Kleine Pause

Kleine Pause

Begegnungen in der Teeküche

Transkript

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00:00:00: einfach präzise das so herausarbeiten und immer danach zu gehen, was ist hier plausibel?

00:00:04: Was ist wie Beleht- und Damenfest zu halten.

00:00:08: Also nicht an der Frage festzuhalten – was kann ich sagen, was darf ich sagen?

00:00:11: Was verkürzt sich?

00:00:12: Sondern da nachzugehen!

00:00:38: Vorab diese Folge haben Steffi und ich bereits im Dezember twenty-fünfundzwanzig kurz vor Neujahr also aufgenommen.

00:00:48: Und uns aber entschieden mit der Veröffentlichung ein wenig zu wart, da wir unter anderem über Steffis neues Buch sprechen und wir nicht wollten dass der Zeitpunkt der Veröffentlichtung so weit entfernt ist vom Erscheinen des Buches.

00:01:01: deshalb haben wir es ein bisschen näher zusammen gebracht und dadurch entsteht natürlich einen kleiner Gap in den aktuellen Themen, über die wir vielleicht heute sprechen würden im Vergleich zum Dezember.

00:01:15: Das Ganze erschließt sich hoffentlich aus dem Gespräch selber und an der Stelle wünsche ich euch viel Spaß, viel Nachdenken beim Zuhören!

00:01:34: Heute sind wir nicht in der Tee-Küche, sondern im Wohnzimmer.

00:01:37: Und ich sitze hier nicht alleine und freue mich total, dass wir hier zusammensitzen können.

00:01:42: Wer du bist, das hören wir, wenn du dich selber kurz vorstellen würdest?

00:01:46: Ja hallo!

00:01:47: Ich bin Steffi Hentschke.

00:01:48: Ich bin eine Auskorrespondentin und lebe in Tel Aviv.

00:01:52: Wie du schon sagst ist, wir sitzen gerade bei mir im Wohn Zimmer in meiner kleinen Wohnung in Jaffo und wollen uns... Hoffentlich über mein Berichtsgebiet Israel-Palästina und den Auskonflikt unterhalten.

00:02:05: Vielen Dank, sag schon mal vorweg auch vielen dank für deine Arbeit diese sehr gerne.

00:02:10: Deine Sage ist jetzt man da steckt schon so ein bisschen Interpretation mit drin habe ich nenn es jetzt mal Analysen.

00:02:16: vielleicht kommen wir darauf auch gleich nochmal so ein Bisschen zu sprechen was so dein journalistisches Gebiet ist.

00:02:22: Ich finde das Wort ganz schlimm, aber ich nenne es trotzdem so dein Werdegang.

00:02:27: Es ist wirklich, denke immer so.

00:02:29: eigentlich müsste es dafür ein besseres Wort geben weil sich das immer so komisch anhört Werdegann.

00:02:33: Aber ich glaube trotzdem dass es einen ganz spannenden Einblick gibt.

00:02:36: und ein Anlass Dafür dass wir uns heute treffen Ist auch Dass Dein Buch rauskommen wird wie auch schon bisschen über Das buch sprechen möchten was sich ja vielleicht auch Ganz gut fügt in was ich gerade schon gesagt habe und insgesamt deine Arbeit.

00:02:52: Dazu kannst du aber gleich gern auch noch ein bisschen mehr sagen, wenn Du Lust hast dann steigen wir in dem Podcast so ein wie wir immer einsteigen und schauen dann mal wie wir die Brücken geschlagen bekommen zwischen dem Thema Schule politische Bildungsarbeit Journalismus dem Schreiben von einem Buch über diese Themen.

00:03:14: Und das würde bedeuten, dass ich hier vier Zit-Satzanfänger habe die sich hinter Zahlen verstecken und du mir drei Zahlen also nacheinander nennen darfst und versuchen darfst diese Satzanfänge zu beenden und damit vielleicht auch schon ein bisschen überschule Bildung politische Bildung und darüber hinaus nachzudenken.

00:03:34: Dann nehme ich zwölf

00:03:36: Vielfalt in Klassenzimmern bedeutet für mich

00:03:41: Vielfalt in Klassenzimmern bedeuteten für mich eine Lehrkraft, die die Klasse glaube ich in ihrer Diversität so akzeptiert und fördert.

00:03:52: Weil ich glaube nur dann ist Vielfald eigentlich möglich.

00:03:55: also wir haben ja ganz viele Klassen, in denen die Schülerschaft irgendwie vielfältig besetzt ist.

00:04:00: aber diese Vielfältigkeit wird halt nicht gesehen oder gewertschätzt und irgendwie gefördert sondern man wird eher zum Gegenteil erzogen.

00:04:08: also zumindest ist das so mein schlechter Eindruck von Schule.

00:04:14: Ja, da steckt direkt so eine Frage mit drin, glaube ich oder so ein Art Spannungsfeld.

00:04:19: Also kann das überhaupt funktionieren wenn wir sowas wie Standardisierung haben und so?

00:04:26: Es gibt natürlich ganz viel Debatte um Inklusionen, um Differenzierung

00:04:32: usw.,

00:04:33: aber es ist eigentlich ein ganz spannender Aspekt, das herauszuheben kann eigentlich nur funktionieren, wenn es über die Institutionen, die erst mal durch die Lehrkraft irgendwie vertreten wird.

00:04:47: Dann auch gefördert wird und dieser Zustand der eigentlich eh schon da ist dann überhaupt so florieren kann quasi.

00:04:57: Also das dreht so ein bisschen die Verantwortung.

00:04:59: Das finde ich ganz schön.

00:05:00: Danke!

00:05:02: Dann eine zweite Zahl?

00:05:03: Da nehme ich die neunzehn.

00:05:06: Wenn ich einen Tag als Schulleiterin hätte, würde ich

00:05:16: mich in so viele Klassen wie möglich einfach setzen.

00:05:22: Das ist vielleicht keine besonders spannende Antwort aber ich glaube, versuchen, die Seiten zu wechseln.

00:05:31: Du bist ja Lehrerin und du weißt es besser.

00:05:34: Aber aus meiner Schulzeiterfahrung waren Direktorinnen oder Direktoren ein bisschen disconnected vom Schulalltag.

00:05:42: Und wenn wir gerade anschließen an den ersten Satz, dann würde ich das machen!

00:05:50: Danke.

00:05:50: Ich finde es immer total spannend, weil in diesem Podcast sind ja viele Menschen die nicht mehr in der Schule sind und auch immer mal wieder Leute, die in der Schule sind Und diese Fragen ziehen natürlich auch darauf ab dass man irgendwie sich mit dem Thema Schule viel auseinandersetzt und ganz oft sind Gäste hier sind ja auch so ein bisschen das sie sagen was aber ich denn mit dem thema schule zu tun?

00:06:11: und dann kommen wir doch immer ganz spannende Antworten ist ja auch ein bisschen Sinn dieses podcast.

00:06:16: deshalb brauche ich mich da immer drüber.

00:06:19: Danke, dann eine dritte Zahl.

00:06:22: Als Dritte Zahl nehme ich die siebenunddreißig.

00:06:25: Okay... Schule kann oder könnte ein Ort gegen Ausgrenzung und Populismus sein wenn?

00:06:37: Wenn die Schule alleine in der Lage wäre gesellschaftliche Formen von Ausgrenzung, Rassismus, Antisemitismus zu stellen und sich dem entgegenzusetzen.

00:06:48: Aber das schafft Schullein halt nicht.

00:06:50: Danke!

00:06:51: Das ist eigentlich auch ein ganz guter Satz für so einen Übergang zur Deine Arbeit gerade als ich den Begriff Populismus gelesen habe.

00:07:02: Ich dachte es passt vielleicht auch ganz gut.

00:07:06: Ich glaube, wir starten aber damit, dass du so ein bisschen einordnest.

00:07:09: Du hast gesagt, du bist hier Korrespondentin.

00:07:12: Ich glaube es wäre doch ganz spannend weil das gibt ja auch dein Buch wieder.

00:07:18: Das habe ich eben schon gesagt, sagen würdest wie bist du hier in Anführungsstrichen gelandet und wie sieht vielleicht auch deinen Alltag hier gerade so ein bißchen aus?

00:07:26: Damit man einen Einblick bekommen kann in deine Arbeit.

00:07:29: Ja, mein Alltag heute sieht ganz anders aus als meine Erfahrungen waren.

00:07:33: Als ich das erste Mal nach Tel Aviv gekommen bin, das war im Urlaub.

00:07:38: Ich bin hierher in den Urlaub gefahren und schreibe darüber am Anfang von meinem Buch.

00:07:42: Deswegen finde ich es schwierig, das zu erzählen.

00:07:45: Aber es war genauso wie ich es auch schreiBe.

00:07:48: Ich habe auf Facebook ein Foto von Tel Avives gesehen mit der israelischen Flagge.

00:07:55: Und war damals im Studium Politikwissenschaft in Hamburg, hab bei der Financial Times Deutschland gejobbt.

00:08:01: Also habe so ein bisschen angefangen schon journalistisch zu arbeiten und war gerade in der Türkei gewesen im Urlaub... ...und da war es halt auch so die Zeit des arabischen Frühlings und diese Gesie-Proteste weil ich das ganz interessant fand, so'n bisschen Reise und mich politisch zu bilden und vielleicht für mein Studium und meine spätere Arbeit mehr zu lernen, das zu verknüpfen.

00:08:20: So bin ich irgendwie nach Tel Aviv gekommen In dem Moment, in dem ich da war, war aber auch so ein innerer Konflikt gleich davon.

00:08:28: Warum fühle ich mich hier sowohl?

00:08:29: Obwohl hier wirklich sehr viel schiefläuft auf sehr vielen Ebenen.

00:08:32: Also unsere erste Unterkunftsparte an.

00:08:35: was mit meinem damaligen Freund hier?

00:08:37: die waren nicht weit entfernt von dem Delfinarium das ist heute abgerissen.

00:08:40: Das ist ein ehemaliger Club in dem während der zweiten Intifada also während der mehrjährigen Gewaltsamen Ausstände der Palästinenser, aber eben auch vor allen Dingen die wirklich sehr schnell in massive Selbstmordattentate Terroranschläge.

00:08:56: Also eine mehrjährige Welle von Terroranschlagenschlägen, Erschlägen Mündete... In dieser Zeit wurde das Delfinarium dieser Club neben unserer Unterkunft angegriffen von einem Selbstmordattentäter und, ich glaube, sechzehn Jugendliche getötet.

00:09:10: Und damals las sich halt auch – es war wirklich bei Wikipedia, dass da stand eben – man musste die Körperteile auf der Straße zusammensuchen.

00:09:17: Das ist eben die Straße, die man halt nutzte vom Unterkund zum Strand mit der israelischen Schlage, die ich auf dem Foto gesehen hatte und dann so am Strand zu liegen.

00:09:26: Und immer wieder dieses ... Das ist auch komisch hier in Israel, wirklich auch im Tel Aviv, dass man diese Orte hat, die weiter existieren.

00:09:35: Die haben dann immer, die werden irgendwie weiter geführt.

00:09:37: In der Finarium war da, als ich da war, zwölf eine Surfschule untergebracht.

00:09:41: Aber es sind halt auch irgendwie so ... Also Orte des Todes und des Terrors und des Leids.

00:09:46: Es war ganz schwer für mich zu begreifen... Und was das natürlich nur der Anfang war, also bin dann immer wiedergekommen und quasi habe mich so rangerobt nach Jerusalem.

00:09:58: Natürlich auch nach Yad Vashem aber eben dann halt auch ins besetzte West-Jordanland, also nach Ramallah mit der Organisation Breaking the Silence.

00:10:06: Das sind ja ehemalige israelische Wehrdienstleistende die sehr kritisch über ihren Währdienst berichten und darüber welche Ungerechtigkeiten Verbrechen an den Palästinensalen begangen werden.

00:10:17: Und dann hat sich so eine Art Ping-Pong entwickelt.

00:10:20: Das hat mich aber auch gereizt, also und über viele Stationen bin ich dann hier seit Jahrzehnten als Korrespondentin gelandet.

00:10:28: Durch die Pandemie war das noch mal ein bisschen leichter, hat mir die Entscheidung abgenommen zu sagen gehe oder bleibe ich.

00:10:35: Die Grenzen waren zu.

00:10:36: Mein

00:10:36: Arbeitsvisum war da und mein Redakteur meinte nur so stay put und mich halt geblieben.

00:10:43: Seit vier Jahren mittlerweile wohne ich jetzt in Jaffa Und wir sind jetzt an dem Punkt, dass quasi dieser zweijährige Krieg hinter uns liegt hier.

00:10:52: Uns meine ich auch wirklich ja dich und mich nicht nur israelis- und palästinenser sondern irgendwie die ganze Welt.

00:11:01: Auf jeden Fall ist das etwas sehr den deutschen Diskurs beeinflusst und sehr reinwirkt.

00:11:08: Jetzt wo der ... Wo die Waffenruhe in Gaza gilt und hält, ist es zum ersten Mal wieder so ein bisschen... Ruhiger und so glaube ich sitzen wir ja gerade hier.

00:11:18: Danke!

00:11:19: Ich weiß nicht, ob es dir auch so geht aber bei mir ist das ganz häufig so dass sich das Gefühl hat wenn man so anfängt über... Auch nur die Gegenwart und also wie du das jetzt gerade gemacht hast warum wir jetzt hier sitzen zu sprechen?

00:11:33: Und dann irgendwie Auch in einer Fragestellung, das damit verbindet oder in so eine Einleitung überhaupt in ein Gespräch damit verbindet.

00:11:39: Ja du hast gerade dein Buch geschrieben und es kommt jetzt bald raus.

00:11:43: Du bist seit über zehn Jahren hier und dort und hier und da usw.

00:11:48: Dann hat man immer schon direkt das Gefühl also zumindest stellt sich das bei mir immer ein dass egal was man sagt verkürzt ist.

00:11:56: Also es ist egal, wie man einordnet.

00:11:59: Eigentlich müsste man dann noch das erwähnen und dann müsste man noch das erwähnen.

00:12:03: Und ich stell mir wirklich auch die Frage, wie das überhaupt in so einer journalistischen Arbeit funktionieren kann?

00:12:09: Ich will gar nicht jetzt mit diesem Deckmantel der Komplexität bei allem.

00:12:13: Mir ist schon klar, dass man auf bestimmte Dinge, auf eine bestimmte Art und Weise schauen kann und berichten kann.

00:12:18: Ich hab ja eben gesagt, dass du vor allen Dingen analytische Texte schreibst für die Zeit.

00:12:22: Trotzdem sind bei mir da so viele Fragen... immer, wie man überhaupt darauf klarkommt sich auch zu trauen.

00:12:29: Zu sagen ich schreibe jetzt hier drüber oder das ist jetzt gerade das was ich mir vornehme und analysieren möchte.

00:12:37: auch okay, jetzt mal über diese eine Sache gerade zu schreiben.

00:12:41: Und da der Titel deines Buches ist ja auch angelegt, lehnt an ein Artikel den du geschrieben hast und da geht es ja eigentlich um genau das so manchmal würde ich gerne schreien sagt ihr eigentlich auch das oder zeigt es ja auch so ein bisschen dass du mit Sicherheit auch nicht beeinflusst von dem bis was ich jetzt grade so'n bisschen versuche zu umreißen und selbst das fällt mir schwer.

00:13:02: vielleicht kannst du das mal so n bisschen oder vielleicht auch nochmal auf den Titel eingehen und deine Gedanken dazu teilen.

00:13:10: Also ich kann das sehr, sehr gut natürlich nachvollziehen und es war schon auch ein Prozess.

00:13:14: Ich kann das an was aktuellem glaube ich festmachen.

00:13:16: Ich habe jetzt neulich einen Text geschrieben über Israels Anerkennung von Somaliland.

00:13:21: also Israel hat Ende Dezember als erstes Mitgliedstaat oder als erster Mitgliedsstaat der Vereinten Nationen Somalilan anerkannt dass eine ein autonomes Gebiet ist, was offiziell und auch völkerrechtlich so geregelt eben zu Somalia gehört.

00:13:36: Aber was so eine sehr lange Zeit eigentlich eine Unabhängigkeit anstrebt... Und das war wieder so.

00:13:40: manchmal würde ich gerne schreien Moment!

00:13:41: Also das ist irgendwie ganz cool.

00:13:43: der verlagerte Idee hatte die Idee diesen Titel zu nehmen.

00:13:47: Das Buch geht viel weiter als dieses Essay damals, was ich in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung geschrieben habe.

00:13:51: da ging es ganz konkret um wie hat sich meine Arbeit seit dem siebten Oktober verändert.

00:13:56: Da war es schon so, okay ganz viel.

00:13:59: was ich hier versuche zu erklären interessiert halt nicht und hat auch keinen Einfluss und kann das noch sehr analysieren.

00:14:06: Und das sind so Momente wo ich natürlich denke so mancher würde ich mir eine schreien.

00:14:10: also manchmal würde ich einfach habe genug.

00:14:11: aber dann gehe ich wieder an den Schreibtisch und schreibe weiter und finde dann ein Thema wie zum Beispiel jetzt mit Somaliland wo ich dachte das ist total interessant.

00:14:19: die Nachrichtenmeldungen dazu waren Und das schwebte so im Raum, will Israel Somalia anerkennen.

00:14:26: Weil es dorthin die Palästinenzausgaser vertreiben möchte und die Basis dafür ist eine Nachrichtenmeldung also eine Meldung in der Nachrichtenagentur AP News, die im März gemeldet hatte mit basierend auf namentlich nicht genannte israelische und amerikanischen Quellen.

00:14:43: Das kann halt alles mögliche sein.

00:14:44: Es können zwei Leute sein, drei Leute sein aber eben sie sind nicht namentlicht benannt dass Israel und die USA im Gespräch sein mit drei afrikanischen Staaten über die Frage, ob sie Palästinenser aus Gaza aufnehmen.

00:14:58: In ein Land.

00:14:59: darunter soll Somaliland sein oder eine Vertretung sollte Somalilan sein.

00:15:02: Und der zweite Grund für diese Annahme, das Israel-Somali-Land anerkennt um dort hin Palästinenser zu vertreiben, war eine Aussage der türkischen Regierung die das so behauptet hat.

00:15:15: Also die gesagt hat dass macht Israel nur... wir sind dagegen und Israel macht es nur um in den Menschen dort hinvertreiben zu können.

00:15:21: Das gehört zur Expansionspolitik wie auch immer.

00:15:24: Und wenn ich das so lese okay die Türkei hat das und das gesagt.

00:15:27: Wir haben da eine sehr dünne Nachrichtenmeldung eigentlich dazu.

00:15:30: und dann mir gucke wo ist denn Somaliland eigentlich?

00:15:32: Dann gucke ich auf der Karte und sehe ach guck mal das ist ja gegenüber vom Jemen.

00:15:36: Dann gucke ich mir, so habe ich meine Experteninnen und Experten, die immer zur geopolitischen Situation schreiben.

00:15:41: Dann guck ich was sie dazu geschrieben haben.

00:15:42: Und dann haben die schon seit zwei, drei Jahren darüber geschrieben, welches strategische Interesse Israel haben könnte, näher an Vorderasien ranzurücken oder eben auch an Jemen ranzurücken mit Blick auf der Tatsache dass im Jemen die Houti-Meliz aktiv ist und vom Iran finanziert wird.

00:15:59: Es sind halt irgendwie zweieinhalb Tausend Kilometer Und die Hutis haben seit dem Oktober, um die Hamas zu unterstützen wirklich wöchentlich Langstreckenraketen und Drohnen geschickt.

00:16:11: Und haben immer wieder sozusagen das Raketenabwehrsystem in Anspruch genommen.

00:16:15: Wir haben immer nur eine Einzelne geschickt... ...und das ist halt wahnsinnig teuer!

00:16:18: Dann macht es natürlich strategisch Sinn vielleicht da näherzukommen.

00:16:21: So habe ich dann versucht mir das ein bisschen zu erarbeiten und am Ende war einfach was ne total plausible Analyse Für mich auch.

00:16:27: Und zu sehen, dass Somalia eigentlich gar kein Interesse daran haben könnte, Palästin unser aufzunehmen, weil sie sich sehr provestlich orientieren und abgrenzen wollen von Somalia, wo die Al-Shawab Militz irgendwie agiert.

00:16:39: Dann sozusagen komme ich von dem manchmal würde ich gerne schreien zu... Das macht mir Freude!

00:16:44: Und dann einfach präzise das so herausarbeiten und immer danach zu gehen was ist hier plausibel?

00:16:49: Was es wie belegt und da mich festzuhalten.

00:16:53: Also nicht an der Frage fest zu halten, was kann ich sagen?

00:16:56: Was darf ich sagen, was verkürzt sich, sondern danach zu

00:16:59: gehen?".

00:17:00: Danke!

00:17:01: Ein Gedanke, der bei mir dann gleichzeitig aufhoppt ist das es ja gerade wenn es um das Thema eine Ost geht... Da kann man auch schon direkt wieder über Begriffe streiten wie man sie benennt und so.

00:17:12: Dann ist es ja in Teilen zurecht und in Teil aber auch problematisch ein hoch emotionalisiertes Thema.

00:17:20: Egal aus welcher Richtung man drauf schaut, würde ich sagen und das was du gerade beschrieben hast ist ja fast schon so eine technische Herangehensweise und ich finde es immer so bannend aber auch herausfordernd gleichzeitig zu sagen Man schafft es diese Ebenen zu unterscheiden.

00:17:40: also Und das ist vielleicht was, wo mit vielen Leuten zu Recht Schwierigkeiten haben.

00:17:46: Das geht mir genauso.

00:17:47: also wenn du jetzt in dem was du sagst so beschreibst ja und dann habe ich mich gefreut.

00:17:52: Dann ist mein erstes so emotionaler Impuls ist so weird weil wie kann man sich bei so einem Thema über irgendwas freuen?

00:18:00: Weil ich mich ja nun mal auch mit Themen beschäftige denke ja aber das verstehe ich weil wir gerade auf einer journalistisch-technischen Ebene sprechen Und das nichts damit zu tun hat, dass du dich jetzt über irgendwelche Inhalt- also inhaltlich über eine Sache freust.

00:18:15: Sondern dass deine Analyse ein Ergebnis hatte und diese ebenen Unterscheidungen... Das ist ja was bei dem ich glaube, dass es oft nicht so richtig funktioniert und dass wir das anstellen mehr bräuchten in der Rezeption, im Sprechenüber vielleicht auch in dem Diskutieren über dieses Thema und auch in der politischen Bildungsarbeit, würde ich sogar sagen.

00:18:39: Also das ist das was es von dem ich mir wünschen würde.

00:18:42: vielleicht müssten wir öfter darüber sprechen wie auch Berichterstattung funktioniert?

00:18:46: Und was dann ein analytischer Blick beispielsweise eben ist und was auch ein ganz banal Unterschied ist zwischen einer solchen Analyse und vielleicht einem Kommentar zu einem Thema und so.

00:18:59: Das ist etwas was mich aus einer schulichen Perspektive natürlich auch interessiert.

00:19:03: wenn du jetzt sagst oder darüber nachdenken würdest, was würdest du dir wünschen?

00:19:09: Was beispielsweise SchülerInnen in Deutschland lernen würden über die Berichterstattung hier.

00:19:17: Also, welche Mechanismen gibt es?

00:19:20: Wie funktioniert das überhaupt?

00:19:21: Wir wissen, dass es gerade in den letzten zwei Jahren geprägt von unterschiedlichsten Faktoren, welche Informationen fließen.

00:19:28: Was werden so Dinge ... Wenn du keine Ahnung, in eine Schule gehen würdest und von deiner Arbeit berichten, dann ist es ja oft so, dass man irgendwie sagt, macht euch bewusst, dass und das funktioniert.

00:19:38: Das sieht so und so aus bei mir, wenn ich arbeite.

00:19:41: Und das muss man wissen um diese Arbeit zu verstehen.

00:19:44: In diese Richtung vielleicht.

00:19:46: da so für Dinge in den Kopf?

00:19:49: Ich glaube, ich würde versuchen zu vermitteln.

00:19:52: Mein Buch ist ja der Untertitel von meinem Buch lautet mein Ringen um Haltung aus Konflikt und für mich geht es auch darum dass es ein Ringen ist und bleibt und ganz oft heute ist jetzt doch so das wir eine Haltung voraussetzen.

00:20:05: also wir müssen.

00:20:07: Es geht nicht mehr darum, wie viel Wissen habe ich um mich in einem Thema zu stellen oder mit dem Thema zu befassen.

00:20:12: Sondern ich muss irgendwie schon nicht so und so dazu positioniert

00:20:14: haben.".

00:20:15: Das ist bei einer Auskonflikt halt leider ganz besonders so, aber das sehen wir ja ganz vielen anderen Themen.

00:20:19: also wir leben eben auch in sehr polarisierten Zeiten.

00:20:21: du hast ganz viele Dinge wo es total selbstverständlich ist dass du dich da zu positionierst, dass du gegen Populismus bist, dass Du gegen Ressismus bist bis du gegen Antisemitismus bist.

00:20:28: Dass du gegen die AfD bist Und ähm...das wird ja ganz oft So in den Kreisen Also in Bubbles in denen man sich bewegt und dir auch Schule sein soll als vorausgesetzt irgendwie dargestellt.

00:20:38: Und der israelisch-palästinensische Konflikt macht es halt schwer, sich da mit darin so zu verorten und ich glaube, ich würde deswegen erst mal sagen selbst fragen anzufangen also auch selbst kritisch anzufagen was sind eigentlich meine eigenen Projektionen?

00:20:51: Was sind meine eigenen Vorstellungen davon wie dieser Konflik funktioniert?

00:20:55: Wo fühle ich mehr?

00:20:56: Das habe ich vor dem siebten Oktober auch Kolleginnen oder Kollegen gesagt.

00:20:59: Ich glaube man kann nicht auf beiden Seiten gleichzeitig sein.

00:21:03: Wenn man viele israelische Freunde zum Beispiel hat und Freundinnen hat, dann wird man nicht so viele palästinensische Freundinnen und Freunden finden.

00:21:09: Das war schon vor dem siebten Oktober so.

00:21:12: Und wenn man viel im Vesjordanland ist oder in palästenensischen Kreisen sich bewegt und mit Menschen ganz viel zu tun hat die von der Besatzung betroffen sind, dann würde man Schwierigkeiten haben vielleicht sich ... israelischen Perspektiven zu stellen.

00:21:24: Das ist vollkommen normal, aber ich finde es wichtig sich da vielleicht ein bisschen ehrlich zu reflektieren und das zu sehen und dann halt zu gucken wie viel Raum kann ich trotzdem für Debatte lassen?

00:21:34: Für Dialog und auch für Verständnis- und Empathie.

00:21:36: Und da bietet sich die Analyse einfach an.

00:21:39: Viel mehr ist der Kommentar als die Meinung.

00:21:41: Dann sind wir bei diesem Journalistischen also... Der Kommentar und die Meinung ist halt so, dass ist meine, nimm sie akzeptier sie teile sie oder widerspreche.

00:21:51: Und die Analyse ist, leuchtet eigentlich den Raum von Meinungen aus.

00:21:55: Die man oder lässt die Möglichkeit immer noch eine Meinung dazu zu haben und schafft schon vermittelt halt viel Wissen.

00:22:01: Wissen aber so, weiß ich nicht, kuratiert vielleicht?

00:22:05: Das es trotzdem nicht nur so random wahllos wirkt sondern das es schon auch zeigt okay so und so könnte es sein!

00:22:13: Es kann... immer anders sein, aber die und die Möglichkeit ist plausibel oder das.

00:22:17: Und dass es naheliegend.

00:22:18: Natürlich ist es dann wenn ich dann Freude sage geht es um dieses technische, dass ich verstehe okay daraus wird eine Analyse um zu diesem Somali-Land Beispiel zu kommen.

00:22:28: Natürlich ist es so, dass es innerhalb der israelischen Regierung viele Stimmen gibt, die sich darüber freuen würden alle Palästinenser zu vertreiben und wenn sie sie nach Somaliland kriegen dann machen Sie halt das.

00:22:36: Das heißt man hat auf der einen Seite diese populistischen Aussagen und diese Vertreibungsfantasien und man hat von der anderen Seite die türkische Regierung, die das sagt Und die aber eben auch ein strategisches Interesse vielleicht in Ostafrika hat In Djibouti neben Somali Land zum Beispiel eine Militärbasis hat.

00:22:51: Wenn ich dazwischen nichts gefunden hätte, wäre das sehr schwierig geworden da aus eine sauberer Analyse zu machen.

00:22:57: Und das dann freue ich mich, wenn nicht sauber kriege, aber ob die Frage nun ist, sauber analysieren zu können warum Israel wirklich macht um Palästinenser zu vertreiben oder ob Israel es macht um nicht Palästenen zu ver treiben sondern aus einem sicherheitspolitischen Interesse?

00:23:10: Das ist zweitrangig!

00:23:11: Also mir geht es nicht darum meine bestimmte Meinung oder Haltung durchzuziehen, sondern eine stringente Analysee zur Tese hinzubekommen und beim Ausgang aber offen zu bleiben.

00:23:24: Das ist das, was ich vermitteln würde.

00:23:27: Also offen zu bleiben für den Ausgang des

00:23:31: Prozesses.".

00:23:32: Danke, das erklärt glaube ich ja auch ganz gut.

00:23:34: Das ist genau das hier eben auch nicht vom Verneint dass es das ein oder das andere gibt sondern es eben inkludiert und gleichzeitig stehen lässt so dass man natürlich auch Offenheit lässt um zu sagen und diesen Aspekt kann man sich jetzt natürlich auch nochmal explizit heranschauen.

00:23:49: Oder diese Stimmen die genau das sagen müsste man natürlich noch mal genau analysieren aber das wäre dann quasi eine weiterführende Analyse zu diesem Thema.

00:23:58: Dann geht's ja immer weiter in der Arbeit, die du machst.

00:24:01: Also dadurch ist es ja dann auch irgendwie eine Never-Ending, ich nenne das jetzt mal Berichterstattung, never ending analysieren insgesamt in dieser sehr, sag' ich schon wieder komplexen, aber in dieser Situation wo es eben sehr viele unterschiedliche Player in Anführungsstrichen und unterschiedliche Faktoren gibt, die es zu beleuchten gilt Wenn wir uns jetzt deine Arbeit hier so ein bisschen anschauen, du beschreibst es ja auch im Buch.

00:24:25: Dass du natürlich ... Ich nenn's jetzt mal in the field unterwegs bist was aber oft auf eine besondere Art und Weise nur möglich ist.

00:24:35: also gerade jetzt in Zeiten von Krieg oder Besatzung ist ein freies sich bewegen als Journalistin eingeschränkt.

00:24:41: Auch da kannst du mehr zu sagen als ich das wahrscheinlich besser beschreiben.

00:24:44: Und gleichzeitig ist das was du grade beschrieben hast schon auch eher eine Art des Schreibens die sehr an einen Schreibt und ein selber recherchieren und so zusammenbauen gebunden ist.

00:24:57: Spannungsfeld oder diese zwei Bereiche, die würden mich total interessieren.

00:25:02: Weil ich glaube, dass da der Einblick von außen und auch aus Deutschland manchmal gar nicht so klar ist.

00:25:06: also wenn man jetzt solche Analysen schreibt wie viel quasi Interviews, wieviel draußen sein, wie viele mit Menschen sprechen braucht es das ist ja was anderes als eine Reportage zum Beispiel auch Und wie viel deiner Arbeit ist aber auch wirklich Das alles nochmals am Schreibtisch irgendwie für sich sortieren und vielleicht auch lesen richtig und so weiter.

00:25:28: Ich glaube, ich kann meine Analysen nur schreiben weil ich halt viele Jahre back and forth bin und zwar nicht nur Deutschland nach Ost sondern eben auch Israel und besetztes West-Jordanland.

00:25:39: aus dieser... ich habe schon das Ziel gehabt eine Langzeitbeobachtung glaube ich auch zu machen.

00:25:43: also mir war sehr schnell klar dass so kurze Eindrücke mir nicht genügen und dass es nicht reicht, einmal hin- und rübergefahren zu sein.

00:25:53: Sondern das ist immer noch mal darum, gegen nochmal zu gucken und nochmal zu schauen.

00:25:56: Und was kann man vielleicht noch sehen?

00:25:58: Je öfter ich fahre, werde ich irgendwann zu einem Ergebnis kommen also zu einem sozusagen.

00:26:05: so lässt sich lösen oder so sollte es sein und dazu ist es halt nicht gekommen.

00:26:09: Es ist immer bei Punkten geblieben wie zum Beispiel dass ich, ich weiß nicht, im Jahr zwanzig war ich auf eine Recherche in Genien Und da ging es darum, dass die israelische Armee kurz hervorstand das Flüchtlingslager, das zu Junin im Norden vom Westjordanland gehört, zu stürmen.

00:26:26: Ich habe damit mit Bewohnern von Junin am Prinzip jeden Abend auf dem Balkon gesessen und gewartet ob nun in der israelischen Armee mit ihren Bulldoseien und allen möglichen Anrücken.

00:26:34: Es ist auch immer klar sobald sie anrücken... Greifen palästinensische Jugendliche, die die Convo ist an und es kommt regelmäßig zu Toten.

00:26:44: Es führt regelmäßig so das Sniper.

00:26:46: Palästinenzische Jugendlichen töten israelisches Snipe.

00:26:49: Das war auch immer gleich die Angst.

00:26:50: Sobald der Convo kommt wird irgendwo ein Jugendlicher sterben, einen Palästenensern?

00:26:53: Das war dann glaube ich auch so.

00:26:55: Also es war auf jeden Fall so dass es Verletze gab aber es war eben auch so dass am selben Abend am Checkpoint in israelischer Soldatin getötet wurde.

00:27:03: Und es war also jemals.

00:27:04: wenn ich denke...das ist jetzt die Geschichte dann passiert das.

00:27:08: Und das muss ich auch noch mit reinnehmen.

00:27:10: und daraus, wenn man das ganz oft gemacht hat, du kannst ja nicht immer wieder diese selbe Geschichte erzählen.

00:27:14: Das ist halt ein Problem mit den Reportagen von hier finde ich.

00:27:17: Ich finde über Reportage lässt sich gar nicht so viel vermitteln.

00:27:20: es bleibt immer sehr näher und es bleibt sehr eindimensional.

00:27:23: aber die Analysen bieten mir in die Möglichkeit mit dem ganzen Vorwissen vielleicht doch eine andere Tiefe zu schaffen.

00:27:29: und am Ende sind die Analysisen der Ausgangspunkt des wir jetzt zum Beispiel zusammensitzen und nochmal tiefer darüber reden können.

00:27:36: Jetzt sind wir ja auch in der Zeit, wo man immer wieder auch über so was wie Pressefreiheit gerade auch hier spricht.

00:27:42: Da will ich jetzt gar nicht zu tief reingehen und das gibt es aber die Rolle von Haaritz beispielsweise und Haariz Englisch ist ja eine sehr wichtige auch hier um sich zu informieren und es wird immer mehr eingeschränkt und du sprichst auch von einer Arbeit aus einem Land heraus indem es noch mal mehrere Sprachen gibt.

00:28:02: Es würde mich auch total interessieren, aber wirst du mit übersetzen?

00:28:06: Was sind vielleicht auch Herausforderungen in dieser Arbeit?

00:28:12: Grenzen deiner Arbeit.

00:28:14: Also was sind so die Stellen, an denen du immer wieder merkst?

00:28:16: Hier komme ich vielleicht nicht weiter oder hier bräuchte ich vielleicht auch selber nochmal ganz andere Zugänge um meine Analysen schreiben zu können.

00:28:26: also ich kann mir das gut vorstellen dass es bei so einer sich neu entwickelnden dynamischen Lage auch immer wieder zum Moment kommt an den man irgendwie merkt jetzt erstmal stopp und hier geht's irgendwie nicht weiter und vielleicht muss ich mich doch noch mal umgucken und erst etwas anderes machen weil das vielleicht gerade nicht so gut funktioniert.

00:28:42: Auch um überhaupt, das meinte ich eben ein bisschen eine Sensibilität zu bekommen.

00:28:47: wenn wir jetzt an höhere Innen auch aus Deutschland denken.

00:28:51: was muss sich vielleicht immer mit bedenken bei der Berichterstattung und den Dingen die ich lese und bei der Arbeit der Korrespondentinnen gilt ja auch nicht nur für hier und diesen Konflikt, es gibt glaube ich alle Konflikgebiete insgesamt.

00:29:08: Aber das ist ja nicht unbedingt ein Thema in der Schule, also es gibt ja nicht das Fach irgendwie so wie funktioniert Journalismus?

00:29:14: Also nicht dass das gar nicht vorkommt aber ich glaube dass das schon wichtig ist um diese Mechanismen irgendwie so ein bisschen besser zu verstehen und dann auch again um die eigene Rezeption vielleicht nach und nach zu schärfen, also so wie du deine Arbeit quasi vor Ort schärfst ist das ja auch Teil der Verantwortung von LeserInnen oder Rezipienten sich darüber irgendwie ein bisschen bewusster zu werden.

00:29:36: Und damit auch Teil de politischen Bildung irgendwo.

00:29:39: Also kommen wir gleich mal zu diesem Spannungsfeld vielleicht von Pressefreiheit und Sprachvielfalt?

00:29:44: Netanyahu, Israels Ministerpräsident, wenn ihr mit Netanyau gibt ganz oft unterschiedliche Statements in Englisch und Hebräisch Gleichzeitig, ganz oft ist es aber so das wie du auch zum Beispiel sagtest Haaretz hat eine englischsprachige Ausgabe und eine hebräische Ausgab.

00:29:59: Israel ist eines der ganz wenigen Ländern, dass im Prinzip eine komplette journalistische Berichterstattung immer auf Englisch hat.

00:30:05: Und viele Nachrichtenagenturen, auch deutsche Nachrichten-Agenturen arbeiten ihr mit englischen Quellen als mit den hebräischen.

00:30:11: Wenn ich mich dann ans Hebräisch orientiere sind das ganz oft... für die Deutsche, auch für meine Redaktion vielleicht eher Spitzfindigkeiten oder Details, die gar nicht so relevant sind.

00:30:20: Weil was den Diskurs am Ende beeinflusst?

00:30:22: Sind die englischsprachigen Aussagen.

00:30:24: und zum Thema Pressefreiheit natürlich hast du damit schon mal einen ganz starken Einfluss darüber, was du eigentlich rausgeben möchtest.

00:30:30: also... Oder welche Diskurse es vielleicht innerhalb Israels gibt und welches außerhalb Israells gibt.

00:30:35: Also wir hatten jetzt die vergangenen zwei Jahre ja ganz oft die Debatte Was wird in Israel über das berichtet, was an Gaza passiert?

00:30:40: Und ich glaube israelis sind total da rüber trainiert, dass sie wissen es gibt diese parallel Berichterstattung.

00:30:49: Parallel Sprachen, parallel Framings und sieht glaube ich ihr hebräischen Quellenvertrauen.

00:30:54: und Sie gucken auch was Netanyahu auf Hebrisch sagt weil er gegenüber also auf Englisch immer ein bisschen natürlich sozusagen seine Interessen kommuniziert wie er sich in den USA vielleicht durchgesetzt bekommen möchte und während der in Israel aber so spricht das ja halt irgendwie seinen weder Klientel überzeugen muss und darüber dazwischen gibt es halt Diskrepanzen.

00:31:14: Also die USA, selbst die Trump-Regierung will ja zum Beispiel, dass es einen Friedensplan für Gaza gibt und das es da internationale Truppen gibt.

00:31:22: Und gleichzeitig hast du eine israelische Debatte wo irgendwie denn der israelischen Verteidigungsminister vergangene Woche noch gesagt hat wir werden ganz Gaza besetzen.

00:31:30: So.

00:31:31: Und manchmal glaube ich noch so.

00:31:32: der Eindruck ist wenn man das vielleicht nur fibrillisch macht dann wird es in den USA gar nicht ankommen oder dann wird das international gar nicht ankommen?

00:31:39: Das sind so Grundsätzlichkeiten abgesehen davon, dass wir halt wirklich eine große Einschränkung der Pressefreiheit ganz akut durch versuchte Gesetze und so weiter durch diese aktuelle Regierung erleben.

00:31:49: Aber es ist insgesamt auch schon vor dieser Regierung immer nicht so leicht gewesen zu gucken was wird... was ist relevant, was stimmt.

00:31:57: Also wenn du halt quasi unterschiedliche Angaben hast, weil durch die Sprachen oder das in unterschiedlichen Sprachen unterschiedliche Sachen gesagt werden und eben das Benjamin Netanyahu der schon über also seit seit fünfzehn Jahren jetzt hier regiert wirklich die Presse beschneidet.

00:32:10: Da gibt es keine Pressekonferenzen da gibt es nicht Möglichkeiten zurückfragen Es gibt halt Stellungnahmen und es gibt dann diese Stellungnahme in unterschiedlicher Sprache Und ab und zu ich glaube zeitweilig hat er auch nur Interviews US-Journalisten gegeben Er hat israelischen Medien gar keine Interviews gegeben.

00:32:23: Das macht's halt alles schon mal herausfordern.

00:32:26: Und natürlich haben wir auch, gibt es hier auch Arabisch.

00:32:28: aber das zeigt halt auch welcher wenig sozusagen Relevanz im israelischen Diskurs die arabische Minderheit hat weil dieser ganze Diskurs wenn es seinen Spannungsfeld gibt dann ist es zwischen Hebräisch und Englisch Im Schulunterricht.

00:32:42: ich glaube dass es schon wirklich so ein klassisches Gesellschaftskunde Thema wie funktioniert Gesellschaft eigentlich?

00:32:47: Wie funktioniert die israelische?

00:32:50: kommt man glaube ich dem am nächsten.

00:32:51: Also wir haben es mit einem Land zu tun, was eine unfassbare Einwanderung aus englischsprachigen Ländern hat.

00:32:56: also wenn du die hier unterwegs bist siehst ja auch immer alles auf Englisch beschriftet aber du hast eben auch zwanzig prozent arabische Minderheit.

00:33:02: eigentlich war immer die Idee dass auch arabisch am Sprache sein kann oder arabischer exzettiert wird.

00:33:08: und das ist halt wird ja so seit seit vor tausendsechzehn seit im sogenannten Nationalstaatengesetz immer wieder dran gerüttelt.

00:33:15: Also du siehst heute das Seltene.

00:33:16: Das war, glaube ich, Tel Aviv, achtet noch darauf, dass du Dinge immer mehr beschriftet hast aber in anderen Ortschaften oder in Cafés oder sowas ist es halt nur noch auf Hebräisch.

00:33:25: D.h.,

00:33:26: das Arabische findet überhaupt nicht mehr statt und dann hast du das im Medienmarkt findet auch nicht statt.

00:33:30: Dass sozusagen zu verstehen was ist eigentlich für die israelische Gesellschaft?

00:33:33: Ich glaube, hilft vielleicht ein bisschen sich dem Thema zu nähern.

00:33:38: also wie ist Bürichterstattung über dieses Baby?

00:33:40: Wie soll man eigentlich... Darüber berichten.

00:33:42: Jetzt kommt ja in unserer Zeit noch so die Rolle von Social Media... dazu, die ja auf der einen Seite hilfreich sein kann.

00:33:50: Also gerade in diesen Bereichen dass man eben jetzt plötzlich Zugänge zu beispielsweise Statements hat, die dann eben verstanden werden und übersetzt werden und man hat quasi über Social Media die Möglichkeit auch herauszufinden Moment was wurde eigentlich auf der ein oder anderen Sprache gesagt wenn man die eine oder andere Sprache selber nicht versteht?

00:34:09: Und dann ist es aber natürlich wieder die Schwierigkeit wer übersetzt da positioniert und bei dir selber, das war vielleicht auch noch die Frage in deiner Arbeit.

00:34:22: Also hast du da das Gefühl dass du an deine Grenzen kommst sprachlich oder ist es für dich was du machst gar nicht so relevant?

00:34:30: Ich

00:34:30: find's tatsächlich begrenzt relevant aber mit Blick auf die Analysen der Reportagen ist etwas anderes weil der Reportage möchtest du das eine wirkliche Quote haben?

00:34:38: dann arbeite ich auch lieber nochmal mit Übersetzerin ganz besonders im Arabischen.

00:34:42: also ganz oft fühlen kann man hier Gespräch mit Menschen der arabischen Minderheit auf hebräisch führen.

00:34:47: Viele sprechen fließend hebränisch und gleichzeitig ist es aber auch noch mal schöner, das Gespräch wirklich auf arabisch zu führen.

00:34:54: Und für die Analysen ist es ganz oft nicht so relevant weil es da zum Beispiel in Itamar-Bengvehre unter anderem wegen Terrorismus vorbestrafte Sicherheits- und Innenminister hat Wahlkampf gemacht mit dem Spruch Ich kann es ja gerade nicht mehr auf Hebräisch sagen, aber weil ich mich so an dieser Übersetzung halt auch im Englischen war dann immer wurde das übersetzt.

00:35:16: Who's the landlord here?

00:35:18: Und im Deutschen dann halt wer ist der Vermieter?

00:35:20: und dann war es aber auch so nie.

00:35:22: das hebräische Wort bedeutet eigentlich der Hausbesitzer.

00:35:25: Und da denke ich so die meisten Vermieters sind auch Hausbesitzern.

00:35:30: Also, what's the point?

00:35:33: Das sind so auf dieser semanischen Ebene.

00:35:37: Ich bin nicht Germanistin.

00:35:41: Meine Interesse sind so sicherheitspolitische Dynamiken und dann muss man den Raum geben und gucken wo ist es relevant.

00:35:48: Ganz relevant war es natürlich bei der Frage Hat Netanyahu und hat auch Joav Galant seinen mittlerweile ja entlassene Verteidigungsministern.

00:35:57: Nach dem siebten Oktober haben Sie im Prinzip wirklich sprachlich die Dinge erfüllt, dies braucht um zu sagen, Sie haben eine Motivation oder Sie haben einen... wie heißt das?

00:36:06: Sie haben angekündigt, quasi ein Völkermord in Gaza beginn zu wollen.

00:36:10: Ein Genozid bedeutet immer, braucht eine Intention und es muss auch sozusagen gesagt werden, dass man das machen möchte.

00:36:15: Und erfüllten die Aussagen von Netanyahu und Gallant diese Kriterien.

00:36:20: Ich habe auch leider gerade vergessen welches Wort das war.

00:36:22: da ging's glaube ich darum... Das sind alles Tiere oder das ist also... Wie das Garland gesagt hat und dafür habe ich gar keine Zeit gehabt.

00:36:30: Weil entscheidend ist, wenn wir unseren einen Satz aufhängen müssen um zu fragen ob das ein Völkermord ist, ob es geplanter sozusagen mehr ist als Kriegsverbrechen?

00:36:38: Wenn wir uns an diesem einen Satze aufhänger müssen dann ist es relativ dünn dass es andere innerhalb der Regierung gibt die das wollen ohne Frage aber hatten die die Entscheidungskompetenz zu veranlassen und sozusagen.

00:36:50: das sind so die Fragen, die mich interessieren.

00:36:52: Aber ich muss mich dann nicht an diesem einen Satz ewig aufhängen oder fragen ob der richtig richtig übersetzt wurde.

00:36:58: Ich bin eher dabei.

00:36:59: okay wie ist die Gesamtlage?

00:37:02: Und insgesamt eben wo ist denn jetzt der Zustand von Gaza Zwei Jahre danach.

00:37:06: Es gibt keine Szenarien immer noch nicht für den Wiederaufbau.

00:37:10: Ich finde, es muss juristisch erklärt werden ob das was Netanyahu unter Übringsschuldige, dass ich mir selber ins Wort falle aber da war eine ganz große Debatte darüber des Skalandes auf Fibrilich gesagt hat und weil er dachte, das hört keiner oder andere das auch so.

00:37:21: Er sagte okay wenn man das jetzt zu dem israelischen Klientel und Publikum sagt Das wird nicht auffangen, aber ist halt aufgefallen.

00:37:26: Und dann kommt es, dann hast du es aus dem Media angesprochen Dann wird es teilweise Google translated fast keine guten Übersetzungsprogramme für Hybräisch.

00:37:33: Und dann fängt es halt schon an, also eigentlich musst du ganz oft bei Hybräischen Bezeichnungen ... parallel eine sinngemäße englische Übersetzung mit.

00:37:43: Und wenn die nicht da ist, dann kann man halt mutmaßen und das hat sich an dieser ganzen Thematik damals ganz gut gezeigt.

00:37:49: also die Frage Warn-Garlans Aussage sind ausreichend genug um zu sagen dass Israel ein Völkermann in Gaza begehen möchte.

00:37:55: Genau!

00:37:56: Dann haben wir uns so weit davon entfernt.

00:37:59: jetzt alleine wie ich dir antworte finde ich verfrankt man sich Und das ist halt nicht so hilfreich.

00:38:05: Ich finde es dann immer besser zu sagen, ob Israel ein Genuzid in Gaza begangen hat muss juristisch erklärt werden?

00:38:10: Das ist eine Frage für die internationale Strafgerichtsverkalt und ansonsten müssen wir eigentlich auf die Gegenwart gerade gucken und fragen wie soll das eigentlich?

00:38:17: also wie soll es jemals weitergehen?

00:38:19: Was ist die Rolle von Journalistinnen?

00:38:21: Wo sind die Grenzen vielleicht in der momentanen Möglichkeit, Dinge zu analysieren und wo kann man dann aber parallel hinschauen.

00:38:28: Und für die Rezipienten bedeutet es eben auch unterschiedliche Prozesse und also Prozisse im Sinne von was passiert hier eigentlich alles gerade parallel wenn ich mich informiere möchte zu beobachten und zu sagen gut es gibt eben dann Menschen die journalistisch arbeiten die sich genau das wiederum anschauen.

00:38:46: Und das ist aber vielleicht gerade nicht deine Aufgabe in deiner Analyse für so'n Sohn, ne?

00:38:51: Also das ist ja dann auch wieder dieses natürlich breitere Spektrum um dass es dann irgendwie geht und das finde ich einfach auch ein wichtiges Kriterium über journalistische Arbeit oder Berichterstattung nachzudenken und vielleicht auch darüber im Bildungskontext zu sprechen.

00:39:06: also wie kann man sich da eigentlich selber auch ganz gut aufstellen.

00:39:10: Und was reicht nicht aus und was reicht aus?

00:39:12: Und dann gerade bei so internationalen Themen, dann wird es ja auch natürlich immer breiter gefächerte nochmal in einem nationalen Kontext zu erkennen.

00:39:21: Ja hier reicht eigentlich.

00:39:22: das ist wir haben auch nicht unbedingt aus wenn ich spezifische Sachen anschauen möchte.

00:39:26: Ich würde gerne noch mit Blick auf die Zeit ein bisschen auf dein Buch zusprechen kommen Das hast du ja bewusst.

00:39:32: also ich würde dir jetzt mal unterstellen bewusst nicht nur über die letzten zwei Jahre oder Gegenwart in Anfangstrichen geschrieben, sondern auch mit dem was du gerade schon so ein bisschen beschrieben hast.

00:39:42: Mit Hilfe der Zeit davor so ein bissel erklärt wie du zu dem gekommen oder zu dem kommst wo du jetzt arbeitest.

00:39:50: Ich muss sagen ich war ganz schön.

00:39:52: also als ich das in der Hand hatte und digital in der Hand und die Seitenzahl gesehen habe, dann da hab ich gedacht Uwe, ich bin gespannt wie sie es jetzt gemacht hat.

00:40:01: Weil ich mir immer so denke eigentlich müssten das Sechs-Hundertseitenzeichen gefühlt.

00:40:05: Also wie schafft man das irgendwie zufriedenstellend für sich selber?

00:40:10: Zufriedenstellen auch zu kürzen und zu sagen was möchte ich eigentlich mit diesem Buch?

00:40:15: So weil es muss ja immer irgendwie Abstriche geben.

00:40:18: Genau!

00:40:18: Und dann aber doch so viel drin steckte und ich seh das Gefühl hatte das ist auf jeden Fall ein Buch.

00:40:23: also jetzt kenne schreibst dir durch deine Analysen.

00:40:26: Aber was man auf jeden Fall auch gut für so ein Überblick irgendwie nutzen kann, also es ist etwas wo ich auch locker sagen würde das ist zum Beispiel wer für die Schule in der Oberstufel total gut einsetzbar um dieses Thema überhaupt erst einzusteigen und so.

00:40:44: aber was waren da vielleicht dann Herausforderungen?

00:40:46: Was das angeht wie will ich das eigentlich in einem Buch packen?

00:40:51: Das ist eine sehr offene Frage.

00:40:53: Aber ich glaube, dass es letztlich doch die Frage nicht stellen will!

00:40:58: Zum ersten Mal freut mich, dass du siehst.

00:41:00: Das war auch mein Ziel.

00:41:01: Ich wollte ein Buch schreiben, das ich selber gerne gelesen hätte.

00:41:04: Dass ich mir gerne gekauft hätte.

00:41:06: Bevor ich mich mit dem Thema beschäftige oder in der Landreise gehe ... natürlich einen Buch laden und guck online, versuche immer eine Mischung zu finden an Büchern.

00:41:14: Es muss auch gerne nicht unterhaltsam sein aber ich möchte schon ein bisschen Sinnlichkeit und Leben drin haben.

00:41:21: Aber auch Informationen.

00:41:22: Das Buch war so die klassischen Zweiundzwanzigseiten.

00:41:27: ich so etabliert hat.

00:41:28: Für eine gute Buchlänge, wo man das schließt auch.

00:41:32: Also wie viele Menschen kaufen sich Bücher und stellen es dann nur rein und gucken ab und zu mal... Mir war's halt wichtiger, dass man vielleicht das wirklich durchliest.

00:41:39: Und dann zur Frage, wie ich das gemacht habe?

00:41:41: Das war tatsächlich relativ leicht!

00:41:44: Ich hab mich sehr orientiert an Also an dem, was politisch passiert ist.

00:41:51: An Artikeln, die ich dazu geschrieben habe und wo mir das klingt bescheuert.

00:41:54: Aber am meisten ein Fiel.

00:41:56: Was mich in Erinnerung geblieben ist und was mich geprägt hat.

00:41:59: Dadurch ergibt sich schon mal so eine Ausweile.

00:42:01: Es gibt viele kleine Momente, die man hätte an verschiedenen Stellen reinschreiben können aber ich hatte auch das Bedürfnis zu einem Ziel hinzuschreiben.

00:42:09: Das Ziel war ausgehend von dieser Frage warum bin ich hier gerne?

00:42:14: Zu okay, ich bin hier... Ich will hier das erklären.

00:42:18: zu was passiert hier eigentlich, will jemand das wissen?

00:42:22: Und hinzu okay.

00:42:24: Also irgendwie geht der Konflikt halt weiter.

00:42:27: Das Buch endet ja mit in Kraft treten der Waffenguhe jetzt Ende Oktober und das ist auch immer wieder so ein Erkennnis selbst wenn ich sage okay interessiert es hier eigentlich jemanden.

00:42:37: Der geht ja weiter, den Konflikte.

00:42:39: Ein Detail, was ich selber fast schon vergessen habe über die zwei Jahre ist eben dass wir ... Wenn ich auf diese jüngste Vergangenheit, das ist eine Auskonfliktskucke also diese vergangenen zehn Jahre, dann sind das eigentlich das stabilste Jahrzehnt gewesen.

00:42:54: Das war die Zeit nach der zweiten Intifada.

00:42:56: Es war die zeit als billig Airlines angefangen haben nach Israel zu fliegen ohne Ende.

00:43:01: Es gab eigentlich so diese EasyJet Berlin-Televief Connection.

00:43:06: Jeden Morgen um sieben hat man sich am Flughafen getroffen.

00:43:08: Das ist halt ne ganze Generation, es ist so die Millennialgeneration und es ist unsere Zeit gewesen.

00:43:13: Und zwar aufregend!

00:43:14: Und Besatzung konnte man sich angucken, fast schon touristisch.

00:43:18: Du hast den Ramallah und den Bethlehem und dann vielen anderen Orten Postels.

00:43:22: Du konntest politische Touren buchen, Touren zum Mauer, Graffiti-Touren ... Man konnte sich damit auseinandersetzen.

00:43:27: Es war trotzdem ein Konflikt.

00:43:29: Das hat sich in den vergangenen zwei Jahren verändert.

00:43:31: So, zum Draufgucken.

00:43:34: Und das wollte ich halt diesen Zeitverlauf irgendwie darstellen und halt eben auch zu dem Punkt kommen, dass wir diese ganzen zehn Jahre vielleicht oder fast zehn Jahre in denen wir dachten und viele dachten, wie sage ich auch für Journalisten dachten der eine Auskonflikt hat sich irgendwie festgefroren?

00:43:49: Der ist jetzt so... Das ist halt da in die Ende des.

00:43:53: Was heißt es denn für die Zukunft?

00:43:54: Und das war's mir wichtig.

00:43:55: also deswegen, da bin ich da drin gegangen, dass ich schon möchte man möchte soll das Buch Zu Ende lesen, man muss diese entscheidenden Etappen verstanden haben und ich finde, ich werde schon an vielen Stellen sehr detailiert.

00:44:07: Aber wenn ich detailliert werde dann immer mit dem Ziel zu sagen deswegen ist es nicht leicht eine Antwort, eine Antwort zu finden.

00:44:13: Und ja auch glaube ich was mir auch wichtig war zu zeigen werden wir darüber reden was das vor dem siebten Oktober passiert?

00:44:19: Dann finde ich sollten wir erst mal darüber reden, was is'.

00:44:21: in den zehn Jahren vor dem siebten Oktober passiert und nicht immer gleich sofort, was ist mit der Gründung Israels passiert?

00:44:28: Mit der Nackbar, also der Vertreibung der Palästinenser.

00:44:31: Was ist das mit der Besetzung des Westjordanlands im Sechs-Tagekrieg siebenundsechzig passiert, sondern einfach mal zu gucken, was es eigentlich in den vergangenen zehn Jahren, was vor dem SiebtenOktober einfach auf einem Zeitstreib

00:44:39: passiert?".

00:44:40: Ich bleibe glaube ich dabei dass ich sage... herausfordernd und glaube das Minimum, was es für mich auch immer so ein bisschen braucht bei den ja auch in den letzten zwei Jahren.

00:44:51: Das ist ja auch klar nicht wenig erschienenen Büchern und auch wieder Analysen usw.

00:44:56: Ist schon auch diese Frage der Selbstpositionierung und auch dieses Bewusstsein darüber, was du ja auch was auch in deinem Buch drinsteckt dass du auf der einen Seite diesen sehr analytischen Blick hast aber eben auch aus einer bestimmten Perspektive aus einer deutschen Perspektive schreibst.

00:45:17: Und das ist deshalb ja auch immer viele Bücher nebeneinander logischerweise braucht und man trotzdem sagt, gut dann müsste ich meinst du vielleicht gar nicht schreiben?

00:45:27: Du hast jetzt gerade beschrieben und doch macht es im Sinn zu schreiben und zu sagen Ja, dass ist eben ein Buch was ich aus einer bestimmten Perspektiv für eine bestimmte Art von Zielgruppe geschrieben habe Deinen Analysen oder so, das würde man wahrscheinlich ungefähr gleichsetzen.

00:45:46: Und es wäre nicht total wichtig dass das auch deutlich wird.

00:45:49: und das hat mir beim Lesen gut getan weil manchmal bin ich beim lesen selber ein bisschen für wen ist jetzt dieses Buch?

00:45:55: Also für was wir im Publikum... Ich weiß nicht, ob du das auch kennst.

00:46:02: Du hast ja wahrscheinlich sehr viel gelesen, dass du immer denkst, aber wenn das eine Person liest, die so und so positioniert ist, dann würde mir dieser Aspekt fehlen?

00:46:11: Oder wenn man liest was und sagt, das ist total gut verständlich für jemanden der sich auf eine bestimmte Art und Weise mit dem Thema schon auseinandergesetzt hat oder keine Ahnung, Expertinnen für Antisemitismus-Arbeitssuchung, die verstehen diesen Punkt ... nicht sicher, ob jetzt jemand in einem anderen Kontext diesen Take hier so verstehen würden.

00:46:33: Weil es dann Hintergrundwissen braucht oder so und für mich war's transparent.

00:46:36: Das kann ich natürlich nicht für alle Leserinnen sprechen aber deshalb danke dass du das nochmal ein bisschen erläutert hast und man dadurch vielleicht auch schafft diese Ebenen so ein bisschen auch zu unterscheiden.

00:46:46: So Kritik wird eh kommen?

00:46:48: Ja, ich hab das Buch nicht geschrieben.

00:46:49: für Antisemitismus oder Menschen die sich da auf der Ebene nur damit beschäftigen ist es ja kein Buch was irgendwie in dieser performativen Ebene mitspielen möchte.

00:46:58: Es ist ein Buch für Menschen, die glaube ich grundsätzlich sehen dass das was mit den Menschen in Gaza und in Palästinensane unter Besatzung leiden passiert falsch ist aber die vielleicht an einer oder anderen Stelle doch vielleicht irgendwie so Lücken feststellen in der Betrachtung israelischer Realitäten.

00:47:14: Ich hab neulich erst wieder jemanden kennengelernt, die eine Person, die für die Arbeit nach Israel gezogen ist und er hat mir gesagt, innerhalb von zwei Monaten hat sich ihre komplette Perspektive gedreht.

00:47:24: also sie war vollkommen... überzeugt davon, dass Israel ein ganz schreckliches Land ist.

00:47:31: Und dann zu sehen wie hier aber über diese ganzen Schrecklichkeiten gestritten wird also du regelmäßig protester hast in Tel Aviv ja es sind nicht die Massen die gehen aber es gibt eben Proteste und das wird alles irgendwie so im Streit verhandelt diese Diversität zu zeigen.

00:47:44: oder jetzt zum Beispiel ich weiß nicht ob man's auf der Aufnahme hört singt ihr der Muizin zum Ruf zum Mittagsgebet?

00:47:51: Das ist halt mein Alltag hier Und das so zu zeigen.

00:47:54: und die Menschen, die diesen Alltag kennen.

00:47:56: Aber vielleicht trotzdem sich fragen wie passt es zusammen mit dem was man vielleicht denkt?

00:48:01: Wie auf diesem Konflikt geguckt wird von außen und wie man aber ihn hier von innen wahrnimmt für dieses Buch?

00:48:06: oder die sich ein bisschen da unsicher sind und darf eigentlich vor allen Dingen mehr lernen wollen glaube ich Ich

00:48:12: würde sagen dann kommen wir so langsam zum Schluss und am Ende einer Podcastfolge hier dürfen alle Gästinnen und damit auch du immer eine Hausaufgabe stellen an mich und damit aber verbunden an alle, die zuhören.

00:48:26: Und das darfst du natürlich auch!

00:48:29: Die Hausaufgabe dich der Stelle kann ich dir überhaupt nicht... Kannst du gar nicht... Nee, du kannst einfach mal im Buchladen gehen und gucken wie viele Bücher zum Naoskonfig von Frauen geschrieben wurden?

00:48:37: Sehr gut!

00:48:39: Von Ich bin mir nicht ganz sicher zu doch ich habe was ganz Klares.

00:48:43: Ja, das stimmt tatsächlich.

00:48:47: Das ist eine gute Frage oder eine gute Aufgabe.

00:48:50: Vielen Dank, vielen Dank für deine Arbeit.

00:48:53: Vielen Dank dass du dir die Zeit genommen hast und das wir hier in deinem Wohnzimmer heute sitzen durften um dieses Gespräch zu führen.

00:49:01: Ich danke dir Nicole!

00:49:03: Und vielen Dank fürs Zuhören bis zum nächsten Mal.

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