Kleine Pause

Kleine Pause

Begegnungen in der Teeküche

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00:00:00: Weißt du, vielleicht sieht man als Lehrerin oder als Sozialarbeiterin oder politische Bildner in nicht direkt die Frucht.

00:00:07: Aber das ist so ein schönes Gefühl wenn du dann nach wirklich Jahrzehnten Menschen wiedertriffst und sagst ich kann mich noch an den Wortlaut erinnern denen du mir gesagt hast Zellua kleine Pause

00:00:28: Begegnungen in der Tee Küche.

00:00:39: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge.

00:00:44: kleine Pause-Podcast Begegnungen in der Tee Küche.

00:00:47: Wie immer nicht in der Teeküche, aber ich sage es trotzdem und ich würde mich total freuen wenn du dich einmal vorstellen würdest so wie alle Gästinnen zu Beginn.

00:00:58: Ja auch von mir ein herzliches Hallo!

00:01:01: Vielen herzlichen Dank für die Einladung.

00:01:03: darüber habe ich mich sehr gefreut.

00:01:05: mein Name ist Selwa Selwa Mohammed.

00:01:07: meine Pronomen sind sie ihr Und Ich bin von Hause aus sozialarbeiterin Sozialpädagogin und in den unterschiedlichsten Bereichen der sozialen Arbeit schon unterwegs gewesen.

00:01:18: Und in der politischen Bildungsarbeit auch als Referentin bei IDA NRW, und habe jetzt seit Anfang des Jahres.

00:01:28: tatsächlich schon sitze ich auf einer Professur für Rassismuskritik & Empowerment an der dualen Hochschule Baden-Württemberg Standort Stuttgart.

00:01:38: Vielen Dank.

00:01:39: Du bist nicht aus Berlin, hey?

00:01:44: Aus der Alpenhochstadt würde ich sagen.

00:01:47: Aus Bonn!

00:01:48: Ja ganz genau und ich finde es immer schön wenn ich hier auch Leute aus NRW habe.

00:01:54: jetzt bin ich in Köln, Ida, NRW ist in Düsseldorf du bist in Bonn da wandt man doch ein kleines ganz gutes Netz hier in der Ecke.

00:02:05: Ich würde sagen, wir starten damit.

00:02:08: Also das habe ich dir glaube ich gar nicht gesagt aber ich hab das so ein bisschen dran gegeben mit diesen Satzanfängen zu Beginn des Podcasts.

00:02:15: Ich habe mir heute gedacht, ich gucke mal mal so'n bisschen die Art und Weise ab für unsere Folge, die es bei Shaya Hoffmann im Podcast immer gibt.

00:02:25: der spricht nämlich immer von oder fragt seine Gäste in immer einer Starkzeile die Gäste in der letzten Zeit beschäftigt hat oder die sie so mitbringen.

00:02:37: Und ich würde dich einfach nach einem Thema... dass irgendwas mit Schule zu tun hat, Fragen.

00:02:45: Dass dich vielleicht gerade in diesen Tagen tatsächlich also jetzt akut besonders beschäftigt.

00:02:51: Das hängt wahrscheinlich mit vielen Themen deiner Arbeit zusammen.

00:02:55: aber vielleicht fällt dir ja was ganz spezifisch ist ein, was dir da durch den Kopf geht?

00:03:00: Ja, Schule fällt alle ganz viel ein.

00:03:04: Ja vor kurzem wieder einmal so eine Meldung dass Deutschland in Bezug auf Bildung jetzt nicht gerade so den ersten Platz europaweit besetzt und dann wieder eine Schlagzeit marode Schulen in Deutschland.

00:03:21: Und da denke ich mir, ey Leute das sind genau die Peoples Kinder- und Jugendliche.

00:03:27: Das ist doch genau das Herz dieser Gesellschaft.

00:03:29: was geht bei uns ab?

00:03:31: Das sind so Meldungen, die springen ins Auge und gleichzeitig weiß ich das auch.

00:03:36: Auch aus dem Bereich der Schulsozialarbeit und den gefühlten Millionen Male in denen ich an Schulen in der ganzen Bundesrepublik war.

00:03:46: Und es macht mich ein bisschen traurig ehrlich gesagt weil ich mir denke... Meine Güte, unsere Kinder und Jugendliche müssen es doch wert sein so viel in sie rein zu investieren an Liebe, an Support, an Unterstützung, an Ressourcen.

00:04:04: Wir müssten es doch eigentlich besser für Sie.

00:04:06: Damit verbunden können wir direkt auch eine Verschränkung ja auch blicken in deiner Arbeit die Frage nach Bildungsgerechtigkeit, auch Klassismus Bildungssystem aus der sozialen Arbeit kommend, dann aber auch die Verschränkung mit Rassismuskritik oder Diskriminierungskritik im Allgemeinen.

00:04:27: Wenn man jetzt an deine Versuhr denkt hast du Lust so ein bisschen zu erläutern wie da so dein Weg war?

00:04:36: Weil das ja auch ganz spannend ist.

00:04:39: So eine Lehrstuhl gibt es ja auch nicht überall und so eine Stelle gibt's nicht überall.

00:04:43: Wie kann man sich das vorstellen und wie war so dein weg?

00:04:47: Was gibt es da vielleicht auch für Zusammenhänge?

00:04:52: Ich würde sagen, ein paar Informationen vorab.

00:04:56: Ich komme aus einer ziemlich liebevollen, aber jetzt nicht... Absolut nicht reichen Familie.

00:05:03: Also ich bin Arbeiterkind, Gastarbeiterkind.

00:05:06: Meine Eltern sind hierhin migriert nach Deutschland aus Marokko und das alleine regt schon tatsächlich Familienstrukturen also einerseits sich wirklich aufopfern um die Kinder kümmern und alles versuchen dass sie es besser haben als man selbst und da war Bildung ganz vorne mit dabei und andererseits aber auch zu sehen, das als Kind.

00:05:32: was für schwere Last auch die Eltern tragen müssen und er tragen müssen.

00:05:37: Also das heißt nicht nur für uns zu sorgen, sondern auch für weitere Familien mit Glieder in Marokko, knappe Ressourcen ... Zu sehen dass auch die Migrationsdepression anders kickt so ne?

00:05:52: Zu sehen, dass die Eltern auch dementsprechend zerrissen sind zwischen hier und da weil selbst noch Eltern in Maroko lebend deine Kindheit, deine Jugend und auch deinen Bildungsweg.

00:06:05: Und für mich war klar... Ich weiß noch nicht wie ich habe meine Struggles Stichwort Klassismus und Rassismus aber ich versuche meinen Eltern zumindest von dieser Seite aus keinen Kummer zu machen was absolut nicht einfach war, weil du ziemlich früh bereits schon in der Grundschule mit rassistischen Äußerungen konfrontiert warst und sich das quasi durchgezogen hat.

00:06:34: Und da ist mein Lebensweg einer von vielen... Das zeigt auch die Systematik dahinter und zeigt auch, wie schwierig es ist tatsächlich mit diesen Startbedingungen trotzdem bei der Sache zu bleiben.

00:06:52: Und bei den vielen, vielen Malen die du hinfällst und auch stolpern musst weil dir Beinchen gestellt werden.

00:06:59: Du trotzdem die Kraft irgendwie finden musst um zu sagen hey ich steh auf mach mir die Knie sauber, Krone richten weitergehen... hat sich dann durch meine Bildungsbiografie dann auch gezogen.

00:07:13: Grundschule, weiterführende Schule aber auch in Akademia nicht nur als Studentin sondern auch selber in dieser doch schon weißen Struktur arbeitend.

00:07:23: und am Ende kann ich sagen ja es war ein harter Weg definitiv der noch nicht beendet ist tatsächlich weil diese Strukturen einfach da sind die klassistisch sind die rassistisch Sind die auch antifeministische Perspektiven in sich tragen etc.

00:07:38: Aber Ich bin froh, dass ich durch diese Erfahrungen, die ich gemacht habe... ...dass sich einerseits nicht daran zerbrochen bin.

00:07:48: Also gänzlich zerbrochend bin.

00:07:50: also ich würde lügen wenn ich dir sagen würdest hat keine Spuren hinterlassen.

00:07:54: Stichwort was bin ich froh das ich nicht nur eine stützende Familie hab sondern auch eine Community mit Safer-Spaces die immer wieder mit mir gemeinsam Wunden geleckt haben weil zu schmerzhaft die Erfahrungen sind und waren.

00:08:07: Und diese Erfahrungen darüber bin ich froh, dass ich heute zu jüngeren Menschen sagen kann hey sag mal hast du vielleicht den Weg oder den anderen Weg versucht.

00:08:19: Weil ich muss wirklich sagen meist hatte ich diese Möglichkeit nicht das man mir sagen konnte weil meine Eltern schlicht und ergreifend diesen Wissensvorsprung nicht hatten.

00:08:29: es war eine fremde Gesellschaft in der sie irgendwie zurecht kommen und selber Rassistiserfahrungen gemacht haben, versucht haben sich zu ducken sie wegzulächeln wie halt die erste Generationen meist diese Überlebensstrategien gewählt haben.

00:08:44: Und auch immer total verstört waren wenn ich meine Beschwistern gesagt habe nein da muss man jetzt was sagen bitte nicht mach keine Probleme verhalt dich ruhig sonst wird die Lehrerin der Lehrer dich dann auch zu spüren lassen dass das nicht richtig war.

00:08:58: und am Ende des Tages muss ich es sagen Sie sind und wahrenweise dementsprechend auch diese Erfahrung gemacht, dass wenn du dich dann auflehntst und sagst das ist eine Ungleichbehandlung die mir gerade wiederfahren ist.

00:09:10: Warum kriege ich denn in der Sominote jetzt weniger?

00:09:13: Wobei ich doch inhaltlich und auch vom Mitmachen immer mitgemacht habe und sogar die Klasse das bezeugen konnte trotzdem du diese Macht gespürt hast nach dem Motto ja weil ich es kann!

00:09:24: Es ist schon sehr komisch heute zu sagen Hey und jetzt bist du auf der Lehrendenseite, auf der anderen Seite.

00:09:33: Und gleichzeitig habe ich mir geschworen sollte es mal so weit kommen.

00:09:38: Das war auch ein Grund warum ich ziemlich früh auch mit Lehrer angefangen hab an verschiedenen Hochschulen dass sich versuche all meine Ressourcen die mir zur Verfügung stehen das ich immer eine Gatekeeperin sein möchte für Menschen und da ist es mir egal woher sie kommen, woran sie glauben.

00:09:53: Und wie Sie sich orientieren im Leben dass ich den Menschen sehe und ihm sein Grundrecht auf Bildung nicht verbocke oder verbauere sondern versuche eine Brücke zu sein und zu unterstützen wo es nur geht.

00:10:07: das habe mich wirklich ganz ganz ganz früh geschworen weil aus Erfahrung auch weiß wie's ist wenn du lost bist wenn du keine Ahnung hast Du einfach diese Wissensvorsprünge nicht hast.

00:10:21: Oder wenn du siehst, dass dir gerade wirklich ein Strick aus irgendeiner Aussage oder sonst was gemacht wird als Schülerin?

00:10:27: Was für eine Ohnmacht das ist?

00:10:29: Oder schlicht und ergreifend nicht zu wissen, dass es Ressourcen gibt oder Ressurzen für Bildung nicht zugänglich sind?

00:10:36: Dass ich mir geschworen habe – Das, was ich habe, das werde ich teilen!

00:10:40: Und da mischt dich einfach eine Brückenbauerin sein und meine Studis wirklich supporten, unterstützen und anfeuern.

00:10:49: Und die, die ihre Schwierigkeiten haben zu unterstützen tatsächlich ihren Weg weiterzugehen den sie gehen

00:10:57: möchten.".

00:10:58: Ich habe immer so ganz viele Ideen oder Gedanken während des Zuhörens.

00:11:04: jetzt gerade hab ich gedacht Geldkeeperin sein das kann man ja in unterschiedlichsten Bereichen So, also das hättest du ja auch wählen können.

00:11:15: Also ich sage das jetzt bewusst in Anfangsstrichen weil es gerade nicht immer alle Wahlmöglichkeiten und so gibt.

00:11:20: aber du hattest ja auch sagen können Ich gehe in einen anderen Bereich.

00:11:26: Also keine Ahnung, sagen wir, ich mache jetzt irgendein random Beispiel ne?

00:11:30: Du wärst in Richtung Journalismus oder sowas gegangen oder keine Ahnung zum Fernsehen Und hättest da in Anführungsstrichen Karriere gemacht?

00:11:41: Also ich muss das jetzt ein bisschen aufmachen, um zu erklären wo ich hin will.

00:11:43: Um da dann eine innige Rolle einzunehmen.

00:11:46: wenn man quasi diesen Bildungsaufstieg... Da kann man ja auch immer so ein bisschen darüber diskutieren weil es auch immer für was bestimmtes steht und so.

00:11:55: Und gerne genutzt wird als Narrativ.

00:11:57: aber wenn du's geschafft hattest im anderen Bereich Hättest du das ja genauso wählen können.

00:12:02: Und es ist ja schon auch eine Herausforderung, zu sagen ich beschäftige mich eben dauerhaft mit den Themen die mich vielleicht auch als Person so persönlich betreffen und in meiner Laufbahn in Anführungsstrichen getroffen haben.

00:12:18: Das ist ja auch irgendwie was... womit man vielleicht manchmal harte hat, oder wie geht es dir damit?

00:12:25: Wich ist das so ein bisschen die Frage zu sagen.

00:12:27: Ich mache das eben genau in dem Bereich der auch sehr viele Überschneidungen zu mir als Person und meine eigenen Geschichte hat.

00:12:37: Da steckt ja vielleicht drin, dass man dann eben sehr viel mitgeben kann.

00:12:41: Aber immer auch eine große Herausforderung weil man sich ja nie von diesen Themen löst.

00:12:46: also wenn man es auch zum Beruf macht und dann sogar zu in der Lehre sich tagtäglich damit beschäftigt was sind so deine Gedanken dazu?

00:12:58: warum machst du es vielleicht trotzdem oder besonders deshalb?

00:13:03: Ja,

00:13:03: du hast recht.

00:13:03: Es hätte auch ein anderer Bereich werden können aber für mich war eigentlich so diese soziale Schiene ziemlich früh ziemlich deutlich.

00:13:11: ich möchte mit Menschen arbeiten.

00:13:14: Ich möchte aber auch tatsächlich an Schnittstellen arbeiten.

00:13:19: die soll jetzt nicht übertrieben klingen Aber ich finde schon Die einschneidend sein können Für die Vita von den Menschen und das ist Schule also.

00:13:32: Also wer Schule als Mikrokosmos unterschätzt, hat einfach nicht verstanden.

00:13:38: Was Schule bewirken kann und was diese eine Person in diesem Bildungssystem verändern kann an Lebensläufen die einfach mal kommt und sagt hey ich glaub an dich oder das machst du gerade richtig toll oder weißt du was?

00:13:54: Ich hab gesehen brauchst Support.

00:13:56: wie kann ich dich unterstützen?

00:13:57: Das ist so wichtig.

00:13:59: uns zeigen so viele Menschen wie krass diese Auswirkungen waren sowohl in positiven als leider auch negativen.

00:14:08: Für mich war auch ziemlich deutlich, dass die Arbeit mit Menschen alleine nicht lang, sondern man auch Gesellschaft im Blick haben muss.

00:14:17: und soziale Arbeit ist tatsächlich auf diesen Mikro- und Makrovebenen unterwegs.

00:14:32: Weißt du?

00:14:34: beschäftigt sich ja auch mit diesen Transformationen von Gesellschaft, aber gleichzeitig ist es ganz nah am Menschen und Fußnote.

00:14:43: Soziale Arbeit muss auch kritisch reflektiert werden.

00:14:46: also soziale Arbeit ist auch sehr machtvoll und sozialearbeit ist nicht automatisch auf der Seite der Guten.

00:14:53: um mit Kapler zu sprechen das muss man kritisch reflektieren aus einer machkritischen Perspektive.

00:14:58: also das ist völlig klar Und das zeigt sich so sehr, dass wenn du es nicht machst, wie kannst du wirklich einen Professionsdilemma vor dir haben kannst.

00:15:10: Also beispielsweise Stichwort Schulsozialarbeit?

00:15:13: also Wie schnell bist du eigentlich schon dabei deinen eigentlichen Auftrag als Menschenrechts?

00:15:19: basierte Profession über Bord zu werfen, wenn du dich dahin gehen verleiten lässt.

00:15:27: Dass du ausschließlich beispielsweise für den Rektor und die Lehrerinnen da bist anstatt zu checken was eigentlich dein Auftrag ist.

00:15:34: also das muss man kritisch reflektieren.

00:15:36: Und für mich war das soziale Arbeit verbindet diese drei Ebenen und kann tatsächlich dazu genutzt werden auch im Mikro-Kosmos Schule Tatsächlich, und wenn es nur kleine Sachen sind auf dem Weg zu bringen.

00:15:50: Und tatsächlich auch Kinder- und Jugendliche da abzufangen wo sie sind in einem Zwangskontext letzten Endes ist klar Aber tatsächlich auch Impulse setzen zu können, die vielleicht diese Kinder und Jugendliche tatsächlich supporten.

00:16:07: Und ja siehe da.

00:16:09: also es ist schon richtig nice wenn du dann durch die Straße gehst sondern du bist so angetippt von gefühlt ne zwei Meter Menschen der sagt er kannst du dich noch an mich erinnern?

00:16:18: Dann lacht die Person und du erkennst diese lächelnden Augen wieder und dann sagst du ey krass Das habe ich verpasst, also ziemlich groß geworden.

00:16:27: Und er sagte ja Dankeschön!

00:16:29: Weißt du noch als du mit deinem Projekt an unserer Schule warst und ich zu dir in die Sprechstunde gekommen bin aufgrund von antischwarzem Rassismus durch einem Lehrer?

00:16:36: Das hat mich total supportet und deine Hinweise haben mich total supported und ich wollte nur sagen hey noch ein Semester da bin ich fertig, hab' mich für soziale Arbeit entschieden.

00:16:45: wenn ich mir denke so Ja so kann es auch laufen voll cool.

00:16:49: und dann denkt man sich so Weißt du, vielleicht sieht man als Lehrerin oder als Sozialarbeiterin oder politische Bildner in nicht direkt die Frucht.

00:16:58: Aber das ist so ein schönes Gefühl wenn du dann nach wirklich Jahrzehnten Menschen wieder treffst und sagst ich kann mich noch an den Wortlaut erinnern denen du mir gesagt hast Zellua Du hast das schon das gesagt Und guck mal heute stehe ich da und ich möchte einfach nur Danke sagen.

00:17:19: Darum machen wir so wichtige Arbeit als LehrerInnen und als SozialarbeiterInnen im Mikrokosmusschule.

00:17:26: Wir können wirklich sowohl zum Guten, als auch leider zum Schlechten Lebenswege dementsprechend verändern.

00:17:33: Und darum ist das für mich... bei aller Betroffenheit, also wir werden immer betroffen oder getroffen sein.

00:17:41: Es ist für mich eine Entscheidung gewesen tatsächlich in diese soziale Schiene zu gehen, in diesen Bereichen zu arbeiten mit vulnerablen Gruppen zu arbeiten weil das für mich auch mein Menschenbild widerspiegelt.

00:17:55: Ich bin der festen Überzeugung Also wirklich nicht so daher geredet sondern wirklich die tiefste Überzeugungen im Herzen dass sie würde der Menschen unantastbar ist, ganz gleich was jetzt erst einmal dieser Mensch an Päckchen mitbringt.

00:18:12: Die Würde ist unantaskbar?

00:18:13: Punkt!

00:18:14: Darüber wird erstmal nicht debattiert.

00:18:17: Ich kann mich an deinem Gesagten und an deiner Handlung abarbeiten.

00:18:20: So what?

00:18:21: Ist klar so aber deine Würde bleibt unantasterbar.

00:18:26: Das prägt mein Menschenbild und das ist meine tiefste Überzeugung, für die ich auch wirklich einstehe – sehr korrekt einsteh''.

00:18:33: Und das ist für mich mein Motor.

00:18:35: Warum ich das mache?

00:18:36: Was ich heute

00:18:36: mache.".

00:18:42: Verwobenheit in diese Themen, also ich meine wir sind alle in diesen Themen verwoben.

00:18:46: Aber aufgrund einer gesellschaftlichen Positionierung eben auch mehr oder weniger schmerzhaft oder gewaltvoll oder wie auch immer oder eben privilegiert auf der anderen Seite aber eben auch eine ja eine nicht nur anstrengende Position dann ist.

00:19:04: Also das sich Dändige damit auseinandersetzen hat ja auch was für einen selber Reflexion des Wo stehe ich in dieser Gesellschaft und so.

00:19:14: Und also, ich finde es ist schon immer eine spannende Frage weil ich kann diesen Gedanken verstehen das Leute sagen warum begibst du dich dann da rein?

00:19:22: Und immer wieder diese Themen und immer wieder sich auseinandersetzen mit den Ungerechtigkeiten dieser Welt und ich find's schon wichtig da auch mal drüber zu sprechen und auch so ehrlich irgendwie darüber zu sprechen was ja nachvollziehbar ist nur zu sagen Also ich kann auch Menschen verstehen die sagen Kann es nicht, das ist nicht mein Ding.

00:19:40: Dafür habe ich vielleicht auch zu viele Dinge erlebt die mich eher von diesen Bereichen fernhalten so und dass man ein bisschen salopp auszudrücken.

00:19:50: Wenn wir jetzt schon da reingehen würde mich auch interessieren wie du damit umgehst.

00:19:54: Das jetzt auch so ein bisschen Lehrer in aka leere deep talk.

00:19:58: Ich höre im podcast immer wieder Und auch für mich selber oder auch in Gesprächen generell diesen take Wie wichtig ist und ich stimme dem auch total zu, dass man im Kleinen so viel verändern kann.

00:20:12: Und wie viele diese Dinge in deinem Beispiel jetzt gerade für Personen bedeuten können die dir dann irgendwie auf ihrem Schulweg über den Weg gelaufen sind und sich da bestärkt gefühlt haben oder gesehen gefühlede haben usw.. Ehrlicherweise habe ich auch immer so ein bisschen diese Gegenseite im Kopf, dass mich das teilweise unter Druck setzt.

00:20:39: Weil ich auch weiß als Lehrerin es gibt ganz viele Menschen in dem Raum die ich eben nicht erreiche egal.

00:20:47: Also so Reality Check ne?

00:20:48: Ich bin nicht für alle meine keine Ahnung... mich viele hundert Schülerinnen, diese eine Person egal wie viel Mühe ich mir gebe und es gibt ja durchaus auch SchülerInnen die mich einfach nicht mögen aus irgendwelchen anderen Gründen mit denen ich auf einer Sachebene vielleicht fair begegne und so für dich auch gerne irgendwie diese Rolle übernehmen würde aber nicht kann.

00:21:13: Die ich gerne bestärken würde.

00:21:15: aber der Zugang ist nicht da das menschlich ganz unterschiedliche Gründe haben.

00:21:20: Denkst du darüber auch immer mal so ein bisschen nach, weil gerade wenn man in vielen Bereichen sowohl auf einer sachlichen und fachlichen Ebene unterrichtet oder lehrt?

00:21:32: Und dann aber gleichzeitig ja auch auf der Beziehungsebene mit den eigenen Studierenden oder eben Schülerinnen Dann ist das ja manchmal wie so ein bisschen so'n Doppelwopper.

00:21:41: Also ich bin nun auch Pädagogik-Lehrerin und deshalb kenne ich dieses Gefühl irgendwie, dass es manchmal so n bisschen absurd ist zu wissen, dass man über solche Themen spricht.

00:21:50: aber auch weiß ja einige erreiche ich jetzt damit Und die hören vielleicht auch Dinge zum ersten Mal sind dadurch bestärkt bekommen irgendwie Vokabeln oder Wissen oder Ja da werden so Räume eröffnet und andere eben auch Gar nicht so, weil das eben gerade... ...nicht passt.

00:22:08: Wie ist es bei dir somit Studierenden?

00:22:10: Spürst du das auch und wie gehst du dann damit zu um?

00:22:14: Ist das auch was, was in deinem Nachdenken irgendwie stattfindet.

00:22:17: oder sagst du ja, dass ist einfach so Teil der Realität und das hake ich ab so?

00:22:25: Ja also das ist auf jeden Fall immer die Herausforderung bei aller Fachlichkeit, da sind einfach Sachen die man nicht beeinflussen kann.

00:22:36: So wirklich sympathisch oder nicht sympathisch.

00:22:40: Mit mir kann die Person nicht.

00:22:42: Triggert ich die Personen allein vom Aussehen her?

00:22:46: Das sind so viele Sachen, die habe ich nicht in der Hand.

00:22:48: Darum versuche mit den Sachen zu arbeiten, die ich in der hand habe wie beispielsweise Räume öffne und versuche diese zu halten dass ich versuche zu Signalisieren auszusprechen, dass wenn ich gebraucht bin da bin.

00:23:06: Wenn es beispielsweise Fragen gibt das sich natürlich auch nach der Lehre zur Verfügung stehe und es kann schlicht und ergreifend immer nur ein Angebot bleiben eine Einladung.

00:23:20: Und ich habe auch gesehen, dass Menschen manchmal auch so ein paar Semester brauchen überhaupt sich zu überwinden oder zu trauen Denken, oh Gott was will die jetzt von mir?

00:23:30: oder wie wird sie denn von mir denken wenn ich jetzt in diese besagte Sprechstunde komme und frage.

00:23:37: Man möchte ja auch so einen guten Eindruck hinterlassen

00:23:40: etc.,

00:23:40: wo ich sage Leute also absolut nirgends.

00:23:43: das ist ganz im Gegenteil es ist richtig groß und stark und mega Wenn man sagt hey Ich trau mich mal und sucht das Gespräch Und es ist am Ende des Tages ein beratendes Gespräch Und wir können dann gemeinsam die Kaffee zusammenstecken und gucken, wie kann ich dich am besten supporten.

00:24:02: Also die Sachen wo ich vermeintlich oder denke ich hätte ein bisschen Einfluss darauf also Gesprächskanäle zu eröffnen auch visible zu machen so ne wie, was ist mein Verständnis von miteinander in den Dialog zu kommen.

00:24:20: Dass das auf eine wertschätzende Art und Weise passiert dass wir die Menschen würde voneinander schützen und beschützen und wir uns sehr gerne an dem gesprochenen Wort abarbeiten können ohne die Würde des anderen zu verletzen etc.. Ich versuche mit diesen Tools zu arbeiten.

00:24:38: alles andere was in den Personen abgeht, kann man vielleicht nicht direkt beeinflussen.

00:24:44: Aber meine Tür bleibt auch offen und das beispielsweise hat mich auch gelehrt und hat mir auch gezeigt dass Menschen einfach Zeit brauchen manchmal und wenn sie denn darauf zurückkommen dann ist wirklich sehr schöne Gespräche gewesen sind.

00:24:59: Und es gibt Menschen die lehnen dich grundsätzlich ab weil du beispielsweise nicht deren Weltbild entsprichst.

00:25:08: Weil sich schlicht und ergreifend meinen, dass Personen die so aussehen wie ich einfach nicht in ihr Weltbild passen.

00:25:17: Und das ist okay!

00:25:18: Das ist völlig in Ordnung.

00:25:20: Das können die Menschen für sich entscheiden und nichts sage.

00:25:22: Du kannst sehr gerne auch weiterhin dieses Weltbild vertreten aber wenn wir miteinander ins Gespräch kommen versuchen wir einander nicht zu verletzen indem wir versuchen eine Grundlage, eine professionelle Grundlage zu finden auf der wir uns austauschen können.

00:25:37: Und du wirst ganz egal und wie du zu mir stehst in mir eine Unterstützerin finden.

00:25:45: Wenn du das nicht annimmst ist das absolut in Ordnung und es ist deine Entscheidung und das respektiere ich mega!

00:25:51: Das ist okay so da muss man wirklich bei sich bleiben.

00:25:55: tatsächlich und dass bei sichbleiben habe ich auch sage ich mal lernen müssen über die Jahrzehnte, also nichts was sich jetzt irgendwie direkt an der Hochschule abholen durfte.

00:26:09: Sondern da sind wirklich sehr viele Reflektionsschleife drin Erfahrungen mit unterschiedlichen Menschen Settings selber ein bisschen wachsen können selber Fehler machen können lernen können kritisch reflektieren können sich von Sachen verabschieden neues Lernen.

00:26:26: Und ich bin immer noch im Lernen.

00:26:28: Ich bin so dankbar dafür für jeden einzelnen Tag, den ich habe um lernen zu dürfen und wachsen zu dürfen.

00:26:34: Und ich sage immer zu den Menschen die mit mir zu tun haben bitte seid nachsichtig mit mir auch!

00:26:39: Ich bin Teil dieses lernenden Raumes und es gibt ganz viele Sachen, die ich auch mal wieder mitnehmen darf.

00:26:44: Dafür bin ich sehr, sehr dankbar wirklich.

00:26:48: Paul das hat ja viel auch mit zum Nachdenken über eine Lehrerinrolle oder eine Lehrendenrolle und so zu tun.

00:26:57: Das würde ich auch sagen.

00:26:58: Ich bin seit Jahrzehnten an der Schule.

00:27:04: Und ich merke das immer wieder, das klingt ein bisschen old school.

00:27:09: Das soll ja nicht wertvoll machen, wenn Leute noch nicht so lange dabei sind.

00:27:13: Das will ich damit gerne nicht abwerten oder so.

00:27:16: Aber ich merken an mir selber, dass klar ... Erfahrung hat da schon ihren Wert so, weil man eben immer wieder so merkt.

00:27:25: Also als ich am Anfang in die Schule gegangen bin, dachte ich ... Da war ich ja auch noch viel, viel jünger und dachte so Ja klar müssen alle mich irgendwie cool finden!

00:27:32: Und ich bin eine junge Lehrerin und keine Ahnung, der war mein Bild ein ganz anderes und es hat voll was mit mir gemacht, als ich das erste Mal gemerkt habe oh Das ist ja gar nicht so.

00:27:41: Es funktioniert ja gar nie so, es sind sehr viele Menschen und manche von denen finden das was ich mache halt irgendwie nicht cool und haben nicht den Bezug zu mir als Person.

00:27:51: Und das ist etwas, was wir in diesen Berufen auch erst mal erkennen müssen.

00:27:55: Das erkennt man halt in der Praxis und nicht unbedingt in der Theorie.

00:27:59: Also da war ich voll dabei!

00:28:01: Wie kann man sich denn... Ich weiß nicht, ob das so klar ist.

00:28:05: Das finde ich schon auch spannend.

00:28:08: Dein Alltag vorstellen in der Lehre also mit was für Themen setzt man sich da dann tatsächlich so auseinander?

00:28:15: Was gibt es für verschiedene Seminare?

00:28:18: Also das haben wir ja vorhin schon mal ein bisschen angesprochen.

00:28:21: Das ist ja schon nicht so dass es an jeder Uni einen Lehrstuhl für Rassismuskritik beispielsweise gibt oder an jeder Hochschule.

00:28:30: Das wäre glaube ich ganz interessant da mal so ein Bild zu zeichnen, was es denn bedeutet.

00:28:39: Ja also die Themen mit denen ich mich auseinandersetze surprise surprise sind jetzt nicht mit den schönsten.

00:28:45: tatsächlich Wenn du zur Rassismus-Kritischsozialen Arbeit forscht, dann bist du eigentlich in mitten von Ungleichwertigkeitsideologien.

00:28:55: Also Rassism ist jetzt eine Form oder Rassistmin als Formen von Ungreichwertigkesideologin.

00:29:01: und sage ich mal ganz kurz zum Knab und die Kritik daran ist die kritische Reflexion aber auch einen Weg zu finden.

00:29:08: Das finde ich auch ganz wichtig.

00:29:10: Wir reden sehr gerne über alles, was so schiefläuft und was so doof ist und was nicht klappt und problematisch ist.

00:29:17: aber für mich es ist auch eine wichtige Form des Nachdenkens wie können wir denn tatsächlich das Zusammenleben dementsprechend so gestalten?

00:29:28: Und es wird niemals rassismusfrei sein genauso wie es auch niemals barrierefrei sein kann sondern sensibler damit umzugehen Ärmer an dieses Phänomen wahrzunehmen und zu schauen, wie können wir tatsächlich berückenbauen der kritischen Reflexion einerseits aber auch die Übersetzung in das Handeln.

00:29:51: Also ein Rassismus-kritisches Handeln.

00:29:53: Und wer meint, da bräuchte man nur eine imaginäre Gruppe dafür?

00:29:57: Da hat den Gong nicht gehört, sondern wir brauchen die ganze Gesellschaft dafür.

00:30:01: Darum betone ich auch sehr gerne inmitten dieser Umgangsstrategien auch solidarische Bündnisse und Allianzen.

00:30:09: Allyship ganz wichtig, Empowerment ganz wichtig!

00:30:13: Und da einfach auch eine Zukunftsvision zu spinnen.

00:30:17: weißt du wie sprechen immer zurecht über das, was jetzt gerade mega schiefläuft und bei Leibe nicht nur in Deutschland.

00:30:24: Das ist ja ein transnationales Phänomen.

00:30:27: Aber ich sage okay es wichtig aber wie schwer ist es denn tatsächlich wenn du den Menschen sagst hey wir würden dann eine coole Gesellschaft aus deiner Perspektive ausschauen?

00:30:39: Was bräuchtest du denn dafür?

00:30:40: oder was müsst auf jeden Fall gegeben sein?

00:30:43: Da hardern die Menschen wirklich mit sich selber und überlegen richtig lang.

00:30:46: Weniger, überlegen sie wenn man fragt so was läuft hier gerade richtig mies?

00:30:51: Und dann kommt so bam-bam-bamm.

00:30:53: Rattern die alles runter!

00:30:55: Wenn es aber um Zukunftsvision geht wie soll's denn sein?

00:30:59: Dann brauchen die Menschen richtig lang und das möchte ich auch in meiner Lehre fördern dass wir Natürlich über die Phänomene sprechen, aber gleichzeitig auch eine Zukunftsvision spinnen um dann auch tatsächlich handlungsfähiger zu sein.

00:31:15: Und ich meine vor allen Dingen wir im Bereich der sozialen Arbeit in der politischen Bildungsarbeit und in der pädagogischen Erziehungswissenschaften.

00:31:22: wenn wir keine Zukunfts vision haben Dann ist schwierig, so ne?

00:31:26: Also dann ist wirklich schwierig.

00:31:28: Darum finde ich das ein richtig wichtigen Punkt.

00:31:31: Es geht ja bei mir tatsächlich nicht nur um pure Wissensvermittlung.

00:31:36: Theorie ist mega wichtig Zum Einordnen ist klar aber auch zum Erkennen von Phänomenen, von Formen und so weiter.

00:31:44: Und sofort von Rassismenformen und dementsprechend die theoretische Einbettung in all diese Theorien, die damit verstrickt sind zu erklären was denn Rassismus oder was Rassistmen dann sind am Ende des Tages?

00:32:00: Aber ich verbinde das natürlich auch mit einer kritisch-reflexiven Auseinandersetzung, mit Professionalität in der sozialen Arbeit.

00:32:06: Professionelles Handeln, Professionsverständnisse.

00:32:10: und meine Erfahrung ist – und das beileibe nicht nur jetzt sondern auch an anderen Hochschulen, an denen ich war – dass Studierende der soziale Arbeit und okay geschenkt erstes Semester kein Problem aber sogar bereits kurz vor der BA, kurz vorder Bachelorthesis Da ist es schon ein bisschen stolpern und sagen so, okay krass.

00:32:34: Profissionsverständnis was war das nochmal?

00:32:36: Ein professionelles Handeln, was ist noch mal so wichtig, was gehört dazu?

00:32:42: Und ich sage, dass ist richtig, richtig, wichtig zu wissen nicht nur wogegen ich stehe sondern auf welchem Grund ich steh.

00:32:50: Und da natürlich auch nochmal eine rassismuskritische Reflektionsfolie mit einzubauen.

00:32:57: Und bei Leib ist es nicht die einzige Folie, also mit Verlaub.

00:33:00: Es ist jetzt das, womit ich mich so speziell auseinandersetze.

00:33:05: aber wo bleiben wir denn bei der Ableismuskritischen oder bei der Antisemitismuskritische Folie

00:33:10: etc.,

00:33:11: Pp oder auch antifeminismuskritischer Folie?

00:33:14: Also all das versuche ich natürlich immer wieder in meiner Lehre anzureißen wie wichtig das ist um tatsächlich dann eine Reflektion der eigenen Professionalität und der Professionellung Halt schon rein zu gehen, weil wir natürlich auch sehen.

00:33:29: Wir sind längst nicht mehr in einer Diskursverschiebung nach rechts.

00:33:32: Wir haben eine Diskursgewöhnung und dementsprechend geht das durch alle Ebenen die ich bereits erwähnt habe, Mikromese- und Makroebene.

00:33:40: Und dementsprechen kann soziale Arbeit und Sozialarbeiterinnen können sich nicht aus diesen Entwicklungen rausnehmen wie sie immer verwoben.

00:33:47: Rein historisch gesehen!

00:33:49: Das haben wir da auf jeden Fall den Tiefpunkt unserer Professionalität bereits gehabt.

00:33:54: und wir sind aber trotzdem noch nicht auf dem sicheren Ufer, weil wir Teil dieser gesellschaftlichen Dynamiken sind.

00:34:00: Weil wir Teil von Macht- und Herrschaftsverhältnissen sind, weil wie auch in einem Wohlfahrtstaat schlicht und ergreifend auch finanzielle Ressourcen technisch abhängig sind.

00:34:09: also das heißt es gibt so viele Öffnungen aus denen tatsächlich sag ich mal, Stressbibes an die soziale Arbeit kommen können.

00:34:21: Und ich muss sie wissen!

00:34:22: Ich muss sie erkennen und das versuche ich tatsächlich da.

00:34:26: Versuche ich hin zu sensibilisieren in meiner Lehre seit Wachsam.

00:34:30: Das sind mögliche Turbulenzen?

00:34:32: Wie willst du fliegen?

00:34:33: Ja wie möchtest du dieses Flugzeug irgendwie Fliegen durch diese Turbulenz?

00:34:37: Du kannst mir aber nicht am Ende des Tages sagen, ich bin neutral whatever that means.

00:34:43: wir wissen alle Alles, nur nicht das bitte.

00:34:46: Weil soziale Arbeit kann schlicht und ergreifend nicht neutral sein.

00:34:51: Als Menschenrechtsprofession weiß sie ganz genau eigentlich soweit die Theorie für was sie einsteht also wo auch eine rote Linie erreicht ist.

00:34:59: Und das sind die Menschenrechte!

00:35:01: Das ist quasi so die höchste Bibel in der sozialen Arbeit.

00:35:04: um jetzt irgendwie mit dieser Metapher zu arbeiten oder auch Religionen an ihre Grenzen kommen in Bezug auf Outgroup und Ingroup.

00:35:10: aber gut das wäre ne andere Podcastfolge dass wir da tatsächlich uns auch treu bleiben und sagen, die sind unverhandelbar.

00:35:19: Dieser Auftrag wird kategorisch abgelehnt wenn dieser Auftrag menschenfeindlich ist.

00:35:25: Soweit die Theorie!

00:35:26: Wir wissen aber aus der Praxis des sozialen Arbeit das tagtäglich Menschenrechtsverletzungen auch durch Sozialarbeiterinnen passieren Und da ist Rassismus eine Perspektive die man aufmachen kann.

00:35:41: Worauf ich mich dann tatsächlich noch mal ein bisschen, womit ich mich tiefer auseinandersetze mit den Studierenden und wo wir da auch versuchen in einem weiteren Schritt rassismuskritisches Handeln zu erklären was bedeutet das dann tatsächlich für eine sozialarbeiterische menschenrechtsbasierte kritisch reflexive Praxis der sozialen Arbeit?

00:36:04: Das passiert tatsächlich nicht nur durch theoretischen Input, sondern auch durch Begegnungen mit KollegInnen aus den verschiedenen Bereichen der sozialen Arbeit und politischen Bildungsarbeit.

00:36:14: Durch gemeinsame Projekte, durch Interviews, durch empirische Forschung, durch Hausarbeiten, durch Inputs durch die Studierenden.

00:36:24: also ich bin da wirklich offen für alles was die Studis da gerne auch mit reinbringen wollen, weil ich am Ende des Tages nicht bestimmen möchte wie sie dieses Wissen verarbeiten.

00:36:40: Sondern für mich ist das Endprodukt wichtig.

00:36:42: Dass es verarbeitet haben und dass Sie kritisch reflektiert haben und mehr Fragen rauskommen als

00:36:47: Antworten.".

00:36:48: Lehre muss dynamisch sein, sonst ist es genauso wie in der Schule.

00:36:51: Schlafen die Schülerinnen einfach weg und das ist ja nicht so eine Zwecktersache sondern wir wollen wirklich Menschen haben, die sich auch getraut haben zu sprechen, zu fragen, zu widersprechen und gemeinsam in einen Dialog zu kommen und zu schauen, wie können wir tatsächlich gemeinsam dazu beitragen eine Haltung zu entwickeln vor allen Dingen in so schweren Zeiten wie heute und dementsprechend aber auch zu wissen dass ich nicht alleine bin, sondern auch bereits im Studium die Fühler auszustrecken, zu schauen.

00:37:20: Wie schaut es denn aus?

00:37:21: mit solidarischen Bündnisse und mit Allianzen?

00:37:24: Und wie kann ich mich bereits vernetzen?

00:37:27: Das ist auch immer wieder ein ganz wichtiger Tipp den ich meinen Studium mit auf dem Weg gebe.

00:37:31: Vernetzt euch jetzt nicht morgen, nicht übermorgen – jetzt!

00:37:35: Und da sind beispielsweise so Berufsverbände

00:37:38: usw.,

00:37:39: eine Möglichkeit aber auch tatsächlich dann sehr gerne in der Praxis des sozialen Arbeit.

00:37:44: Ja, ich finde das... Mega spannend, da auch immer wieder drüber nachzudenken.

00:37:49: Wann ist man eigentlich in welcher Rolle?

00:37:51: Gerade weil diese... wenn man in diesen Bereichen arbeitet, egal jetzt ob im Lehramt oder in der sozialen Arbeit und in der politischen Bildung ganz allgemein, ist es ja verschränkt logischerweise mit der eigenen Positionierung dem eigenen Leben, dem eigenem Umfeld usw.. Und ich habe sehr häufig das Gefühl dass das was du gerade beschrieben hast vielleicht manchmal aus ein bisschen untergeht in dem Sinne, dass manchmal nicht ganz klar ist, ob Personen jetzt gerade aus einer aktivistischen Perspektive beispielsweise sprechen oder eine Verschränkung von vielleicht einer professionellen Rolle und Aktivismus was ja durchaus alles möglich ist.

00:38:32: Oder aus einer Perspektiven beispielsweise als Sozialarbeiterin oder aus der Perspektives beispielsweise als politische Bildnerin weil ich glaube das sich da durchaus unterschiedliche Fragen stellen können und es ist legitim oder vielleicht auch notwendig ist, da immer mal wieder zu unterscheiden und diese Klarheit also das was du gerade so als Denkprozesse und auch als Professionalisierung Prozesse beschrieben hast.

00:38:55: Auch immer wieder mit einzuziehen in das eigene Sprechen und den Diskurs.

00:39:00: ich habe das Gefühl dass hängt durchaus auch glaube ich mit so Tendenzen unserer Zeit zusammen und Social Media usw.. Dass da manchmal eine Differenzierung fehlt.

00:39:12: Und es durchaus legitim ist, zu sagen aus einer Perspektive der politischen Bildung beispielsweise stellen sich an dieser Stelle zu diesem Thema gerade andere Fragen oder sind andere Fragen auch noch wichtig im Vergleich zu einer aktivistischen Perspektiven beispielsweise und da wird immer vieles so in einen geworfen.

00:39:32: Das ist immer so, nur weil wir vielleicht eine ähnliche Haltung haben oder auch ähnlichen Wünsche oder Ziele oder Visionen – wobei ich auch gar nicht so sicher wäre ob das immer die gleichen sind!

00:39:44: So heißt es noch lange nicht dass wir immer aus der gleichen Perspektive heraus sprechen und eine Form von Lehre Auseinandersetzung mit dem eigenen Fachbereich oder der eigenen Profession, finde ich ja total wichtig.

00:40:01: Weil meiner Meinung nach es das auch braucht weil wir eine Art von Arbeitsteilung brauchen und man darf sich in der sozialen Arbeit beispielsweise auch andere Fragen stellen als in der Beschäftigung mit bestimmten Themen an eben einer anderen Stelle also aus einer anderen Position heraus und so fügt sich das dann im besten Fall irgendwie zu einem großen Ganzen zusammen, wo natürlich auch Aktivismus in eine große Rolle spielt und super wichtig ist.

00:40:32: Also das soll das jetzt gar nicht kleiner machen oder so sondern eben so aufzeigen dass das unterschiedliche Säulen sind und dass das was du gerade beschrieben hast aber da eine große Role spielt was vielleicht auch ab und an so ein bisschen verloren geht oder zu Konflikten für die gegebenen, falls gar keine Konflikte sein müssen.

00:40:54: Gerade in so zeigendes Begleis und wo man ständig irgendwie in so einem reagieren ist.

00:41:01: Wir müssen uns jetzt losraffen und wehebeziehen nicht in einem Strang.

00:41:05: Und da spüre ich halt auch oft einen Moment, wo ich sage, okay stopp wir müssen uns einmal kurz sortieren wer gerade Stichwort Arbeitsteilung, welchen Job hier übernimmt und wir eigentlich was ähnliches wollen aber uns dann auch so gegenseitig irgendwie angreifen weil wir nicht auf die gleiche Art und Weise agieren.

00:41:26: Was ich meine?

00:41:27: Also wo ich hin will damit.

00:41:30: Ja ja und vor allem das was du jetzt zum Schluss gesagt hast dass ist auch etwas was uns wirklich zum Nachdenken anregen sollte weil Leute es gerade echt unpassend Es ist gerade nicht die Zeit für sich da gegenseitig irgendwie ins Knie zu schießen oder zu sagen so wir und ihr, sondern dass man tatsächlich schaut.

00:41:53: Aus welcher Perspektive spreche ich heraus?

00:41:56: Und dementsprechend das auch zur Respektierung zu sagen ja es okay aber ich habe jetzt grad ein Fokus der bisschen anders liegt heißt ja nicht, dass wir gänzlich auseinandergehen sondern da tatsächlich auch nur mein anderen Arbeitsauftrag habe und so.

00:42:13: Und das vielleicht noch mal mitdenkt und ich zu sagen direkt so bist du für mich oder gegen mich?

00:42:19: Und da irgendwie diese Absolutheit aufzumachen.

00:42:22: Das macht mich auch ein bisschen traurig wenn ich das sehe weil am Ende des Tages finde ich kann man sehr viel voneinander lernen und es käme dann auch vielleicht auch so ein bisschen Ruhe in positiven Sinne rein.

00:42:35: Ja, ich habe das Gefühl es wird zu schnell gesprochen noch schneller als gedacht und da werden so viele Brücken abgefackelt.

00:42:44: Und das ist ein Way of no return!

00:42:47: Das ist richtig schwer zu ertragen.

00:42:49: manchmal wo ich mir dann denke wie du gesagt hast eigentlich ist da kein Konflikt wenn wir mal so bisschen Boah reinbringen würden bisschen reden würden uns zu schauen und auch einfach annehmen können Du hast den Fokus, ich habe den Fokuss.

00:43:04: Ich hab den Arbeitsauftrag und du hast dir den Auftrag gegeben oder ... Du hast DEN Weg für dich ausgesucht!

00:43:13: Man statt sich dagegenseitig zu zerfleischen oder gegenseitig anzugreifen ein bisschen mehr Wertschätzung.

00:43:19: also es fällt mir auf sehr viel Aufgeregtheit.

00:43:25: Ich möchte nicht sagen, es ist emotionalisiert.

00:43:27: Weil Leute.

00:43:27: natürlich ist das emotionalisiert Entschuldigung Emotionen gehören zu Menschen.

00:43:31: Aber auch dass irgendwie so einem negativen Bild zurück finde ich nicht in Ordnung.

00:43:35: aber Es ist sehr viel Aufgeregtheit ungeduld und Man hat verlernt miteinander So zu sprechen Dass man dass man am Ende sagen kann ich spreche so dass sich dich als menschlich treffe.

00:43:51: Ich spreche über die Sache Und vor allen Dingen Ich spreche nicht, weil man Ego sprechen möchte.

00:43:58: Sondern es geht mir um die Sache.

00:44:01: Und diese zwei Sachen kommen mir viel zu kurz.

00:44:04: wirklich und ich denke das wird uns noch so richtig zum Verhängnis werden als Gesellschaft.

00:44:10: Ja und da

00:44:11: spielt ja

00:44:12: Pädagogik eine große Rolle Häufig das Gefühl, dass es so... ja wenn man das aus einer pädagogischen Sicht ein bisschen ernster nehmen würde oder auch die Pädagogik an sich so ein bisschen ernster nehmen würde.

00:44:25: Würde das was mit diesem Miteinander machen?

00:44:27: Also ich finde das auch schwierig immer so defizit orientiert auf irgendwie Diskurse zu gucken wer auch immer jetzt dieses Via ist.

00:44:36: Da gibt's mal Menschen die den Werten folgen die du jetzt auch in dem Gespräch jetzt hier beschrieben hast, ich würde das mal ganz grob als dieses Wir für unser Gespräch zu definieren.

00:44:46: Dass man da immer so drauf guckt was läuft hier eigentlich alles falsch?

00:44:49: und gleichzeitig ist es natürlich so dass wir auch da Dinge sehen bei denen wir sagen okay wir müssten eigentlich ein bisschen Wohlgesondener miteinander umgehen und sagen, es gibt eben unterschiedliche Positionen.

00:45:06: Das ist total legitim wenn Person X jetzt vielleicht gerade nicht so radikal spricht wie ich mir das wünschen würde aus einer aktivistischen Perspektive oder so sondern eben aus einer pädagogischen Perspektive anders auf eine Sache schaut und ich kann ja auch der Meinung sein, dass das ein Weg ist, der gesamtgesellschaftlich nicht so viel bringt.

00:45:27: Aber aus einer bestimmten Profession heraus ist das nur mal ein notwendiger Weg weil es Teil dieser Profession ist.

00:45:34: Also das ist Teil der Aufgabe der Menschen die in diesen Bereichen arbeiten.

00:45:39: Da kann ich sagen ob ich glaube also diese Gleichzeitigkeit kann ich das kann ich ja aushalten, ob ich glaube dass das insgesamt gesellschaftlich ein Fortschritt bringt der auf die Art und Weise die ich mir wünschen würde.

00:45:52: Dies ist eine ganz andere Fragestellung so.

00:45:55: aber dies ist auch nicht die Frage die gerade beantwortet werden muss, wenn man über so Spezifika spricht.

00:46:01: Und da finde ich das eben total wichtig und danke dafür nochmal dass du es so aufgemacht hast.

00:46:05: diese Frage danach was ist eigentlich etwas was man auch lernen muss in so einen Selbstverständnis egal ob man das jetzt Professionskompetenz nennt oder auch so ein weiß ich nicht Rollenreflexion Standort Reflexivität und so der kann man ja unterschiedliche Begriffe bemühen die aber uns durchaus weiter bringen würden, wenn wir das für uns selber erkennen.

00:46:30: Aber eben dann auch für die andere Person erkennen lernen und dadurch so ein bisschen mildewalten lassen sozusagen.

00:46:37: Absolut!

00:46:39: Und du sprichst gerade etwas Wichtiges an in dem Sinne dass du sagst mildewalten lassen ja natürlich weil am Ende des Tages... Das ist genau was ich meine.

00:46:46: mit dieser.

00:46:48: geht es dir gerade um dein Ego?

00:46:49: oder geht es Dir um die Sache?

00:46:51: Wie kannst Du mal für zwei Sekunden Luft Atmen und noch mal überlegen, dass du das was du sagst so sagst.

00:46:59: Dass du nicht als Ziel hast mich als Person in meiner Würde zu treffen sondern dass wir über die Sache sprechen Und wir wissen beide wie schnell das geht dass du dann auf einmal dich in der Dispo schon wieder findest wo du denkst Leute wie sind wir hier gekommen?

00:47:16: Was geht dir gerade auch so?

00:47:19: Und da tatsächlich sich auch nicht mitreißen zu lassen, ist auch noch mal eine Herausforderung wirklich bei sich zu bleiben und zu sagen so.

00:47:26: Alles was du jetzt sagst is ego?

00:47:27: So lass es einfach!

00:47:29: Und tatsächlich bei sich to bleiben um zu schauen dass man wenn man nicht mehr über die Sache sprechen kann in aller Freundlichkeit auch sagt ich glaube gerade mir geht's nicht so gut.

00:47:40: damit könnten wir vielleicht das Gespräch verschieben so wo wir uns dann tatsächlich beide ein bisschen besser fühlen.

00:47:47: Und da sind die Menschen echt überrascht, wenn du so reagierst.

00:47:53: Weil sie damit gar nicht rechnen, weil sie denken, okay gut jetzt mit Ruhe eskaliert und über politische Themen oder weiß Gott was?

00:48:00: Da wird einfach noch mal ein bisschen Ruhe reingebracht.

00:48:03: Ich denke tatsächlich, das würde uns gut tun öfters ein bisschen Ruherein zu bringen aber in den Momenten

00:48:13: volle

00:48:13: Möhre aufzustehen und Haltung zu zeigen, wenn es denn wirklich unabdingbar ist und wichtig ist.

00:48:19: Ja wo man ganz klar sagt so Leute das war jetzt wirklich eine ganz krasse Menschenrechtsverletzung und ich möchte mal ganz kurz mehr reden dass ich da absolut nicht davor bin und mich das total verletzt zu sehen dass das gerade gedroppt wird.

00:48:33: können wir den nächsten Weg finden?

00:48:35: Ja, du wirst immer Leute finden die dich dann für so eine Haltung oder solche Aussagen belächeln.

00:48:39: Du Träumerin, du spinnst doch was?

00:48:41: denkst du wie die Gesellschaft funktioniert?

00:48:43: So what.

00:48:44: aber ich würde mal sagen was haben wir denn auf der anderen Seite im Angebot?

00:48:47: weiterhin die Köpfe zerschlagen und gar nicht mehr miteinander sprechen.

00:48:52: also so funktioniert es nicht und die Profiteure davon sind diejenigen die Gräben schaffen möchten zwischen den Menschen zwischen konstruierten Menschengruppen Und da liegt dann einfach die Wahl bei jedem von uns, wie wir uns entscheiden möchten.

00:49:08: Total!

00:49:09: Es klingt eigentlich schon so wie ein Appell und ein bisschen Schlusswort, aber ich würde gerne auch etwas auf die aktuellen Gegenwart gucken.

00:49:18: Was sind gerade Projekte anstehen?

00:49:22: Dinge wo du sagen würdest das ist vielleicht auch interessant für Zuhörende darüber was zu hören oder sich da irgendwie mal ein bisschen drüber zu informieren.

00:49:32: Du machst ja auch immer.

00:49:33: mal wieder hast gesagt wir bist bei Ida NRW gibt es so Workshops.

00:49:39: Ja, da steht auch wieder so eine kleine Mini-Tour vor der Tür

00:49:43: und zwar

00:49:45: von unserem... Und jetzt kommt wieder der Werbeblock.

00:49:49: Zusammendenken.

00:49:51: Antisemitismuskratik und Rassismuskratek zusammen denken.

00:49:54: Artwork das angesiedelt ist an IDA NRW.

00:49:59: Das richtet sich an MultiklikatorInnen und Fachkräfte aus der pädagogischen politischen Bildungsarbeit.

00:50:07: Genau und damit turen wir jetzt rum und bieten Workshops an, eintägige manchmal auch mehrtägige.

00:50:15: Und sind dann in unterschiedlichen Einrichtungen unterwegs und nehmen uns die Zeit tatsächlich im Warnwisser-Workshops mit den Fachkräften gemeinsam erst einmal Phänomenwissen einzuordnen zu Antisemitismus, Antisematismuskritik, Rassismus und Rassismuskritik.

00:50:37: Und Ungleichwertigkeitsideologien und dementsprechend auch zu Rastifizierungsprozessen wie sie alle heißen und erstmal so'n bisschen so dass wir alle auf dem selben Stand sind was du Phonomenwisten angeht um das dann tatsächlich auch noch mal einzubetten in unsere pädagogische und politische Bildungsarbeit.

00:50:57: Um zu schauen, auch anhand von zahlfinierten Zollwerkstätten

00:51:01: etc.,

00:51:03: dementsprechend wie denn?

00:51:04: In einem dritten Schritt Handlungsstrategien erarbeitet werden können, um einfach zu sagen okay gut wir haben eigentlich außer sage ich mal Pädagogik aus der sozialen Arbeit haben wir ein bisschen Tools politischer Bildungsarbeit.

00:51:21: Manchmal vergessen wir das im Stress so?

00:51:24: und wie können wir tatsächlich uns wieder an diese Tools erinnern?

00:51:27: Und wie können die noch mal schärfen durch neue Reflektionsfolien, um dann tatsächlich zu versuchen in solchen Situationen auch handlungsfähiger oder sprechfähiger zu sein zu einem so krassen wirklich komplexen und sehr traurigen Thema wie Israel und Palästina.

00:51:51: Und vor allen Dingen nicht nur zu sagen, mit Blick auf die Arbeit mit Klientinnen, mit Adressatinnen – das machen wir sehr gerne in der sozialen Arbeit, nur wir gucken hier immer, dass Problem ist ja immer auf der anderen Seite, sondern zu sagen da nein!

00:52:04: Hier vor allem auf Seiten der Fachkräfte dann nochmal ein professionsteoretisches Verständnis zu schärfen oder kritisch zu reflektieren wo auf welchem Grund stehe ich?

00:52:16: Wo stehe ich in dieser ganzen Thematik Israel-Palästina?

00:52:20: Na geht's meist um die Wurst, aber es ist spannend und ich mache dieses Projekt Gott sei Dank nicht alleine sondern mit einem ganz lieben Kollegen.

00:52:31: Greets gehen hier an dich raus lieber Simon Hölscher!

00:52:35: Und bin auch total froh, dass wir das in Tandem machen und habe sehr viel lernen dürfen in den vergangenen zwei Jahren.

00:52:44: Und sind jetzt weiterhin die nächsten drei Jahre auf jeden Fall, hoffe ich mal, heute ist nichts dazwischenkommt weiter unterwegs in diesem Bereich und versuchen da tatsächlich durch dieses Projekt ein bisschen Ruhe reinzubringen, Möglichkeit einzubringen zu reflektieren nochmal füreinander zu sensibilisieren, den Menschen so sehen.

00:53:09: Und nicht in Gruppen zu denken sondern tatsächlich die Menschen zu sehen.

00:53:14: und unsere Kernaussage ist mein Herz

00:53:18: darf

00:53:19: de facto bluten für die Menschen in Israel die aufgrund des Terroranschlags der Hermes menschen Kinder, Söhne, Töchter, Enkelkinder verloren haben.

00:53:31: Und mein Herz darf doch verdammt noch mal genauso bluten für den Menschen in Gaza!

00:53:35: Also Leute warum ist das denn eigentlich?

00:53:38: Ist es doch gar nicht so schwer.

00:53:39: Es ist eigentlich so die Kernaussage Mensch ist Mensch is Mensch und natürlich kann ich sagen mein Herz blutet.

00:53:46: Ich kann das manchmal auch gar nicht ertragen als Mensch wo ich mir denke oh mein Gott wie viel Leid muss ein Mensch noch ertragen.

00:53:53: Und das ist absolut in Ordnung.

00:53:56: Allein so mit diesem Einstieg werden die Menschen ein bisschen ruhiger und sagen, wir müssen uns eigentlich gar nicht streiten.

00:54:04: Wer hat jetzt welche Position?

00:54:06: Sondern wir haben uns auf die menschenrechtliche geeinigt.

00:54:09: Okay!

00:54:13: Die Segeln können jetzt segeln ohne Angst zu haben, zerrissen zu werden.

00:54:19: Heißt aber ... An die strengte Arbeit von sieben und mir, vom Anfang bis zum Ende.

00:54:25: Räume zu öffnen ist keine Kunst sondern diese zu halten.

00:54:29: Da wachsam zu bleiben tatsächlich bis zum Schluss, bis zur Abschlussreflektion da zu sein dabei zu sein den Raum zu halten zu begleiten auch die Menschen aufzufangen, wenn dann aufgrund von persönlicher Betroffenheit und das ist auch nochmal ganz wichtig zu sagen dass Menschen mit persönlicher betroffenheit im raum sind also beispielsweise menschen aus israel oder palästinensischen dass man da noch mal mit viel mehr Geduld und mit vielmehr, sag ich mal Unterstützung in den Raum geht.

00:55:05: Und dann natürlich sich niemals anmaßt als Projekt irgendwie euch was genau wie ihr euch da fühlt oder so sondern tatsächlich auch da wirklich dazu sein und zu versuchen den Raum zu halten.

00:55:18: Ja vielen vielen Dank für die Infos auch dazu.

00:55:21: Ich glaube auch Hierzu könnte man nochmal eine ganz eigene Folge aufmachen.

00:55:26: Das Thema ist ja auch nicht das erste Mal hier angesprochen, ich denke auch oft... Also ich komme auch selber aus einer multiplikatorischen Bildungs- Politik in so Arbeit, die genau über diese Verknüpfung und Verschränkungen auch nachdenkt.

00:55:41: Und immer wieder denke ich auch darüber nach wo eigentlich anfangen, wo eigentlich hinkommen in dieser Arbeit?

00:55:49: Womit startet man was hat sich in den letzten Jahren auch verändert?

00:55:52: Wo es vielleicht vor keine Ahnung fünf Jahren noch möglich war erst mal mit einer Antisemitismuskritik und einem Workshop einzusteigen oder andersrum mit einem Antirassismusworkshop einzusteigen, um erstmal so grundlegendes zu klären und auch zu erlernen ist es jetzt so aufgeladen dass man eigentlich das ich manchmal denke man müsste andersrum einsteigen und sagen okay was ist eigentlich unsere unsere Schwierigkeit und unser Problem.

00:56:21: Und mit Israel-Palestiner erst mal anfangen weil man kaum noch das eine oder das andere machen kann ohne auf diese Themen direkt zu referieren oder referieren zu müssen sich in diesem Konklomerat zu bewegen und immer wieder zu sagen, wir versuchen das.

00:56:37: Wir erproben dass wir irgendwie bleiben dran auch ohne das zu romantisieren und so ist eine riesen Herausforderung.

00:56:46: Deshalb vielen Dank dass du das an der Stelle auch nochmal erwähnt hast und ich würde sagen wir packen dann auch Ida NRW noch mal in die Show Notes.

00:56:57: Dazu könnte man eine komplette Podcast Folge machen, aber Zeit ist ja auch ein bisschen begrenzt.

00:57:04: Ich glaube du hast auch schon einen coolen Einblick in deine sehr breit gefächerte Arbeit gegeben und dafür auf jeden Fall auch erst mal vielen, vielen Dank!

00:57:14: Du darfst aber neben dem Ida-Folgen eure Arbeit folgen und vielleicht im besten Fall auch teilnehmen oder versuchen teilzunehmen und so gerne noch eine Hausaufgabe allen Zuhörenden mit auf den Weg geben, die sehr konkret sein darf.

00:57:32: Die aber auch kein Philosophisch sein darf.

00:57:35: wenn du möchtest kannst du ganz frei entscheiden irgendwas was über die Folge ein bisschen hinaus weist und aufzeigt dass natürlich auch die Folge oder unser Gespräch so ein Impuls sein soll und mit Sicherheit schon mal gar nicht alles das was du so machst abdecken kann.

00:57:55: Ja, eine Hausaufgabe die vielleicht an uns alle gehen sollte wäre doch mal richtig nice wenn wir versuchen diese umzusetzen und zwar wenn es zu dem nächsten Gespräch kommt wo man merkt das wird jetzt richtig heiß hergehen.

00:58:13: Und ich fühle mich total genervt und muss jetzt mal hier meine Position so richtig krass verteidigen und vielleicht auch so ein bisschen ja, so diebstechen dass sich vielleicht die Person so richtig kriegt.

00:58:25: Vielleicht praktiziert man das mit dem dreimal tief.

00:58:29: einen Atmen muss ja nicht jeder gesehen haben.

00:58:32: Und dann fragt man sich geht es um die Sache oder ist das gerade mein Ego?

00:58:37: Und je nachdem wie die Antwort ist dementsprechend Das Gespräch in diese besagte Richtung auch zu lenken.

00:58:44: wenn es um Die sache geht Habe ich dreimal tief eingeatmet, habe ein bisschen Luft rausgelassen und versuche ruhiger einzusteigen.

00:58:51: Das ist es für mein Ego.

00:58:54: Dann wünsche ich mir, dass wir den Mut finden tatsächlich zu sagen, ah!

00:58:57: Ich merke gerade hier, das trifft etwas ab.

00:59:00: Können wir uns vielleicht noch mal zur späteren Stunde mit einer Limo austauschen?

00:59:05: Und ich weiß, das kostet sehr viel Überwindung.

00:59:09: Kann nicht nur unterschreiben aber auch aus Erfahrung sagen, dass diese Erfahrung wert ist.

00:59:15: Das wäre so meine Hausaufgabe an uns alle.

00:59:19: Yay!

00:59:20: Vielen, vielen Dank dafür und vielen Dank dass du dir die Zeit genommen hast.

00:59:25: ich habe mich voll gefreut das wir es endlich mal geschafft haben Dass du hier warst Und hoffe auch dass wir uns bald Mal wieder in NRW oder wahrscheinlich ist wie immer Wahrscheinlich sehen wir uns in Berlin.

00:59:42: Ich würde mich freuen

00:59:44: Ja, aber auch an dieser Stelle Nicole wirklich herzlichen Dank für deine tolle Arbeit.

00:59:48: können wir mal ganz kurz mal hier anhalten und.

00:59:51: wirklich mal von Herzen Danke sagen für deine tolle Arbeit, die du für uns alle leistest.

00:59:56: Für die tollen Menschen, die immer wieder eingeladen hast und fürs dranbleiben trotz der Arbeit und trotz den ganzen Struggles, die Du hast und die wir alle haben in dieser Gesellschaft überhaupt im Leben.

01:00:11: Und vielen Dank für Deine verdammt wichtige Arbeit!

01:00:14: Das wollte ich Dir schon immer so live gesagt

01:00:17: haben.

01:00:18: Vielen herzlichen Dank und es war mir wirklich eine Freude mit dir.

01:00:21: Und ich bin total happy, dass das geklappt hat nach ein paar Versuchen.

01:00:26: Same!

01:00:26: Und vielen, vielen dank.

01:00:27: Und gerne auch immer... Das ist vielleicht auch mal was, was man auch im Podcast sage?

01:00:32: Ich glaube nicht viel zu selten, ne?

01:00:34: Weil du gesagt hast die vielen, viele Leute und Gäste dann machen wir gerne auch Vorschläge, also ich finde die Podcastarbeit ist ja auch eine Art von Vernetzungsarbeit.

01:00:45: Also selbst...also ich bin dann vielleicht so ein bisschen Knutenpunkt als Host dieses Podcasts.

01:00:51: aber ich finde dass sich auch darüber hinaus ja auch Verbindungen immer wieder irgendwie hergestellt werden können mit denen ich da gar nicht mehr zu tun haben muss, worüber ich mich auch immer total Freue und das passiert ja darüber, dass die unterschiedlichsten Leute einfach hier sind.

01:01:08: Man deren Geschichten hört über deren Arbeit irgendwie was hört und Leute sind weniger und mehr sichtbar, ja?

01:01:16: Also nicht alle schreiben irgendwie Bücher.

01:01:19: Nicht alle sind auf Social Media unterwegs.

01:01:21: Es gibt so viele Leute die diese Arbeit oder in diesen Bereichen schon seit so vielen Jahren arbeiten, die man aber nicht in jeder Talkshow sitzen sieht oder die nicht jeden Tag keine Ahnung, zehn Takes auf Blue Sky oder so raus hauen.

01:01:36: Und ist es glaube ich irgendwie auch was, was mir ja auch immer wieder klar wird und auch hilft dadurch dass wir uns hier so begegnen und dass das Netz dadurch immer wieder ein bisschen weiter gespannt wird.

01:01:49: für mich nichts cooleres, als wenn ich von irgendwie Gästinnen aus dem Podcast höre.

01:01:55: Hey!

01:01:55: Ich war jetzt bei einer Veranstaltung im Bonn weil X Y die Folge gehört hat und sich da wieder eine Kooperation oder so ergeben hat.

01:02:04: dann bin ich so okay yes danke I did my part also das auch noch mal als kleiner Appell so an alle die zuhören ihr könnt mir immer eine E-Mail schreiben ihr könnt euch immer bei den Gästinnen melden, unabhängig von mir und die einladen.

01:02:20: Und diese Netzwerke einfach so verfestigen, denn ich glaube das brauchen wir, ohne zu partitisch zu werden!

01:02:30: Dann vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal würde ich sagen tschau-tchau.

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