Kleine Pause

Kleine Pause

Begegnungen in der Teeküche

Transkript

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00:00:00: Also das Klassismus vorherrscht hat einen gewissen Nutzen und deswegen untersuchst man es nicht so sehr, weil man's nicht zu sehr haben will.

00:00:06: Ich glaube auch mehr als vielleicht andere Diskriminierungsformen nutzen einfach auf ökonomischer Sicht.

00:00:32: Und herzlich willkommen zu einer neuen Folge.

00:00:35: kleine Pause-Popcast!

00:00:37: Wie so oft Begegnungen in der digitalen Tee Küche?

00:00:42: und nicht wirklich in der Tee-Küche.

00:00:44: Ich freue mich voll, dass du da bist!

00:00:46: Es hat ein bisschen gedauert.

00:00:48: wie immer würde ich mich voll freuen wenn du dich einmal kurz selber vorstellen würdest.

00:00:53: Ja hallo auch von meiner Seite.

00:00:55: ich bin Lukas Mieser Jan Egger Und...ich habe einen Buch geschrieben mein debut Roman.

00:01:02: Der kam Ende April raus und so kam auch der Kontakt quasi zustande zueinander.

00:01:07: jetzt von uns beiden.

00:01:10: ja voll Gut, dass du das direkt sagst.

00:01:12: Weil ich ganz oft am Anfang der Folgen so ein bisschen erzähle um so ein Bisschen Transparenz zu machen wie so Kontakte entstanden sind und das ist jetzt vor allen Dingen auch über Tau entstanden.

00:01:23: Genau!

00:01:23: Und deshalb nochmal shout out und viele Grüße.

00:01:26: Wie wird die Folge bestimmt dann auch irgendwann hören?

00:01:30: Ich habe mich voll gefreut.

00:01:32: Ich hab deinen Roman gelesen.

00:01:34: Freue mich auch, dass wir heute darüber sprechen.

00:01:36: Wir haben aber auch gesagt, das Buch sprechen wollen.

00:01:41: Und deshalb würde ich dir jetzt heute zu Beginn die Frage stellen, ob du überhaupt gerade noch irgendwas mit dem Thema Schule und Bildungssystem zu tun hast?

00:01:54: Ich glaube, du denkst, dass du noch was damit zu tun hasst!

00:01:56: Das muss ja auch nicht immer so in der Praxis sein.

00:01:59: Kann ja auch im Denken stattfinden...

00:02:01: Ja, mit der Schule an sich habe ich, glaube ich, gerade dahin gehen zu tun, dass ich jetzt ein bisschen vor Schülern gelesen hab.

00:02:09: Also ich hatte in Stuttgart eine Schulklassenlesung, wo sich Schulklassens anmelden konnten.

00:02:14: Ich war dann hier in Karlsruhe nochmal an der Schule und das sind jetzt ganz heiße neue News dass wahrscheinlich nächstes Jahr oder also auf jeden Fall aber wahrscheinlich nächstes Jahr mein Buch auch als Schullektur rauskommt.

00:02:31: Also Westermann will das Bruch lizenzieren.

00:02:34: Von daher bin ich gerade sehr irgendwie, habe ich irgendwie mehr mit Schule zu tun als ich gedacht hätte.

00:02:41: Oder als ich sonst in meinem normalen Alltag gerade habe.

00:02:45: Bin ich jetzt häufig an Schulen gewesen und eben auch durch die Schullektüre nochmal mental auch mehr drinne.

00:02:52: Sonst ist es in meinem Leben gar nicht so viel präsent.

00:02:55: Meine Marmes-Schulbegleiterin, sie berätet sich häufiger über Schule wenn ich mich mit ihr treffe oder so... Aber in meinem Leben ist jetzt nicht so krass präsent.

00:03:04: Wir hatten ja schon geredet, dass wir nicht eben nur über das Buch reden sondern auch darüber hinaus ein bisschen... ...über das Thema zu mir seinem Herzen liegt, es ist so Klassismus und Armutforschung und so.

00:03:15: Und in dem Bereich natürlich Schule auch etwas was immer wieder vorkommt.

00:03:20: Bildung als Weg aus Armut wird sehr oft genannt und Bildung gleichzeitig aber eben auch als ein oder System-Schule an einem System das eben aber auch irgendwie Arme Menschen zum Teil benachteiligt.

00:03:32: Ich glaube, es sind dann so Themen die vielleicht ab und dann auch aufkommen bei mir.

00:03:36: Hast du auch das Gefühl... Das ist jetzt wirklich erstmal ein Gefühl weil ich das immer so ein bisschen schwierig finde.

00:03:43: wenn das jetzt nicht kann ich jetzt nicht irgendwie empirisch belegen oder so?

00:03:47: Kannst du wahrscheinlich besser als ich dass das Thema Lassismus auch diskussiv wenn's rund um das Thema Schule geht so'n bisschen unter den Tisch fällt so ein bisschen vielleicht auch oberflächlich behandelt wird und es nicht so in die Tiefe geht.

00:04:07: Also ich habe häufig das Gefühl, dass ich mich so bewege ohne dass jetzt irgendwie Diskriminierungsformen gegeneinander aufwiegen will und so.

00:04:21: Wir haben alle, glaube ich im Nationalverstand was für Intersektionalität und so bedeutet.

00:04:25: Und trotzdem hab' ich auch das Gefühl ,dass Klassismus auch hinten rüber fällt oder dann nur auf so eine bestimmte Art und Weise besprochen wird, oder nur in bestimmten Momenten.

00:04:35: Wie ist dein Blick

00:04:37: darauf?

00:04:37: Also ich würde ihm auf jeden Fall zustimmen.

00:04:41: dass also dein Gefühl stimmt das zeigen auch ganz viele Studien und generell irgendwie in der Wissenschaft ist Klassismus ein sehr junges Thema und ja auch noch ein sehr unterbeleuchtetes Thema In Deutschland.

00:04:55: auch nochmal mehr.

00:04:55: Es kommt jetzt immer mehr, es gibt da also ich würde sagen Gerd Pickel hat das mehr auf dem Schirm als ein großes Zoolog und auch der Butterwege Christoph die machen da schon einiges.

00:05:05: aber eben im Vergleich und ich würde nicht sagen dass andere das Gründungsform weniger wichtig sind oder weniger relevant Und das ist auch Intersektionalität angesprochen Ist trotzdem Klassismus etwas das lange Zeit eher hinten runter gefallen ist und nicht so behandelt wurde.

00:05:22: Ich glaube da kann man verschiedene Theorien darüber aufstellen, woran das liegt.

00:05:25: Sicherlich ist... Also meine Theorie wäre wahrscheinlich dass Klassismus einen so großen Nutzen hat irgendwie wirtschaftlich gesprochen und politisch gesprochen auch leider in der Gesellschaft.

00:05:38: Dass Klassismus vorherrscht hatten dann gewisse Nutzen und deswegen untersucht man es nicht so sehr weil man's nicht so haben will.

00:05:48: ich glaube auch mehr als vielleicht andere Diskriminierungsformen nutzen haben einfach auf Ökonomischer Sicht oder so.

00:05:54: Hast du Lust diesen Nutzen noch ein bisschen zu beschreiben?

00:05:58: Als ich würd sagen, es gibt da drei größere Institutionen die daran nutzen haben oder ich weiß nicht ob das ist richtig geworden bei den Medien vielleicht schon.

00:06:09: also Medien können natürlich arme Menschen sehr ausschlafen was man ja aufstattet seit.

00:06:21: Gleichzeitig ist aber auch politisch, also die Politik und die Wirtschaft haben auch einen großen Nutzen.

00:06:27: Man kann es für so eine Runde zu brechen, dass ich sage... Die Politik profitiert sehr davon wenn sie jemanden hat den sie als Sündenbock da hinstellen kann.

00:06:39: Und das passiert ja bei jedem Wahlkampf sehen wir das sehr arg, dass in die Bürgergeldempfänger als die größten Nutznießer der Gesellschaft dargestellt werden und die Parasiten die man irgendwie bei denen man irgendwie das Geld holen soll, dass sie von der Gesellschaft wegentfremden oder was auch immer.

00:06:55: Also Politiker können sich sehr einfach auf irgendwas stürzen haben dann sehr einfache Lösungen und verlieren dabei gleichzeitig wenig Wählerstimmen weil arme Menschen oft seltener wählen oder es prekäre Milieu am wenigsten wählen geht.

00:07:09: also Sie haben da ein sehr einfaches Opfer und wirtschaftlich ist natürlich auch so kann man ja auch nachvollziehen, dass auch mit den Harzreformen ein bisschen in der Niedriglohnsektor in Deutschland Jetzt nicht entstanden ist, aber auf jeden Fall nochmal sich vergrößert hat.

00:07:23: Einfach dahingehend das wenn es eine Gruppe gibt wie die Hartz IV Empfänger Die schlecht dastehen und da ist der klassisch natürlich dann sehr praktisch dafür Also die schlechter die darstehen desto weniger wollen Menschen dieser Gruppe zugehören also wollen quasi Langzeitarbeitslos sein Und sind dann eher bereit in die Lohnkürzung einen Kauf zu nehmen oder weniger Urlaubsage und diese ganzen Sachen woraus dann eben auch nehmt größere Gruppe der Armen entsteht und Arbeitgeber eher halt ihre Arbeitnehmer auszuzusagen können, weil die Angst davor dieser ausgestoßenen Gruppe zuzugehören so groß ist.

00:07:59: Das vielleicht sogar runtergebrochen was das wirtschaftliche Interesse daran ist dass armen Menschen schlecht darstehen und politisch wird es dann auch befeuert und medial sowieso.

00:08:08: Ja ich finde es immer voll wichtig wenn man sich mit Diskriminierungskritik und Antidiskriminierungsarbeit auseinandersetzt immer wieder diese Mechanismen Blick zu haben, aus denen sich ja so Diskriminierungsspiralen auch immer wieder speisen.

00:08:24: Das ist jetzt so ein Mechanismus denn du ja auch beschrieben hast und den es natürlich in anderen Diskriminierungformen gibt und die sich dann sogar auch gegenseitig befeuern.

00:08:34: Und ich habe teilweise so den Eindruck dass wir manchmal den Blick auf diese Mechanismen verlieren und mehr auf so situative Momente schauen zum Teil individualisieren.

00:08:49: Wenn wir dann zwar sagen, ja klar gibt es strukturellen Punktumpunktismus was über welche Form auch immer wir jetzt sprechen aber dann doch in der Auseinandersetzung damit immer wieder auf bestimmte Situationen schauen und dann auch Polarisierungsspiralen losgehen usw.

00:09:06: Und es da eben Zusammenhänge gibt zwischen so unterschiedlichen Mechanismen, das könnte man jetzt unendlich aufdröseln.

00:09:12: Ich glaube wir würden hier aus der Wissenschaft nicht schlecht werden aber vielleicht übersteigt das ein bisschen unsere Zeit.

00:09:19: Aber deshalb finde ich es total wichtig, dass manchmal noch so ein bisschen wie du es jetzt auch gemacht hast in Bezug auf bestimmten Diskriminierungsformen wie in dem Fall jetzt Klassismus zu erklären diese Mechanismen sich eben so wie so Spiralen immer weiter drehen, immer weiterdrehen und sich dann ja es manchmal auch kaum noch auflösen lässt ohne jetzt zu bestem ist nichts zu sein weil man natürlich immer irgendwas machen kann und sollte vor allen Dingen politisch.

00:09:44: Du hast ja das hast du jetzt schon ein bisschen durchklingen lassen dich auch wissenschaftlich mit diesen Themen auseinander gesetzt.

00:09:52: und bevor wir gleich zum Buch kommen was soll da vielleicht auch für Zusammenhänge Gibt, hast du Lust da deine... Ich würde es jetzt mal nennen.

00:10:00: Vielleicht ist auch schon eine These von mir so vielleicht auch den wissenschaftlichen Unterbau der ja auch was mit dem Thema im Buch zu tun haben könnte.

00:10:10: So ein bisschen zu erläutern.

00:10:12: also womit haste dich da genau befasst an deiner Masterarbeit?

00:10:17: Ich glaube der Hauptfokus war dass ich versucht habe eben ein unverzehrtes Bild von armen Menschen in Deutschland zu zeichnen Weil ich einfach gemerkt habe, dass das... oder zwar die These, dass es der Hauptschlüssel ist an dem man drehen sollte um Hilfsangebote so zu schaffen.

00:10:36: Dass sie auch wirklich helfen.

00:10:38: Weil Hilfsanggebote so oft auch vorbei gehen an armen Menschen.

00:10:42: und meine Hauptthese war dann eben wenn ein unverzehrtes Bild herrscht und Menschen wirklich wissen wen sie ansprechen Dann klappt das besser.

00:10:51: Und dann war ein Großteil der Arbeit Einfach nur dass ich versucht habe, alle möglichen Studien zu lesen und alles so zusammenzufassen wie arme Menschen eben leben.

00:11:04: Und was sie beschäftigt und ja also von quasi dem sozialen erleben was wahrscheinlich das größte war wo eben auch dann Klassismus mit dabei ist.

00:11:13: Also wie ist der soziale Stand in der Gesellschaft?

00:11:16: Da kommt dann eben.

00:11:18: eine der Haupterkenntnisse war für mich glaube ich das eben Klassismus Und ich will es nicht ausspielen, aber eine der weitest verbreitesten Diskriminierungsformen ist.

00:11:27: Natürlich gibt's da eben auch Überschneidungen.

00:11:29: Aber wenn wir uns die Mitte Studien anschauen vor allem, die ja sowas untersuchen oder immer davor auch... ...die Uni Bielefeld dieses gemacht hat und dann gibt's doch eine Studie von der EKD, die das auch gemacht hat.

00:11:40: Also Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit untersucht hatten.

00:11:43: in der Gesellschaft war Klassismus.

00:11:46: Aussagen in Bezug auf arme Menschen, denen dann zugestimmt werden konnte oder nicht waren da immer mit ganz weit oben dabei.

00:11:51: Also fast immer die Top und manchmal aber auch ein bisschen weniger vor allem aber halt im Langzeitarbeitslosungszahlhilfeempfänger Und das war sehr schockierend für mich auch wie hoch da die Zustimmungswerte zum Teil waren... ...und dass diese Vorteile eben in der Natur eines Vorurteils nicht belegbar sind.

00:12:09: Empirisch habe ich dann mit anderen Studien noch quasi erläutert Sind dann oft Vorurtheile von Foul Heights.

00:12:16: Also faulheit ist glaube ich das größte, eben auch selbst schuld und faulheiten sind zu den zwei großen Vorurteile.

00:12:25: Und dann aber auch was für Auswirkungen das hat auf die soziale selbst also was so psychologische Mechanismen sind die dann vielleicht auch stattfinden in den Kopfschirmen von armen Menschen wie sie eben selbst diese Vorurteilung übernehmen sich selbst auf fremde.

00:12:40: So ein Selbsthass und so einen fremden Hass entsteht dann auch.

00:12:44: Also ganz viele interessante Mechanismen, die da abgehen.

00:12:48: Aber ich habe dann auch ganz basic Studien zum körperlichen Empfinden.

00:12:52: Wie krank ist das körperliche Befinden?

00:12:54: Wie ist die Ernährung?

00:12:55: Ganz viel gesammelt und versucht Ein realistisches Bild von armen Menschen in Deutschland zu zeichnen.

00:13:01: Ja, voll interessant.

00:13:02: Ich muss dir jetzt direkt... ich weiß nicht ob du zufällig auch den Podcast von Gilda Sahibi und Anne Semsson hörst?

00:13:09: Bei Gilda in ihrem Buch schreibt auch wer viel über dieses Faulheitsnarrativ und wie sehr politisch instrumentalisiert wird und genutzt wird.

00:13:19: das ist vielleicht nur so eine kleine Ergänzung aber da musste ich gerade total dran denken und wie schwer es ist, diesen Narrativen etwas entgegenzusetzen weil sie halt sehr verfestigt sind.

00:13:32: Jetzt habe ich eben gesagt dass das ja vielleicht auch so eine Art Fundament ist auch für deine literarische Arbeit.

00:13:40: Wie kommt man überhaupt dazu oder wie bist du überhaupt dazu gekommen wenn wir jetzt gerade Mastarbeit schreibt, wenn man sich mit diesen Themen auseinanderzwetzt.

00:13:50: Dann auch einmal eben so ist mir schon krass, es ist ein Roman zu schreiben.

00:13:54: also das macht ja jetzt nicht jeder oder jeder wo und es ist vielleicht auch nicht das als erstes irgendwie auf der Hand liegt dass man so gleichzeitig irgendwie forscht und sich mit diesem Thema auseinandersetzt und dann auch noch schreibt.

00:14:08: hast du Lust, das so ein bisschen zu erzählen?

00:14:12: Ja gerne!

00:14:13: Also ich habe schon immer gefrieben auch schon immer irgendwie künstlerisch geschrieben.

00:14:18: Ich habe als Kind versucht, eine Fragezeichen-Romant zu schreiben und irgendwie so... nicht an Sachen ausprobiert.

00:14:26: Die hab die Dinge nie zum Ende gemacht, die Romanprojekte, die ich irgendwie als Kind und als Teenager hatte.

00:14:30: Aber ich hab's zumindest übergemacht und ich wollte es immer machen.

00:14:32: also das war schon so ein Ding in meinem Kopf.

00:14:34: Das ist dann in den zwanzigern so kam jetzt schreibe ich diesen Roman zu Ende oder ich schreib' jetzt einen Roman, sondern zwar davor schon ganz oft.

00:14:41: So Thema im Leben!

00:14:44: irgendwann gegen Ende meiner teenager Jahre eher angefangen Musik zu machen und Lieder zu schreiben, das war dann ein großes Ding.

00:14:52: Und dann war es eigentlich lange Weile ein bisschen gekoppelt mit Corona dass dann am Ende den Ausschlag gegeben hat dieses Romanprojekt anzufangen wo ich die Idee aber auch schon länger hatte.

00:15:05: also ich hatte die Idee schon länger dass sich über zwei Kids schreiben will und wie eine Freundschaft vielleicht entstehen kann die in irgendeinem prekären setting aufgewachsen sind und ich würde sie gerne in freiheit werfen.

00:15:17: Ich glaube Freiheit war der erste Impuls, den ich hatte als thema.

00:15:21: Ich will schauen wie menschen die nie freiheit erlebt haben freiheit erleben so ganz grob runtergebrochen.

00:15:26: Die Idee die ich hatte Und dann hatte ich corona war karantäne und mir war super langweilig und ich dachte jetzt fangen einfach an.

00:15:33: und Dann ist es da aus entstanden.

00:15:34: und das war tatsächlich Eine sehr intensive zeit weil ich habe den roman geschrieben.

00:15:40: ich hatte den ersten entwurf fertig im september quasi habe im oktober meine masterarbeit richtig angefangen zu schreiben dann die dann irgendwie bis märze oder so geschrieben und dann direkt mit überarbeitung gemacht.

00:15:51: also ich hab so anderthalb Jahre eigentlich nur durchgeschrieben von romanen masterarbeit noch mal roman und es hat sich natürlich auch eben gegenseitig so beeinflusst.

00:15:59: das thema amut beschäftigt mich auf schon mein ganz leben lang also ist jetzt nicht dass es durch die masterarbeit an so ein ding wurde sondern die idee davor und das ist sowas womit ich mich schon immer auseinandersetze.

00:16:10: von daher Ja, das so zusammengespielt.

00:16:14: Aber dass ich geschrieben habe war schon irgendwie... war schon immer klar ein bisschen.

00:16:19: Hat die Schule deine Rolle gespielt um noch mal so ein bisschen auch auf Schule zu sprechen und zu kommen?

00:16:25: Also die Schule hat jetzt nicht die liebe Literatur geweckt bei mir.

00:16:28: Ich komme schon aus einer sehr belesenen Familie.

00:16:31: Das heißt als Kind und Teenie hab ich super viel gelesen Und Schulektür war dann eher ein bisschen Last meistens.

00:16:37: Ich hab viel davon auch nicht zu Ende gelesen, um ehrlich zu sein Ja, ist fast peinlich.

00:16:43: jetzt mein Buch selbst.

00:16:44: Vielleicht eine Schullektüre wird aber umso besser.

00:16:47: vielleicht ja hoffentlich Aber es ist würde ich sagen.

00:16:53: also Ich habe auch ein ambivalentes Verhältnis dazu weil In manchen jahren fand ich deutsch und deutscher sich jetzt das fach was am ehesten nahe liegt.

00:17:01: an einem künstlischen schreiben oder generell anderen schreiben Habe ich.

00:17:04: da war ich teilweise weniger gut und weniger motiviert und teilweise sehr gut uns schon sehr lehrkraft abhängig würde ich sagen.

00:17:11: Also ich hatte, ich weiß noch in der fünften und sechsten hatte ich eine die mich auch motiviert hat irgendwie Geschichten zu schreiben und so wo ich so ein bisschen das als Thema auch hatte Und dann aber einige Jahre irgendwie In der mittelstufe war so durchhänger.

00:17:25: Ich meine es kann auch daran liegen dass es dann pubertät war und was ich was alles Aber da war deutsch doch eher nervig weiß ich noch und ich war nicht so gut und zwar hier also ein krampf.

00:17:34: und Dann aber zur oberschufe hin fand ich Deutschland wieder richtig cool eigentlich.

00:17:40: Ich fand die Auseinander dazu mit den Lektionen ganz gut.

00:17:43: Ich hab gemerkt, dass ich recht ein gutes Gefühl habe für Worte und mir dann gespart gemacht, das dann mehr so Essay und so war.

00:17:50: Und in der Bitteschufe war viel so grammatik oder so.

00:17:53: Zumindest in meinem Kopf und Koma und Großklein.

00:17:56: Das hab' ich gar nicht gemocht... ...und dann aber als es dann mehr wieder ins künstlerische Schreiben vielleicht kamen?

00:18:03: falls nicht künstlerisch, aber schon zum Teil konnte ich mich da so ein bisschen künstlersch ausleben in Gedichte nach Potentationen und irgendwelche Analysen und Essays.

00:18:11: Da hat es mir wieder Spaß gemacht.

00:18:12: dann war ich dann auch wieder besser und dann in der Oberschufe habe ich dann eben diesen positiven Schwung aus der Schule rausgenommen was Deutsch anging Was sicherlich anders gewesen wäre oder was sicherlich auch mit dem Buch zu tun hat weil ich glaube es wäre anders gewesen wenn ich eine richtig negative Erfahrung zum Schluss gemacht hätte in der Schule weiß ich gar nicht ob ich dann so Bock gehabt hätte noch weiter zu schreiben wenn ich jetzt irgendwie mega mega verkackt hätte irgendwie in deutschen berichtungsmärkte das macht mir gar keinen spaß oder Lehrer ist sehr demotivierend dahingehend oder so, dann wäre es sicherlich eine negative Auswirkung gewesen auch auf meinen künstler auszuschreiben.

00:18:46: So war das eigentlich ganz positiv und deswegen würde ich sagen so ein bisschen beides.

00:18:55: ja was glaube ich die Themen ... angeht, also auf eine gewisse Art natürlich.

00:19:00: Ich glaube ich habe mich auch in der Schule ne Form von Andersartigkeit erlebt... wie wahrscheinlich jeder Teenager aber eben auch auf so einem... ...sozioeconomischen Level vielleicht?

00:19:12: Dass da mich äh thematisch motiviert hatte über diese Themen zu schreiben.

00:19:15: Das kann man dann positiv oder negativ auslegen am Schule oder auf Gymnasien.

00:19:20: Ja total!

00:19:21: Ja danke, dass du das teilst.

00:19:23: Du hast ja eben schon gesagt, dass es um zwei Jugendliche geht.

00:19:27: Wie du in die Freiheit rauswerfen wolltest, rauslassen wolltest in deinem Text.

00:19:33: Hattest du Lust jetzt so ein bisschen genauer drauf einzugehen was so passiert ohne zu viel zu spoilern und sein Platz so ein bißchen zu erläutern damit man sich ein bisschen was vorstellen kann?

00:19:45: Und dein Roman

00:19:47: Ja voll gerne.

00:19:48: Also der Roman heißt vielleicht im Sommer und wir folgen vor allem Kian, der am Anfang in seiner Wohnung sitzt etwas entsehlt auf dem Sofa.

00:20:00: Und Polizei ist da, Sozialarbeiter sind da, man weiß nicht was passiert ist... ...und er kommt auf die Wache und danach wird ihm gesagt du musst jetzt erstmal ins Heim!

00:20:09: Wir sind kurz von den Sommerferien, ihm hat gesagt zumindest für die anstehenden Sommerfernen musst du hin und dann schauen wir mal kommt er ins heim und der hat so eine Einstellung aufgrund dessen was passiert ist aber auch aufgrund seines Lebens dass er kein Bock hat überhaupt irgendwo zu sein, aber vor allem auch nicht da wo er jetzt gerade ist.

00:20:29: Und er will alles hinter sich lassen und er ist sehr frustriert.

00:20:34: ich glaube Frust ist so eines der Hauptemotionen die ihn am Anfang trägt wahrscheinlich auch schon sein ganzes Leben.

00:20:40: er ist irgendwie sehr erfülltes der Fallen gelassen oder ist auch fallen gelassen und ist dann in diesem heim und beschließt dann relativ zügig, dass er weggehen will.

00:20:52: Er weiß nicht genau wohin aber er weiß das er weg muss und alles hinter sich lassen möchte.

00:20:57: Und dann bricht er aus und beim Ausbruch trifft er auf Marco der in dem Heim aufgewachsen ist und der auch beschlossen hat er will weg.

00:21:07: Aber im Gegensatz zu Kieran hat Marco ein Ziel nämlich er will ans Meer weil er erfahren hat an der Nordsee ...lebt eine Halbschwester von ihm.

00:21:16: Und dann brechen sie quasi zusammen aus, nachdem sie so übereinander gestolpert sind.

00:21:21: und dieses Meer hat auch irgendeine Bedeutung für Kieran weil er sich im Plattenbau immer irgendwie anders mehr gedacht hat als die Freiheit gedacht hat, der kann das Meer vielleicht sehen von seinem vierzehnten Stock aus...und dann beschließt er sich so mehr oder weniger verbündlich einfach mal erstmal mitzukommen und dann geht die Reise los.

00:21:39: Ich glaube, als Deutschlehrerin oder generell als Person die viel liest.

00:21:43: Aber ich glaube, Deutschleherin noch mal speziell bleibt der Vergleich irgendwie nicht aus und das hab' ich jetzt auch nochmal geguckt.

00:21:50: Steht hier sogar auf der Website beim Verlag in so einem Blöb.

00:21:55: Das ist an Chick erinnert!

00:21:57: Und jetzt sagst du es wird's auch für die Schulleck-Türe geben... ...und das ist ja also Chicksee an der Bücher was glaub ich mit am meisten In der Schule gelesen wurde und wird so in den letzten, ich weiß gar nicht wieviel Jahren.

00:22:14: Wann ist das erschienen?

00:22:14: Bis jetzt noch mal nachgucken aber es ist auf jeden Fall voll in den Schulkanon so übergegangen.

00:22:21: Nervt dich der Vergleich oder freut sich der Vergleich?

00:22:25: Also ich glaube ein bisschen beide so ganz ehrlich zu sein.

00:22:29: er freut mich hat mich gefreut.

00:22:30: Ich sehe den Vergleich!

00:22:31: Ich werde aber immer darauf angesprochen Und vielleicht ist die Menge die mich nervt nicht der Inhalt des Vergleichs Und eigentlich auch nicht die Menge, also ich finde es völlig okay.

00:22:39: Ich will jetzt auch nicht sagen dass du mich nervt.

00:22:41: Es ist nur seltsam, dass das immer da ist und eben wieder darauf der Website.

00:22:45: Das ist ja auch ein guter Vergleich, finde ich.

00:22:47: Also ich sehe den ja auch und... ...ich hatte Chick auch in der achten Klasse?

00:22:51: Ich glaube achte, mein Nächstes ist achte neunte.

00:22:53: Jaa!

00:22:53: Ich habe's auch an der achtem gelesen, glaube

00:22:56: ich.

00:22:56: Genau.

00:22:57: Also, ich glaub' ich hab´s auch in er achten gelesen und ähm... ...Ich habe auch während des Schreiben schon gemerkt ok, das ist ähnlich auf eine gewisse Art und Weise Das ist halt ein Road Trip von zwei Jugendlichen.

00:23:08: Ich glaube, manche Figuren sind auch noch ähnlich und manche Begegnungen vielleicht auf eine gewisse Art.

00:23:14: Aber ich würde sagen die Themen, die verhandelt sind schon nochmal auf jeden Fall anders... ...und der Schreibstil ist vielleicht ein bisschen introspektiver, ich weiß nicht ob du den zustimmen würdest.

00:23:29: Und ich glaube da sind schon noch Unterschiede da!

00:23:33: Also, jetzt klingt's doch durch mein Buch verteidigen müssen.

00:23:36: So ist es nicht!

00:23:38: Ich freu mich über den Vergleich weil ich Chick echt cool fand und auch gemerkt hab da das Schulektür vielleicht auch anders sein kann als ich dann Chick gelesen habe Und ich hab auch gemerkt dass ich davon inspiriert bin.

00:23:50: also ich stelle mich gerne in die Tradition von Wolfgang Herndorf oder von Chick mit meinem Buch Und ich glaub dadurch dass eben die Welt glaube ich geschrieben hat Chick aus Bielefeld Weil der Roman im Biele Feld ist wurde es dann auch noch mal von vielen anderen Medien oder Leuten auch nochmal aufgenommen und vergleichtigt.

00:24:07: Na, ich find's völlig okay!

00:24:09: Ich hab beim Lesen halt automatisch daran gedacht und glaube das liegt am Plot so und habe aber dann auch immer wieder unter den vielleicht auch an Aspekten die du gerade genannt hast Automatisch, und das fand ich eigentlich ein interessantes Reflektionsrahmen für mich selber bei der Lektüre darüber nachgedacht.

00:24:29: Dass wir jetzt auch in der Literatur und auch in den Besprechungen dieser Themen an einem anderen Punkt sind und dass man das eben in deinem Buch erkennen kann.

00:24:40: Und dadurch hat es sich dann wieder entfernt von diesen ersten Assoziationen die einen bestimmten Punkt der Lekteure einfach kam.

00:24:50: Das hat mich auch zu Nachdenken angedreht, was unterscheidet die Beziehung der Walden vielleicht auch von dem jetzt?

00:24:55: es liegt auch wirklich lange zurück dass ich das gelesen habe aber so von diesen Charakteren die ich damals kennengelernt habe sozusagen und das hat mich dann auch total interessiert weil ich glaube was ein großes Thema in deinem Text ist und du kannst gerne korrigieren is auf jeden Fall auch die Freundschaft und damit verbunden auch so Fragen Männlichkeit und so, die irgendwie deutlich davor kommen.

00:25:22: Das sind ja Themen, die uns auch in Schule aber auch gesellschaftlich gerade... sehr beschäftigen.

00:25:29: Also wie kann eigentlich so Freundschaft zwischen und gender das jetzt bewusst nicht, weil es bei dir um zwei Jungs geht?

00:25:36: Und weil es eben auch was mit dem Thema Männlichkeit vielleicht zu tun hat und Emotionen und Nähe und vielleicht auch Trauma und Verletzlichkeit usw.

00:25:47: stattfinden und kanns überhaupt stattfinden?

00:25:49: oder wo liegen da vielleicht auch die Schwierigkeiten, die deutlich werden inwiefern Dicht das beim Schreiben auch beschäftigt, weil ich glaube es steckt total in der Beziehung der beiden drin.

00:26:03: Ja auf jeden Fall!

00:26:05: Also das auf die Männlichkeits- oder auf das Männlichkeitsthema und die jungen Freundschaft wurde ich lange nicht angesprochen also bis jetzt.

00:26:11: erst kürzlich war sie in Schuttgart bei dem Interview hat eine zu erwähnen wo ich dachte okay interessant bisher war es irgendwie gar nicht so ein Thema bei Menschen wie ich geredet habe und jetzt aber vermehrt irgendwie und ich kann es voll verstehen Weil... Ich glaube für mich war mehr der Fokus, dass ich eine Freundschaft nachzeichnen will wie sie entsteht.

00:26:32: Also ich hab mir oft während des Schreibens aktiv Gedanken darüber gemacht Wie entsteht eigentlich so ne Freundschaft?

00:26:39: Und wie leise und wie sanft greifen so Zahnrädchen ineinander und am Ende entsteht ne Freundenschaft.

00:26:45: und was sind diese Momente die vielleicht ausmacht am Anfang einer Freundschaft?

00:26:50: Ich glaub es war mehr mein Fokus beim Thema Freundschaft Und dann dadurch, dass ich zwei Jungen gewählt habe.

00:26:56: Die wahrscheinlich ehrlicherweise gewählt hab weil ich selbst ein Junge bin und irgendwie das am ehesten vielleicht noch nachvollziehen kann... ...und auch generell sehr nahe an einen Kian-Pranden von Charakter war es gar nicht so eine bewusste Entscheidung.

00:27:10: Ich will über männliche Freundschaft schreiben in Teenager Alter oder so Sondern das war einfach über Freundschaft im Teenageralter schreiben und it happens dass meine Protagonisten jetzt zwei jungen sind weil ich selber ein Junger bin und dann habe ich das eben versucht nachzuzeichnen, aber für mich ist auf jeden Fall schon die Entwicklung in meinem Leben so dass sich eine sehr krasse Entwicklung gemacht hat hin zu einer Verletzlichkeit und Offenheit.

00:27:36: Und nee... Ich bin schon sehr verschlossen aufgewachsen wie wahrscheinlich viele Jungs vielleicht und sehr stoisch vielleicht um es mal so zu nennen ... fand.

00:27:51: Emotionen waren immer ein Zeichen von Schwäche.

00:27:54: Und... Also auch irgendwie eine Art von Selbstschutz war das sicher auch, aber hab mich wenig geöffnet eigentlich nie irgendwie erzählt was mich wirklich beschäftigt oder was mir wirklich Schwierigkeiten bereitet hat immer alles mit mir selbst ausgemacht.

00:28:09: Maximal vielleicht mal mit meinen Brüdern oder Geschwistern meiner Schwester drüber geredet, arg vielmehr war dann da nicht und habe dann irgendwann aber auch recht spät ich glaube es war dann schon mit neunzehn so das erste mal gemerkt, okay man vereinsamt extrem und ist nicht cool.

00:28:26: ich glaube damals war für mich schon noch das Bild wenn... also ich mache alles über selbst aus und wenn es klappt ist sehr auch cool und fein.

00:28:34: Und da habe ich dann das erste Mal gemerkt dass es noch cooler ist sich auch zu öffnen vielleicht und Menschen nah ranzulassen.

00:28:40: man macht sie natürlich eben verletzlich und kann selber ängstigend sein.

00:28:45: aber als war eine Entwicklung die ich quasi selber gemacht hab sehr extrem würde ich sogar sagen und die hat schon auch eine Rolle gespielt in dem Roman.

00:28:53: Ich habe das dann nicht unbedingt nur darauf zurückgeführt, dass ich männlich aufgewachsen bin sicher auch, ich glaube es sind aber auch viele verschiedene Bereiche, denen dazu kommen.

00:29:07: Aber so kam es quasi dann zustande, dass sich dieses Thema in den Roman verbaut habt und eben auch nachzeichnen wollte, dass Momente der Verletzlichkeit überfordern können.

00:29:16: Es gibt ein paar Momente, da hab ich das Gefühl wo Ich überleg grad, welcher vielleicht ganz gut ist um das zu spoilern.

00:29:22: Es gibt einmal einen Moment in dem Kian so sehr krass über seinen Schatten springt und so ein Vertrauensbeweis eigentlich Marco überreicht.

00:29:29: Und Marco reagiert relativ emotional weil er auch da schon bisschen anders tickt.

00:29:34: Und Kian ist so bevor mir die Situation dass er dann sagt ja jetzt ich hoffte holts nicht los oder sowas.

00:29:39: Also weißt du er ruht dann wieder zurück nach vorne zurück und das wollte ich schon nachzeichnen weil ich das gemerkt habe.

00:29:44: okay das so hab ich es auch erlebt.

00:29:46: Das Gute ist ja auch,

00:29:50: dass Literatur hat jetzt keinen pädagogischen Auftrag.

00:29:54: Dass das hier dann so irgendwie die Lesenden dann vielleicht daraus machen oder sich damit überlegen können was sie daraus mitnehmen aber das ist ja eben das Schöne daran also im besten Fall nicht für einen bestimmten Zweck dient oder so sondern eben auch eine Art Schwiegel der Gesellschaft ist oder Spiegel von denen, was Autorinnen und was du dann auch selber verarbeitest in deinem Schreiben.

00:30:20: Und verarbeiten willst oder was dich interessiert usw.

00:30:24: Das kann ja mit ein Grund dafür sein dass sich denn die Texte natürlich irgendwie ja in den gesellschaftlich, seitlichen historischen politischen Kontext irgendwie in dem sie entstehen einordnen.

00:30:38: Und das Spannende ist ja dass Sie trotzdem in der Vergangenheit spielen können und in der Zukunft spielen können, denn da eben dann alles offen bleibt und man dann irgendwie schaut okay was macht man damit?

00:30:50: Das erkennt man finde ich total gut in den Figuren und es hat mir ja mich total zum Nachdenken angeregt so während der Lectüre Also alles erkennen kann und was aber auch einfach mit Literatur ist.

00:31:03: Und jetzt bin ich ja nun mal Lehrerin, und ich denke viel tetagogisch und kann es sich so ganz ausschalten.

00:31:09: Deshalb ist das vielleicht auch ein Thema, mit dem ich mich gerade viel beschäftige, was dann bei der Lektüre eine große Rolle gespielt hat – was für andere auch ganz andere Schwerpunkte sein können beim Lesen?

00:31:20: Du hast eben schon gesagt, Präkarität, Armut spielt auch ne große Rolle überhaupt, die auch so Größe... Fragen des, ja auch vielleicht so der Selbstermächtigungen und so.

00:31:31: Und überhaupt sich irgendwie in dieser In-der-Welt zurückzufinden unter eher schlechten Voraussetzungen und das über Beziehungen aber auch über eigene Entscheidungen usw.

00:31:45: zu versuchen.

00:31:46: Da ich es jetzt mache ist vielleicht ein Versuch bei den Staaten oder so.

00:31:50: Wir haben das gar nicht abgesprochen.

00:31:52: Aber ich frage jetzt einfach mal, hast du auch noch was zu lesen?

00:31:55: Ich

00:31:55: kann auf jeden Fall was lesen, ja.

00:31:57: Vielleicht wird es ganz schön wenn wir ein bisschen was hören würden?

00:32:01: Okay dann... Dann lese ich.

00:32:03: Dann lse ich einfach mal Wir fangen an mit Kapitel eins.

00:32:09: Kian schweigt Er tastet die Narbe hinter seinem Ohr ab Die Aludecke, die ihm einen Sanitäter vor wenigen Sekunden über die Schultern gelegt hat Rutscht runter und fällt achtlos auf den Teppichboden.

00:32:21: Irgendwie sagt er die ganze Stat still da Keine Ahnung was mit dem los ist.

00:32:25: Der Polizist ritt zur Seite und macht Platz für den Sozialarbeiter, der vor wenigen Sekunden durch die Tür gekommen ist... ...und nun die Tapete betrachtet.

00:32:33: Da beahmte Muster, die nun dringt ab!

00:32:36: Das E-Trop!

00:32:38: Der dürre Mann rückt seine Hornbrille zurecht, löst seinen Blick von der Wand und wendet sich Kian zu.

00:32:43: Der Poliziist verlässt die Wohnung.

00:32:46: Hallo?

00:32:47: Also ich bin….

00:32:48: Ich heiße Erik.

00:32:50: Kian reagiert nicht.

00:32:52: Den Polizisten hat er von Anfang an nicht leiden können.. ..und auf die Floskeln eines Sozialarbeiters hatte er wirklich keine Lust.

00:32:57: Im Zweifel hatte sie sowieso schon etliche Male gehört.

00:33:29: Kian dreht sich weg und schweigt.

00:33:31: Den Namen der Sozialarbeiter hat er bereits wieder vergessen.

00:33:34: Sein Blick fällt durch die offenstehende Zimmertür auf sein Bett, daneben steht der roten Sessel den er vor zwei Jahren geschenkt bekommen hat... Er lächelt!

00:33:42: Sein Vater kam die Treppe nach oben gerannt, riss die Wohnungstür auf, warf seine Lederjacke samt Kippen, Kleingeld und Schlüssel auf Sofa und rief nach ihm.

00:33:50: Ich bin im Zimmer!

00:33:52: Eine Sekunde später stand er breit bei meinem Türrahmen.

00:33:54: Kian zog dir zusammen.

00:33:56: Meistens vermiede anklagende Worte, doch nach über zehn Jahren reichte ein Blick um zu erkennen ob es ein schlechter Tag dafür war oder einer dieser seltenen guten Tage.

00:34:06: Ey kannst du nicht anklopfen?

00:34:09: Ich habe unten was für dich stehen!

00:34:10: Kloppt ja nicht dass ich dir die Scheiße eigenhändig nach oben trage.

00:34:14: Kian klettet er aus dem Bett während sein Fahrteam einen Grinsen zuwarf...

00:34:18: Kian?!

00:34:20: Der Sozialarbeiter geht einige Schritte auf ihn zu und legt ihm zögerlich die Hand auf die Schulter.

00:34:24: Du musst mit aufs Revier!

00:34:27: Ich brauch mal nen Rucksack.

00:34:47: Hey!

00:35:01: Danke!

00:35:01: Das

00:35:02: ist der Anfang des Romans.

00:35:04: Ja, ich kann es mir ja super gut im Schule vorstellen als Buch.

00:35:10: Ich freue mich voll dass das also so gesehen wurde.

00:35:12: Es kommt ja nicht so oft vor, ne?

00:35:13: Es gibt ja echt einfach super viele coole Bücher wie man irgendwie liest oder gerade also die Beschäftigemächer empfehlen mit Büchern und denkt bei so vielen.

00:35:24: Es wäre so cool wenn die irgendwie in Schule stattfinden würden.

00:35:28: Und ich verstehe auch, warum das natürlich der Schritt ein bisschen kleiner ist dadurch dass es die Geschichte von zwei Jugendlichen ist.

00:35:36: Aber trotzdem super viel drin steckt und ich mir auch wirklich gut vorstellen kann, dass es gut funktioniert.

00:35:42: Trotzdem macht es ja auch was mit so einem Textwander zur Schulektür.

00:35:46: Da würde ich dir doch nicht fragen ob du auch ein bisschen Sorge... was dann mit deinem Roman passiert oder ob es wirklich erstmal nur so ein reines Licht drauf freuen ist.

00:35:59: Kann ja von allem so ein bisschen etwas haben, ne?

00:36:01: Sobald es irgendwie in so einen Kontext kommt.

00:36:05: Zuerst mal habe ich mich wahnsinnig gefreut und die Nachricht ist jetzt echt noch nicht so alt aber ich freue mich immer noch sehr.

00:36:11: Ich muss mal nachfühlen wie sich die Emotionen entwickeln je näher das dann vielleicht auch rückt oder je mehr das sich setzt.

00:36:17: Ja, also ich fühle mich wahnsinnig geehrt.

00:36:19: Das ist echt ein sehr besonders Angebot für mich.

00:36:21: richtig arg.

00:36:22: Ich finde es auch immer noch absurd irgendwie die Forschung weil... ...ich gefühle selbst noch sehr nah an den Schulitranten von meinem Alter und äh auch Also ich hab' selbst... Es wird dieses Einfach-Deutsch von Westermann rausgegeben Und ich habe die immer noch so vor Augen Weil ich die selbst haben als in der Antarte Und ich habs aber noch so im Kopf irgendwie und jetzt dann sich vorzustellen dass mein Buch das jetzt da auch rausgegeben wird und ich bin auch wahnsinnig gespannt, was quasi für Begleitlektüre die Leute erstellen.

00:36:51: Ich weiß doch gar nicht wie euch damit involviert werden oder nicht aber ich freue mich da mega drauf!

00:36:55: Und ich glaube, ich muss mich mit dem Gedanken anfreunden, dass viele Menschen das Buch dann vielleicht nicht mögen weil ich selbst als Schüler irgendwie... Also man begegnet lektüre eher oder ich bin lekturee eher negativ und eher kritisch begegnert.

00:37:12: Wenn ich sagen würde, wir müssen ein Buch lesen.

00:37:15: Gerade zwischen siebter und zehnteilte Klasse war es... Ich habe büchern oft wenig Chancel gegeben.

00:37:24: Und ich glaube das geht wahrscheinlich vielen Schülern so.

00:37:28: Vielleicht auch mehr Schüleren als Schülerinnen.

00:37:30: Als ich jetzt bei den Klassen war, habe ich oft eine Umfrage gemacht.

00:37:32: Wer liest denn?

00:37:32: Wer schreibt dann?

00:37:33: Und zwar echt krass!

00:37:37: Was für einen Unterschied ist.

00:37:38: zum Teil also Ich glaube nur ein einziger Junge hat sich in der Klasse gemeldet, dass er gerne liest oder es lernt lesen.

00:37:48: Und das habe ich mit mehreren beobachtet.

00:37:50: Von daher vielleicht ist auch da so ein Ding, dass man sehr kritisch stand, vielleicht schulekturig gegenübersteht?

00:37:54: Ich weiß nicht, weil man eh weniger liest und ich muss mich damit anfreunden, dass viele des Buchs nicht zu Ende lesen werden, kacke finden werden, sich aber aufregen, dass die Hausaufgaben machen müssen zum Buch und und und!

00:38:07: Ich glaube, sobald ich mich damit angefreundet hab... Es ist nur noch Freude, aber das ist etwas was natürlich auch in meinem Kopf drin schwebt.

00:38:15: Da ich mir vorstelle wie will der fünfzehnjährige Lukas diesen Buch begegnen und wahrscheinlich eher nicht so positiv?

00:38:22: Beuschwand!

00:38:23: Das kann ja vielleicht auch so das weitere schreiben und so ein bisschen beflügen... Who

00:38:28: knows?!

00:38:29: Was auch viel gedankt aufkommen bei einem selber.

00:38:33: Ich hätte ganz verspannt, dass du den Gedanken hast weil mein erster Gedanke ist so das es natürlich irgendwie mit dem Text was macht wenn der plötzlich so analysiert wird von so vielen Menschen.

00:38:45: also auch wenn ich Deutschlehrerin bin und Literaturwissenschaften studiert habe und so gibt es durchaus vor allem in so privater Lectüre und so viele Momente in denen ich so froh bin dass ich jetzt gerade nicht machen muss sondern texte einfach auch mal auch einfach mal ein Roman sein darf und so.

00:39:04: Und das macht natürlich was mit so einem Text, wenn es dann so Begleitmaterial gibt und wenn da irgendwie steht deine Biografie und dann wird es aufeinander bezogen, egal wie oft man sagt, dass ist der Text an sich und all diese Sachen.

00:39:20: Das finde ich halt auch voll spannend.

00:39:23: Ich bin jetzt niemand, der schreibt aber in der Vorstellung, wenn man so einen Angebot bekommt hört.

00:39:29: Und das ist ja auch unabhängig davon, du jetzt tatsächlich schon in so einem größeren Rahmen hast oder das passiert sondern es wäre ja auch so wenn ich jetzt einfach als Lehrkraft sagen würde Ja, ich lehfe das jetzt mit meinem Kurs oder so.

00:39:42: Das kann man ja auch machen ohne dass es so ein Materialpaket dazu gibt und dann passiert es ja trotzdem.

00:39:47: also da muss ja genau das was irgendwie total spannend sein kann was sich denn aus so Lectüre herausentwickelt und aus unterschiedlichen Perspektiven die auf den Text schauen aber der steckt natürlich auch immer irgendwie so eine Art von Spannung drin und das finde ich eben aus der Sicht derjenigen nicht mein Buch ist ja auch immer was persönlich ist und so, es einfach auch eine spannende Perspektive finde ich.

00:40:10: Was zur Autorin?

00:40:10: Was du sagst oder darüber denkst?

00:40:13: Ja, da habe ich nicht so viel nachgedacht, muss ich sagen.

00:40:16: Jetzt hast Du mir den Getränk in den Kopf gebranzt!

00:40:18: Sorry!

00:40:19: Ne, ist okay... Ich hab' auch nicht so viele Angst glaube ich missverstanden zu werden also.. Ich hab irgendwann am Anfang war's mir sehr wichtig, da hab ich immer gemerkt ok der Text entsteht zwischen dem Auto und dem Liter.

00:40:30: Das ist nicht dass ich irgendwie da so Also der gehört ja nicht mehr sondern erst entsteht irgendwie Irgendwo in meinem Kopf und im Kopf von dem Lesern irgendwo dazwischen entsteht der Text.

00:40:40: Und ich glaube da habe ich dann wenig Angst, dass jetzt irgendwie das Ding vielleicht den Text reininterpreziert werden, die ich nicht gut finde oder so.

00:40:46: Ich find es dann eher, glaub' ich, spannend... ...und an sich freue mich auch, dass diese Zielgruppe vielleicht erschlossen wird.

00:40:53: mehr dadurch, weil.. ..ich hoff', dass sie vielleicht ein paar damit erreichen kann, das wär... Das würde mich wahnsinnig freuen!

00:41:00: Weil jetzt gibt es sicherlich einen Großteil, der nervig findet Schulektüre zu lesen.

00:41:03: Aber vielleicht gibt's Vereinstin Teddy, das dann auch berührt ist... Ich glaube dass wenn mir fast wertvoll als von einem erwachsenden Menschen, wenn jemand in dem Alter von den Protagonisten ist und berührt wird.

00:41:15: Und ja, vielleicht werde ich auch an Schulen eingeladen, darauf hätte ich noch nicht mega Bock!

00:41:19: Das wäre auch noch positiv.

00:41:21: Ja, voll cool.

00:41:22: Ich bin voll gespannt davon zu hören und auch zu sehen wie das Material dann aussieht und so was da habt ihr bestimmt.

00:41:31: Cool!

00:41:32: Zum Ende... Also die Zeit verfliegt einfach immer so.

00:41:35: Man könnte es wohl ewig lange weiterquatschen aber die Leute können ja auch lesen und sich selber mit den Textausbildern da setzen.

00:41:45: Und mit hinter der Arbeit, aber zum Ende dürfen alle Gästinnen immer eine Hausaufgabe stellen.

00:41:50: Auch nicht!

00:41:51: Aber damit schnell vertreten.

00:41:53: Also auch an alle Zuhörenden die einfach so ein bisschen über die Gefolge über das Gespräch hinausweisen.

00:42:01: Es gibt ja eigentlich in wenigen Schulen, also zumindest in allen Sexschulen keine Hausaufgarben mehr... ...aber es ist so'n bisschen old school weil kleine Pause, dass man irgendwas macht damit es nach dem Outro der Folge nicht vorbei ist und dann vielleicht noch so ein bisschen mehr von der Folge mitnimmt.

00:42:21: Ja okay!

00:42:22: Das wusste ich eigentlich.

00:42:24: jetzt fühle mich trotzdem etwas über Rumpfelsche aber... Ich glaube ich hatte mir auch schon mal kurz Gedanken gemacht und darauf greifte ich jetzt zurück.

00:42:30: Ich hatte während des Studiums mal eine Übung gemacht.

00:42:32: die fand ich sehr cool.

00:42:34: das war so ne Art Stadtteilanalyse.

00:42:39: Ich glaube, also es war am Endeffekt was einfach nur ein Spaziergang eigentlich.

00:42:43: Mit einer Route oder durch einen Gebiet das ich mir davor überlegt habe wo ich noch nicht war vielleicht?

00:42:48: Oder wenig war zu dem Zeitpunkt und ihr könnt da gerne... Also die Zuhörer und auch du könnt da gern irgendwie ein Gebiet ausruhen wo ihr vielleicht wenig wart und vielleicht auch dass es als sozial schwach gilt oder so Und dann einfach einen Spaziegang machen und Architektur betrachten Menschen beobachten Vielleicht nehmen wir den kleinen Sturzitzbuch mit und versucht so ein bisschen die Sachen durch auffallen einfach oder was euch bewegt aufzuschreiben.

00:43:11: Das war, also es ging eine halbe Stunde oder so.

00:43:13: aber ich fand das richtig cool weil ich da durch Dinge wahrgenommen habe, die ich davon nicht wahrgenommen hab Menschen begegnet bin wo ich dachte okay, dem würde ich sonst nicht vielleicht begegnen oder hätte ich so nicht getroffen Und das war ne sehr besondere und sehr wertvolle Aufgabe für mich.

00:43:28: Also ist so ne Stadtteil Begehung.

00:43:31: Ja, voll cool Dankeschön.

00:43:34: Ich glaube, es wird auch so deutlich, dass wir über viele unterschiedliche Themen irgendwie angeschnitten haben und das eine ein bisschen in das andere reinfließt.

00:43:45: Und das kann man natürlich auch über die Folge hinaus noch so ein bisschen sich mit deinen Text auseinandersetzen, aber auch vielleicht während der Lectüre ein bisschen über genau diese Themen wie wir vielleicht auch am Anfang der Folge gesprochen haben nachdenken und so.

00:44:04: Auch überlegen welche Rolle deine Literatur zum Beispiel spielen kann Ja, finde ich auch auf so mehreren Ebenen spannend.

00:44:11: Das hat ja auch was beispielsweise mit Zugängen und so zu tun, auch was Lektüre angeht und so oder?

00:44:17: Also da merkt man auch wieder so diese ganzen Dynamiken die man am Anfang angesprochen haben hat und...

00:44:22: Ja stimmt dann!

00:44:24: Da gibt es viel!

00:44:25: Was war

00:44:26: denn noch weiter?

00:44:26: Es ist ein sehr langer Leben, das ist echt Wahnsinn.

00:44:29: Da gibt's ganz, ganz viel.

00:44:31: Ja,

00:44:31: aber man kann ja auch dir folgen und in der Arbeit folgen.

00:44:34: Und diese Folgen sind ja auch immer so kleine Impulse das zu tun.

00:44:38: Das freu ich mich voll dass du dir die Zeit genommen hast für das Gespräch und auf jeden Dank fürs Buch!

00:44:45: Ja danke für die Einladung.

00:44:47: Hat mich sehr gefreut und meldet euch bei mir also wenn ihr irgendwelche Fragen habt oder so.

00:44:53: Ich versuche eigentlich mal allen zu antworten.

00:44:56: Yay und wir verlinken natürlich alles in den Show Notes.

00:44:59: dann würde ich sagen Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

00:45:05: Ja, macht's gut!

00:45:07: Bye bye.

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