Kleine Pause

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Begegnungen in der Teeküche

#113 mit Avi Applestein - Aufklärung über den Holocaust als "Zweitzeuge" in Deutschland

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Avi Applestein ist Psychotherapeut, Sohn von Holocaust-Überlebenden und Zeitzeuge der zweiten Generation. Seine Eltern überlebten die Shoa u.a. in Auschwitz und Bergen-Belsen, ihre Geschichte prägte seine Kindheit und seinen Lebensweg tief. Heute berichtet Avi vor Schüler*innen von der Verfolgung seiner Familie und schafft einen sehr persönlichen Zugang zur Geschichte der NS-Zeit.
Wir sprechen über seine Geschichte, über Verantwortung, Zugänge zum Thema Holocaust und darüber, was Erinnerung heute bedeutet. Auch geht es um die Frage, wie und warum demokratische Werte geschützt werden müssen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist sein Engagement im jüdisch-muslimischen Dialog. Gemeinsam mit einer muslimischen Freundin besucht er Schulen und zeigt, wie Begegnung, Nähe und echte Freund*innenschaft in polarisierten Zeiten gelingen kann.
Eine Folge über Erinnerung, Haltung und darüber, warum „Nie wieder“ mehr sein muss als ein Satz, der symbolpolitisch ausgehöhlt wird.

#112 mit Laila Riedmiller - Machtstrukturen und systemische Ungleichheitsverhältnisse im Wissenschaftsbetrieb

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Folge #112 mit Laila Riedmiller aka @notwi ist jetzt online und wie immer auf allen gängigen Podcatchern oder über den Link in der Bio zu finden !!
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Laila Noëmi Riedmiller ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FAU Erlangen-Nürnberg und  (Sach-)Buchbloggerin. Sie hat Politikwissenschaft und vergleichende Religionswissenschaft studiert und promoviert aktuell über (extrem) rechte Zeitlichkeitsvostellungen. Nebenbei ist sie politisch-bildnerisch mit Schwerpunkt auf Antisemitismus, Rechtsextremismus und Antifeminismus tätig. Auf Social Media verbindet sie Buchrezensionen, Buchtipps, politische Gedankenanstöße und möglichst niedrigschwellige Wissenschaftskommunikation zu ihren Forschungsthemen mit Einblicken in das und Kritik am Wissenschaftssystem.

Genau daran knüpfen wir in dieser Folge an und sprechen ausnahmsweise mal über das, was für angehende Lehrkräfte zwischen Schule und Schule liegt, nämlich die Uni.
Was ist eigentlich der akademische Mittelbau, das WissZeitVG oder auch akademischer Kapitalismus? Und was hat das alles mit dem Lehramtsstudium zu tun?

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Die tolle Illustration ist von: Lena Raith

#111 mit Annekathrin Kohout - Deutungs-Macht-Kämpfe in Sozialen Medien

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Annekathrin Kohout ist promovierte Kulturwissenschaftlerin und freie Autorin. Sie ist Mitherausgeberin der Buchreihe „Digitale Bildkulturen“ im Wagenbach‑Verlag und der Zeitschrift „POP. Kultur und Kritik“ und schreibt für die taz eine Kolumne über Internetkultur. Zu ihren jüngsten Texten zählen Titel zu Netzfeminismus, Nerd‑Kultur und K‑Pop.

Im Gespräch wirft sie auf Basis ihres Buches Hyperreaktiv einen kritischen Blick auf die „Reaktionskultur“ der sozialen Medien: Warum Online‑Kommunikation häufig von Überreizung, Missverständnissen und gegenseitigem Misstrauen geprägt ist und wie Bilder gezielt politisch eingesetzt werden. Sie erklärt, dass Algorithmen Beiträge belohnen, die starke Reaktionen hervorrufen, ein System, das Deutungsmacht konzentriert und gleichzeitig Polarisierung fördert. Anhand aktueller Beispiele, etwa dem umstrittenen Instagram‑Post von Greta Thunberg, zeigt sie, wie Nutzer*innen durch ständiges Bewerten, Kommentieren und Teilen Einfluss auf die öffentliche Debatte gewinnen, aber gleichzeitig das Risiko besteht, dass falsche Informationen und Lagerdenken verstärkt werden. Abschließend diskutiert sie, welche Verantwortung jede und jeder Einzelne im Netz trägt und welche einfachen Strategien helfen können, einen konstruktiven, demokratischen Diskurs trotz der Tendenz zur Spaltung aufrechtzuerhalten.

#110 mit Maryam Aras - Leben und Schreiben als politische Tochter, als "Dinosaurierkind", zwischen deutschland und Iran

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Maryam Aras ist Autorin und freie Literaturkritikerin. Sie ist in Köln geboren, hat dort Islamwissenschaften, Anglistik und Politologie studiert und lebt bis heute hier.

Sie schreibt vor allem Essays und machtkritische Literaturkritik. Maryam kuratiert und moderiert außerdem Literaturveranstaltungen und arbeitet als Übersetzerin und Literaturvermittlerin persischsprachiger Lyrik und Prosa.

Wissenschaftlich beschäftigt sie sich mit Postkolonialität und Rezeptionsmustern von marginalisierten Autorinnen in der deutschsprachigen Kritik. Maryam ist Jurymitglied verschiedener Literaturpreise, 2023 und 2024 u. a. für den Preis der Leipziger Buchmesse.

Ihr Buch „Dinosaurierkind" ist vergangenes Jahr bei Claassen erschienen und mit einem Arbeitsstipendium der Kunststiftung NRW gefördert worden. 2025 erhielt sie außerdem den Kurt-Tucholsky-Preis für literarische
Publizistik.

In dieser Folge sprechen wir über ihr Buch und versuchen dadurch Brücken zu schlagen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart in Deutschland und Iran.

#109 mit Elina Penner - Als "Migrantenmutti" das Internet gecheckt haben oder: Schreiben im Social Media Rausch

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Elina Penner, ist Autorin und Publizistin, die mit ihrem Debütroman *Nachtbeeren* im Jahr 2022 für Aufsehen sorgte. Elina, 1987 als Sowjetbürgerin geboren, ist eine mennonitisch-plautdietsche Deutsche, die leidenschaftlich über Identität und ihre Erfahrungen in einer pluralen, heterogenen Gesellschaft offline und online schreibt.

In dieser Folge spricht sie über ihr Buch Migrantenmutti und dessen Rezeption, über Mutterschaft, Klassismus und Humor.

Darüber hinaus gibt sie Einblicke in ihren aktuellen Roman *Die Unbußfertigen*, der kürzlich, wie alle ihre Bücher, im Aufbauverlag erschienen ist.

Dana Vowickel beschreibt es in ihrem Blurb folgendermaßen: »Das Internet ist endlich kein Neuland mehr: Denn Elina Penner hat es verstanden und auch die Menschen, die darin herumgeistern. Und sie erklärt es uns in rasantem Tempo und mit einzigartigem Humor.«

#108 mit Gilda Sahebi - Emotionale Bildung und plurales Erinnern als Werkzeuge gegen Polarisierung und Spaltung

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In dieser Kooperationsfolge treffen ein konstruktiv kritischer Blick auf Schule und Bildung und Gedanken rund um plurale Erinnerungskultur(en) auf die vielseitige Expertise von Gilda Sahebi. Die in Berlin lebende Politikwissenschaftlerin, Ärztin und freie Journalistin vereint in ihrer Arbeit viele gesellschaftlich relevanten Themen. In ihrem neuen Buch „Verbinden statt spalten. Eine Antwort auf die Politik der Polarisierung“ entlarvt sie die (medial) erzeugte Erzählung von Spaltung und zeigt, wie gesellschaftliche Mythen zu Sozialleistungen, Migration, Gender‑Debatten, Corona oder dem sog. Nahen Osten funktionieren.
Im Gespräch verknüpfen wir die Themen des Kleine Pause Podcasts mit dem Kern von Erinnerungsfutur: die Untersuchung pluraler Erinnerungskulturen in Deutschland und Europa. Gilda erklärt, warum Erinnerungsarbeit nicht nur Vergangenheit bewahrt, sondern aktiv dazu beiträgt, verbindende Narrative zu stärken und autoritären Spaltinstrumenten die Kraft zu nehmen. Sie gibt konkrete Impulse, wie wir im eigenen Leben und im öffentlichen Diskurs bewusst Verbindungen schaffen und der Spaltung weniger Raum geben können, indem wir uns stets auch selbst in den Blick nehmen.

#107 mit Lea Schönborn & Bent Freiwald aka Krautreporter - Rechtsextremismus in Schule - die Recherche

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In dieser Folge berichten Lea Schönborn und Bent Freiwald, zwei engagierte Journalist*innen von Krautreporter, die sich intensiv mit den Herausforderungen im deutschen Bildungssystem auseinandersetzen, von ihrer Arbeit.

Lea hat vor zehn Jahren ihr Abitur gemacht und besucht nun Schulen, um mit Lehrkräften und Schüler*innen über die drängenden Probleme im Bildungssystem zu sprechen. Ihr Fokus liegt auf der Frage, wie das System den aktuellen Herausforderungen gerecht werden kann. Gemeinsam mit Bent und dem ZDF Magazin Royal hat sie den "Report Brandmauer Schule" und die Sendung "Rechtsruck in der Schule, Lehrer*innen mit Courage" entwickelt, die sich mit dem Widerstand gegen rechte Einflüsse an Schulen beschäftigen.

Bent, geboren 1993, hat Kognitionswissenschaften studiert und ist ebenfalls Journalist bei Krautreporter. Mit seinem Newsletter "Das Leben des Brain", der 2022 den Goldenen Blogger als »Newsletter des Jahres« gewann, und dem gleichnamigen Podcast, bringt er wöchentlich spannende Erkenntnisse aus der Hirnforschung, kürzlich ist hierzu auch sein Buch erschienen. Für seine Arbeit wurde er mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.

Zusammen schreiben Lea und Bent den Newsletter "The Kids are Alright", in dem sie wöchentlich die Probleme des Bildungssystems beleuchten und Lösungen aufzeigen. Denn das Problem sind nicht die Kinder!

#106 mit Susanne Siegert - Gedenken neu denken

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Susanne (Susi) Siegert ist eine der bekanntesten Stimmen der digitalen Erinnerungskultur in Deutschland. Auf Instagram und TikTok klärt sie vor allem über den Holocaust auf und erreicht mit ihrem Kanal @keine.erinnerungskultur über 190.000 Follower*innen.

In ihrem neuen Buch „Gedenken neu denken. Wie sich unser Erinnern an den Holocaust verändern muss”, erschienen im Piper-Verlag, fordert sie eine mehrdimensionale Veränderung der Gedenkarbeit. Sie plädiert für eine pluralistische Erinnerungskultur, die die Verantwortung der Nachfahr*innen der Täter*innengeneration aktiv mitdenkt. Dabei geht es nicht nur um die bekannten Geschichten, sondern auch um die weniger beleuchteten Aspekte der NS-Vergangenheit. Susi zeigt auf, wie wichtig eine aktivere und vielfältigere Gedenkkultur ist, um zukünftige Generationen zu erreichen, auch ohne direkte Zeitzeug*innenberichte.

Mit ihrem Engagement möchte sie nicht nur informieren, sondern auch zum Nachdenken anregen und eine breitere Auseinandersetzung mit der Geschichte fördern.

#105 mit Ofer Waldman - Verknüpfte Welten zwischen Deutschland und Israel, Schreiben und Aktivismus

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Ofer Waldman ist Musiker, Autor, Publizist und Aktivist. 1979 in Jerusalem geboren und 1999 nach Berlin gezogen, begann seine Karriere als Musiker im West-Eastern Divan Orchestra. Seit 2015 ist er als freier Autor und Publizist tätig und untersucht die komplexen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen, die sowohl Israel als auch Europa betreffen.
Ein zentrales Thema unseres Gesprächs ist sein neuestes Buch "Verkämpftes Land. Beobachtungen, Erinnerungen und Erzählungen aus einem vom Krieg gezeichneten Land", das im September 2025 beim Wallstein Verlag erschienen ist. In diesem essayistischen Mosaik thematisiert Ofer die Verbindungen zwischen persönlichen Erlebnissen und den Auswirkungen des Krieges in Israel / Palästina.
Das Buch reflektiert gescheiterte Utopien und eine Kindheit in einer Region, die vom Wahn des Krieges und Extremismus geprägt ist. Ofer gelingt es, durch seine Beobachtungen und Erinnerungen, die Suche nach Sprache und zwischenmenschlicher Wahrnehmung inmitten der Willkür der Gewalt lebendig zu halten.
Darüber hinaus sprechen wir über seine Rolle als Leiter des Büros der Heinrich Böll Stiftung in Tel Aviv. Hier setzt er sich für die Förderung von Demokratie und Menschenrechten durch eine starke Zivilgesellschaft ein und wir versuchen, Brücken zu schlagen zwischen den Herausforderungen, mit denen Bildungseinrichtungen konfrontiert sind und den gesellschaftlichen Fragestellungen, die Ofer in seiner Arbeit behandelt.

Foto © Bernd Brundert

#104 mit Ilja Gold & Bastian Schlang - Demokratiebildung und Museumsarbeit

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Meine Gäste in dieser Folge sind Bastian Schlang und Ilja Gold. Beide arbeiten als wissenschaftliche Mitarbeiter im Arbeitsbereich „Gegenwartsbezogene Ausstellungen und Demokratiebildung“ des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln. Wir sprechen über Demokratiebildung und Museumsarbeit. Zunächst stellen Sie das 2023 im NS-DOK eröffnete Raumspiel „Remote Island – Abenteuer Demokratie auf einer Insel“ vor. Im Anschluss geht es um die gerade eröffnete Wechselausstellung „WE … TOGETHER - gemeinsam. demokratisch. handeln.“, die sie zusammen mit Shavu Nsenga (freie Kuratorin) und Dominik Fasel (Museumsdienst Köln) entwickelt haben. Die Ausstellung wurde partizipativ mit Kölner Gruppen und Initiativen umgesetzt, die im Zentrum der Themenräume stehen: Kulturhof Kalk e.V. (WE build TOGETHER), tausendsechs e.V. (live), TIBA Movement e.V. (party) und interkultur e.V. (remember). Sichtbar zu den verschiedenen Themen werden viele weitere Stimmen aus Köln, die in einem Interviewprojekt, durchgeführt von einer Klasse des Erich Kästner-Gymnasiums Köln-Niehl, eingefangen wurden.

Über diesen Podcast

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seit 06/23 Nicole Schweiß
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