Kleine Pause

Kleine Pause

Begegnungen in der Teeküche

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:00: Mir ist vollkommen klar, dass ich als Überlebende dieses rechtheuristischen Attentats von Halle eingeladen werde.

00:00:05: Damit habe ich überhaupt kein Problem.

00:00:06: Ich finde das auch wichtig damit einfach klar ist sozusagen was mein Background auch ist und wo ich herkomme gleichzeitig.

00:00:12: Ich formuliere es auch gern bewusst überspitzt zum Programm.

00:00:15: Ich bin nicht hauptberuflich traumatisiert.

00:00:16: Ich erforsche schon viel geleistet.

00:00:18: Ich hab nachher auch noch viel gelastet!

00:00:20: Ich kann auch viele andere Sachen außer traumatisiert sein.

00:00:33: Begegnungen in der Tee Küche kommt jetzt erstmal was, dass ich mir wieder öfter vorgenommen habe und das sich betonen möchte.

00:00:52: To be honest es sind keine leichten Zeiten!

00:00:55: Und das gilt auch für kleine Pause als Podcast-Projekt.

00:00:59: Wenn dir diese Folge gefallen hat oder dich ein Gedanke daraus noch weiter begleitet vielleicht sogar die Hausaufgabe dann unterstütze kleine Pause doch sehr gerne.

00:01:08: Der podcast ist ein unabhängiges privates Projekt Das aus dem Wunsch entstanden ist Schule Aus einer Diskriminierung kritischen, diversitätssensiblen und möglichst multiperspektiven Perspektive heraus zu betrachten und diskursive Brücken zu schlagen.

00:01:24: In den Gesprächen geht es um Fragen die im Schulalltag und in unserer Gesellschaft oft zu wenig Raum bekommen und Diskriminierung macht Rassismus geschlecht Behinderung soziale Ungleichheit politische Bildung und darum wie Schule gerechter und offener werden kann.

00:01:40: Damit dieser Podcast weiter Menschen erreicht kannst du ganz konkret helfen.

00:01:45: Abonniere kleine Pause auf dem Podcatcher deiner Wahl oder am besten gleich auf allen, hinterlasse eine Bewertung oder einen Kommentar, Teile folgen die dir gut gefallen haben mit Menschen für diese interessant sein könnten und folge den Podcast auch über Social Media.

00:02:01: Dort findest du immer wieder auch weitere Impulse, Zitate, Informationen zu beispielsweise Veranstaltungen wie Lesungen und Anregungen zu den Gesprächen.

00:02:12: Wenn Du eine Folge besonders hilfreich findest, man kiere gern andere Personen oder Einrichtungen die auch davon profitieren könnten.

00:02:20: Ich bin immer bereit dazu Ressourcen zu teilen und es geht mir hier wirklich um die Sache.

00:02:25: Das klingt vielleicht nach kleinen Gesten, aber sie machen wirklich einen großen Unterschied.

00:02:30: Gerade in diesen Zeiten ist es nicht leicht ein solches Projekt als kleine One-Woman Show zu tragen.

00:02:37: Durch jede Empfehlung, jede Interaktion und jedes Teil werden die Gespräche und damit die Perspektiven der Gästeinnen sichtbarer und erreichen vielleicht genau die eine Person, die gerade eine neue Perspektive, oder das Gefühl braucht, mit all diesen Fragen und Erfahrungen nicht allein zu sein.

00:02:55: Kleine Pause lebt von Begegnung, Austausch und Vernetzung.

00:02:58: Wenn du das Projekt unterstützen möchtest dann erzähl gerne anderen davon ganz egal wie klein oder groß deine eigene Reichweite ist!

00:03:06: Und an dieser Stelle auch nochmal Danke dass du zuhörst und dazu beiträgst, dass diese ganzen Gespräche hier weiter getragen werden.

00:03:16: Viel Spaß oder Nachdenken, oder Reflexion mit der aktuellen Folge.

00:03:26: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge.

00:03:30: Kleine Pause Podcast Begegnungen in der T-Küche wie so oft digital!

00:03:37: Ich freue mich total, dass wir es geschafft haben.

00:03:41: Wir haben schon lange darüber gesprochen eine gemeinsame Folge zu machen und sind immer wieder in Kontakt was mich auch total freut.

00:03:50: Und wie immer würde ich damit starten das du ihn natürlich einmal selber vorstellst und selbst entscheiden kannst mit welchem Hütchen, du hier heute sitzen möchtest in diesem Gespräch.

00:04:00: Ja, vielen Dank, dass ich da sein darf!

00:04:02: Ich setze mir gerne gleich alle Hüte auf und mein Name ist Christina Feist.

00:04:05: Ich bin promovierte Historikerin und Philosophin, Journalistin und auch Überlebende des rechtsaristischen Attentats vom neunten Oktober, es war Jahrzehnte in Halle an der Saale und Wiedersdorf.

00:04:17: Mach seither auch politische Bötungsarbeit und engagiere mich für Opferschutz- und Opferhilfe.

00:04:21: Vielen Dank.

00:04:22: wir haben im Profit so ein bisschen besprochen über was für Themen wir sprechen wollen.

00:04:26: Und ich habe aber auch direkt gesagt, Ich bin mir sicher dass wir so ein bisschen vom einen aus andere kommen werden und ich bin ganz gespannt wie das Gespräch insgesamt ablaufen wird und was du alles zu erzählen wirst und darüber reden werden!

00:04:40: Und ich bin ja so ein Bisschen dazu da auch immer wieder zwischen den Themen der Gästinnen hier im Podcast und dem Thema Schule- und Bildungssystem eine kleine Brücke zu schlagen.

00:04:53: Und damit würde ich durchaus auch in unserem Gespräch anfangen, nämlich mit der Frage was du so für erste Assoziationen hast zur Zeit jetzt heute?

00:05:05: In diesem Moment wenn du an das Thema Schule denkst oder weil du das Wort Schule hörst.

00:05:15: Gute Frage tatsächlich denke ich da recht viel darüber nach, weil ich im engeren Freundeskreis wie jemanden habt, der Lehrer wird.

00:05:23: Wir waren noch gemeinsam in der Schule was eine ganz interessante Kombination ist und er ist mittlerweile auch schon Vater.

00:05:30: Genau ich glaube wenn ich an Schule denke dann denke ich vor allem an einen politischen Kontext und daran dass wir vor allem von der jüngeren bis jüngsten Generation immer wieder hören.

00:05:41: Wir haben kein Mitbestimmungsrecht, kein Mitspracherecht.

00:05:44: es wird über uns gesprochen nicht mit uns.

00:05:46: das ist unsere Zukunft die hier gerade bestimmt kaputt macht.

00:05:53: Daran denke ich viel und auch, weil ich das Neulich erst gelesen habe an die diversesten Budgetkürzungen, die im Bildungsbereich stattgefunden haben in Deutschland wie auch in Österreich natürlich.

00:06:03: Das sind große Debatten.

00:06:06: vielleicht sollte ich hinzufügen dass ich ursprünglich aus Österreich komme für den Kontext aber das sind große debatten die mich durchaus sehr beschäftigen weil ich glaube Bildung ist einfach umfassbar wichtig es ein unglaubliches Kapital wenn man so möchte ist zwangsläufig auch in irgendeiner Form eine Art Baustein, auf der sich Zukunft aufbaut.

00:06:26: Es ist spannend!

00:06:26: Ich bin seit Jahrzehnten bei mir an der Schule und Lehrerin.

00:06:32: Und ich würde sagen von Jahr zu Jahr wird dieser Beruf und auch diese Raumschule so einem politischeren Raum für mich.

00:06:44: Und das finde ich sehr spannend weil ich glaube dass es auch was mit Der Gegenwart, in der wir leben zu tun hat mit dem was außerhalb von Schule.

00:06:53: Vermeintlich außerhalb Von Schule ne?

00:06:55: Schule als Miko, Kosmos Mako, Kosmus Sack ist ja oft in diesem Podcast aber so stattfindet und in welcher Welt jugendliche Und auch Lehrkräfte natürlich und alle anderen an Schule Beteiligten Menschen gerade zurechtkommen müssen.

00:07:11: und damit es nicht gesagt dass das irgendwie vor zehn Jahren viel besser war Aber es ist irgendwie präsenter gewohlen, glaube ich.

00:07:17: Deshalb ist es für mich sehr spannend, dass du direkt Schule als politischen Raum nennst?

00:07:22: Ja also das kommt sag' ich vielleicht auch gleich dazu auch mit wie soll ich sagen mit meinen aktuellen Themen zustande.

00:07:29: Ich habe ja schon eingangs erwähnt, dass ich einerseits politische Bildungsarbeit mache.

00:07:33: Ich hab da nicht mehr dazu gesagt was noch eine Vorstellung war aber das ist quasi die schönere Formulierung für Aktivismus glaub ich oder vielleicht noch die brase reformulierung weil ich setze mich gegen Rechtsextremismus ein in Deutschland und Österreich, vor allem mit Schwerpunkt Antisemitismus und intersektionale Hass wenn man so möchte.

00:07:53: Und gleichzeitig als Journalistin bin ich journalistisch tätig ja aber arbeite jetzt gerade auch als Future of News Fellow bei Media Lab Bayern an einem Trauma-Journalismus Projekt und setz mich da auch mit Medien und ihrem Stellenwert in der aktuellen Gesellschaft auseinander, weil ich natürlich muss.

00:08:10: Das heißt, ich gucke gerade auch sehr viel darauf... Was machen Medien heute, was sie quasi früher nicht gemacht haben?

00:08:16: Wie kommen Medien bei Konsumentinnen auch an.

00:08:19: Vor welchen Problemen entstehen wir da?

00:08:21: Da geht es natürlich auch groß um Fragen wie Vertrauen in Medien, Zukunftsfähigkeit und so weiter und sofort.

00:08:27: Und das sind riesengroße Themen.

00:08:30: Da müssen wir jetzt gar nicht so tief einsteigen aber auch daran wieder anschließend.

00:08:34: in Österreich zum Beispiel wurde und wird gerade auch viel darüber diskutiert.

00:08:40: Zunächst wurden die Lateinstunden gekürzt an der Schule.

00:08:44: Ich hatte Selbstlatein und ich mochte das auch, wie ich natürlich ein bisschen schmerzt.

00:08:49: Es war eine große Debatte.

00:08:51: Der Punkt oder der Aufhänger eigentlich war aber der dass quasi ich glaube KI und das was früher Informatikunterricht war aufgestockt werden muss um auch Kindern und Jugendlichen da sozusagen... Das Vermögen zu kritischen Auseinandersetzungen besser an die Hand zu geben und dann auch ein neues Fachbereich zu etablieren, irgendwo zwischen Medien und Demokratie.

00:09:16: Und das finde ich auch ganz interessant als Debatte einfach und als Gedanken weil wenn ich darüber nachdenke zur meiner Zeit da klinge jetzt sehr alt aber zum einerzeit bei uns hieß es glaube ich noch wie ist das denn Geschichte?

00:09:29: Und politische Bildung hieß das Fahne offiziell so Und theoretisch war es das auch.

00:09:35: Praktisch war's aber sehr geschichtslastig, also der politische Bildungsteil den wir theoretisch hatten.

00:09:42: Ich kann mich da nur... ich glaube einmal erinnern, da waren wir weiß nicht wahrscheinlich so dreizehn oder so in der Schule.

00:09:48: Da war irgendein Wahlkampf in Österreich, da haben wir uns glaube ich einmal mit dem politischen Parteien auseinandergesetzt.

00:09:52: Aber ich glaube, dass wars dann schon an Zeitgenössischer aktuelle politische Biedungsarbeit.

00:09:59: Sonst war es halt sehr historisch was ja auch okay ist.

00:10:03: viel einfach nicht besprochen worden, worüber man vielleicht hätte sprechen sollen und was aber heute wiederum Thema wird.

00:10:09: Und das finde ich total spannend eigentlich, dass da jetzt gerade viel im Werden ist und in Bewegung vielleicht auch ein bisschen zu spät.

00:10:17: Aber gleichzeitig glaube ich, besser späte als gar nicht oder?

00:10:21: Total!

00:10:21: Und ich finde auch interessant je nachdem aus welcher Perspektive man da drauf schaut also so der Status quo ist, dass wir sehr viel von einem Weckler sprechen, der ja da ist er sehr viel von Kürzungen im Bereich der politischen Bildung, sowohl finanziell als auch zeitlich.

00:10:39: Auch wenn wir über den Status des Fachsozialwissenschaften in Deutschland nachdenken, was immer wieder diskutiert wird und zurückgeschraubt wird oder was verknüpft wird... auch mehr mit anderen oft auf wirtschaftsorientierten Themen und so.

00:10:56: Wir können eine Negativbrille, sage ich jetzt mal, aussetzen aus einer politischen Bildungsperspektive und sagen es brennt total!

00:11:06: Und ich würde gleichzeitig aber auch behaupten, dadurch das ist eine Art von Politisierung gibt.

00:11:12: Das vor allen Dingen auch von Jugendlichen mehr eingefordert wird und so der Status pro der Krisen den ich ihm schon so angesprochen habe in denen wir uns befinden herausfordert auch in... Schule, dass es mehr Raum für politische Bildung und diese Auseinandersetzung gibt.

00:11:30: Weil wir damit konfrontiert sind.

00:11:32: Die Frage ist wie das Institutionellsystem nicht eingebettet?

00:11:37: Gibt es da dann tatsächlich einen gemeinsamen Strang an dem man zieht oder so?

00:11:42: Das finde ich irgendwie spannend weil dein Blick gerade war ja auch ein... Optimistischer Blick und das steht sich irgendwie immer so ein bisschen gegenüber uns.

00:11:51: Es gibt Bewegungen, je nachdem wie man da gerade drauf schaut.

00:11:56: Wie sieht denn – weil du es jetzt gerade schon angesprochen hast und wir können gerne ein bisschen tiefer einsteigen in deine Arbeit?

00:12:03: Wie sieht dann deine konkrete Arbeit so aus?

00:12:07: Genau

00:12:07: also ich gehe generell auch wenn es um politische Bildungsarbeit geht Um Journalismus in weiteren Sinne, sozusagen gebe ich Vorträge und Workshops.

00:12:19: Tatsächlich meistens bei Veranstaltungen im Sinne von Podiumsdiskussionen und Panels oder dann halt auch bei Konferenzen zum Beispiel.

00:12:29: Und auch tatsächlich meistens vor einem interessierten erwachsenen Line-Publikum wie man das so schön nennt hin und wieder auch vor Kindern und Jugendlichen.

00:12:38: Und leider aber viel zu wenig muss ich dazu sagen, Ich war bisher einmal an einer Schule in Wien in Österreich und das war eine fantastische Erfahrung.

00:12:47: Es war total schön und berührend und angenehm und gut und auch anders natürlich als bei so einer Abendveranstaltung auf so einem Podium.

00:12:57: Wir waren glaube ich im Turnsaal diese Schule Es waren sehr viele Kinder und Jugendliche da.

00:13:04: Und es war aber irgendwie, ich weiß gar nicht wie ich das gut sagen kann eine total gute Atmosphäre.

00:13:11: wo ich gemerkt habe einerseits natürlich weil ich da jetzt dann halt auch quasi als Erwachsene in ein Schulgebäude komme was man selten macht, wenn er nicht selber Lehrerin ist also zwar bisschen für mich auch interessant zu sehen ach ja stimmt ich bin jetzt keine Schülerin.

00:13:28: Gleichzeitig sitze ich dann halt dort.

00:13:30: Also ein Teil von mir, glaube ich fühlt sich immer noch als Fühlerin, da war gut und dann saß ich halt dort und sehe einerseits den Blick dieser Kinder auf mich nämlich Ich bin jetzt hier die Erwachsene und die werden so zwischen zwei und vierzehn Jahre alt.

00:13:42: Das heißt aus deren Perspektive bin ich nicht nur erwachsen sondern weiß alles kann alles und so weiter.

00:13:47: wie das halt so ist in dem Alter wenn man noch mal wachstunde guckt Und gleichzeitig sehe ich halt aber auch quasi nicht nur meinen Blick auf mich, nämlich dass ich auch nicht alles weiß und auch nichts alles kann.

00:13:59: Und fürchterlich nervös bin, auch wenn ich nur unter Anführungszeichen vor Kindern spreche.

00:14:05: Ich glaube sogar noch nervöser bin als wenn ich vor Erwachsenen spreche.

00:14:08: um ehrlich zu sein weil ich bei Kindern einfach auch vorsichtiger bin gerade wenn es um schwierige und schwere Themen geht wie Trauma und dieses Attentat.

00:14:16: also ich habe damals schon auch erzählt was ich erlebt und überlebt habe, aber durchaus vorsichtige.

00:14:25: Ich kenne diese Kinder ja nicht.

00:14:26: viele haben eine Migrationsgeschichte manche haben eine Fluchtgeschichte.

00:14:29: also ich bin da deutlich vorsichtiger als bei Erwachsenen und gleichzeitig glaube ich auch offener zu einem gewissen Teil weil ich finde das Kinder- und Jugendliche das einfach auch verdient haben und ich glaube ich fühl mich da auch wohler als bei Erwachsenen.

00:14:45: Ich habe den Eindruck oft genug, dass es tatsächlich entgegen allem was man den jüngeren und jüngsten Generationen generell so vorwirft.

00:14:53: Viele sind einfach haben mehr Bereitschaft glaube ich zuzuhören und sind offener und haben mehr bereitschaft in ein Gespräch zu gehen gerne auch zu diskutieren um zu streiten aber sind vielleicht weniger festgefahren als Erwachsene.

00:15:08: Und genau das war eine total schöne Erfahrung damals in dieser Schule In Wien in Kombination mit Sport, das heißt wir haben zuerst gesprochen und dann gemeinsam Sport gemacht.

00:15:19: Und die hatten dann Kampfsport an dem Tag als Sportart.

00:15:23: und ich mache ja selber, ich boxe ja selber schon sehr lange und hab von Anfang an gesagt da möchte ich gern dabei sein was glaube ich niemand erwartet hat.

00:15:31: Ich glaub es war wie soll ich sagen auch so ein bisschen der Blick der Veranstaltenden auf mich und auch der Kinder auf mich.

00:15:36: Da kommt jetzt hier so die Erwachsene herein, die erzählt uns was und dann geht sie wieder.

00:15:40: Und ich habe halt das Gegenteil gemacht, weil ich da erstens einfach Lust drauf hatte.

00:15:43: Ich boxe einfach gleich Schatten gerne.

00:15:46: und zweitens, weil mich selber auch sehr gut daran erinnern kann was mein Blick als Schülerin auf genau solche Erwachsene war.

00:15:53: Wir hatten das so oft wo mit irgendwelchen Veranstaltungen geschleppt wurden.

00:15:58: Wie hieß das denn?

00:15:59: Ich glaub, das heißt Schülerinnen-Parlament oder irgendwie so in Österreich.

00:16:01: Da war ich dann auch mal und es war halt genau das da kommen von irgendwelchen Parteien, irgendwelche Politikerinnen.

00:16:06: Die setzen sich dahin erzählen dir irgendwas haben keine Interesse an dir und dann gehen sie wieder so und dann kann ich nicht sehr gut erinnern dass das mein Eindruck war von dem Erwachsenen Porsche gesagt als Schülerin Und genau und das möchte ich eigentlich nicht hineintappen und dann hatte ich auch extra Sport Sachen mit hab mich dann umgezogen abgeschminkt ermiet dich nicht aus für wie ein Waschbär Und genau, habe dann den Kampfsport mit denen mitgemacht und ich glaube das war auch total gut und wichtig um ehrlich zu sein.

00:16:33: Also ich war quasi nicht die einzige Erwachsene die da war aber ich war die Haupterwachsende wenn man es so möchte!

00:16:39: Die Hauptreferentin an dem Tag und das war glaub ich auch total wichtig.

00:16:44: dann einfach länger dazu sein, Präsenz zu zeigen und auch Solidarität mit diesen Kindern und Jugendlichen.

00:16:50: Dass das eben nicht top-down ist sondern ich bin schon für euch da und mit euch da.

00:16:55: Und zwar hat mich tatsächlich nachhaltig beeindruckt, wenn es jetzt schon einige Jahre her ist.

00:17:00: Das war total schön!

00:17:02: Und genau das zweite Mal, dass ich mit und vor explizit Kinder und Jugendliche gesprochen habe, das war als du und ich einander kennengelernt haben?

00:17:13: Genau, das war auch total schön.

00:17:14: Und es freut mich einfach wirklich, weil ich immer noch glaube bei allem Respekt und aller Dankbarkeit die für sämtliche Menschen generell habe und vor allem auch für Erwachsene und noch viel mehr für ältere Menschen, die sich heute mit Themen wie Rechtsruck, Antisemitismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Kurion, Homofreindlichkeit usw.

00:17:36: auseinandersetzen.

00:17:38: Es freut mich tatsächlich mehr, wenn das Kinder sind.

00:17:41: Weil das ist schon auch einfach die Zukunft so klischeehaft wie das klingt aber... Das ist die Zukunft und ich finde es schon krass um ehrlich zu sein, wenn ich da bei sich nicht dreizehn, vierzehn, fünfzehnt oder von mir aus auch neunzehnjährige Formen habe, die meistens tatsächlich nicht nur politisierte sind als ihre Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel sondern auch solider sind, nämlich stabiler.

00:18:05: Nicht nur in ihren Ansichten, sondern vielleicht auch in ihrem Blick auf die Gesellschaft und wo es hingeht.

00:18:10: Und das ist schon... Ich glaube, dass gibt mir einfach mehr Hoffnung.

00:18:14: Ich bin sonst optimismus ist eigentlich eher was, was sich mir immer von anderen abstorgegt.

00:18:18: Das sitzt nicht unbedingt meins!

00:18:24: Aber genau ich glaube, das gibt mir eine Hoffnung hatte da auch mal vor ein paar Jahren eine Prudiumsdiskussion in Berlin Wo eine, die war von der Amadea und Tonio Stiftung und offen für alle.

00:18:34: Und da kamen nach der Podiumsdiskussion drei oder vier... Ich sag jetzt mal vorsichtig Jugendliche auf mich zu.

00:18:42: Sie waren dann schon über achtzehn aber neunzehntzwanzig nicht älterne.

00:18:46: Die kamen auf mich hinzu, waren mega nervös mich anzusprechen und haben mir dann aber auch gesagt Wir machen das jetzt!

00:18:56: Worum gehst du hier überhaupt?

00:18:57: Nein, Kristina.

00:18:58: Machen Sie sich keine Sorgen!

00:19:00: Wir machen das jetzt.

00:19:01: Wir machen ein Theater-Stück, da sind wir schon längst in Planung.

00:19:04: Wir setzen uns gegen Rechtsextremismus ein und thematisieren diesen Rechtsruck auch auf der Bühne.

00:19:09: Es geht doch um rechts zur Rüstung zu machen.

00:19:10: Das macht ihr keine Sorge, wir machen es

00:19:12: jetzt.".

00:19:12: Und das kam echt so raus.

00:19:13: Ich stand da und dachte mir, was passiert eigentlich?

00:19:17: Gleichzeitig fand ich es total schön, weil die mit einer unfassbaren Entschlossenheit und Energie da einfach tatsächlich an die Sache gehen, das habe ich gemerkt.

00:19:25: Und gleichzeitig wie soll ich sagen mich auch glaube ich gehört haben zu einem guten Teil in meiner Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, die immer mal wieder durchkommt weil ich oft genug den Eindruck hab wir bewegen uns entweder auf der Stelle oder rückwärts sozusagen anstatt vorwärt Und gleichzeitig auch, dass einfach Menschen waren die Energie haben und nicht nur das Bedürfnis was zu ändern.

00:19:49: Wie tatsächlich viele Erwachsene – ich sage es jetzt wertfrei!

00:19:53: Das Bedürfnis haben, das zu ändern.

00:19:55: Aber dann nichts machen, weil sie nicht wissen wo sie anfangen sollen.

00:19:58: Sondern es sind Jugendliche die gesagt haben ne ich will was machen und ich mach das jetzt.

00:20:02: Ich hab nackt darauf die Hinterbeine stellen und das machen!

00:20:05: Und ich habe keine Ahnung wie sie dazu kabeln aber ich find's fantastisch.

00:20:08: Und das war richtig, richtig gut.

00:20:10: Die hatten mich dann auch in der E-Mail-Adresse gegeben und gesagt ladet mich ein wenn ihr Premiere habt.

00:20:14: Ich habs da leider nicht hingeschafft weil ich nicht da war... Also das sind echt Begegnungen die einfach hängen bleiben an mir.

00:20:21: Wo ich mir denn eh wieder denkst Ich glaube, es ist jetzt gerade noch ungut.

00:20:26: Aber wir haben eine Chance darauf, dass das besser wird wenn diese Kinder und Jugendlichen erwachsener werden und dann vielleicht auch mehr Mitspracherecht haben muss man ja leider sagen Und wenn ihnen auch mehr Gehör- und Respekt entgegen gebracht wird.

00:20:45: Und Schule ist ja da auch ein sehr ambivalenter Ort.

00:20:47: So, auf der einen Seite ist es ein Ort und ein Raum, der von Jugendlichen logischerweise gefüllt ist und auch bespielt werden kann.

00:20:55: Und auf der anderen Seite natürlich ein sehr hirachisierter, auch von Adultismus geprägter Raum quasi Existenz- und Aufbauungsstruktur.

00:21:05: Es ist immer wieder spannend darüber nachzudenken und zu überlegen an welchen Stellschrauben man vielleicht drehen kann und muss.

00:21:16: Dafür sind wir auch so ein bisschen da, und das ist glaube ich ja auch darüber... Du dir sicher auch?

00:21:21: Also jetzt nicht aus der Ausinstitution heraus sondern vielleicht von außen aber auch viele Gästen hier im Podcast oder auch Menschen, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen viele Gedanken machen.

00:21:34: Du hast eben schon angesprochen und darauf würde ich gerne ... Ich habe auch hier so tausend Sachen wie mir einfallen über die wir sprechen könnten und viel free auch gerne woanders abzubiegen wenn du das Bedürfnis hast.

00:21:46: Ich bin da ganz offen.

00:21:48: nun Folge dir.

00:21:49: aber ich hab eine Sache, die ich noch mal so wichtig fand die vielleicht

00:21:53: auch

00:21:53: für Zuhörende von Bedeutung ist.

00:21:56: Du hast erwähnt, dass du dich auch viel mit Trauma auseinandersetzt, auch selber Überlebende des Ansteigs aus Halle bist und oft ist es ja so, das man in politischen Kontexten dann als Überlebender ständig in dieser Rolle eingeladen wird.

00:22:15: Also du hast gerade schon beschrieben, dass du sehr viele andere Dinge machst und dich nicht nur damit auseinandersetzt und gleichzeitig ist es ja auch Teil deiner Biografie und auch Teil deine Arbeit automatisch.

00:22:28: deshalb würde ich einfach mal so ganz offen fragen was dir wichtig ist wenn du eingeladet wirst.

00:22:37: Und das können jetzt ja auch ganz unterschiedliche Anlässe sein, aber ich glaube dass wir auch oft gerade aus Schule heraus vielleicht mehr Sensibilität brauchen in der Auseinandersetzung mit zum Beispiel den Thema Rechtsextremismus und so weiter.

00:22:53: Also ich nenne jetzt ein Beispiel, und dann kannst du hin wohin du möchtest mit der Frage.

00:22:58: das ist beispielsweise ja oft wenn es irgendwie wenn es Probleme gibt in einer Klasse oder so.

00:23:03: Dann wird ein Workshop initiiert.

00:23:06: Oder dann denken Lehrkraft ist vielleicht auch ein bisschen Klischee Und auch sicherlich entwickeln wir uns da hoffentlich auch weiter.

00:23:14: aber Es gibt so bestimmte Narrative, dass auch beispielsweise Zeitzeugengespräche als ein anderes Beispiel eine bestimmte Funktion erfüllen.

00:23:24: Im Sinne einer demokratischen Bildung oder Demokratieerziehungen oder sowas.

00:23:28: Oder auch anderes Beispiel sind zu Gedenkstättenbesuche in fast jeder Talkshow wenn es irgendwie um Rechtsextremismus oder menschenfeindliche Ideologien gibt es mindestens eine Person, die dann sagt ja man muss einfach mehr Gedenkstättenbesucher machen und so in der Schule.

00:23:44: Also da kommen immer solche Forderungen und ich kann mir vorstellen dass du dich in deiner Rolle auch in diesem Kontext immer wieder wieder findest, dass du auf eine bestimmte Art und Weise eingeladen wirst und deshalb finde ich's wichtig mal darüber zu sprechen was dir wichtig ist in deine Arbeit sozusagen und auch in der Auseinandersetzung mit Leuten die dich anfragen

00:24:08: Ja, da machst du jetzt ein ganz schönes Fass auf.

00:24:10: Genau also vielleicht vorab unabhängig von der Zielgruppe sondern tatsächlich ich glaube einfach sehr an Veranstalte innen gerichtet und auch an Menschen die mich sehen hören und wahrnehmen.

00:24:24: mir ist vorkommen klar dass ich als Überlebende dieses rechtsteristischen Attentats von Halle eingeladen werde.

00:24:29: das ist auch in Ordnung.

00:24:32: Damit habe ich überhaupt kein Problem.

00:24:34: Ich finde das auch wichtig, nicht nur das zu erwähnen sondern damit einfach klar ist sozusagen was mein Background auch ist und wo ich herkomme.

00:24:41: Gleichzeitig du hast es heute schon gemerkt wenn ich mich selber vorstelle ich setze mir gerne alle Hüte auf Weil genau das, was du angesprochen hast.

00:24:48: Nämlich dass ich dann zwar einerseits als Überlebende eingeladen werde, was in Ordnung legitim und auch gut so ist gleichzeitig aber

00:24:55: nur

00:24:55: auf dieses Trauma sozusagen reduziert werde.

00:24:58: Als hätte ich in meinem Leben weder vorher noch nachher irgendwas anderes erlebt geleistet oder könnte nichts anderes außer traumatisiert sein.

00:25:05: Und ich formuliere es auch gern bewusst überspitzt Und ich bin nicht hauptberuflich traumatisiert.

00:25:11: Ich erforsche schon viel geleistet, ich habe nachher auch noch was viel geleistert!

00:25:15: Ich kann auch viele andere Sachen außer traumatisiert sein.

00:25:18: Ja, ich kenne mich mit Trauma aus weil ich selber eine posttraumatische Belastungsstörung hab und weil ich mich damit jetzt auskennen muss.

00:25:25: aber ich kann viele sehr andere Sachen auch noch und ich glaube das also ich weiß dass es dann nicht nur mir als Überlebender so geht sondern vielen anderen auch.

00:25:33: wir werden als überlebende als Hinterbliebene als Betroffene eingeladen Und dann oft so dargestellt und vor allem auch behandelt als könnten und wüssten wir nichts anderes.

00:25:44: Das ist erstens Blödsinn, zweitens auch total respektlos um ehrlich zu sein weil wir haben alle eine Biografie die individuelle Geschichten hinter uns, Familiengeschichte.

00:25:56: Manche haben Migrationsgeschichten, Fruchtgeschichten

00:25:58: etc.,

00:25:59: und wir haben auch Qualifikationen!

00:26:02: Wir arbeiten – wie gesagt, wir sind nicht hauptberuflich traumatisiert.

00:26:06: Ich habe einen Doktorat in Geschichte und Philosophie.

00:26:08: Ich bin seit über zehn Jahren im Journalismus.

00:26:10: Ich kann viele andere Sachen auch noch.

00:26:11: Ich setze mich sehr viel mit Inklusion auseinander vor allem wenn es um neurodivergente Menschen geht.

00:26:17: Ich bin Yoga-Lehrerin, ich kann sehr viele Sachen.

00:26:19: Mir ist schon klar, dass ich als Überlebender eingeladen werde und das ist gut so und auch rechtfertigt und es soll auch so sein.

00:26:26: aber... Es muss auch klar sein, dass sich viele andere Dinge auch noch können und ich betone das unter anderem deshalb weil ich auch merke wenn ich als überlebende eingeladene werde und dann auch nur als sozusagen Überlebende gesehen werde Werde ich sehr anders behandelt, das fängt tatsächlich schon bei Honoraren an.

00:26:46: Oft genug wird mir gar kein Honorar angeboten.

00:26:48: So nach dem Prinzip, dass sie machen das ja aus Prinzip und Leidenschaft.

00:26:50: Und ja, das stimmt!

00:26:51: Ich mach das auch aus Prinzip von Leidschaft aber... ...ich muss trotzdem Miete zahlen, ich muss trotzdem was essen und es ist trotzdem

00:26:57: Arbeit.".

00:26:58: Und das geht sehr, sehr oft verloren.

00:26:59: Das gerade auch Bildungsarbeit und Erinnerungsarbeit.

00:27:03: Deswegen nenne ich das ganz spezifisch so.

00:27:06: Gerade wenn ich für Paddles zum Beispiel eingeladen werde oder auch für Workshops ist Bildungs- und Erinnungsarbeit nicht nur wenn ich sie mache sondern auch wenn andere Überlebende das machen.

00:27:16: Das ist Arbeit!

00:27:17: Da muss man explizit betonen weil ich merke dass viele Veranstaltende das überhaupt nicht sehen Also gar nicht.

00:27:25: Und was auch noch dazukommt, ist das die meisten von uns und damit meine ich jetzt betroffene Überlebende und Hinterbliebene rechten Terrace in Deutschland Wir haben einfach Jobs, die nichts mit unserem Überleben zu tun haben alle möglichen unterschiedlichen Jobs.

00:27:39: Das heißt wenn ich diese Bildungs- und Erinnerungsarbeit mache dann gebe Ich aktiv und bewusst Nicht nur Arbeitszeit In meinem eigentlichen Job auf sondern vielleicht auch Zeit Mit meiner Familie oder Einfach Nur Freizeit Oder Urlaub.

00:27:53: Das ist nicht Teil meiner Arbeitsbeschreibung.

00:27:56: Und ich glaube auch, das ist etwas was sehr oft untergeht beziehungsweise überhaupt nicht mitgedacht wird.

00:28:02: und dann kommen so Dinge zustande wie eben es werden gar keine Honorare angeboten oder lächerlich gelinge Honorare und Ich bin selber wie soll ich sagen?

00:28:14: Ich erwarte mich nichts utopisches.

00:28:16: Ich muss auch nicht reich werden damit.

00:28:19: angemessen und gerecht bezahlt werden.

00:28:22: Das ist alles, was ich will!

00:28:24: Und wenn das wirklich kleine Organisationen sind wo ich weiß sie haben kaum Budget dann ja nehme mich auch gern weniger Honorar.

00:28:31: Hauptsache Ich werde bezahlt.

00:28:34: Und wenn es größere Organisationen sind, dann hätte ich gerne ein bisschen mehr Honorar.

00:28:37: Ich glaube gerade in diesem politischen Bildungsbereich kann man auch einfach sein guter Ort um ehrlich und transparent zu sein was Bezahlung betrifft.

00:28:44: Und mit Reise- und Übernachtungskosten ist das genauso.

00:28:46: also ich sehe das auch oft dass sich zur Veranstaltung eingeladen werde irgendwo hin und dann wird mir kommuniziert ja wir übernehmen die Reise und Über Nachtungskosten aber es gibt kein Honorar weil die Leute anscheinend glauben sie zahlen mich jetzt eine Spaßreise nach irgendwo und das war keine Spaßreis für mich.

00:29:01: Das ist erstens Arbeit.

00:29:03: Und dann noch dazu, weil ich ja vor Ort als Überlebende, weil auch so eingeladen bin, sanksläufig über nicht nur mein Traumersprechen sondern auch alles was da noch dranhinkt.

00:29:12: Also nicht nur der Tag des Attentats, sondern alles was seither passiert ist in meinem Kampf gegen deutsche Behörden den anderen Diskriminierungserfahrungen Die lange Geschichte von Antisemitismus in Deutschland.

00:29:24: In diversersten Hassnachrichten, die ich erhalten habe und so weiter und sofort... Das ist auch emotionale Arbeit!

00:29:29: Und das ist schwere Arbeit im Sinne von sie hängt schwer auf mir.

00:29:34: D.h.,

00:29:35: das sind auch keine Spaßvorträge sondern das ist Schwere Arbeit.

00:29:40: Ist auch schwierig manchmal d.h.. Ich hab danach immer eine gewisse Konvaleszenzzeit.

00:29:44: So nenne ich das gerne.

00:29:46: zum Ausruhen und durchatmen, bis ich wieder klarkomme.

00:29:50: Das ist keine Spaßreisen!

00:29:52: Und ich mache das ja aus Leidenschaften und aus Prinzip aber eben... Ich muss trotzdem angemessen bezahlt werden.

00:29:59: Das war jetzt mal mein erster Rent.

00:30:02: Der zweite ist kein Rent sondern eher meine Perspektive.

00:30:06: Und es ist mir auch wichtig wenn ich Veranstaltungen mag beziehungsweise angefordert werde oder angestragt werde als sei das jetzt Referentin oder für einen Workshop.

00:30:15: Ich weiß gerne, den ich rede.

00:30:16: Das erste was ich mache ist immer fragen wer kommt denn da?

00:30:19: Wenn das Veranstaltungen sind die mensch regelmäßig machen oder Organisationen die regelmäßig eine veranstaltungsreihe zum Beispiel machen frage ich immer ab Was sind das für Leute die kommen wo muss sich quasi einsetzen und was Ist ihr gespürt dafür was sie quasi hören wollen?

00:30:36: Es gibt Veranstaltung die komplett offen sind für alle möglichen leute alle die halt quasi Zeit und Lust und Interesse haben.

00:30:44: Was ich mich dann erstmal an, weil ich dann sage, schau.

00:30:48: Ich mache zuerst quasi fünfzehn-zwanzig Minuten Einführung sozusagen, wo ich einfach mal erzählen von dem was ich erlebt habe und den was ich überlebt hab, von den Themen die mich weiterhin beschäftigen vielleicht auch gerade in dem Moment beschäftigen Und dann öffnen wir sozusagen um einfach ins Gespräch zu kommen wenn mir das generell wichtig ist dass sich mit den Leuten zu Veranstaltungen kommen, auch in einen Dialog treten kann.

00:31:14: Dass das nicht eben Pop-Down ist oder eine Person, die vorne steht irgendwas erzählt und dann gehen wir alle weg nach Hause.

00:31:19: Das halte ich nicht für sinnvoll gerade aus pädagogischer Perspektive, halte es immer für sinnfull eine Art von Gespräch zu suchen gerne auch im moderiertes Gespräch weil ich mich selber einfach sicherer fühle weiß eben auch um so sensible und schwierige Themen für mich geht.

00:31:35: Und was auch wichtig ist und das sehe bei Jugendlichen und bei Schulen ist das, ich werde als Referentin angefragt.

00:31:45: Das ist gut!

00:31:45: Ich komme da hin, ich habe was vorbereitet.

00:31:49: Und dann sehe ich aber oft dass Kinder- und Jugendliche einfach viele Themen haben wie sie beschäftigen ganz generell und manche wie soll ich sagen hängen unmittelbar und ganz direkt mit denen zusammen was ich erzähle und mit meinen Themen und andere hängen auch irgendwie damit zusammen.

00:32:08: Das Zusammenhang erschließt sich vielleicht nicht auf den allerersten Blick, aber das sind Themen die Sie gerade beschäftigen.

00:32:13: Und was ich sehe sowohl bei Erwachsenen als auch bei Jugendlichen und bei Schülerinnen ist dass ich immer zu seiner Art Projektionsfläche werde.

00:32:21: Das war vor allem unmittelbar nach dem Terrorattentat von Halle besonders krass muss ich sagen.

00:32:27: Ich habe das also damals war es auch tatsächlich viel zu viel für mich weil Also viel zu viel für mich, glaube ich.

00:32:35: Weil dieses Terrorattentat einfach ein öffentliches Trauma war und weil... Ich damals auch sicherlich noch deutlich verletzlicher war als heute was das betrifft.

00:32:46: aber ich hatte so viele Menschen tatsächlich auch wildfremde Leute oder Menschen die ich kaum kannte, die mir dann im Nachgang dieses Attentats in den ersten Tagen und Wochen danach von ihren persönlichen Problemen erzählt haben Obwohl das sozusagen Leute sind, die ich entweder gar nicht kannte oder Beziehungen, also zwischendurch die Beziehung, die nie so tief und persönlich waren.

00:33:05: Also Leute, die vielleicht zwei, drei Mal gesehen habe, die mir dann plötzlich von ihrem Scheibungskrieg erzählt haben und von ihren anderen leiden.

00:33:12: Weil ich quasi durch dieses öffentliche Trauma zu einer Projektionsfläche geworden bin für alle anderen Traumate.

00:33:20: Und darum hab' ich nicht gebeten Das wollte ja auch nicht!

00:33:22: Das war um ehrlich zu sein völlig unmöglich Ja?

00:33:24: Es geht überhaupt nicht dass man sowas macht dass andere Leute da so einfach auf mich abladen, weil ich hab dann nie danach gefragt.

00:33:30: Ich wurde auch nie gefragt, ob das für mich okay ist!

00:33:32: Es war für mich nicht okay und ich musste ehrlich sagen die Scheidungsträger anderer Menschen interessieren mich auch nicht.

00:33:39: aber das ist mir sehr schnell aufgefallen.

00:33:40: Ich habe dann auch sehr schnell lernen müssen, mich da wirklich sehr zu distanzieren und sehr schnell Grenzen zu setzen.

00:33:47: Das ist mir auch relativ schnell relativ gut gelungen möchte ich sagen.

00:33:53: Es ist seither zum Glück nicht mehr so arg, es kommt immer noch hin und wieder vor.

00:33:57: Aber ich sehe vor allem bei Veranstaltungen – da weiß ich schon was kommt, da weiss ich, worauf ich mich nicht einlasse, da weiß sich da sein Publikum, egal wer die sind oder wie alt sie sind.

00:34:08: Da wird es irgendeine Form von Gespräch und Austausch geben.

00:34:11: Und zwar moderiert quasi während der Veranstaltung und vielleicht noch ungezwungen, wie man das so schön nennt nach der Veranstalting an der Bar oder sonst wo.

00:34:20: Und da kommen auch immer wieder Menschen auf mich zu, die einfach reden wollen.

00:34:24: Die ein Redebedürfnis haben und manchmal sind das sehr unangenehme Begegnungen weil irgendwas auf mir abgeladen wird was total unangnehm und problematisch ist.

00:34:34: aber das passiert selten zum glück mittlerweile oft genug sind dass menschen den rede bedürfenes haben die entweder selber was erlebt haben oder wie vor allem bei wachsenden sehe ich das oft die aktuelle politische lage nicht nur in deutschland sondern weltweit total darin zugrunde gehen in Wahrheit, weil sie es einfach überhaupt nicht aushalten und sich gleichzeitig komplett hilflos fühlen.

00:34:55: Und nicht wissen eben wo sie ... Sie wollen sich engagieren, sie wollen was machen aber sie wissen nicht wo und sie wissen nichts.

00:35:00: Und sie ist dann glaube ich auch irgendwie total verstudeln im Sonne Hilflosigkeit und da kaum noch rauskommen Bei Schülerinnen, um da wieder zurückzukommen und Jugendlichen sehe ich oft dass es so viele Probleme gibt die die beschäftigen.

00:35:14: Und sie werden oft überhaupt nicht wahrgenommen dafür, nicht gehört, nicht ernst genommen.

00:35:19: Ich kann mich selber noch sehr gut daran erinnern das mir auch immer gesagt wurde ja naja also werde erst mal erwachsen oder ja ja das geht auch wieder vorbei oder ist nur eine Phase oder wir reden jetzt aber gerade über was anderes.

00:35:31: Und ich glaube, das ist dann der falsche Ansatz.

00:35:33: also gerade um diesen Bogen wieder zu schlagen wenn ich in eine Schule komme, wenn ich vor Schülerinnen und Jugendlichen sehr sehr jungen Menschen sozusagen auch sehr jung in Erwachsenen, in den neunzehnten Jahren spreche Ist mir klar, dass ich einerseits als Überlebender eingeladen werde.

00:35:53: Ich erfülle in dieser Form auch eine Funktion und habe eine Rolle, in der ich da bin.

00:35:57: Die nehme mich gerne an.

00:35:58: Das ist kein Problem.

00:35:59: Dafür bin ich dankbar und das mache ich gern aus Prinzip.

00:36:03: Und aus Leidenschaft?

00:36:04: Das hatten wir ja schon!

00:36:05: Gleichzeitig gehe ich aber auch in solche Gespräche in dem vollen Wissen und Bewusstsein, dass es viele andere Themen gibt, die diese Menschen beschäftigen und für die ich dann offen bin.

00:36:14: Weil ich weiß, wo ich anfange über meine innere Welt zu sprechen, über mein Trauma zu sprechen.

00:36:21: Über die große Traurigkeit, die ich in guten Teilen mit mir trage auch durch dieses Attentat wenn mich auf diese Art verletzlich mache und vielleicht auch klein mach.

00:36:34: Erwachsene sind für gerade Kinder und Jugendliche sehr oft sehr groß.

00:36:38: also wenn ich mich da quasi ein bisschen kleiner mache weil ich mich verletzlich mache dann macht er seinen Gesprächsraum auf Und dieser Gesprächssraum muss ich ehrlich sagen ist oft noch wichtiger als der eigentliche Grund, dass sie nicht eingeladen wurde.

00:36:50: Also das sehe ich schon.

00:36:52: da ergeben sich dann Gespräche die nur noch entfernt mit dem Ursprungsthema zu tun haben, die ja aber in dem Moment vielleicht gerade wichtiger sind.

00:37:00: und auch da glaube ich ist es einerseits die Erwachsene in mir und andererseits aber auch eben die Schülerinnen mir, die sieht, dass das ein Bedürfnis ist.

00:37:14: Ich verstehe auch, dass ich dann in einer tatsächlich sehr guten Position bin.

00:37:18: Weil ich nicht in der Schule arbeite und keine Lehrerin bin – die sehen mich wahrscheinlich nie wieder!

00:37:22: Ich komme davon außen rein.

00:37:23: Ich bin quasi eine neutrale Bezugspersonen und habe trotzdem einen Raum aufgemacht, wo man einen emotionalen Bezug herstellen kann.

00:37:32: Das heißt, ich bin in gewisser Weise eine sichere Person um einfach Gespräche zu führen.

00:37:37: Und mir als Abwachsene wiederum ist es sehr wichtig, dass sich diese Verantwortung annehme und der auch nachkomme.

00:37:44: Es war eine sehr lange Antwort auf deine Tüfe.

00:37:47: Ja, aber in dieser Antwort schrägt natürlich super viel drin!

00:37:50: Ich habe so mehrere Sachen... das wird jetzt wahrscheinlich ähnlich komplex werden, aber mal gucken wie ihr das hinbekommen.

00:37:56: Eine Sache die mir in den Sinn gekommen ist, dass es bei dir natürlich auch eine sehr verschränkte Situation ist, dass das Reden über den Anschlag und deine politische Bildungsarbeit natürlich zusammenhängen.

00:38:12: Dadurch, dass es ein recht theoretischer Anschlag war und wenn du beispielsweise recht Extremismus und ja generell politische Bildungen machst dann gibt's da natürlich biografische dann bei dir und persönliche Überschneidungspunkte mit deiner sozusagen professionellen Expertise was eine etwas besondere Situation ist für das, was du gerade beschrieben hast.

00:38:34: Weil du ja ganz stark gemacht hast die Komplexität, die natürlich auch alle Überlebenden, die irgendwie eingeladen sind aufweisen und es ist ja natürlich nicht so dass alle dann auch noch in diesen Bereichen arbeiten jetzt.

00:38:48: Aber test du nicht nur in diesem Bereich aber eben auch!

00:38:50: Und das hängt ja mit solchen Einladungen zusammen und das finde ich total spannend aus einer pädagogischen Perspektive weil sich an dieser Stelle ja auch, also so ein bisschen Perfide.

00:39:03: So bestimmte, sowas wie Sexismus beispielsweise, so wiederholen kann.

00:39:07: Also es wird einem dann oder so reproduziert wird weil dann einem tendenziell je nachdem wie gerade auf einen geschaut wird auch Expertise abgesprochen werden kann in dem professionellen Bereich und das damit begründet wird mit der eigenen... ich sage mach bewusst den Anführungsstrichen ...mit der eigenen Betroffenheit Obwohl man vielleicht aus einem professionellen Verständnis heraus auch eingeladen wurde.

00:39:33: Man wird dann so ein bisschen oder kann theoretisch, dass es ja eine Gefahr zu so einem Spielball werden je nachdem wie auf einen geschaut wird und wie man gerade definiert wird.

00:39:44: sozusagen von außen Und aus einer Bildungsarbeit oder pädagogischen Perspektive ist es ja total spannend genau das auch für Jugendliche beispielsweise zum Thema zu machen, um bestimmte Mechanismen.

00:39:59: Auch von Machtstrukturen, beispielsweise so Dynamiken im Umgang miteinander auch offen zu leben und Jugendlichen beizubringen.

00:40:07: Ja gibt hier auch bestimmte Dilemma Situation aus denen wir wenn ich eingeladen werde auch nicht unbedingt rauskommen und die transparent zu machen in diesem gemeinsamen Gespräch macht ja auch ein Raum auf oder kann eine Form von Verständnis oder Haltungsarbeit letztendlich sein, die total großen Wert hat.

00:40:30: Das ist natürlich auch ein hoher Anspruch sowohl an dich als auch an irgendwie die Jugendlichen und vielleicht auch an Lehrkräfte oder begleitende Personen das zu verstehen.

00:40:41: aber ich denke schon dass es viel mehr bieten kann also jetzt nicht in so einer Verwertungslogik sondern irgendwie so öffnen kann als einfach nur so einen.

00:40:50: ja wir laden jetzt ein du redest einmal Kurz und es war's, sondern diese Meta-Ebene hat ja auch irgendwie was für sich.

00:40:58: Und jetzt glaubt damit habe ich versucht meine Gedanken miteinander zu verbinden die ich hatte, die ich aber total wichtig finde weil das glaube ich oft nicht so ganz mitgedacht wird gerade bei Schulveranstaltungen oder so ist jetzt darüber wo ich am meisten Zugang zu hab oder am meisten irgendwie näher.

00:41:21: Ja, da sprichst du auch was total Wichtiges an und ich danke dir sehr dafür.

00:41:25: Ich habe selber, wie soll ich sagen?

00:41:26: Weil ich selber glaube ich nie auf die Idee kommen würde eine andere Person egal wer das ist, egal in welchem Kontext sich diese Person kennenlerne Auf einen einzigen Teilaspekt ihre Identität oder Expertise zu reduzieren.

00:41:37: Das würden mich nie eignen.

00:41:39: so bin ich glaube einfach nicht.

00:41:41: Ich sehe Menschen absolut als komplex Und auch als vielseitig und facettenreich und ich liebe es auch heiß und indig wenn man Leute kennen lernt und dann so nach und nach völlig neue Dinge über dir fährt.

00:41:52: Ein Bekannter von mir, den kenne ich schon relativ lang und ich kannte ihn schon jahrelang wurde der ist eigentlich amerikaner haut er mir plötzlich in einem nebensatz raus ja als ich damals englisch unterrichtet habe in corea und sagte mir so was wann hast du in coree gelebt?

00:42:08: aber es war total.

00:42:09: also ich fand es total cool dass einfach dann quasi nach Jahren noch mal was völlig Neues und anderes zu lernen.

00:42:16: Vielleicht total witzig, ein bisschen schräg auch, dass der mir das erst nach Jahren erzählt hat dabei.

00:42:21: Why not?

00:42:23: Genau!

00:42:23: Und gleichzeitig wie gesagt mir würde es nie einfallen.

00:42:26: und gleichzeitig ist das genau meine Erfahrung die ich seit diesem Attentat von Halle gemacht habe nämlich Ich werde Ihnen mal eine Expertise nicht ganzheitlich wahrgenommen um das jetzt mal vorsichtig zu formulieren.

00:42:41: also Das ist genau dieser komische Spagat.

00:42:44: Zwischen einerseits werde ich reduziert auf das Traumatisiert sein, weil ich ja überlebende bin und gleichzeitig wird mir aber die Expertise für Traume abgesprochen.

00:42:53: Und es passiert nicht nur bei Veranstaltungen von Veranstalten denn sondern von allen möglichen Menschen.

00:42:58: also das ist auch teilweise.

00:43:00: eben wenn ich journalistisch arbeite ist es auch teilweise so dass mir quasi wie soll ich sagen Mich zu Interviewen ist in Ordnung, aber mich selber was schreiben zu lassen.

00:43:10: Ist wiederum eine andere Geschichte und das verstehe ich ehrlich gestanden nicht.

00:43:16: Ich glaube man kann generell einfach transparent machen wer AutorInnen sind, was die so generell in ihrem Leben machen und erlebt haben.

00:43:28: Das kann man einfach tun.

00:43:29: und dann das nächste ist auch, das können vielleicht nicht alle.

00:43:32: Ich weiß aber dass ich das kann und zwar nicht nur weil ich das selber sage sondern auch aus der Rückmeldung von Chefredakteurinnen weise ich, dass ich absolut objektiv sein kann Und ich kann differenzieren zwischen meiner persönlichen Meinung meine persönliche Erfahrung und eine journalistischen Arbeit die auf einer anderen Ebene zum Beispiel stattfindet.

00:43:53: und ich kann es auch in Texten wenn ich schreibe sehr gut transparent machen und kommunizieren.

00:43:58: Und die Male, die ich dann quasi schreiben darf als Überlebende sind das auch sehr gute Texte.

00:44:03: Die auch sehr gut ankommen!

00:44:05: Ich glaube also wenn wir jetzt schon beim Journalismus sind... Das ist ein riesengroßes Redenthema.

00:44:11: Es ist auch quasi das gängige Gegenargument, wenn es um mehr Diversität in Relektionen geht und gerade in Deutschland oder Österreich.

00:44:20: Wenn's darum geht sozusagen wer darf eigentlich über wen berichten?

00:44:25: Das ist dann die große Frage dürfen quasi Journalistinnen über die Communities, aus denen sie kommen und in denen sie Leben berichten oder nicht.

00:44:34: Grob gesagt zum Beispiel darf eine jüdische Journalistin über jüdisches Leben berichten oder auch über Israel.

00:44:41: Und das finde ich also dass es jedes mal absurd weil ich sehe dass quasi wieder provokant formuliert, weiße deutsche Mehrheitsjournalismus bubble.

00:44:53: Dann so Dinge sagt wie nein wegen der Befangenheit und sie sind ja nicht objektiv und das geht ja nichts.

00:44:58: Sie können ja nicht raunkönnen, nicht über Sexismus berichten, jüdische Menschen können nicht über jüdisches Leben Judentum oder Israel berichten

00:45:04: etc.,

00:45:06: Gleichzeitig denke ich mir dann oft, und wie viele weißte Deutsche siehst in meiner Berichte eigentlich über Friedrich Merz.

00:45:13: Lass uns doch mal darüber reden!

00:45:15: Also es ist sehr deutlich an Doppel das andere der in dieser Form nicht aufgeht.

00:45:19: und die Kehrseite oder das Gegenargument, an dem mich jetzt auch ein bisschen arbeite, ist zu sagen... Ihr überseht da ganz viel Potenzial und ich habe da dank meiner Kollegin oder von meiner Kollegin, Herr DJ Haruna Höcker das wundervolle Wort der Erfahrungsexpertise gelernt.

00:45:37: dass ich lange gesucht habe, ohne zu wissen das es das gibt.

00:45:41: Erfahrungsexpertise ist das zauber Wort.

00:45:44: Das heißt nämlich, dass Menschen die Expertinnen für ihre eigene Erfahrungen sind.

00:45:48: Das heisst, dass ich obwohl ich keine studierte Psychologin oder Psychiatrin bin und beruflich wie soll ich sagen nicht explizit Traumaarbeit mache.

00:45:58: Ich hab eine post-formatische Belastungsstörung Traumatisches, traumatisierendes Terrorattentat überlebt.

00:46:05: Ich bin die Expertin für meine posttraumatische Belastungsstörung und weil ich mich zusätzlich seit Jahren mit Trauma- und posttraurmatischen Belastungsteuerungen auseinandersetze, kenne ich mich auch damit aus und das ist legitim, weil es Erfahrungsexpertise ist.

00:46:17: Und das ist ein wichtiger Punkt der gesehen werden muss, der auch als solcher glaube ich anerkannt werden muss.

00:46:23: Und gerade wenn ich jetzt breite noch mal beim Journalismus um jetzt hier quasi auf einer ein bisschen ekligen, aber doch wichtigen Business-Ebene zu argumentieren.

00:46:33: Menschen die über ihre eigenen Communities berichten, aus denen sie kommen und in denen sie leben können das Ressourcen schonend machen.

00:46:40: Kaum bis gar keine quasi Vorarbeit leisten, die müssen sie nicht einlesen.

00:46:44: Sie müssen keine Übersetzer hin empfinden.

00:46:47: Die gehen da einfach hin und sagen guten Tag dort bin ich oft genug haben sich schon Kontakte und Beziehungen zu Menschen.

00:46:52: Die kommen sehr viel leichter an Geschichten zum Beispiel heran können kontaktgeknüpfen langfristige Beziehung empflegen kennen sich aus wissen auch welche Themen beschäftigen diese Community gerade?

00:47:00: Und können Ich glaube effizienter ressourcenschonender schneller und sicherlich auch besser arbeiten.

00:47:06: und wenn ich das jetzt umlege auf Das Thema Schule und Jugendliche.

00:47:11: Und gerade auch Zukunft, dann lande ich auch wieder bei Erfahrungsexpertise und glaube ich auch bei der Schnittstelle oder vielleicht im Treffpunkt von den Filmen, die es gibt zwischen mir als Überlebender rechten Terrors und Schülerinnen.

00:47:25: heute ist wir so oft über uns und nicht mit uns gesprochen weil wir in unserer Expertise nicht anerkannt werden.

00:47:32: und SchülerInnen generell die aktuell in die Schule gehen, sind die Expertinnen für ihre aktuelle Erfahrung in der Schule.

00:47:38: Die wissen wie es am Boden ausschaut.

00:47:40: Irgendein Politiker, der seit weiß ich nicht, wieviel Jahrzehnten nicht mehr in der Schule war hat keine Ahnung, wie's dort ausschaudt – ich auch nicht!

00:47:46: Und ich bin jetzt sechsunddreißig.

00:47:48: So lang ist das noch nicht her aber lange genug, dass ich mich nicht traue heute irgendwie ein gültiges Urteil darüber zu fällen, wie es Schüler ihnen aktuell

00:47:55: geht.".

00:47:56: Ich würde Schülerinnen einfach direkt fragen, wie geht es dir?

00:47:58: Wie läuft's in der Schule.

00:48:00: Was hast du für Sorgen und Bedenken oder Wünsche für Ängste?

00:48:02: Was willst du eigentlich lernen?

00:48:04: Worauf hast du gerade Bock?

00:48:05: Was beschäftigt dich so?

00:48:07: Und ich glaube das betrifft nicht nur sozusagen den Bildungsbereich nämlich wie schaut Schule aus?

00:48:12: was muss Schule können?

00:48:14: wir müssen vielleicht auch Bildungsreformen ausschauen sondern gerade auch die individuellen Biografien von SchülerInnen Themen, die uns heute gesamtgesellschaftlich beschäftigen.

00:48:24: Der gesellschaftspolitische Diskurs gerade wenn es um zum Beispiel Migration geht und um Flucht und Umrassismus und um Antisemitismus.

00:48:32: Die Menschen, die damit leben, die diese Erfahrungen machen müssen... ...die diese Dinge eher überleben sind die Expertinnen dafür.

00:48:39: Und wenn dir eine Schülerin, ein Schüler sagt ich mache hier Rassismus-Erfahrungen.

00:48:44: Dann ist das so dann ist es ernst zu nehmen?

00:48:46: Dann sind das Kinder und Jugendliche die Expertinnen für ihre eigene Erfahrung sind.

00:48:52: Ich glaube dass ist ein ganz entscheidender Punkt wenn das Kinder sind und Jugendlichen marginalisierten Communities kommen, egal welche Communities das sind.

00:49:02: Die in der Schule Erfahrungen machen und im Alltag außerhalb der Schulerfahrungen machen die sehen wie es ihren Eltern geht, ihren Familien, ihren Freundinnen und Angehörigen dann ist das absolut ernst zu nehmen und als Erfahrungsexpertise zu werden.

00:49:15: Und diese also.

00:49:15: ich habe tatsächlich selber Jahre damit verbracht dafür zu kämpfen für mich bei Veranstaltenden und auch bei anderen Menschen dafür zu kämpfen, dass ich als Expertin wahrgenommen werde.

00:49:25: Ich hatte aber dieses Wort der Erfahrungsexpertise nicht und es wurde mir quasi zufällig, ich mein absichtlich, aber das war nicht der Grund unseres Gesprächs von meiner Kollegin an die Hand gegeben.

00:49:35: Und seit ich dieses Wort habe, seit ich weiß, dass es erstens ein Worte für gibt, es gibt einen Begriff dafür.

00:49:41: Das macht doch irgendwie noch mal echte quasi ungreifbare und Seite geht's mir glaube auch besser damit.

00:49:50: Bestärkter und selbstbestimmter darin, wenn ich nicht nur spreche unter Zähle sondern auch in meinem Expertinnen da sein einfach bestärkte.

00:49:58: Und ich fühl mich auch stärker, wenn Ich mich für mich selbst auf die Hinterbeine stellen muss und sagen muss hey!

00:50:03: Ich leiste hier Bildungs- und Erinnerungsarbeit und ja, ich bin Erfahrungsexpertin und Ja, ich darf da zu arbeiten und ja ich darf darüber sprechen und schreiben weil ich kenne mich wirklich damit aus.

00:50:12: das nennt sich Gefahrungsexpertise.

00:50:14: Deswegen teile ich dieses Wort jetzt auch so gerne mit allen Menschen, die es vielleicht noch nicht kennen.

00:50:19: Aber unbedingt kennen sollten!

00:50:21: An der Stelle viele Grüße an Hadidja, ja auch schon hier war.

00:50:25: wir sind uns im November zu einer Lesung in Köln, da freue ich mich sehr drauf und ich glaube das ist auch also vieles von dem was du jetzt angesprochen hast ist auch wirklich damit verknüpft was sich vorher auch meinte Metaebene auch bei Jugendlichen.

00:50:39: Also das, was du jetzt beschrieben hast, kann ja sogar dann noch unterfüttert werden indem sie beispielsweise begleitet werden dabei dass sie ernst genommen werden und dass die solche Begriffe wie Erfahrungsexpertise lernen und dann auch neben dieser im besten Fall noch Vokabular an die Hand bekommen, auch Fachwissen an die hand bekommen.

00:51:01: Dann auch die eigenen Erfahrungen dadurch beispielsweise besser einordnen zu können oder über diese Mechanismen und über diese auch Meta sprechen was manchmal auch ein bisschen anstrengend sein kann aber natürlich auch so einen dynamiken Verständnis bekommen und generell in der politischen Bildungsarbeit Dinge besser einordnung zu können.

00:51:22: Und ich glaube auch das ist etwas womit viele oder wovon viele Lehrkräfte vielleicht denken, dass sie damit die Jugendlichen überfordern würden.

00:51:31: Weil die Themen vielleicht inhaltlich an sich und oft sehr intensiv sind sage ich jetzt mal um nicht nur immer zu sagen ja es ist so schwer das ist traurig und so Ja aber es ist vor allen Dingen auch intensiv sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen und herausfordernd gleichzeitig dann noch zu sagen Und jetzt sollen wir auch noch eine Transparenz da reinbringen welche Dynamiken dann wiederkicken?

00:51:54: Das meine ich, glaube ich mit diesen.

00:51:55: darin liegt die Chance.

00:51:57: Weil man dann ja auch erkennt, warte mal das ist vielleicht ein Mechanismus von dem spricht jetzt Christina Feist in Bezug auf ihre Erfahrung im Journalismus als Überlebende.

00:52:10: aber es hat vielleicht etwas mit der Erfahrung zu tun, die ich an einer ganz anderen Stelle gemacht habe und das macht das gleich nicht gleich also die gleiche Erfahrung.

00:52:21: Trotzdem erkenne ich darin etwas und das, was sich da erkenne ist vielleicht ja auch das Interessante um bestimmte Dinge irgendwie dann zu lernen oder auch die Motivation zu bekommen zu sagen hey vielleicht setze mich doch mal ein bisschen mehr mit diesen Dingen auseinander lasse diese Erfahrungen nicht nur bei mir und so weiter.

00:52:40: Und bette das in größere Zusammenhänge ein, usw.

00:52:44: Das ist ja ein Lernraum!

00:52:45: Und es sind die Räume, die uns auch interessieren logischerweise und die einen auch in Schule interessieren müssten, bei denen oft auch Jugendliche unterschätzt werden.

00:52:57: Es ist ja auch ein Aspekt den du jetzt schon mehrfach stark gemacht hast an diesem Gespräch, der dir sowieso total am Herzen liegt.

00:53:06: Ja, ich glaube das ist auch... Ich glaube zum Beispiel auch so eine Art Mentoring-Programm kann ganz gut sein.

00:53:13: Ich weiß für mich selber jetzt mal, Herr Dieter war einer davon aber ich habe zum Glück mittlerweile einige Kolleginnen und auch Freundinnen in meinem Umfeld die ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht haben und immer noch machen und die mir dann einfach bestätigen können hey du bist dir das nicht ein?

00:53:31: Du bist auch nicht übersensibel oder überdramatisch, das ist wirklich so.

00:53:34: Das sind strukturelle Probleme und die heißen zum Beispiel die fehlende Anerkennung für deine Erfahrungsexpertise oder die heiße Rassismus und die heißt Antisemitismus usw.

00:53:44: Und das ist für mich selber einfach unfassbar wichtig weil ich so Tendenz dazu habe immer zuerst die Schuld bei mir selber zu suchen und immer zu glauben dass ich irgendwas falsch gemacht habe.

00:53:55: Es liegt sicherlich an mir und ich bin sicherlich übersensibel, und ich büde mir das sicherlich alles nur

00:54:00: ein.".

00:54:02: So bin ich verkabelt sozusagen, so bin ich gebaut – das ist meine erste Reaktion!

00:54:06: Ich hab mittlerweile zum Glück gelernt, dass das ja meine erste reaktion ist.

00:54:09: aber da sich dann einen Schritt zurückmache und sagt ne jetzt warte mal kurz, lass uns das nochmal kurz durchdenken Und wenn ich mir dann quasi selber nicht sicher bin oder noch ein bisschen Restzweifel hab, dann ... Ich mach gern so Umfragen.

00:54:23: Fragt mich meine Freundinnen und Kolleginnen und sagt hey schau mal, mir ist das und das wiederfahren!

00:54:29: Wie siehst du das?

00:54:30: Was ist denn deine Perspektive darauf?

00:54:32: Es ist tatsächlich bisher immer so gewesen dass in meiner Einschätzung und in meinem Empfinden bestätigt wurde ohne dass ich es quasi vorher preisgegeben habe.

00:54:41: Das ist für mich extrem wichtig weil Ich damit in meiner Erfahrung bestätigt werde und ich damit weiß, nee, warte mal.

00:54:47: Intuitiv habe ich schon ... Das war richtig, was ich da gespürt hab, dass da irgendwas nicht stimmt oder funktioniert.

00:54:53: Und es ist auch richtig und okay, dass ich jetzt wütend bin oder verletzt bin.

00:54:56: Es ist richtig und ok, das ich mich da als wehren

00:54:58: möchte.".

00:54:59: Und das war für mich als Erwachsene allein schon ein Lernprozess.

00:55:02: Ich hätte mir tatsächlich gewünscht, dass ich das früher glaube ich lernen und auch einfach üben hätte dürfen.

00:55:07: Ich glaube dann müsste ich heute nicht jedes Mal eine Umfrage in meinem näheren Umfeld starten was ein bisschen mühsam ist.

00:55:13: aber so ist es dann halt genau und gleichzeitig ich denke mir auch eben wenn man dann zum Beispiel wenn ich das jetzt auf Schulen umwälze einer Art Mentoring-Programm hat wo man vielleicht einfach Menschen die Die unterschiedlichsten Erfahrungen mit Hürden und Hindernissen gemacht haben in ihrem Leben, ob das jetzt Rassismus-Erfahrungen sind oder zum Beispiel auch Menschen die neurodivergent durchs Leben gehen.

00:55:39: Und dann auch neurodiversient in so Bildungssettings sitzen also in Schulen oder ähnliches und da vielleicht auch schwierige und schlechte Erfahrungen gemacht haben.

00:55:47: wenn man zb so einen Pool an MentorInnen hat oder auch Jugendlichen zur Verfügung stellen kann und sagen kann, hey trefft euch doch.

00:55:55: Wir treffen uns hin und wieder mal mit denen wir reden einfach und wenn es da dann quasi die Anklüpfungspunkte gibt oder Punkte in der Geschichte dieser Person diese Referentin wo ihr sagt findet ihr euch wieder?

00:56:07: Dann ja kann man da einen Kontakt pflegen eine Beziehung aufbauen Und denn ich glaube kann man diese Jugendlichen und Kinder auch ein bisschen an die Hand nehmen.

00:56:16: und das schließt auch anders an.

00:56:19: Was du auch noch erwähnt hast und was mir auch wichtig ist, das sehe ich sehr oft.

00:56:23: Ich glaube als Erwachsene oder andersherum viele Erwachserne um nicht zu sagen die meisten tappen in eine Falle in der Kinder- und Jugendliche generell Ninderjährige aber vor allem alle Menschen die signifikant jünger sind vor allem auch optisch vielleicht stimmt das manchmal auch gar nicht nicht ernst genommen werden, weil die sind.

00:56:46: dann musst du erst mal erwachsen werden.

00:56:47: Du musst dir erstmal reifen und so weiter.

00:56:50: Das ist generell einfach eine richtig, richtig ungute Erfahrung.

00:56:54: Die ich selber auch gemacht habe nicht nur als Schülerin, als Minderjährige sondern auch heute immer noch mache.

00:56:59: Ich schaue anscheinend auch deutlich jünger aus als ich bin.

00:57:01: Ich wurde auch schon in einem Job an einer EU-Institution gedutzt von einem Sohn die deutlich älter war als ich und als sich damals etwas irritiert gemeint hat.

00:57:11: Ich hab schon auch ein Doktorat und wie ich bin?

00:57:14: Damals Anfang dreißig hat die Person irgendwie total irritiert geschaut.

00:57:20: Du schaust ja so jung aus.

00:57:21: Und dann dachte ich mir auch, das kann alles sein aber ich bin nicht sechzehn und ich schau auch nicht auf, selbst wenn ich die neunzehnjährige Praktikantin bin, hab ich trotzdem ein Recht darauf gesiezt zu werden und respektvoll behandelt zu werden auf Augenhöhe.

00:57:36: Ich sehe zu den Menschen denen es extrem wichtig ist und ich bin da tatsächlich auch ziemlich pedantisch muss ich sagen also... Bei so quasi kleinen Respektlosigkeiten werde ich sehr schnell, sehr wütend.

00:57:46: Und ich sehe es mit Kindern und Jugendlichen ähnlich.

00:57:49: Das passt auch ein bisschen zum Anfang dieses Gesprächs.

00:57:54: Ich würde selber Kinder- und Jugendliche nie als junge Erwachsene behandeln.

00:57:57: Das ist auch sein Begriff der immer wieder herumfliegt.

00:58:00: Es würde mir nie einfallen weil das sind einfach Menschen im Werben, Menschen die auch verletzlich sind.

00:58:07: Leben durchmachen, mitmachen im Alltag zu Hause vielleicht weiß man ja alles nicht.

00:58:14: Wie es da generell quasi ausschaut und das sind einfach Menschen in Werden die verletzlich und auch verwundbar sind und gleichzeitig aber trotzdem ernst genommen werden müssen in ihren Bedürfnissen, in ihren Perspektiven.

00:58:28: In den Problemen diese beschäftigen und auch in ihrer Expertise.

00:58:32: Und ich glaube das ist die Falle in die viele um nicht zu sagen die meisten Erwachsenen tappen dass dieses ernstnehmender Kinder einfach weg fällt weil sie sind ja Kinder so sind ja es sind ja noch viel zu jungen um irgendwas über das Leben zu wissen.

00:58:46: Ich kann dir aber auch sagen Es gibt einfach auch der kinderjugendliche sehr jung erwachsene und ich war sicherlich eine davon in ihrem jungen Alter schon so viel Lebenserfahrung haben, wie vielleicht manche Leute mit Mitte Fünfzig noch nicht haben.

00:58:59: Und ja dann sind sie immer noch Menschen im Werben und immer noch sehr jung

00:59:04: usw.,

00:59:04: aber Lebenserfahrung ist trotzdem nichts zu unterschätzen.

00:59:09: Ich glaube, das ist ein wirklich ganz entscheidender Punkt.

00:59:11: Wo ich selber – ich merke es auch mit einem Vierjährigen zum Beispiel – schon altes Gerecht kommunizieren und umgehen kann.

00:59:18: Aber dieses Kind, auch wenn er erst vier Jahre alt ist, trotzdem ernst nehme.

00:59:22: Und ich glaube, dass ist der Balanceakt, der vielen den meisten Erwachsenen verloren geht.

00:59:31: Wie soll ich sagen, läuft dann auch so ein bisschen gegen Wände.

00:59:34: Wenn es um bildungspolitische Diskurse geht, wenn's darum geht was machen wir in Schulen und wie?

00:59:39: Wie ist eigentlich die Hierarchie, Dynamik und Beziehungen zwischen Lehrpersonal und Schülerinnen?

00:59:46: reden wir mit oder über SchülerInnen usw.

00:59:50: Ich glaube man kann einfach beides machen.

00:59:52: Man kann altes Gerecht mit Menschen kommunizieren vor allem mit Minderjährigen, Kindern und Jugendlichen uns trotzdem ernst nehmen

00:59:59: Total.

01:00:00: Das habe ich schon länger nicht im Podcast gesagt, aber auch schon immer mal wieder gesagt, dass das ja eigentlich ein Problem dieses Settings hier ist und wir beide sprechen über Jugendliche zum Teil zumindest in diesem Gespräch und denke immer so wie ist es jetzt auch so einen Appell den ich mir aushaue?

01:00:17: Ich würde mir auch voll so ein Podcast wünschen wo eine Lehrkraft oder eine pädagogische Parkrat einfach gibt es ja auch.

01:00:26: also dann bitte schreibt sie mal in die Kommentare von dieser Folge, wo eben nicht irgendwie zwei Lehrkräfte sprechen oder also das hat auch was autotistisch ist so der Setting.

01:00:39: Dieses Podcast kann man auch als allene Person nicht irgendwie alles erfüllen, aber eigentlich müsste es auch so parallel noch wie eine Staffel dieses Podcasts geben in dem einfach Jugendliche über diese Themen sprechen.

01:00:52: Und ich find's voll cool wenn irgendjemand sowas geben würde wie keine Ahnung.

01:00:56: zwei Jugendliche sprechen über das worüber wir gerade gesprochen haben und wir würden denen dann nochmal zuhören im Nachgang unseres Gesprächs oder so.

01:01:04: Also vielleicht hat ihr ja irgendwann Bock das machen.

01:01:06: Wer weiß?

01:01:09: Total cooles Podcast-Format.

01:01:11: Was für eine fantastische Idee, wo vielleicht einfach quasi über Bildung und die Zukunft von Schule und Bildung von denen gesprochen wird, die ist einfach unmittelbar betrifft.

01:01:21: Das finde ich total cool!

01:01:23: Es gibt bestimmt Dinge.

01:01:24: also falls jemand was kennt gerne hier... Posten.

01:01:27: Anyway, das können wir an dieser Stelle nicht lösen und wir könnten natürlich super lange noch weiter reden.

01:01:34: ich glaube dass ist deutlich bei dem Gespräch so.

01:01:37: aber die Podcastfolge hat irgendwann auch zeitlich eine kleine Begrenzung.

01:01:44: man kann natürlich dir und deine Arbeit folgen und sich auch natürlich mal in diversen Suchmaschinen eingeben sich auch kontaktieren usw.

01:01:52: Wir haben jetzt auch ein bisschen was dazu gehört.

01:01:55: du darfst natürlich noch, bevor wir das Ganze abschließen wie alle Gäste am Ende eine Hausaufgabe stellen an mich und an alle Zuhörenden.

01:02:07: Ja muss ich die dann benoten?

01:02:09: Werden du was geschickt bekommen?

01:02:13: Ja, ihr überlegt gerade.

01:02:14: Ich finde es immer so auch in Interviews wenn ich dann gefragt werde ja haben sie noch ein Appell oder was wünschen Sie sich für die Zukunft?

01:02:21: Das ist immer ein bisschen schwierig weil einerseits denke ich mir möchte ich gerne so offen formulieren wie möglich damit sich möglichst viele Menschen angesprochen fühlen.

01:02:28: andererseits muss man doch immer ein wenig präzise sein.

01:02:32: Ich würde sagen meine Hoffnung und mein Appell weil ich selber auch immer lärgisch auf Hausaufgaben war, fällt mir gerade aus.

01:02:45: Wäre das wir uns glaube ich alle mehr mit und selbst auseinandersetzen?

01:02:50: Und damit wie wir auf andere Menschen blicken?

01:02:55: Ich glaube, dass ist für mich tatsächlich der größte Punkt.

01:02:58: Wir wachsen alle irgendwie irgendwo auf.

01:03:01: Wir sind alle sozialisiert in dieser Gesellschaft oder in einer Gesellschaft Mit diversen Vorurteilen altbackenen Narrativen, die über Personengruppen erzählt werden.

01:03:15: Die über marginalisierte Gemeinschaften erzielt werden.

01:03:20: Das kann Rassismus, Sciencexismus, Antisemitismus

01:03:25: etc.,

01:03:25: etc.,

01:03:26: Adultismus alle möglichen Ismen sozusagen und ich glaube meine große Hausaufgabe oder Hoffnung Generell alle Menschen da draußen, egal welchen Altes ist das wir bei uns selber ansetzen müssen.

01:03:41: Ich mache dasselbe auch und denke sehr knietisch darüber nach wie schaue ich auf andere Menschen?

01:03:50: mit was für Narrativen bin ich aufgewachsen?

01:03:52: Wer hat Witze über wen gemacht und warum?

01:03:55: Ich mach das als Journalistin auch wenn ich mir den Berichterstattung anschau.

01:04:00: Was, wie werden Schlagzeilen formuliert?

01:04:02: Aus welchen Perspektiven wird über welche Themen berichtet.

01:04:05: Was für Personen, Expertinnen kommen da zu Wort und wieder wer sagt was über wen und warum?

01:04:11: ich glaube das sind die die wichtigsten Fragen.

01:04:14: Und ich glaube wir müssen deshalb bei uns selbst ansetzen nicht nur um uns selber besser zu verstehen sondern auch um dann berechtigt vielleicht bei anderen Menschen eventuell einschreiten zu können und zu dürfen, wenn ich zum Beispiel Rassismus im Alltag beobachte.

01:04:33: In der U-Bahn auf der Straße oder auch Sexismus andere Formen Der ismen andere Form von Hass und Übergriffigkeit Möchte Ich mich selber dagegen stellen?

01:04:45: Ich möchte mich selbst nicht in Gefahr bringen aber ich möchte Wiederbaute geben.

01:04:48: das ist mein Auftrag an mich selber Mein Anspruch an mich selbst und ich glaube ich kann das aber nur machen Wenn ich mich Davor während dessen und danach Intensiv mit mir selber auch auseinandersetzen.

01:04:59: Und ich sage das deshalb, weil meine große Hoffnung ist wenn das genug Menschen machen egal in welchem Alter quasi man damit anfängt oder in welcher Ludenssituationen Wenn das genug menschen machen dann wird es langfristig gesehen hoffentlich auch dazu führen dass wir eine bessere Zukunft haben In der Platz ist für alle Menschen in der die Demokratie gestärkt ist, in der vielleicht auch Platz für Gespräche, für Dialoge, für Neuossierungen, für differenziertes Denken.

01:05:37: Für Respektvolles Miteinander, respektvolle Kommunikation und vor allem auch dafür dass wir andere Menschen ernst nehmen.

01:05:47: Ich glaube... Ja, ich tue mir mit dem Wort Hausaufgabe immer schwerer.

01:05:51: Ich glaube das ist mein Appell, meine Hoffnung und meine Hausaufgarbe dass wir einfach anfangen uns mit und selber auseinanderzusetzen.

01:05:59: womit bin ich aufgewachsen?

01:06:00: was habe ich vielleicht internalisiert?

01:06:02: was steckt in mir drin?

01:06:03: Und dann zu sagen mache jetzt nicht mehr da stelle ich mich jetzt dagegen und ich achte jetzt darauf wo das herkommt und wo es hinführt und fange mal bei mir selber an bevor ich dann quasi diesen Kreis ausweiten kann, auch vielleicht auf Familie und auf Freundinnen.

01:06:18: Und wenn jemand einen sexistischen Witz macht, kann ich sagen?

01:06:20: Ja, das tut weiß, wie richtig scheiße!

01:06:24: Und kann dann aber auch quasi inhaltlich sinnvoll argumentieren und dann wird das hoffentlich weiter getragen.

01:06:30: Ich stelle mir da immer so ein Domino-Effekt vor wo wir dann immer mehr Menschen aus der Gesellschaft mitnehmen ja und uns dann vielleicht in eine Zukunft bewegen in der Raum und Platz für alle ist Anders sein, in der Differenzen auch wertgeschätzt werden und wo einfach Platz und Anerkennung dafür da ist.

01:06:53: Was für ein schönes Schlusswort!

01:06:56: Vielen vielen Dank, Christina, dass du mir die Zeit genommen hast und wir es geschafft haben heute hier miteinander zu sprechen.

01:07:03: Danke dir sehr.

01:07:05: Ich danke ja auch für deine Geduld mit mir und freue mich sehr, dass ich da sein durfte.

01:07:10: Und für alle, die zugehört haben.

01:07:12: An alle, wie immer Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!

Über diesen Podcast

Raum schaffen für's:
Miteinander sprechen, (Ver)lernen, Zuhören, Diskutieren & Schule neu denken.

Kontakt: @kleinepause_podcast oder kleinepausepodcast@gmail.com

Impressum
Verantwortlich für den Inhalt (gem. § 55 Abs. 2 RStV): 
seit 06/23 Nicole Schweiß
kleinepausepodcast@gmail.com
Kontaktdaten und Anschrift auf Anfrage über Mail

von und mit Nicole Schweiß

Abonnieren

Follow us