten, und über die Frage, die uns alle betrifft: Was tun wir gegen die Faschisierung des in der "Niewiedervereinigung" geeinten Deutschlands?
Fotocredits: © Sophie Kirchner