Kleine Pause

Kleine Pause

Begegnungen in der Teeküche

Transkript

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00:00:00: Ich kann mich nicht erinnern, dass es je in der Schule mit Lehrerinnen oder Eltern irgendwie Thema gewesen wäre.

00:00:06: Dass da draußen so krasse Rechte gewaltt die ganze Zeit stattfindet und wie wir damit umgehen oder wie wir uns schützen.

00:00:13: So ich kann mich nie an ein Gespräch mit Erwachsenen über diese Dinge erinnernd in all den Jahren.

00:00:38: Bevor es losgeht kommt jetzt erstmal was, dass ich mir wieder öfter vorgenommen habe und das ich betonen möchte.

00:00:45: To be honest Es sind keine leichten Zeiten!

00:00:47: Und das gilt auch für kleine Pause als Podcastprojekt.

00:00:52: Wenn dir diese Folge gefallen hat oder dich ein Gedanke daraus noch weiter begleitet, vielleicht sogar die Hausaufgabe.

00:00:59: Dann unterstütze kleine Pause doch sehr gerne!

00:01:21: oft zu wenig Raum bekommen.

00:01:23: Und Diskriminierung macht Rassismus, Geschlecht, Behinderung, soziale Ungleichheit, politische Bildung und darum wie Schule gerechter und offener werden

00:01:32: kann.".

00:01:33: Damit dieser Podcast weiter Menschen erreicht kannst du ganz konkret helfen.

00:01:38: Abonniere kleine Pause auf dem Podcatcher deiner Wahl oder am besten gleich auf allen, hinterlasse eine Bewertung oder einen Kommentar, teile Folgen die dir gut gefallen haben mit Menschen für diese interessant sein könnten und folge den Podcast auch über Social Media.

00:01:54: dort findest du immer wieder auch weitere Impulse, Zitate Informationen zu beispielsweise Veranstaltungen wie Lesungen besonders hilfreich findest, mit Piere gern andere Personen oder Einrichtungen die auch davon profitieren könnten.

00:02:12: Ich bin... immer bereit dazu, Ressourcen zu teilen und es geht mir hier wirklich um die Sache.

00:02:18: Das klingt vielleicht nach kleinen Gesten aber sie machen wirklich einen großen Unterschied.

00:02:23: Gerade in diesen Zeiten ist es nicht leicht ein solches Projekt als kleine One-Woman Show zu tragen.

00:02:30: Durch jede Empfehlung, jede Interaktion und jedes Teil werden die Gespräche und damit die Perspektiven der Gästinnen sichtbarer und erreichen vielleicht genau die eine Person, die gerade eine neue Perspektive, oder das Gefühl braucht, mit all diesen Fragen und Erfahrungen nicht allein zu sein.

00:02:48: Kleine Pause lebt von Begegnung, Austausch und Vernetzung.

00:02:51: Wenn du das Projekt unterstützen möchtest dann erzähl gerne anderen davon ganz egal wie klein oder groß deine eigene Reichweite ist!

00:02:59: Und an dieser Stelle auch nochmal Danke dass du zuhörst und dazu beiträgst, dass diese ganzen Gespräche hier weiter getragen werden.

00:03:09: Viel Spaß oder Nachdenken oder Reflexion mit der aktuellen Folge.

00:03:21: Ich freue mich total, dass wir es jetzt geschafft haben.

00:03:32: Wer hier noch mit mir sitzt, das macht wer immer so in dem sich die Gästinnen selber vorstellen?

00:03:38: Das erfahrt ihr dann jetzt wenn du das auch machen würdest!

00:03:42: Na klar hallo ich freu mich da zu sein.

00:03:45: mein Name ist Paula Fürstenberg.

00:03:46: ich bin Schriftstellerin und habe ein drittes Buch geschrieben.

00:03:50: was heißt nie wieder Vereinigung?

00:03:52: hundert Zwischenrufe zur deutschen Einheit ist ein politischer Essay Und über den reden wir heute.

00:04:00: Ja, ich freue mich total!

00:04:02: Ich versuche ja immer so ein bisschen die Brücke zu schlagen zwischen der Schule und Bildungssysteme und so den Themen meiner Gästinnen.

00:04:10: Ich habe mir immer so überlegt wie wer in diese Gespräche starten um auch diese Brücke.

00:04:15: zschlagende Zeit lang habe ich es so gemacht dass ich so Satzanfänger hatte die sich hinter Zahlen versteckt haben dann alle Gäste gebeten habe diese Satze zu versuchen zu beenden.

00:04:27: Dann bin ich davon wieder weg und wechsel immer so ein bisschen hin und her.

00:04:31: Dein Buch hat ja einen Untertitel unter Zwischenrufe zur deutschen Einheit, zu der Zahl.

00:04:37: vielleicht später mehr?

00:04:40: Aber ich habe mir gedacht, vielleicht wenn du Lust hast drehen wir den Spieß um Und ich hab nicht vorbereitet, was jetzt hinter welcher Nummer steht.

00:04:50: Ich sage vielleicht eine Nummer und wir starten damit, dass wir uns anschauen, was in deinem Buch hinter dieser Nummer steckt... ...und versuchen über diesen Abschnitt dann ein bisschen den Brücke schon mal zu schlagen und einzusteigen.

00:05:05: Das ist ein kleines Experiment!

00:05:06: Wenn du dafür offen bist...

00:05:08: Unbedingt!

00:05:09: Lass es uns versuchen.

00:05:11: Okay.

00:05:11: Was ist deine Geplätszahl?

00:05:13: Boah, das ist eine Schwierige.

00:05:15: Ich hab glaub ich gar nicht so ne richtige Lieblingszahl.

00:05:17: Wenn ich nimm mal was, was nicht ganz soweit da hinten is... ...ich nimm einfach mal mein Geburtstag, neunzehn?

00:05:23: Neunzehnt!

00:05:26: Okay, dann muss ich erst mal suchen und kann es auch nicht auswendig.

00:05:31: Das habe ich mich gefragt.

00:05:32: Du kennst bestimmt manche Nummern aber nicht alle oder?

00:05:35: Manche kanne ich inzwischen nach einigen Lesungen auswendigt mit Zwischenrufanzahl- und Seitenzahlen Aber die Neunzehn gehört nicht dazu.

00:05:46: Soll ich dir einfach mal lesen?

00:05:47: Ja, voll gerne!

00:05:49: Das ist die letzte Ziffer des Einleitungskapitels und das geht so, neunzehnt.

00:05:57: Das hier ist mein Buch.

00:06:00: Wütend zu sein hat mich eine Depression erst mit Ende zwanzig gelehrt und ich bin immer noch eine Anfängerin.

00:06:07: Dass Depression nach innengekehrte Wut ist, ist eine Einsicht, die ich zu ein hundert Prozent teile Und ich gehe sicher nicht nochmal sehenden Auges in die Psychiatrie.

00:06:17: Bloß weil Wut so verpönt ist, bloß weil man Wut nicht rauslassen soll – vor allem nicht als Frau, vor allen Nichten als Ostdeutscher.

00:06:25: Lieber bilde ich ein paar wütende ungerechte angreifbare Sätze, als das noch mal zu erleben.

00:06:30: Ja!

00:06:31: Das hier ist therapeutische Literatur.

00:06:33: Get Over It.

00:06:35: Apropos Get Over it Ich gendere in diesem Buch und ich genderei auch beim Sprechen Und ich mache damit mindestens so lange weiter, wie das an einer einzigen öffentlichen Institution dieses Landes verboten ist.

00:06:47: Und nein!

00:06:48: Nur weil ich genderer heißt es nicht dass sich sie auch dazu zwingen will.

00:06:52: Machen Sie was sie wollen.

00:06:54: aber das hier ist mein Buch und hier mache ich was ich will.

00:06:58: Apropos was Ich Will dieser Text ist mal Anklage Mal Verteidigung Mal Geständnis Mal Urteil.

00:07:05: Dieser Text ist Mein Prozess.

00:07:07: Dieser Text ist genauso zärtlich, nachdenklich, jammerig oder wütend wie ich das gerade für richtig halte.

00:07:13: Man bleibt mir bitte fern mit diesem Bedürfnis nach nun ja innere

00:07:18: Einheit.".

00:07:19: Vielen Dank fürs Lesen erstmal!

00:07:21: Ich habe mir jetzt so ein paar Stichpunkte gemacht während du gelesen hast und ein Stichpunkt Depression und politische Depression habe ich direkt da zugeschrieben, weil das ja auch relativ am Anfang schon in deinem Buch vorkommt.

00:07:35: Ein zweiter Stichpunkt ist Wut, ein dritter ist Sprache und ein letzter ist auch sowas wie

00:07:44: ein

00:07:45: Prozess oder eine Suchbewegung vielleicht oder so ein Hin und Her zwischen je nachdem, das hast du ja am Ende beschrieben.

00:07:53: Je nachdem worum es gerade geht nimmt man vielleicht auch eine unterschiedliche Haltung zu dem was man da beschreibt ein.

00:08:01: also mal ist man eher jammant oder anklagend.

00:08:05: Und mal ist man vielleicht auch, weiß ich nicht, optimistisch.

00:08:09: also das finde ich es vielleicht auch noch so.

00:08:11: ein ganz gutes Stichwort.

00:08:13: jetzt die große Frage Doktor für dich irgendwas auch schon an?

00:08:17: wenn du vielleicht zurück guckst auf deine eigene Schulzeit an das Thema Schule würdest du sagen irgendeine Verbindungslinie von diesen Themen die jetzt in diese Zahl stecken könntest du ziehen

00:08:30: was mit zuerst Einfeld ist, dass Gefühle überhaupt kein Teil von Schulbildung sind.

00:08:38: Also es ist eine Auseinandersetzung mit Emotionalität, mit psychologischen Fragen und auch mit psychischen Krankheiten kann ich mich nicht erinnern, dass je irgendwas davon Thema in der Schule gewesen wäre.

00:08:52: Dass das eine was mir einfällt und das andere die Art wie vor allem dieser Zwischenruf geschrieben zu den pumpigeren, rotzigeren Wütenderinnen gehört.

00:09:05: Auf jeden Fall eine Art und Weise ist es zu schreiben wie ich sie in der Schule nicht gelernt habe sondern Schule war schon ein Ort der mich gelehrt hat so sachlich wie möglich, so rational wie möglich zu denken und zum Schreiben dagegen hab' ich auch gar nichts.

00:09:21: und trotzdem fehlt da glaube ich ne Seite des Lebens die ich mir dann beim Literarisch schreiben irgendwie noch zusätzlich erarbeiten musste.

00:09:31: Ja, voll spannend und ich habe das Gefühl trotzdem ist natürlich alles das was in Schule vielleicht zu wenig Raum bekommt.

00:09:39: Was du gerade gesagt hast, dass wir auch so Auseinandersetzung mit Emotionen in Schule permanent da.

00:09:46: also es ist ja etwas was irgendwie oft so paradox ist an diesem Ort, wo irgendwie alles natürlich andauernd vorhanden ist und dann aufgrund des Daseins als Bildungsinstitutionen sagt es jetzt so bewusst was auch immer man unter Bildung versteht.

00:10:02: Und das kann man ja nicht in einem Satz beantworten aber dann irgendwie auch rationalisiert wird.

00:10:11: Also zumindest, was so Inhalte angeht.

00:10:14: Und gleichzeitig auch immer diese pädagogische Arbeit irgendwie da ist und natürlich alle Lehrkräfte zum Beispiel sagen würden naja wir gehen auch täglich mit Emotionen um und sie aber vielleicht nicht zu einem reflexiven Thema oder so.

00:10:30: Dinge ändern sich ja auch ein bisschen.

00:10:32: Aber das sind jetzt die ersten Gedanken wie mir dazu gekommen sind, die ich irgendwie ganz spannend finde wo es in der Literatur auch ganz anders sein kann.

00:10:41: Ja, und die Bücher, die man in der Schule liest sind ja weit entfernt davon keine Emotionen zu verhandeln.

00:10:48: also jedenfalls die Romane oder die Beletristik, die im Deutschunterricht dann eine größere Rolle spielt.

00:10:55: Ist ja auch eh so ne interessante und finde ich gar nicht so einfache Frage was soll alles in der Schule überhaupt gelehrt werden.

00:11:04: Das ist irgendwie so ein Lieblingsargument, egal worüber man gesellschaftlich redet, dass dazu ja auch gar nichts in der Schule vorkommt und das man da auch nicht lernt.

00:11:13: Und es ist wie eine Rückblickende Raum, in denen man alles reinstoppt was irgendwie an Mangel im Leben entstanden ist oder an Unwissen, an Unfähigkeiten mit einem rückblickenden chronischen Vorwurf.

00:11:30: stattfinden müssen.

00:11:31: und manchmal denke ich auch so sehr viele Einschätzungen teile.

00:11:36: Es ist auch ganz schön krass und viel erwartet, dass Schule das alles leisten können muss.

00:11:42: Und trotzdem ist es halt der Ort an dem wir irgendwie überhaupt gesellschaftlich miteinander verhandeln.

00:11:48: was sind die Dinge die unverzichtbar sind damit wir auch später als Gesellschaft zusammen funktionieren können oder irgendeine Art von gemeinsamer Basis haben?

00:11:58: Voll.

00:11:58: Und das finde ich auch gerade so spannend, weil ich das total teile.

00:12:02: Also ich merke da auch bei mir selber als Lehrerin eine totale innere Zerrissenheit und auch so ein Hin- und Herschwanken dass sich auch selber ganz oft sage oh das müsste in Schule viel mehr Raum bekommen und dann irgendwie merke naja aber vielleicht gehen deine Forderungen oder dein Anspruch auch manchmal für diese Institutionen auch zu weit.

00:12:27: Also vielleicht kann Schule das gar nicht erfüllen, für ich sollte Schule das auch nicht erföhlen und muss vielleicht an anderen Stellen verhandelt werden?

00:12:34: Und dann bin ich aber ganz oft mit diesem Ergebnis so unzufrieden.

00:12:39: Ich weiß es selber nicht, ob ich das irgendwie jetzt gut oder schlecht finde dass sich da hin und her mich bewege die ganze Zeit weil das ja auch eine Form von... Ja auch ein bisschen in der Verunsicherung sein kann.

00:12:54: oder dann so den Anspruch auch an den eigenen Unterricht beispielsweise.

00:12:58: und da wiederum finde ich bin ich immer froh, dass sich Literatur unterrichten.

00:13:02: Da kann man sehr viel reinpacken.

00:13:07: Hier kann man eigentlich fast alles ansprechen oder das zumindest irgendwie mal zum Thema machen auch wenn es nicht explizit Thema ist weil man eben auch sagen kann, das schwingt vielleicht noch mit und so.

00:13:19: Und welche Themen spielen hier vielleicht noch eine Rolle?

00:13:22: Das finde ich schon spannend!

00:13:24: Ich würde gerne ein bisschen über den Titel... des Buches auch nochmal auf deine Schulzeit und die Zeit, in der du so aufgebachsend bist.

00:13:34: Ich bin auch ein Achtundachtzig geboren aber im Westdeutschland.

00:13:38: das Buch heißt nie wieder Vereinigung.

00:13:40: Und das ist ja doppel- deutig vielleicht nicht nur Doppel wenig Trippel oder sonst zu lesen.

00:13:46: wir haben auf der einen Seite den Begriff der Vereinigung Wir haben auf the anderen Seite das Nie Wieder.

00:13:53: damit kann man ja spielen, also nie wieder Vereinigung im Sinne von der Vereinigung der BRD und der DDR.

00:14:02: Und dieses naja eigentlich ist es gar keine Vereinigung, also eine Verneinung der Vereinigungen sozusagen auf der anderen Seite aber auch eine Vereinigung über das Nie Wieder.

00:14:14: Also als imperativ vielleicht gedacht, also für Gesamtdeutschland Fragezeichen.

00:14:21: Ich lasse das jetzt mal offen.

00:14:23: Das finde ich total spannend und ich würde gern darüber fragen wie war es denn eigentlich bei dir in der Schule?

00:14:31: Wie wurde da mit dieser Zeit der Wiedervereinigung in Anfangstrichen umgegangen?

00:14:40: Schaffst du es so dahin zurück zu gehen obwohl du dich ja noch einmal viel intensiver damit auseinandergesetzt hat?

00:14:47: Ja, das fällt mir schon deshalb sehr leicht, weil es einfach keine Rolle gespielt hat.

00:14:52: Also ich kann mich nicht erinnern dass wir die deutsche Einheit oder auch in der Revolution im Unterricht irgendwann irgendwie behandelt hätten, weder in Geschichte noch Politik, noch indirekt in einem der anderen Fächer.

00:15:09: Das einzige, woran ich mich erinnern kann ist dass wir im Geschichtsunterricht nachdem wir sehr lange über den Nationalsozialismus gesprochen hatten dann so eine Stunde hatten in der unser Geschichtslehrer wollte das wir einen Diktaturvergleich machen.

00:15:25: Da hat er uns eine Folie auf dem Overhead-Projektor gelegt und in der linken Spalte sollten Dinge zur NS-Diktatur eintragen und in der rechten Spalte zur SED-Dikatur, wo die sich gleichen und wo sie sich unterscheiden.

00:15:40: Und ich erinnere mich dass diese Stunde dahingehend eskaliert ist das einige meiner Mitschüllerinnen und ich den Klassenraum verlassen haben weil wir schon den Vergleich so unmöglich fanden, dass wir sofort protestiert haben und wirklich aus der Klasse gegangen sind.

00:15:55: Ich sehe noch wie mein Geschichtslehrer uns so halb verzweifelt hinterher ruft dass bei dem Vergleich ja auch rauskommen kann, dass man es gar nicht miteinander vergleichen kann.

00:16:05: Das ist das ganze Ergebnis offen gemeint war aber für uns hat sich da was fundamental mich funktioniert schon in der Aufgabenstellung.

00:16:13: Das war überhaupt das einzige Mal, dass ich mich erinnern kann, als die DDR-Fork kam und ich glaube was da schief gegangen ist zu diesem Zeitpunkt war aus so einer starken Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus kam und dem, was daran natürlich einfach nur abgrundtief und schrecklich gewesen ist.

00:16:38: Und in dem Moment unserer Geschichtslehrer die SED-Diktatur daneben gelegt hat, hatte auch unsere Eltern und Großeltern, die ja da geworden und aufgewachsen waren und ihre Lebensgeschichten auch mit uns geteilt hatten und uns davon erzählt hatten, neben die Faschistinnen gelegt und irgendwas daran hat gar nicht für uns funktioniert.

00:16:59: Also jetzt im Rückblick würde ich auch sagen darüber hätten wir ja sprechen können, wäre auch spannend gewesen.

00:17:06: aber ich glaube es gibt vielleicht auch ein geschichtsunterricht grundsätzlich einfach so einen Zeitpunkt wo man nicht mehr nur Geschichte sondern auch Familiengeschichte unterrichtet der ja eigentlich auch mit der NS-Diktatur schon erreicht ist in den Großelterngenerationen, wobei eben meine Großmutter als Jahrgang einunddreißig die waren Kind im Faschismus.

00:17:27: Aber dass es diesen Punkt gibt an dem's irgendwie heikel wird weil man eigentlich ja auch die Lebensgeschichten der Angehörigen der Kinder unterrichtet.

00:17:36: Inzwischen sind ihr Abstände größer und das sieht vielleicht auch anders aus.

00:17:39: ich weiß gar nicht wie die aktuellen Rahmenlehrpläne so gestrickt sind diesbezüglich.

00:17:45: Aber das ist irgendwie den heikler Punkt im Geschichtsunterricht, von dem ich mich nicht erinnern kann.

00:17:49: Dass damit irgendwie offensiv umgegangen wurde.

00:17:53: Ja und das greift ja auch im Buch später einen Zeitpunkt immer mal wieder auf Das meinte ich vielleicht auch mit diesem Suchen dass da sehr viel drüber nachdenken drinsteckt, dass man vielleicht auch hätte was anders sehen können in dem ein oder anderen Moment.

00:18:11: Und es ist immer noch mein andern Blickwinkel auf so einen Moment gibt.

00:18:15: und du beschreibst ja auch, dass dein Geschichtslehrer in dem Moment auch gesagt hat naja aber es kann ja auch bei rumkommen das ist nicht vergleichbar ist.

00:18:24: Aber da eben Emotion oder Empörung erst mal stärker war als dieser in der Schule oft so rationale Ansatz wir gucken uns das jetzt mal an weil erstmal wie du gerade beschrieben hast liegt es ja da so Das war das, was erstmal so diesen Moment ausgelöst hat.

00:18:43: So geht es nicht!

00:18:44: Die Tatsache, dass man hätte drüber sprechen können, war dann erst mal egal...

00:18:51: Ja, ich glaube auch schon, dass ist nicht der sensibelste Take um sich uns damit zu nähern.

00:18:57: Der Geschichtslehrer war auch westdeutscher und sichtbar überrascht von unserer starken Reaktion.

00:19:05: Auch wenn ich heute über diese Situation nachdenke, dann ist die ja eigentlich nach wie vor ungelöst.

00:19:11: Im Buch beschreibe ich etliche Sprachlosigkeiten, wenn ich über das was wir den Osten nennen rede und Wörter, die mir fehlen Dinge wo ich mich irgendwie... Schwer tour damit überhaupt eine Sprache zu finden, um diese Dinge zu sprechen.

00:19:26: Und genau dieser Diktaturvergleich ist ja eine davon bis heute wo ich den Eindruck habe wir haben keine Sprache gefunden für dieses Gefälle zwischen den zwei Diktaturen.

00:19:36: also es ist absolut nötig beide eine Diktatur zu nennen und gleichzeitig finde ich muss es schon auch ein Unterschied bleiben ob Staaten systematische Genozide verüben Weltkriege anzetteln oder nicht.

00:19:50: Also gleichzeitig gibt es einen Gefälle in der einfach, in der Grausamkeit in den Opferzahlen was irgendwie auch besprechbar sein muss und das gab ja etliche sprachliche Versuche.

00:20:02: Irgendwann hat das mal eine Kuscheldiktatur genannt die DDR.

00:20:05: ich glaube zwar Günther Graskemal gesagt hat dass da ein Bekommode-Diktatur gewesen all diese Versuche sind immer wieder auch abgelehnt worden als verharmlosend und das ist glaube ich bis heute in der deutschen Geschichtsschreibung, Problem wie überhaupt umgehen mit diesen zwei Riktaturen.

00:20:22: Total und eigentlich plädierst du ja.

00:20:25: also ich weiß gar nicht ob ich es plädiere nennen würde aber du denkst an vielen Stellen drüber nach wie es vielleicht möglich wäre wenn man präzise ist sozusagen in dem was man gerade beschreibt und währenddessen oder vielleicht auch dadurch irgendwie es schafft, diese Gleichzeitigkeiten diesjahr dann gibt stehen zu lassen.

00:20:51: Oder überhaupt erstmal so auseinander differenziert zu bekommen.

00:20:54: das ist ja was bei dem ich bei der lektüre gedacht habe ja vielleicht funktioniert es auch tatsächlich.

00:21:00: vor allem Ich weiß nicht, ob ich nur sagen würde dadurch dass du das auch mit so dir selber verbindest dieses diese Themen und deinen eigenen hin und her was wir vielleicht eben schon ein bisschen hatten.

00:21:14: Ja dein eigenem vielleicht auch Suchbewegungen und deinem eigenen auch mal unzufrieden sein mit irgendwie einem Wort oder je nachdem auch, wer dieses Wort benutzt.

00:21:25: Der verändert sich das ja auch wieder und die sind immer wieder genau hin zu gucken und zu sagen Ja in diesem Moment ist es vielleicht okay dies oder dass zu tun oder zu beschreiben oder in den Mittelpunkt zu stellen von einem Gespräch oder so.

00:21:41: im anderen Moment müssen wir aber wieder anders darauf schauen und da immer wieder präzise hingucken Wer redet gerade eigentlich aus welcher Perspektive über wem?

00:21:52: Wer bin ich auch in diesem Drüber nachdenken?

00:21:56: So, das klingt jetzt alles total kompliziert.

00:21:59: Mir hat es aber im Buch tatsächlich geholfen und du machst das jetzt zum Beispiel auch indem du einsteigst damit dass du sagst und dein vor allen Dingen deinen ersten Roman Dinge weggelassen hast also dass so Jetzt sind zehn Jahre nicht richtig offen seit Erscheinen deines erster Romans und dann in diesen zehn Jahren quasi bemerkt Warte mal, warum habe ich mich eigentlich?

00:22:23: Das glaube ich ist okay das zu spoilern weil da das so der Aufhänger auch in deinem Buch.

00:22:28: In meinem eigenen Literarischenschreiben nicht auch mit den Baseballschlägerjahren oder den schwarzen Blockjahren in meinen Roman auseinander gesetzt.

00:22:41: Wann hast du

00:22:42: gemerkt dass das irgendwie bei dir gedauert hat?

00:22:48: Das habe ich wirklich erst begriffen, als der Hashtag-Basebollschläger Jahre medial die Runde gemacht hat.

00:22:56: Den Christian Bange ja geprägt hat auf Social Media und damit andere Nachwändekinder aufgefordert hat über die Neunzigott Nullerjahre im Osten zu sprechen und die rechte Gewalt dieser Jahre aufzuarbeiten oder einfach erstmal überhaupt von ihr zu erzählen.

00:23:11: das war für mich ein Zeitpunkt der ganz viel Beschäftigung nach sich gezogen und auch der Moment, weil ich erst mal so eine Abwehrreaktion hatte.

00:23:21: Die vor allem glaube ich damit zu tun hat wie Ostdeutschland medial häufig erzählt wurde und wird.

00:23:28: also dass der Osten ein Rechtsextremismus Problem hat schien mir irgendwie nicht besonders erzählenswert war.

00:23:33: das wussten im Osten alle das wusste im Westen alle das stand ja ständig in den Zeitungen es war ja so einer der eines der Narrative über über den Osten.

00:23:41: was nur wirklich nicht untererzählt ist war mein erster Impuls Und dann habe ich eine Weile gebraucht, um zu verstehen, dass es zwar sehr erzählt ist aber immer auch aus Täter-Perspektive und nicht wie es der Hashtag Bespurschlägerjahre ja verschoben hat wirklich auch aus Perspektive Dera die davon betroffen waren.

00:23:58: Das ist einerseits die Opferperspektive das ist aber auch die Widerstandsperspektiven also die Dera diese Gewalt dieser Jahre auch am stärksten entgegengestellt haben.

00:24:08: Es war ne Verschiebung diskursiv wichtig war auch für mich und die noch mal dazu geführt hat, dass ich mich meine ganze eigene Kindheit und Jugend nochmal ganz neu zu erinnern begonnen habe.

00:24:20: Ich glaube wirklich irgendwie was so selbstverständlich das es gar nicht Teil meiner Selbsterzählung war oder ist gar nicht auf eine Art hab ich's vielleicht auch zu normal gehalten um darüber zu reden Und das war ein wichtiger Moment genau, der auch dazu geführt hat.

00:24:38: Dass ich noch mal kritisch auf meinen eigenen die Büromaan zurückgeschaut habe.

00:24:43: Er sich ja durchaus mit der Nachwendezeit oder dem nachgeborenen Sein nach dieser DDR beschäftigt und mit der Frage was von der DDR in der nächsten Generation noch übrig bleibt, vor allem aus einer erinnerungskulturellen Perspektive.

00:24:57: aber trotzdem ist irgendwie die rechte Gewalt dieser Jahre nicht einmal... Mit einem Nazi, der kurz durchs Bild läuft in irgendeiner Szene am Rande.

00:25:05: Eine Rolle spielt hat, fand ich dann schon bemerkenswert wie sehr ich das irgendwie ganz ausgeblendet hatte.

00:25:12: Genau und noch bemerkswerter fand ich im Beschäftigten mit dieser Zeit, wie wahnsinnig viel ich vergessen hatte.

00:25:21: Also dann habe ich ja angefangen so mein Familienarchiv durch zu wühlen Fotokisten anzuschauen.

00:25:27: Ich hab Zeitungsartikel gefunden die ich offenbar aus der Zeitung ausgeschnitten habe, die die rechte Gewalt dieser Jahre in Potsdam auch dokumentieren.

00:25:36: Alles Dinge an die ich mich überhaupt nicht erinnern konnte, dann ist mir irgendwann ein guter Freund eingefallen, dem von Nazis die Nase gebrochen wurde und für dieses Buch geschrieben hab ihm dann, bevor ich es veröffentlicht hat, die Passage nochmal zu lesen gegeben um einmal gegenzuchecken ob er einverstanden ist.

00:25:55: und dabei hat sich herausgestellt dass ich diesen Nasenbruch viele verharmlosende Erinnerungen ab, als er gewesen ist.

00:26:03: Also ich habe es als Nasenbruch in Erinnerung gehabt.

00:26:07: Als einen Nazi der ihm die Nase gebrochen hat, dann waren es sieben, die ihn wirklich so vermöbelt haben, dass das auch lebensbedrohlich hätte ausgehen können.

00:26:18: Das hatte ich alles nicht mehr in Erinnung und fand es total krass wie sehr die Dinge so ausgeblendet weg erzählt war.

00:26:27: Auch bei denen die dabei waren!

00:26:29: und dies abbekommen haben.

00:26:30: Also wie viel wir selber irgendwie vergessen haben, das hat mich auch gegruselt bis ja nicht nur so ein gesellschaftliches Wegschauen gibt oder auch ein juristisches.

00:26:42: also auch von diesen sieben Nazis die mein Freund die Nase gebrochen haben ist nur einer vor Gericht gelandet sondern wie auch wir selbst das Kleiner erzählen.

00:26:53: Das hat mich schwer beschäftigt und das war einer der wichtigen Motoren für dieses Buch.

00:27:00: Und glaubst du, dass sich selber Leinen erzählen?

00:27:05: Was du jetzt gerade beschrieben hast auch und da fügen sich vielleicht so unterschiedliche Dinge des Buches zusammen.

00:27:13: Zusammenhängt mit dem Diskurs – ich nenn es jetzt mal Diskursen, dann könnte glaube ich das auch irgendwie anders beschreiben oder den Blick auf den sogenannten Osten und man dann vielleicht auch in so einen Relativieren vielleicht kommt, weil sich da verschiedene Dinge vermischen.

00:27:35: Der mich auch eine Ungerechtigkeit oder ein Ungerechtigkeitsgefühl wie der Blick auf den Osten medial zum Beispiel stattfindet.

00:27:45: Glaubst du das ist auch damit verbunden?

00:27:47: Oder würdest du sagen nee das sind irgendwie zwei verschiedene Sachen dass eines sowas persönlich vielleicht auch etwas was... was man kleiner machen muss, um damit irgendwie klarzukommen.

00:27:58: Oder würdest du sagen das hängt irgendwie zusammen?

00:28:00: Hast du versucht da irgendwie... Also das habe ich mich total gefragt beim Lesen, ob es da eine Verbindung gibt oder ob ist ein bisschen zu viel Interpretation Psychologisierung, sowas wäre.

00:28:14: Ach ich weiß nicht, ich würde auf jeden Fall unterschreiben dass es zwei Effekte sind die Parallel stattfinden die beide wahr sind und weide wirken.

00:28:22: also das einerseits ich mich dann irgendwann schon daran erinnert habe dass sich nicht einfach vergessen hat im Digy Roman Nazi durchs Bild laufen zu lassen sondern dass ich mich ganz bewusst dagegen entschieden hab an einer bestimmten Stelle des Schreibprozesses, weil ich so unbedingt andere Geschichten aus dem Osten erzählen wollte.

00:28:40: Weil ich so unbedingt in Leuten... Ich habe in Frankreich gelebt nach ein paar Jahre dann in der Schweiz da auch etliche westsozialisierte Kommiliton-Innen gehabt und bin so viel auch aus Klischees begegnet nicht nur in den Schlagzeilen sondern auch bei den Menschen um mich herum und hatte einfach das große Bedürfnis andere Geschichte über den Osten zu erzählen als die, die eh schon Schlagzeile machen die ganze Zeit.

00:29:06: und ich glaube, deswegen war es damals eine bewusste Entscheidung keinen Nazien durchs Bild laufen zu lassen.

00:29:12: Und dass sich damit irgendwie aber auch einen ganzen Teil meiner eigenen Jugend wie selbst weg erzähle oder mich nicht mit ihnen beschäftige, mich ihm nicht stelle, auch dem was davon vielleicht an Vollgeschäden übrig geblieben ist, den ich dem nicht stalle... Das ist mir halt erst viel später klar geworden.

00:29:31: das versuche ich quasi mit den Büchern die danach kommen irgendwie aufzuholen, diese Auseinandersetzung noch mit zu erledigen.

00:29:40: Und dass es gleichzeitig einfach auch persönliche Gründe gibt ist glaube ich klar.

00:29:45: oder das ist einfach auch ein psychologischen Mechanismus.

00:29:47: erst mal gibt den nicht bis heute keine Ahnung was dann Fachbegriff begibt.

00:29:52: aber wenn krasse Sachen passieren man sie erstmal klein hält oder versucht emotional überschaubar zu halten was einfach, glaube ich eine Reaktion auf Überforderung ist.

00:30:05: oder so funktioniert Verdringerung grundsätzlich.

00:30:07: Ich glaube sie ist eine Reakktion auf Überforderung und wenn ich auch an diese Jahre zurückdenke dann fällt mir viel dazu ein wie wahnsinnig überfordert wir eigentlich waren auch als Jugendliche dieser Zeit und wie allein wir gewesen sind.

00:30:23: also ich erinnere mich dass wir untereinander zusammen auf die auf die Gegendemos gegangen sind zu den Nazis einen großen Teil meiner Jugend in den linken Subkulturen Potsdam verbracht.

00:30:36: In den Nullerjahren vor allem, also in besetzten Häusern, Linkenkulturzentren auf den Partys und die drum-based Parties, die damals gerade total in waren.

00:30:49: Und ich kann mich erinnern dass wir irgendwie zusammengehalten haben oder uns auch organisiert haben um zusammen auf Demos zu gehen aber so richtig Strategien damit umzugehen.

00:31:01: Wenn jetzt jemand von uns Gewalt erfahren hat, hatten wir nicht oder gute solidarische Praxen.

00:31:08: Also ich kann mich nicht erinnern meinen Freund der damals zusammengeschlagen wurde jemals gefragt zu haben ob er jetzt Angst hat auf die Straße zu gehen oder ob ich mitkommen soll zu dem Gerichtsprozess oder zur Polizei.

00:31:22: Ich kann mich überhaupt nicht erinnern an so solidarisch Form des damit umgehens.

00:31:27: Ich kann mich an so überfordertes Lachen erinnern.

00:31:31: Und da kommen wir vielleicht jetzt doch auch noch auf den Punkt, mit Schule zu tun hat oder überhaupt mit Eltern-Generationen dieser Jahre.

00:31:40: Ich habe diese Ninztiger und Nuller im Osten schon als Faser in Erinnerung, in der der gesellschaftliche Umbruch so groß und so krass war für unsere Eltern-Generationen dass die überhaupt keine Erfahrungsvorsprungen hatten.

00:31:53: also Ich bin siebenundachtzig geboren, war zwei als die Mauer fiel.

00:31:56: Meine ersten Erinnerungen setzen so eine neunzigzehnneunzig irgendwo ein.

00:32:00: und meine erste Erinnerung in den ich irgendwie versuche zu verstehen wie die Welt funktioniert, in die ich da reingeboren bin und eigentlich aber eine Elterngeneration um mich herum hat, die diese Welt auch gerade erst mit mir kennenlernt weil das ganze System alles ist neu, alles baut sich um alle sind mit klarkommen Umschulungen neuen Jobs zerrütteten Beziehungen gehen oder bleiben Jobcenter und so weiter beschäftigt.

00:32:25: Und dass wir im Grunde, als diese Nachwändekinder gar keine Elterngeneration hatte die uns an die Hand genommen hat oder für uns da war oder uns irgendwie auch hätte beschützen und verteidigen können.

00:32:38: Ich kann mich nicht erinnern das ist je in der Schule mit Lehrerinnen oder mit Eltern irgendwie Thema gewesen wäre, dass da draußen so krasse Rechte gewaltt die ganze Zeit stattfindet und wie wir damit umgehen oder wie wir uns schützen.

00:32:52: Ich kann mich nicht an ein Gespräch mit Erwachsenen über diese Dinge erinnern in all den

00:32:57: Jahren.".

00:33:05: um einen genauen Zeitpunkt zu extrahieren, sondern um Verbindungslinien klarzumachen.

00:33:12: Wann eigentlich so welche Auseinandersetzung wie so angetrieben wird und mit welchen Dingen das vielleicht auch zusammen hängt?

00:33:21: Und jetzt gerade erscheinen wir... Also dein Buch ist jetzt erschienen.

00:33:25: Zweite Wende, das von

00:33:28: Marieke Reimann.

00:33:29: Ja,

00:33:29: Marieke, genau!

00:33:30: Ist gerade erschien.

00:33:32: Dann gab es den Podcast zu den Baseballschlägerjahren und ich packt das alles auch noch mal in die Show Notes von Hendrik.

00:33:38: Ja, Hendrik Bolz hat auch gerade

00:33:43: ein neues Buch ausruhen.

00:33:44: Ich finde es so voll spannend drüber nachzudenken, welcher also klar man kann jetzt sagen okay wir haben sehr viele gesellschaftliche Entwicklungen und das hängt sicherlich auch mit einem Begriff der politischen Depression zusammen die wir gerade beobachten was halb ist und erleben weshalb es eine Notwendigkeit zu scheinen gibt.

00:34:04: dann ist diese Generation sind jetzt, na das ist so ein bisschen ähnlich wie auch bei anderen Themen.

00:34:10: Ihr seid also von denenjenigen die ich jetzt genannt habe ihr seid eine Generation quasi die jetzt darüber schreiben und irgendwie auch indem es du gerade gesagt hast gibt's ja irgendwie auch so ne Zwischenphase zwischen dem Jetzt des Schreibens und dass herauskommt der Bücher und der Jugend über die geschrieben wird oft.

00:34:30: So und dazwischen liegen ja auch noch ein paar Jahre und das ist total spannend hinzuschauen was in dieser Zeit auch passiert ist.

00:34:39: Also wir reden oft, ich leite nur beim Thema rechte Gewalt.

00:34:43: aber es geht ja nicht nur darum.

00:34:46: wenn wir jetzt zum Beispiel über Kontinuitäten sprechen dann sprechen die Pogrome der Neunziger, Heuerswerder, Rostock-Lichtenhagen aber auch Solingen und so weiter.

00:34:58: Dann kommt NSU und dann hatten wir in den letzten Jahren auch die Anschläge in Halle und Hanau.

00:35:05: Plötzlich war auch sowas wie der Begriff Intersektionalität in so einem Diskurs mit drin und es hat sich viel getan, so diskursiv.

00:35:13: Und ich finde das total spannend darüber nachzudenken was eigentlich wie miteinander verbindet warum jetzt vielleicht genau zu dieser Zeit versucht wird zumindest den Blick und die Perspektiven auch darauf zu lenken und sie zu verändern?

00:35:31: Das hast du ja auch gesagt vielleicht mal dein Bedürfnis vor zehn Jahren noch ein anderes als es jetzt gerade ist und vielleicht auch ja anders notwendig so zum gegenwärtigen Zeitpunkt.

00:35:45: Und das würde ich gerne so ein bisschen verbinden mit dem Begriff der politischen Depression, da er erst mal nicht unbedingt wie so'n Motor erscheint sondern eher als irgendwie was... Ja, was eher so destruktiv wirkt, ein bisschen bremsend als Begriff aber es bringt dich ja auch zum Schreiben.

00:36:05: Also, wie würdest du das vielleicht erst mal fassen?

00:36:09: Was meinst du mit politischer Depression und auch als so ein bisschen Statusbo-Geschreibung damit.

00:36:17: Und wieso bringt dich das dazu jetzt darüber zu schreiben?

00:36:22: Mit der politischen Depression meine ich erstmal nur die simple Tatsache dass mir die Nachrichtenlage extrem schlechte Gefühle macht.

00:36:34: Ich hatte auch unvollständige Depressionen.

00:36:37: Also ich weiß ganz gut wovon ich spreche, wenn ich das auch pathologisiere und habe in den letzten Jahren gemerkt dass sich mir an manchen Stellen Sorgen um meinen gesundheitlichen Zustand wieder anfangen zu machen.

00:36:50: Und dass es aber... Dass ich aber ganz klar diesmal weiß wo's herkommt und was mich gerade so wahnsinnig schlechte Gefühle macht oder auch wirklich Panikattack eine ähnliche Zustände oder Albträume.

00:37:03: immer die Nachrichtenlage klar verbunden mit einem hohen Hirn, was manchmal auch zu katastrophischen Denken neigt oder die Nachrichten so verlängert in die eigene Gegensatz.

00:37:16: Ich war zum Beispiel im Jahr zwanzig in Los Angeles und als es da wahnsinnig gebrannt hat ein Jahr später und ich irgendwie auf den Karten zugeschaut habe wie sich um die Villa Aurora in der ich gewesen bin Der Brandherr hat konzentriert und niemand wusste, ob davon irgendwas noch übrig bleiben wird.

00:37:38: Und ich dann so nachts davon träume wie es in meiner Strasse in Berlin brennt und also wie eine klimakatastrophische Bilder- und Nachrichtenlage sich dann irgendwie übersetzen in die eigene Gegenwart und so nah rücken das ist ein wirklich psychischer Symptome macht.

00:37:53: Das meine ich damit und da geht's jetzt ohne dass die Klimakatastrophe nur ein Beispiel von vielen im Buch geht ja vor allem auch um... den Aufstieg der AfD, der ja auch so sehr in Verbindung zu Ostdeutschland verhandelt wurde und wird.

00:38:10: Dass sich auch deshalb glaube ich noch mal eine neue Notwendigkeit einfach jetzt politisch hergestellt hat, sich diese Zeit nochmal anzuschauen.

00:38:20: also auch weil es hat schon mein Bild vom Osten massiv erschüttert.

00:38:25: Ich bin in einem Osten groß geworden.

00:38:29: Mir ist zwischendurch klar dass das im auf dem Land und woanders in anderen ostdeutschen Regionen Amlas ausgesehen hat, aber da in Potsdam bin ich eher einer linken Hochburg groß geworden.

00:38:39: Der Osten war eigentlich auch immer der Teil Deutschlands, der viel linker wählt als der Rest und auch deshalb nicht so richtig ernst genommen wird.

00:38:48: Jetzt ist er der Teil, der irgendwann angefangen hat, viel rechter zu wählen als der rest, dieser Schiff... Er hat schon auch mein Selbstbild oder meine Identifikation mit dem aussozialisiert sein schwer irgendwie in Frage gestellt und durcheinander gebracht.

00:39:06: Und ich glaube, dass deshalb jetzt so viele Texte über diese Zeit entstehen.

00:39:12: Das ist verbunden mit dem gesellschaftlichen Rechtsruck den wir überall erleben Und der ehemalige Erinnerung rüttelt daran, dass bestimmte Dinge auch in den Neunzigern und Nullern schon da waren.

00:39:23: Schon absehbar waren.

00:39:25: oder ist die rechte Gewalt des eine ja so ganz konkret ne alltagsbedrohliche Ebene beschreibt?

00:39:33: Und das was ich im Buch dann außerdem viel thematisiere sind eben die Wörter und die Narrative und die Erzählrahmen der deutschen Einheit, die immer als große Erfolgsgeschichte erzählt wurde Als großes demokratisches Ereignis Das jetzt Frieden sichern wird in Europa und die Demokratie festigen wird.

00:39:51: Und Wohlstand für alle sichern wir, wo man jetzt eben sechs, dreißig Jahre später vielleicht auch einen Punkt kommt an dem man irgendwie ja sich eingestehen muss dass manche Dinge davon entweder immer noch lückenhaft sind oder einfach nicht mehr danach aussehen als würde es noch was werden.

00:40:11: Und um noch kurz auf die Generationenfrage einzugehen, warum jetzt auch so viele meiner Alterskohorte sich literarisch damit beschäftigen.

00:40:23: Ich glaube erst mal ist es schon eine wirklich große Gegenbewegung gegen das was alle geglaubt haben als wir klein waren nämlich dass für uns alles keine Rolle mehr spielen wird.

00:40:31: Das ist wirklich etwas was ich permanent und immer ewig zu hören bekommen hat, für uns Nachwendekinder wird aus Westpolkom egal sein.

00:40:39: Wir werden nur dieses vereinte Deutschland kennen.

00:40:43: Niemand hat geglaubt dass wir uns noch irgendwie für die DDR oder aus Deutschland interessieren würden.

00:40:48: und jetzt kommt diese große Welle an vielen, vielen Büchern.

00:40:53: Du hast jetzt noch zwei weitere genannt.

00:40:55: mit mir würden sofort noch zehn weitere einfallen, die allein dieses Jahr erscheinen?

00:40:59: Nur von Nachwendekindern Und ich glaube, dass es schon auch erst mal ein großer Beweis ist.

00:41:06: Auch diese These quatsch war das für uns keine Rolle mehr spielen wird.

00:41:10: und ja, dass auch die Dinge, die man uns so versprochen hat für die Zukunft sich an etlichen Stellen nicht eingelöst haben.

00:41:19: Ja, und voll wichtig finde ich dabei auch – das ist natürlich nicht nur um den Blick auf eine Ostdeutsche Sozialisation.

00:41:28: Ich bin sehr vorsichtig mit den Begriffen, weil du ja auch dich im Buch die ganze Zeit aufmachst.

00:41:34: wie kompliziert es auch mit dem Begriff sein kann ist das natürlich großer Teil des Schreibens.

00:41:41: aber natürlich geht es auch nicht nur um den Osten sondern es geht eben auch um den Westen und auch um unterschiedliche Perspektiven auf die Wiedervereinigung oder niewiedervereinigung je nachdem, wohin man gerade schaut.

00:41:59: Und ich sehe so ein klein bisschen auch eine Gefahr wenn ich mir Gedanken darüber mache wie es in Deutschland halt oft auch diskursiv läuft dass das dann so ist ja der Fokus eben wieder auf den Osten gelegt wird was in den Büchern selber halt nicht passiert.

00:42:17: also in deinem Buch geht's ja nicht nur darum zu sagen Warum sind wir in Ostdeutschland, in der Situationen, wo wir jetzt gerade sind und was ist da alles schiefgelaufen?

00:42:27: Ganz im Gegenteil.

00:42:28: Wir beschäftigen sich ja viel breiter damit und schauen auch auf den Blick auf den Osten usw.

00:42:35: Das machen viele dieser Bücher.

00:42:37: Trotzdem frage ich mich so ein Buch das würde ... Vielleicht kennst du auch Gegenbeispiele aber aus unserer Generation kenne eine Autorin, die in diese Richtung jetzt schreiben würde aus westdeutscher Perspektive.

00:42:54: Ja.

00:42:55: Weißt du was ich meine?

00:42:56: So und dann ist es wie... Also ich will das nicht als so ne Art oder sagen immer so Es schwingt bei mir so ne Sorge mit dass das auch als so eine Art einen so recht Fertigungsschreiben geframed werden könnte.

00:43:10: Und ich würde das auch eher beispielsweise als Verantwortungsübernahme oder auch Kritik und so lesen, aber da habe ich beim Lesen auf jeden Fall schon darüber nachgedacht dass ich glaube wenn ich jetzt, keine Ahnung, lebe in Köln, glaube nicht es ist eine Kölner Autorin irgendwie gerade auf die Idee kommen würde so bis zu schreiben, das finde ich schon spannend.

00:43:31: Du meinst, dass die Kölner Autorin ihr Westdeutsch sein thematisiert?

00:43:35: Die Analogie ja.

00:43:36: Zum Beispiel und auf die Sozialisation in Bezug auch als Nachwändekind.

00:43:42: Ich bin jetzt keine AutorInnen so.

00:43:43: aber wenn ich jetzt quasi schreiben würde das passiert eben weniger so und es hat ja auch was mit unserem gegenwärtigen Blick auf wieder auf den Denen Osten vielleicht auch zu tun.

00:43:55: also da entstehen für mich irgendwie so Spannungen

00:43:58: was?

00:43:59: Ja, ich glaube das hat wirklich einfach mit Mehrheits- und Minderheitsdiskursen zu tun.

00:44:06: Also so wie es mir sofort etliche Bücher schwarzer Autorinnen einfallen die über Ressismus und über das Leben als Schwarze Person in Deutschland schreiben.

00:44:20: Mir fällt aber auch sofort kein Buch ein wo jemand darüber schreibt wie's ist weiß in Deutschland zu sein.

00:44:27: Mir fallen deutlich mehr Bücher ein von Frauen oder flinter Personen als von Männern über Geschlecht.

00:44:35: Also da gibt es einfach, glaube ich einen Unterschied ob man sich mit einer Form von Diskriminierung oder aus Deutschland ist ja keine offizielle Anerkannte Diskriminierungsbombe oder einfach nur von Abwertung und von Minderheitsdiskursen beschäftigt oder sich aus so eine mehrheitsgesellschaftlichen Position mit Dingen beschäftigt.

00:45:00: und das passiert grundsätzlich glaube ich in all diesen, wenn man das jetzt damals intersektionell raus sucht überall weniger.

00:45:09: Gleichzeitig fallen mir dann doch oder wir haben ja halt sofort zum Beispiel der Einfeld des Alice Hayes dass Ja, aus einer schwarzen Position.

00:45:18: Schreibt in Identitätskrise aber total viel über den Westen und das Westdeutsch sein als Nachwendekind.

00:45:24: Ich glaube sogar, ich glaube sogar in Köln, zum Beispiel zu Glemsch.

00:45:30: Schreibt um dies wahr?

00:45:31: In den Neuzigern und Nullern aufzuwachs mit was für Vorbilder, was für Ideen von Karriere, mit was for Ideen vom Feminismus so.

00:45:41: Wir fallen schon einzelne Texte ein die sich auch aus westdeutscher Perspektive damit beschäftigen, aber es sind viel weniger auf jeden Fall.

00:45:50: Und ich glaube eigentlich wäre es auch nötig das mehr zu tun.

00:45:57: Ich glaube dass Tete der Sache gut weil viele Westsozialisierte begreifen sich ja selber gar nicht als westdeutsch oder westsozialisiert.

00:46:06: also wenn man so umfragen macht unter Leuten in unserem Alter dann nimmt im Osten die Zahl derer zu, die sich irgendwie Ost identifizieren.

00:46:16: Die nennen sich nicht alle Aussies, keine Ahnung ich nutze immer den Begriff der Ostsozialisierung.

00:46:21: andere sagen Ostdeutsch wie auch immer.

00:46:24: aber das nimmt auf jeden Fall wieder zu in jüngeren Generationen während es zum Westen Eigentlich ist sich überhaupt niemand als Westdeutsch definiert, sondern dann als deutsch oder als europäisch.

00:46:36: Aber auf keinen Fall als west sozialisiert.

00:46:39: Das ist auf jeden Fall ein krasser Unterschied.

00:46:43: Obwohl es die Baseballschlägerjahre im Westen ja gegeben hat und das ist schon... Auf dieses Buch warte ich ehrlich gesagt ein bisschen, dass so aus westsozialisierter Perspektive die Baseballschlägerjahr in den Westen erzählt werden.

00:46:58: Also gerade diese vier Beispiele aus Dirk Lichtenhagen, Heuerswerder Möllen so legen die wir für die für die frühen Neunziger immer anführen.

00:47:07: Davon liegen zwei im Osten und zwei im Westen.

00:47:09: also ich finde schon da gibt es noch ein Buch zu schreiben.

00:47:14: Und dadurch findet ihr auch oft so eine Verschiebung statt.

00:47:16: Du musst dir grade noch an Nejati denken.

00:47:20: Da kommt es ja auf so ein bisschen vor literarisch auf jeden Fall Und da, als westsozialisierende Person war ich... Also dieses Buch Vatermal hat mich total in meine Jugend zurück versetzt und mir total klar gemacht.

00:47:38: Ja krass diese Zeit!

00:47:40: Hat auch hier eine Rolle gespielt.

00:47:43: und also so ein bisschen ähnlich wie bei dir habe ich ganz viel Verdrängung plötzlich in dem Roman wieder, also durch die Lectüre.

00:47:52: Wiedergefunden.

00:47:53: und ich kann mich so krass daran erinnern dass sich einer sehr guten Freundin von damals, die Quiderasismus-Erfahrung auch selber gemacht hat, so Seiten abfotografiert habe und so gehört habe.

00:48:04: Du musst es unbedingt lesen.

00:48:06: ähnlich wie bei alles hast du das ersten Buch und so?

00:48:09: Ja da würde ich sagen findet es dort und da war ja auch interessanterweise intersektionaler Perspektive angeht, verknüpft mit Rassismus und Klassismus selber klar.

00:48:21: Das ist wie bei vielen anderen Themen auf jeden Fall auffällig so darauf zu schauen.

00:48:28: Und man muss natürlich auch gucken oder es macht schon Sinn hinzugucken und zu sagen was löst das vielleicht auch aus?

00:48:34: Wofür sorgt dass dann er auch eine Art von Verantwortungsübernahme vielleicht auch wieder nur auf der einen Seite stattfindet Und es schön wäre, wenn das eben nicht nur auf der Aufwärtsvideo eben gesagt ist.

00:48:50: Vielleicht nicht offiziell anerkannt ist aber auch in den Machtgefällen und nicht nur aus der diskriminierten Seite sondern auch auf der privilegierteren Seite dann auch stattfindet.

00:49:00: Auch in einer Selbstkritik natürlich Aber dafür muss man zuerst mal checken wie bei vielen anderen Dingen auch total

00:49:08: ich erlebe da die unterschiedlichsten Sachen jetzt, wenn ich mit meinen Büchern unterwegs bin.

00:49:14: Also ich treffe schon auch sehr viel westsozialisierte Menschen, die zur Veranstaltung kommen, die sich interessieren und zuhören.

00:49:23: Jetzt habe ich auch häufiger die Frage gehört von westsocialisierten.

00:49:27: in den letzten zwei Wochen glaube ich ganze drei Mal sind Menschen nach Veranstaltungen zu mir gekommen und haben gefragt was wünscht ihr Ausdehn von uns?

00:49:35: Ich sage, ich lasse dich jetzt so pauschal mal schnell auch nicht beantworten.

00:49:40: Hier gäbe es einen Katalog an Dingen die ich empfehlen kann aber schon auch mit einem... steckt da schon auch die Einsicht erst einmal drin dass es vielleicht Wissens- und Bildungslücken gibt das man gar nicht so viel Ahnung voneinander hat, dass es auch im besten immer noch so viele Leute gibt noch nie in einem der Ost-Bundesländer gewesen sind, die noch nie jemanden von da kennengelernt haben.

00:50:06: Also irgendwie sogar keine Berührungspunkte haben und entsprechend begegne ich irgendwelche Menschen, die total aufgeschlossen sind und dann aber auch den immer gleichen uralten Vorurteilen von denen ich manchmal den gemeinen büte.

00:50:22: Das haben wir nicht vor drei Jahren schon besprochen.

00:50:25: Da bewegt sich ja gar nichts.

00:50:27: Da ist auf jeden Fall alles dabei.

00:50:29: Und was ich wirklich einen wichtigen Punkt finde, das auch im Reden über die rechte Gewalt oder in dieser ganzen Ostwest-Thematik, was du sagst, dass man halt immer sofort zur Gefahr läuft zu relativieren, dass es im Westen genauso eine lange kontinuierliche Tradition rechter Gewalt gibt.

00:50:46: also in der Nachwendezeit sowieso aber auch vor neunund achtzigneunzig in der alten BRD und in der DDR hatten als... politische Systeme, glaube ich, ihre jeweils eigenen Arten und weisen faschistische Traditionen fortleben zu lassen oder sie zu verschweigen oder kleinzureden usw.

00:51:05: Und gleichzeitig... Also das eine ist irgendwie nicht so zu tun als könnte man das Problem tatsächlich in den Osten abschieben und andererseits aber auch nicht zu beneinen dass die Zahlen einfach andere sind und dass das allein die Wahlergebnisse einfach andere sind.

00:51:21: Und jetzt über die Jahre zeichnet sich ja vor allem ab, dass Ostdeutschland offenbar so eine Art Avongard-Position hat oder so eine eigentlich ne Vorreiterrolle also, dass die ostdeutschen Bundesländer halt zuerst die AfD in ihre Landtage wählen aber dann so ein zwei Landtagswahlen später, die wir es deutschen Wahlerergebnissen einfach nachziehen und auch dadurch Zahlen überall steigen.

00:51:44: Also es gab irgendwie Ich glaube letztes Jahr oder dieses Jahr irgendwann den Punkt, wo in den bundesweiten Umfragen erstmals die AfD Platz eins belegt hat auf die Sonntagsfrage.

00:51:56: Wenn jetzt Bundestagswahl wäre und ich dachte Jetzt ist doch so spätestens der Zeitpunkt erreicht, wo wir aufhören das nur noch als ostdeutsches Problem zu diskutieren.

00:52:05: Das passiert aber nicht also auch.

00:52:08: Ich finde schon die Mechanismen der Abwehr nach wie vor irre die da gerade.

00:52:15: Also jetzt, Sachsen-Anhalt war wieder ein eindrückliches Beispiel mit den über dreieinvierzig Prozent für die AfD.

00:52:21: Seitdem so viel Abwehr gehört hat dieses Wahlergebnis überhaupt anzuerkennen in seiner Rastik also wo Leute dann sowas sagen wie na sowas wird ja im Westbundesland nie passieren.

00:52:35: Ich denke ihr habt auch gesagt im Westen werden die nie in die Parlamente einziehen sind sie jetzt doch überall.

00:52:41: Oder auch so was wie der Lemia, nur zwei Millionen Menschen.

00:52:44: Das sei ja nicht repräsentativ oder irgendein Politikwissenschaftler hat jetzt wiedergesagt.

00:52:50: Jetzt sind sie aber ausmobilisiert.

00:52:52: Das hat Steffen Mauf vor vier Jahren oder sechs Jahren schon mal gesagt als Sie bei so zwanzig Prozent lagen, dass Sie mit bei zwanzich Prozent plus kleinem X wahrscheinlich ausmobilisiert sein dürften.

00:53:04: und Sie brechen einen Rekord nach dem nächsten.

00:53:08: Ja, kommt dieser Zeitpunkt einfach nicht wo dieses Land anfängt zu sagen hoppla das läuft wie gerade kolossal schief so und zwar überall nur in unterschiedlichen Tempi und geraden so.

00:53:23: Und dass wenn ich schon echt bemerkenswert wie sehr demnich irgendwie nicht ins Auge gesehen wird

00:53:32: Ja, absolut und da hängt ja viel mehr dran.

00:53:34: Also ich meine das macht bei der AfD keinen Sinn.

00:53:37: Das macht aber auch generell auf Diskriminierung und Ungleichheitsstrukturen natürlich gesamtgesellschaftlich keinen Sinn, wenn man das immer nur irgendwo anders hinverschiebt.

00:53:49: Bei der AfD sind ja auch super viele Leute aus dem Westen, also sie sind westsozialisiert.

00:53:57: Also vor allen Dingen in der Führungsriege der AfD und hier gibt es natürlich auch krasse Hochbogen so die dann immer so ausgeblendet werden als wären das so die kleine Ausnahme und der Rest ist okay.

00:54:14: Ich habe das auch krass wahrgenommen hier in Köln, weil ein großer Demo nach den Wahlen im Sachsen-Anhalt.

00:54:19: Und auf dieser Demo, ich meine, Kölner ist darin sowieso ganz gut sich selber immer irgendwie zu feiern.

00:54:25: Das ist keine Sozialisierung oder so kann man es vielleicht nennen?

00:54:29: Ist ja auch schön!

00:54:31: Kein Kulturnazis... Mein absoluter Famous-Logen.

00:54:37: Aber da auf dem Demo ist es mir das auch so krass deutlich geworden, wie sehr sich die ganze Zeit um sich selbst gekreist wurde bei diesen Reden und dass sehr viel darum ging, dass man ja hier noch nicht in so einer Position war.

00:54:52: Noch war schon

00:54:53: da... Das noch ist eigentlich schon das Eingeständnis?

00:54:56: Ja genau!

00:54:56: Es ist ja eigentlich schon ein Eingesständnis aber da wurde dann irgendwie nicht weiter angegriffen So, ne?

00:55:03: Und dann war das die ganze Zeit.

00:55:04: Ja wir müssen irgendwie... Wir zeigen uns hier solidarisch und es ist ja auch alles gut!

00:55:08: Ich will jetzt gar nicht irgendwie... Das ist sehr gut, dass es dann so eine Demo gab und so.

00:55:12: Aber wenn man da steht, ist man irgendwie... Also ich bin irgendwie aus ein bisschen rausgegangen und dachte so,

00:55:17: hm.

00:55:18: Jetzt haben wir irgendwie wieder alle gesagt, ja aber hier gibt's keinen Kölsch, wenn er hat sich so.

00:55:23: Also was?

00:55:24: Und das ist irgendwie so'n bisschen... Da fehlt mir Was machen wir mit diesem Eingeständnis?

00:55:32: Und was machen wir, also ist es da, Fragezeichen.

00:55:35: Du bist über so ein Noch und kriegen wir eigentlich diese Verbindung jetzt mal hergestellt um da wirklich gemeinsam drauf zu schauen und nicht immer so.

00:55:44: Wir gucken jetzt dahin und sagen irgendwie ja wir sind solidarisch aber das heißt denn diese Solidarität?

00:55:50: Also was machen Sie jetzt So und das hat mir auch da mal wieder irgendwie gefehlt greift es glaube ich so ein bisschen auf, was du gesagt hast.

00:55:59: Das ist noch nicht so... Jetzt können auch ne Großstelle, okay?

00:56:04: Aber das ist irgendwie oft noch so n bisschen Waage und das klingt fast schon ein bisschen euphemistisch würde ich sagen.

00:56:13: aber ja da ist es auf jeden Fall deutlich gewundert hat sich das so gespiegelt.

00:56:16: Ja und gleichzeitig ist es ja auch etwas was einfach.

00:56:20: Also ich glaube, es ist eigentlich wieder eine dieser Stellen an der beides gleichzeitig wahr ist und auch beides gleichzeitig sein muss.

00:56:28: Ich nicht muss an die Wahlergebnisse in Berlin denken, die ja auch so gemischte Gefühle ausgelöst haben also wo man einerseits irgendwie sich als jedenfalls als Person wie ich für linke Politikern ist.

00:56:42: Man sich darüber freut, dass es überhaupt mal wieder eine linke Mehrheit gibt die sich bilden lässt und dann andererseits das Wahlergebnis für die AfD trotzdem verdoppelt hat auch in der Stadt wie Berlin und freue ich mich jetzt darüber, dass sie nur auf Platz vier gelandet sind nach den Wahlen im MV und Sachsen-Anhalt.

00:57:03: oder gruselts mich eigentlich, dass sie auch in Berlin die Prozentpunkte verdoppelt haben.

00:57:09: Oder es stehen ja komplexe emotionale Zugänge und irgendwie ist ja auch um gegen die politische Depression anzukommen beides notwendig.

00:57:18: also einerseits ist glaube ich notwendig diese Trauerarbeit wirklich zu machen und zu leisten und auch dem ins Auge zu sehen was da gerade scheitert und zu Ende geht Was für mich auch mit der deutschen Einheit verbunden ist, die irgendwie so ein antifaschistisches Versprechen gewesen ist.

00:57:37: Die zum ersten Mal nach dem Nationalsozialismus wieder eine positive Selbsterzählung geliefert hat.

00:57:42: Wir vereinigen uns friedlich bis sich an Friedendemokratie beliegen und euphorisch weinend in den Armen und sind ein geeintes Land.

00:57:51: Das war ja überhaupt das erste mal wieder eine große positive Selbsterzählung und Fußballweltmeister wären wir noch.

00:57:59: Und dass das aber von einer recht extremen Partei in den Parlamenten einfach so massiv erschüttert ist, dieses Versprechen, diese Selbsterzählung.

00:58:08: Ich fand in dem Zusammenhang wirklich faszinierend wie sehr die internationale Politik Robbehalte hatte gegen die deutsche Einheit, woran ich mich jetzt nicht erinnere weil ich zu klein war.

00:58:17: Aber als ich das so recherchiert habe eigentlich nur die USA dafür waren und alle anderen auf einem internationalen Paket sind vollkommen durchgedreht, weil sie einfach Christian Wulf hat das mal schön zusammengefasst Die fragten sich, ob das wohl gut geht wenn es Deutschland wieder gutgeht.

00:58:32: Weil man einfach Angst vor einem neuen Faschismus hatte und dass eigentlich die deutsche Einheit auch deshalb so eine große Phase der Erinnerungskultur eingeläutet hat weil man damit eben auch der internationalen Politik versprechen wollte schaut wir erinnern uns wissen was wir getan haben.

00:58:47: Wir werden verhindern, dass das je wieder passiert ist eigentlich die einheit damit auch so ein großes antifaschistisches Versprechen wurde.

00:58:54: Ja, das musste ich mir irgendwie jetzt auch in der Recherche noch mal so klarmachen und dass das genau das ist was mich so fertig macht.

00:59:00: Dass sich daran irgendwie schon geglaubt habe oder jedenfalls darauf gehofft hat, dass diese Selbsterziehung stimmt und aufgeht und dem ins Auge zu sehen, dass dieses Versprechen der deutschen Einheit einfach gerade kolossal scheitert, altig für genauso wichtig wie sich auch irgendwie festzuhalten an etwas.

00:59:21: In der Kneipe zu sitzen und zusammen zu brüllen, kein Köyisch für Nazis sind glaube ich schon auch Momente die wir trotzdem brauchen.

00:59:29: Auch um in dem Moment in denen wir merken dass wir als die die da sitzen und das brülen vielleicht nicht mehr unbedingt die Mehrheit sind oder nicht mehr unbedeckte Mehrheit der Gesellschaft im Rücken haben aber dass wir trotzdem noch viele sind so dass es ist glaube ich genauso wichtige Momente Die irgendwie gleichzeitig sein müssen.

00:59:49: Wenn ich da jetzt noch mal so an Schule denke, dann wird mir auch wieder klar wie sehr wir eigentlich den ihr gemeinsam schaffen müssen zu erzählen.

00:59:57: Also nicht im Geschichtsunterricht das eine Thema und dann das nächste Thema sondern irgendwie zumindest diese Brücken vielleicht mal mehr schlagen müssten zwischen unterschiedlichen, ich weiß jetzt nicht ob ich es Fächer nennen würde oder vielleicht auch über Literatur verbunden.

01:00:18: Das würden jetzt so Lehrkräfte sagen ja klar fächerübergreifender Unterricht und so.

01:00:23: Aber ich merke jedes Mal wieder wenn ich so wie Deins lese und da ist ein bisschen zurück auf meine Schulzeit schaue wie wenig ich das geschafft habe so Themen miteinander zu verknüpfen und es wirklich zu verstehen, dass da Sachen zusammenhängen.

01:00:41: Also das eine bestimmte Form von beispielsweise wie du das jetzt gesagt hast Erinnerungskultur und Erinnerungsweltmeister sein

01:00:49: usw.,

01:00:50: ist das nicht aus dem Nichts heraus zu einem bestimmten Zeitpunkt irgendwie plötzlich unwog war sondern das zusammenhängt mit anderen Zeitgeschichtlichen Momenten und so.

01:01:04: Und das habe ich also in Schule null verstanden, glaube ich.

01:01:10: Es geht vielleicht anders.

01:01:11: Ich hoffe aber das merke ich immer wieder wenn ich dann zuhöre oder wenn ich lese dass ich denke ja ob das eigentlich in unserer Schule wie sie momentan ist überhaupt Raum und Möglichkeiten zu gibt?

01:01:24: Ich bin mir sicher ganz viele Kolleginnen versuchen das.

01:01:27: Aber Jetzt an meinen Geschichtsunterricht bald geht es weiter.

01:01:32: Denke, habe ich das nicht gecheckt?

01:01:35: Ja, kann ich mich auch nicht dran erinnern, dass so Verbindung zwischen den Fächern hergestellt worden wäre.

01:01:42: Auch weil irgendwie jedes Fach seinen eigenen Rahmen-Lehrplan hat und sein eigenes Tempo uns wahrscheinlich nicht so einfach ist.

01:01:49: Wobei man ja eigentlich schon, indem man es nur ins selbe Schuljahr packen würde also keine Ahnung in Deutsch irgendwie was haben wir gelesen?

01:01:59: glaube ich, und dann parallel in Geschichte nach Kriegszeit zu haben.

01:02:03: Also an dem man es einfach nur zeitlich nebeneinanderlegt ließen sich bestimmte Verbindungen vielleicht schon leichter ziehen als wenn es irgendwie einen komplett verschiedenen Schuljahr stattfindet.

01:02:14: Ja, ich muss gerade noch an einen anderen Aspekt denken der mich gerade so beschäftigt bin nicht auf meine eigene Schulzeit Suche denke weil ich mich ebenso sehr daran erinnere dass im Osten ... in der Mitte.

01:02:46: Und die Entscheidung für eine linke Subkultur hat ja immer noch viel Spielraum gelassen von Hip-Hopper, Skater, Hippie zu Punk.

01:02:54: und trotzdem gab es so krass diesen Zeitpunkt... wo man sich entscheiden musste, links oder rechts.

01:02:59: Und es ist aber irgendwann weggegangen und verschwunden.

01:03:03: also ich habe irgendwann auch auf die... war ja so zu beobachten dass diese verschiedenen Jugendkulturen irgendwie aus dem Stadtbild eher verschwinden und gar nicht mehr so erkennbar sind.

01:03:13: und auch diese Frage ob man sich den Linken oder den Rechten anschließt, die mussten jugendliche sich eine Zeit lang irgendwie nicht mehr stellen.

01:03:21: für mich war das auch wie so ein Moment Ja, wo ich irgendwie kurz dachte.

01:03:26: Ja es stimmt die Dinge legen sich sie werden tatsächlich besser.

01:03:32: ja vielleicht war diese Gewalt irgendwie ein Teil des Umbruchs eine Schattenseite der Friedlichen Revolution und der Einheit.

01:03:39: Ja auch so einen Moment glaube ich wo ich eher gestärkt hat dass ich in dieser Glückserzählung an diese Glücks Erzählungen irgendwie auch geglaubt habe und der dann eben jetzt aber wieder so brüchig wird Weil ich jedenfalls jetzt wieder von Jugendlichen höre, dass sie sich diese Frage wieder stellen müssen und sich wieder entscheiden müssen.

01:03:55: Dass es wieder keine Ahnung queere Kids gibt die sich kaum auf die Straße trauen das sich so von vierzehnjährigen Mädchen zur Sätze höre wie Sie wollen lieber ein Rechten damit sie sicherer sind als ersten Freund oder so.

01:04:09: Also wo ich wirklich wohl seh mir so irgendwie das Herz zusammen krampf wenn nicht wenn ich das höre dass die kids jetzt wieder durch die gleiche Scheiße durchmüssen wie wir damals.

01:04:20: Aber meinst du, das sind Dinge die ich vor allem hier so aus dem Osten würde oder beobachte?

01:04:28: Da ist jetzt auch viel Bauchemperie bei.

01:04:31: Also es gibt ja diese ganzen Jugendstudien und sie zeigen schon auch vielen.

01:04:35: Vor allen Dingen was auch Orientierung an so... Autoritären und so.

01:04:41: Egal, ich gehe jetzt mal nicht auf diese wissenschaftlichen Sachen ein, sondern sag das aus meinem... Ich bin jetzt dreizehn Jahre an der Schule als Lehrerin und was das, was ich auf jeden Fall krass wahrnehme ist dass eine Form von Politisierung stattfindet die früher weniger sichtbar war in Schule.

01:05:00: Ich sag nicht, dass sie gar nicht da war, aber ich hab das als Lehrerin so in meinen ersten Jahren.

01:05:05: Das kann natürlich auch zusammenhängen mit der persönlichen Situation.

01:05:09: Man ist aus dem Ref raus und vielleicht auch noch mit mehr anderen Sachen beschäftigt oder den eigenen Sensoren und so.

01:05:14: Aber das ist zumindest mein Eindruck, dass vielmehr von dem was im Außen und damit auf Social Media usw.

01:05:21: natürlich stattfindet... Irgendwie in Schule reinrückt.

01:05:25: Jetzt bin ich auf einem Gymnasium und im Gymnasiums ist es, glaube ich immer noch so... Also an meiner Schule nehme ich das wahr, dass viele Schülerinnen relativ angepasst sind.

01:05:38: gut darin, so im Unterricht und so.

01:05:41: Wenn ich jetzt irgendwas politisches irgendwie besprechen würde oder über die Literatur was vorhanden wird um Werte geht wo es um Wert hier welche Einstellung oder so dann sind sie sehr gut darinnen das zu sagen was sie glauben was ich hören möchte wenn's um so eine Bewertung geht.

01:05:56: dass ist glaube ich so ne Tendenz an so einer Schule wie meiner.

01:06:00: also Damit habe ich manchmal zu kämpfen, dass ich denke, ich komme eigentlich gar nicht so richtig daran was die jetzt wirklich denken und was gerade wirklich so deren Struggles sind.

01:06:10: Weil diese Machtpositionen, die es in Schule-Nummer gibt zwischen Lehrkraft und Schülerinnen, so krass wirkt in diesem Moment wo ich mit ihnen spreche und ich bin jetzt mit Sicherheit keine super autoritäre Lehrerin oder so aber einfach... Quar Position, dass wir sowieso mir irgendwie immer sagen würden ja aber das ist ja irgendwie nicht cool weil das ist Ja irgendwie diskriminieren denen gegenüber und Das können die analysieren so.

01:06:36: Also das haben die haben hier irgendwie drauf.

01:06:39: Aber ich weiß nicht was es eigentlich deren persönliche Haltung.

01:06:42: so und das kriege Ich mehr mit über so Zwischengespräche so Flurgespräche über Wörter die irgendwie benutzt werden So und da habe ich das Gefühl dieser Bereich ist viel politischer geworden als früher.

01:06:56: Also da höre ich viel öfter irgendwie so bei denen untereinander, dass die auch darüber diskutieren ja das sei irgendwie, das ist rassistisch und das ist sexistisch.

01:07:05: Das finde ich erstmal gut.

01:07:09: Aber ich habe das Gefühl, dass viele davon ein bisschen unbegleitet sind und man nicht richtig rankommt dass vielleicht auch sehr viel Druck ausübt, so auf den und für sehr viel Konflikt sorgt.

01:07:23: Und das kann ich mir auch vorstellen, dass das an anderen Schulen vielleicht noch mal deutlicher ist als jetzt an einer Schule wie der Schule in der Ich Bin.

01:07:33: Da kann ich nur aus dem Sprechen was ich erfühle.

01:07:36: Und deshalb glaube ich schon, dass da also auf jeden Fall etwas dran ist, dass man eine kleine Phase... Das heißt ja nicht, dass in dieser Zeit alles gut war aber ich würde sagen Ab Corona, und dann Corona verbunden mit Black Lives Matter.

01:07:51: Und so viel Bewegung, die plötzlich da war, merkte ich das zumindest gespürt sowohl an mir selbst aber auch in Schule.

01:08:00: Das ist wieder deutlicher zumindest, dass diese Politisierung oder diese Zuordnung wie positioniere ich mich da überhaupt schon irgendwie stattfindet?

01:08:16: Also auch diese ganzen Man-Sphere, Endroutate, Männlichkeitssachen.

01:08:21: Gegenüber so einen vielleicht Empowerterinnen, Queeren und BlinderbühlerInnen... Da merkt man schon größere Spannungen!

01:08:31: Ich lerne es jetzt mal Spannung.

01:08:33: Die hatte's also als ich im Jahr hier in den letzten Jahren angefangen habe, habe ich das kaum wahrgenommen.

01:08:38: Das war nicht so spürbar für mich.

01:08:41: dass das da war, so diese Zuordnung.

01:08:44: Also dem würde ich in diesem Fall schon zustimmen und bin mir sicher, dass jetzt sehr viele Kolleginnen noch ganz andere Dinge erzählen könnten.

01:08:52: Das ist vielleicht ein kleines... Auch kommt es natürlich doch an welche Schule aber so ein bisschen Phänomen durch die Schule an der Ich Bin, dass ich immer das Gefühl habe, ich muss da erstmal unter die Oberfläche kommen, das irgendwie rauszufiltern und das allein finde ich gar nicht so leicht.

01:09:08: Ja krass, ja!

01:09:10: Ja, es klingt fast als wäre's auch irgendwie immer noch so, dass das eine ist.

01:09:15: Dass diese Dinge dort finden und thematisiert werden unter einer anderen.

01:09:19: Aber der Umgang damit oder die tatsächliche Hilfestellung nach wie vor sehr davon abhängt ob einzelne Lehrer in da was anbieten oder jemanden einleiten von Workshop oder ne Schule ne RNG gründet oder so.

01:09:34: Das würden die Kids heute genauso... dann vielleicht feststellen, da hat jemand was Rassistisches gesagt.

01:09:40: Aber genauso irgendwie kaum vielleicht Strategien haben von wie solidarisiere ich mich mit jemandem?

01:09:46: Wie lässt sich das adressieren und thematisieren?

01:09:49: Was ist der Unterschied zwischen dem, wie man sagt, was rassistisch ist?

01:09:52: Und jemand isst ein RassIST!

01:09:54: Was ist verzeihbar?

01:09:55: Wie kann man darüber auch sprechen so?

01:09:59: Es klingt irgendwie als würde er immer noch die Flurgespräche mit den Clips piltern immer noch alleine sind.

01:10:08: Und klar, das... Ach keine Ahnung, das trug mir eine Vielheit.

01:10:13: Ja, ist strukturell und

01:10:14: gleichzeitig

01:10:15: auch eine Schwierigkeit.

01:10:18: Ich bin mir sicher dass auch gerade jetzt nach den Wahlen und so genau das was wir davor und es ja auch eigentlich ein ganz guter Rahmen zu dem was wir zu Beginn irgendwie gesagt haben und auch zu deinem Buch.

01:10:30: also ich wäre jetzt gerne unterrichtet in Politik oder Sozialwissenschaften.

01:10:35: Aber ich bin mir sicher sehr, sehr viele Lehrkräfte haben jetzt die Wahlen thematisiert und mich würde total interessieren.

01:10:42: So parallel auch zu Lectüre quasi aber auch generell.

01:10:47: nur wenn das jetzt so explizit auch Thema ist wie da auch in so einem Kölner Gymnasium wie unserem der Blick auf den Osten in diesen Gesprächen rund um die Walen stattfindet so weiß ich nicht genau, kann ich nicht sagen.

01:11:06: Ich habe natürlich Vermutungen genauso wie du wahrscheinlich auch Vermutung hast und es ist natürlich auch wieder nicht generalisierbar aber das läuft ja nicht mit dem Filter der komplexen Auseinandersetzung die du jetzt sozusagen über deinen Schreiben auch vorschlägst so sondern dann wird das erst mal thematisiert und dann ist glaube ich der Blick von hier nach da der ist schon noch sehr präsent so dass das absolut

01:11:30: ja total Den gibt's einfach, ich glaube mit dem müssen wir umgehen.

01:11:36: Mit dem muss ich auch beim Schreiben umgehen weil ich glaube dadurch dass sich in Frankreich und in der Schweiz war das ich danach auch in einem großen Kölner westdeutschen Verlagshaus veröffentliche indem nicht nur aber viele Westsozialisierte arbeiten mit denen ich meine Bücher mache und auch im Freundinkreis natürlich das dort total durchmischt ist Ich mich aber auch beim Schreiben ein bisschen von einer westdeutschen Erwartungshaltung lösen musste, die eben sehr oft mich in so eine Erklärposition bringt.

01:12:11: Erkläre doch mal den Osten, erklär doch mal wieso Leute da AfD wählen, erkläre doch wie man da lebt, wie das war in den Neunzigern mit der Arbeitslosigkeit und aufzuwachsen.

01:12:20: Also ich bin häufig in so einer erklärenden Funktion was glaube lange verhindert hat, dass wir aus sozialisierten untereinander bestimmte Gespräche und Konflikte austragen die irgendwie auch nötig sind oder eben wie jetzt, wie ist der Hashtag best vor Schlägerjahre?

01:12:39: Auch gewesen ist ein großer Anschluss dazu das wir aussozialisierten einer Generation mal miteinander reden.

01:12:46: Und mich anderen irgendwie die Welt erklären und auch aus dieser Erklärfunktion dieses für alle sprechen müssen Aussteigen konnten um dann untereinanders vielleicht auch wirklich verschiedene Erfahrungen thematisieren zu können, die wir gemacht haben.

01:12:59: Weil natürlich haben wir nicht die gleichen Erfahrungen gemacht und das halte ich schon für total wichtig sich dann auch von diesem mehrheitsgesellschaftlichen Erwartungsdruck immer irgendwas zu erklären manchmal frei zu machen um über die Dinge zu sprechen, die man selbst für wichtig hält.

01:13:17: Auch das habe ich in diesem Buch versucht und musste aber mich selber beim Schreiben an etlichen Stellen irgendwie immer mal wieder zurückhalten und sagen, nein ich erkläre jetzt nicht was die Treuhand ist.

01:13:26: Ich rede jetzt einfach nur kurz darüber so dass das gar nicht so leicht auch diese Position zu verlassen und war aber wichtig für diesen Text.

01:13:37: Und was jetzt also genau?

01:13:39: ich habe meine Paten.

01:13:41: Kinder sind wenige Monate und zwei Jahre alt.

01:13:46: Ja jetzt zu den Schulkindern Der Gegenwart.

01:13:50: gar nicht so wahnsinnig viel alltäglichen Kontakt, schlicht auch altersbedingt wahrscheinlich.

01:13:56: Was ich aber total viel mitkriege ist dass gerade in Sachsen-Anhalt ja wahnsinnige Diskussionen darum brennt.

01:14:05: also es gibt irgendwie Lehrerinnen die ihre Bewerbung zurückgezogen haben da nicht an die Schulen gehen wollen.

01:14:12: Weil die AfD oder überhaupt die Rechte so stark über Bildungspolitik und über Kulturpolitik.

01:14:17: Und auch über Erinnerungskultur, also all die Sachen, die auch Ländersache sind, ne?

01:14:21: Die federalistisch organisiert sind so stark Über diese Dinge gehen was absolut keine dumme Strategie ist weil da auf einem Bund haben sie wenig Zugriff in den Ländern haben Sie darauf, indem sie stark vertreten sind halt sofort auch auch Zugriffs.

01:14:35: Also die Strategie is leider schlau.

01:14:38: aber deswegen stehen glaube ich gerade Kultur und Bildung so massiv als Bereiche unter Druck gerade von rechts, wo sie irgendwie zuallererst versuchen eben keine Ahnung wie Sie in Sachsen jetzt die Fördermittel für die Stolpersteine zusammen mit der CDU gestrichen haben oder so.

01:14:53: Also über was Erinnerungskulturelles oder eben auch über dieses LehrerInnen anzeigen ist ja so ein AfD-Hobby geworden und den irgendwie die politische Neutralität, Verletzung der politischen Neutralitäten vorwerfen.

01:15:07: Also das ist schon massiv der Kampf, den Sie führen von rechts an.

01:15:10: Genau den Stellen wo sie Hebel gefunden haben.

01:15:14: und ich finde es schon krass wie wenig dass auch von restlichen politischen Landschaft erkannt wird und wie wenig Kohle da Leute jetzt einfach mal reinstecken also wie stattdessen halt an Demokratieförderung und Kultur und Bildung eher gespart wird ohne Ende anstatt zu sagen genau da ist gerade eine sehr großen... Ich würde fast sagen, dass du und ich da als Lehrerin und ich als Rückstellerin irgendwie an den Fronten kämpfen die die AfD gerade am massivsten angreift.

01:15:46: Und ich finde es schon gruselig wie wenig Unterstützung nicht so aus der restlichen politischen Landschaft wahrnehme und wie eigentlich eher ja die Gelder gestrichen werden anstatt das jemand sagt genau da wo's drum geht stecken wir jetzt auch mal ein bisschen was rein.

01:16:03: Und das kann ja und sollte nicht irgendwie Aufgabe nur von Zivilgesellschaft sein logischerweise.

01:16:09: So aber natürlich muss auch zivil gesellschaft dahin gucken, und es ist zum Beispiel was ich also auf dieser Demo von der ich eben erzählt habe.

01:16:18: Das kenne ich vielleicht so ein bisschen absurd, aber ich hab da gestern nochmal mit einer Freundin drüber gesprochen.

01:16:22: Es waren irgendwie so dann zwanzitausend Leute oder so laut Polizei die diese komischen Zahlen dann.

01:16:30: und dann habe ich so gedacht Na ja, wenn man da jetzt so steht in Köln und man weiß diese ganzen Gelder werden gestrichen.

01:16:37: Ja?

01:16:37: Und man hört das... also das war ja auch schon vor der Wahl, ne?

01:16:41: Also Demokratie-Leben und so.

01:16:43: Da geht es ja ganz viel um Gelder von externen Bildungsinstitutionen und diesen ganzen Dingen und nicht nur den Großen, sondern auch viele kleine Dinge.

01:16:59: und dann habe ich gedacht naja Das ist ja genau das, was jetzt eigentlich fehlt auf so einer Demo.

01:17:04: Dass man einfach sagen könnte zum Beispiel Polylux oder irgendein wirklich in diesem Moment, wo man von Solidarität spricht und der glücklichen Lage, in der man selber ist, sagen könnte okay wir sind jetzt hier irgendwie zwanzigtausend Leute, wenn jeder... also ich weiß es klingt so ein bisschen naiv aber wenn jeder irgendwie einfach einen Euro spenden würde In diesem Moment, wo wir hier stehen als aus dem Westen in den Osten würden sich die Leute noch gut fühlen in diesen Moment.

01:17:35: So machen sie eh schon wenn sie auch der Demo waren und ist ja okay wie du eben gesagt hast.

01:17:40: Da muss jetzt die Solidarität hin zu diesen Kolleginnen und so sagen das passiert gerade den Leuten, die dann in diesen Schulen sind.

01:17:51: Ich habe eine Folge mit Laura Nicke gemacht Wie eine von den beiden Lehrkräften deinem Burg war und so.

01:17:57: Und das sind irgendwie alles Sachen, wo ich glaube da könnte man das klang jetzt gerade bei dir schon wie ein Appell und ich würde es einfach auch so ein bisschen unterstützen.

01:18:04: Da kann man ja wirklich auch hingucken und sagen wir suchen uns da eine so eine Bildungsinitiative raus oder auch über Polylux die das ja streuen sozusagen und schauen da uns auch verbinden können mit den Leuten, die da ja so unfassbar wichtige Arbeit versuchen unter jetzt immer widrigeren Umständen.

01:18:27: Jetzt wenn wir auf Sachsen-Anhalt schauen und unter immer mehr Druck dann auch tatsächlich weiter zu machen.

01:18:33: Und das wäre eine Möglichkeit, die man auch aus einer Demo halt einfach mal benennen kann.

01:18:39: Das ist halt noch nicht mal irgendwie... Das wurden Polylux gefallen.

01:18:44: Ich dachte, wie kann das sein?

01:18:48: Also es wird ja gesehen aber irgendwie fehlt diese... Was machen wir jetzt damit und das wäre ein Schritt da ein bisschen konkreter zu werden und so sagen.

01:18:58: So, dann machen wir einfach mal.

01:19:00: Ja voll überhaupt die Form der Solidarität oder des Engagements wofür auch immer eigentlich neulich habe ich gedacht man müsste echt eine Beratungsstelle für Engagementwillige ein.

01:19:13: Ich würde so gerne was tun und weiß nicht, was.

01:19:17: Sag doch mal schnell!

01:19:19: Eigentlich habe ich dann immer den Impuls zu sagen kommen wir holen uns einen Halsgetränk und reden mal eine Stunde darüber was du für ein Leben hast und was im Rahmen dieses Lebens möglich ist.

01:19:29: weil es gibt die Leute vielleicht ein bisschen Zeit haben Studis oder so aber absolut keine Kohle dem braucht man mit Spenden auch nicht kommen.

01:19:37: dann gibt es die, die sich einen abarbeiten.

01:19:39: Aber dabei ein bisschen was verdienen, dem man gut Pullilocks empfehlen kann als super cooles Netzwerk, das an diese ganzen kleinen Initiativen, die gar nicht die Kapazitäten haben für sich selber so viel Crowdfunding und Öffentlichkeitsarbeit zu machen und Spenden zu sammeln, dass Pullilooks einfach Zentralgelder sammelt und die verteilt ist total cool.

01:19:58: Genau!

01:19:59: Und andere wiederum ja, die mir sagen sie sind noch nie im Osten gewesen sage ich dann, plant doch mal ein Urlaub oder?

01:20:06: Lest dieses oder jedes Buch, also ich glaube es gibt so von Bildungslücken schließen über Geldspenden.

01:20:12: Über ganz konkret zu den kleinen CSDs im Osten fahren die so krass angegriffen werden wo Leute auf dem Hause Weg dann verprügelt werden und nicht hingehen weil sie Angst davor haben da angegriffend zu werden also wirklich hinzufahren und vor Ort zu sein.

01:20:28: Also es gibt viel Mittel und Wege.

01:20:31: aber die Frage ist ja auch ein bisschen wer ist man was liegt einem?

01:20:34: wie?

01:20:35: Hat man Geld, hat man Kraft?

01:20:37: in jeden Fall.

01:20:38: Zwei für zwei oder ne?

01:20:40: Also was bringt man mit da viele Wege?

01:20:43: ich glaube nur das ist dann fast ein bisschen unabhängig von der ganzen aus best Debatte die eigentlich für mich wie so einen Unterpunkt ist davon.

01:20:53: Ich glaub es ist einfach der Zeitpunkt an dem wir alle einmal überlegen Was tun wir gegen den Faschismus und was sagen wir den Enkelkindern die in so und so vier Jahren Fragen werden, was wir getan haben?

01:21:05: und haben wir darauf eine Antwort.

01:21:07: Und meiner ist gerade ein politischen Essay schreiben, obwohl ich eigentlich eine Romanautorin bin und auch in so einen politischen Diskursraum reingehen, den ich total wichtig und richtig finde aber auch wirklich irre anstrengend im Vergleich dazu über Romane zu reden und irgendwie auch der Versuch Gesprächsräume zu öffnen bei den Veranstaltungen die ich mache.

01:21:30: Für andere ist es, mag das was eine andere Entscheidung sein in der lokale Antifa-Gruppe zu gehen oder eben Geld zu spenden?

01:21:37: Oder mal ein paar Bücher zu lesen und sich schlauer zu machen über Dinge.

01:21:42: Oder auch Familien feiern den AfD, Onkels und Tanten zu widersprechen oder oder oder als.

01:21:47: ich glaube nur es ist halt ein Zeitpunkt wo alle ja sich die Frage irgendwie gefallen lassen müssen was sie tun.

01:21:55: Und dein Buch ist ja auch eine Hilfestellung dabei, dann nicht in so einem Patonalismus zu verfallen und dann nicht wieder dieses Gefälle irgendwie aufzumachen.

01:22:03: Sondern auch zu schauen was kann ich tun?

01:22:05: aber wie lenke ich mein Blick auch reflexiv wenn man jetzt aus dem wegen dieses von hier nach da gucken also aus dem besten heraus nur in den Osten zu gucken?

01:22:18: Man kann natürlich auch in der eigenen Stadt anfangen.

01:22:22: Das ist, glaube ich eine große Hilfestellung dabei diese Spannung oder mit dieser Spannungen irgendwie so ein bisschen umzugehen.

01:22:29: Auch nach Sovalen und auch in Momenten wo es Teil der Wahrheit ist dass das ein Riesenproblem ist aber eben nicht nur... da hinzuschauen.

01:22:39: So, das steckt glaube ich sehr in deinem Buch drin!

01:22:42: Wir haben super lange geredet... Ich habe lange nicht mehr so ein langes Gespräch gemacht aber ich freue mich voll!

01:22:49: Ich hab eben schon gesagt dass du am Ende natürlich wir haben jetzt schon irgendwie sehr viel Appell und Ideen rausgehauen.

01:22:55: Aber du darfst eine ganz konkrete Hausaufgabe stellen an mich stellvertretend für alle die zuhören

01:23:03: Oh, wow!

01:23:04: Können wir da reinschneiden was ich gerade gesagt habe?

01:23:07: Man sieht die eine.

01:23:08: Ich glaube wirklich das ist grade mein größter Impuls auch nicht irgendwie die eine Sache zu empfehlen sondern einfach nur dass alle überhaupt ne Antwort für sich darauf finden was sie gegen diese Faschisierung die da gerade stattfindet fuhn an welcher Stelle oder auch zu fragen geht noch mehr und sich dabei was auszusuchen, was man durchhält.

01:23:33: Also ich glaube... Was sich ja auch so in der Spendendynamik viel abzeichnet ist das nach bestimmten großen Ereignissen dann plötzlich wahnsinnig viel cooler auf einmal kommt.

01:23:43: Ich mal überfordert dass die Organisationen sogar weil sie gar nicht hinterher kommen das irgendwie zu verwalten und Spendenquittungen auszustellen.

01:23:50: Dann haben Sie sehr viel Geld auf einmal und ich glaube Dachen ist auch gar nichts falsch.

01:23:58: aber viel sinnvoller ist, glaube ich nicht zu überlegen.

01:24:01: Wem kann ich jetzt sofort tausend Euro spenden?

01:24:04: Sondern wem kann ich über die nächsten fünf Jahre jeden Monat fünf Euro spende um auch eine Planungssicherheit für die Strukturen herzustellen, die sich irgendwie unabhängig machen können von Förderungen oder von politischen Ereignissen, von großen Dramen Geld in die Kasse spülen.

01:24:27: Gleiches geht, glaube ich für so ehrenamtliche Entscheidungen.

01:24:31: Das Active Burnout ist eine reale Angelegenheit.

01:24:35: viele Leute übernehmen sich total und sich von Anfang an gut zu überlegen.

01:24:41: was kann nicht auch durchhalten weil ich glaub das wird eine Langstreckenangelegenheit die wir hier vor uns haben.

01:24:48: Vielen, vielen Dank Paula für das Gespräch.

01:24:51: Ja danke dir!

01:24:52: Für die Ideen.

01:24:53: Es war voll schön dass wir es geschafft haben.

01:24:56: Das

01:24:56: fand ich auch

01:24:57: und natürlich an einer, die zugehört hat.

01:24:59: Vielen Dank fürs Zuhören bis zum nächsten Mal.

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