Kleine Pause

Kleine Pause

Begegnungen in der Teeküche

Transkript

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00:00:00: Lehramt ist ein typischer Aufstiegsberuf.

00:00:01: Das heißt, wir haben viele Leute die studieren Lehramt als Ausstiegsschance, die studierend Lehramt eben gerade zum Beispiel auch wenn wir Leute mit Migrationsbiografie haben, wenn wir sogenannte Arbeiterkinder oder eben Erstakademiker enthaben.

00:00:12: das heißt sowohl du dir als Erste quasi in der Familie an die Uni kommen.

00:00:17: kleine Pause

00:00:24: Begegnungen in der Tee Küche.

00:00:36: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge.

00:00:39: kleine Pause-Podcast Begegnungen in der Tee Küche.

00:00:43: Ich freue mich, dass du da bist!

00:00:44: Und wer sich hinter diesem Du versteckt das kannst du gerne selber verraten und ich würde mich freuen wenn du dich einmal kurz vorstellen würdest.

00:00:52: Sehr sehr gern und erst mal vielen Dank für die Einladung.

00:00:54: Hallo von mir, ich bin Leila.

00:00:56: Ich bin eigentlich hauptberuflich an der Universität beschäftigt.

00:00:59: Bin da Doktorandin und promoviere gerade über die extreme Rechte Und parallel dazu bin ich aber auch auf Heimauf Instagram relativ aktiv, wo ich versuche eigentlich aus einem hobbygewachsenen Buchblock mit zunehmender Followerinenschaft ein bisschen um das zu erweitern was ich eben auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin mache weil ich eben leere.

00:01:19: Das heißt ich versuch so eine relativ niedrigschwellige Aber dann auch möglichst arbeits Arme Wissenschaftskommunikationen, die sich irgendwie so in meinen Job integrieren lässt zu den Themen, zu denen ich forsche.

00:01:31: Und zwar vor allem deshalb weil sie eben relativ aktuell sind, weil es eben Themen wie extreme Rechte, Feminismus, Verschwörungsdenken und solche Sachen sind.

00:01:38: Ja, vielen Dank.

00:01:39: Darüber kennen wir uns auch.

00:01:41: um das Transparenz zu machen und ich schätze deine Arbeit auf Social Media wirklich sehr.

00:01:46: Ich lese da immer ganz fleißig mit Wir haben uns im Vorfeld so ein bisschen überlegt worüber wir entsprechen können weil ich glaube es gibt so viele Themen die einfach interessant sind und du bist ja auch relativ breit aufgestellt, so bei den Dingen über die du sprichst kannst.

00:02:00: Da können wir gleich nochmal ein bisschen drauf eingehen was weit und was vielleicht auch enger uns bedeuten kann.

00:02:06: das Buchbloggen interessiert mich und diese ganze ich nenn es jetzt mal Blase Bubble wie immer ist eigentlich auch ein interessantes Thema wie das so funktioniert.

00:02:16: aber auch der Bereich Uni und wissenschaftliches Arbeiten ist auch so ein Bereich der zwar immer wieder vorkommt im Podcast explizit gesprochen haben und auch über ein Highlight, was du in deinem Feed hast.

00:02:33: Haben wir uns dann entschieden dass wir vielleicht darüber so ein bisschen sprechen wollen?

00:02:36: Das ist jetzt in Folge das kannst du nicht wissen aber in Folge eins und zwei in diesem Jahr schon so ein bißchen angeklungen, dass ich nicht ganz so sicher bin wie ich oder ob ich weiter mit diesen Setzen und dem Beenden der Sätze diesem Jahr, ob ich weiter machen möchte.

00:02:54: Also ob ich das immer noch machen möchte?

00:02:56: Ich manchmal so ein bisschen das Gefühl habe erstens dass sich die Sachen wiederholen und dass ich die Sätze vielleicht nochmal überarbeiten müsste und auch dass so einen Satz beenden oder versuchen so Einsatz zu formulieren natürlich oft auch irgendwie in der Sache nicht gerecht wird.

00:03:12: Deshalb bin ich in Folge eins und zwei ein bisschen davon abgewichen und anders eingestiegen, und jetzt kommt so eine kleine Überraschung.

00:03:18: bei dir habe ich mir gedacht wir können das nochmal machen mit den Sätzen aber um ins Thema einzusteigen werde ich die Satzanfänge die sich hinter den Nummern verstecken einfach ein bisschen anpassen und schauen ob ich das was dich vielleicht explizit auf Schule bezieht ein bisschen umformuliere und durch Uni ersetze.

00:03:40: Und dann gucken wir mal, was dabei rumkommt.

00:03:43: Vielleicht klappt das hier bei uns ja ganz gut.

00:03:45: Also wenn du da Lust drauf hast würde ich sagen versuchen wir es einfach mal.

00:03:49: Chronologisch und wir nehmen die, na die dreizehn ist wahrscheinlich eine Frage, die viele nehmen weil das zahlt alles.

00:03:54: aber ich würd sonst die Dreizehn nehmen.

00:03:56: Das wäre eine schöne Zahl.

00:03:57: Machen wir einfach mal!

00:03:59: Und du denkst dir das jetzt vielleicht direkt schon im Uni-Kontext auch?

00:04:03: Weil man weiß dass sie eigentlich auf Schule bezogen sind, weil bei manchen kann man's auch nicht so ganz umformulieren.

00:04:07: Dreizehnt Ein inklusiver Unterricht zeichnet sich dadurch aus, dass...

00:04:15: Geht es nur um Lehre oder die gesamte Universität?

00:04:17: Wenn wir damit einsteigen, dann haben wir eine komplette Folge.

00:04:24: Inklusive Lehre zeichnt sich für mich ganz intensiv dadurch aus das wir eigentlich viel mehr Zeit bräuchten an der Universität, um dem gerecht zu werden, dass zumindest mein Bildungsideal und auch das was eben in Universitäten behaupten zu haben, nämlich möglichst vielen Menschen eine hohe Bildung zu ermöglichen.

00:04:43: Du merkst schon ich bin super in kurzen Sätzen...

00:04:46: Das muss kein kurzer Satz sein!

00:04:48: Es

00:04:48: braucht Zeit.

00:04:49: also worauf ich eigentlich hinaus möchte ist das braucht Zeit und es braucht vor allem Verständnis dafür dass Studierende ganz unterschiedliche Kontexte haben was im System Universität viel zu wenig mit gedacht wird wenn ich mir diesen Tourist direkt erlauben kann.

00:05:01: Im Kontext deines Podcasts Ich glaube, ist es vor allem auch wichtig immer dieses ganze Thema Lehramtsstudium etc.

00:05:05: auf dem Schirm zu haben und ich glaube da geht das ganz besonders weil das ein Studiengang ist der eigentlich eben auch sehr divers besetzt ist.

00:05:11: Ich glaube inklusive Lehre in diesem Kontext muss heißen zum Beispiel auch Studierende die über einen anderen Bildungsweg als reguläre an die Uni kommen einzubeziehen.

00:05:19: Das war also ein kleiner Einstieg!

00:05:21: Ich behalte oder wir können vielleicht ja schon mal die Frage so ein bisschen im Hinterkopf behalten warum Ist das eigentlich so, gerade beim Lehramt?

00:05:29: Das kam auch schon mal im Podcast vor.

00:05:32: Ich glaube auch in der Folge mit Francis Sieg haben wir da schon mal drüber gesprochen zum Thema auch Klassismus und so warum es da eigentlich eine große Rolle spielt.

00:05:40: aber Wir machen erst einmal weiter.

00:05:45: Ja, das ist jetzt z.B.

00:05:46: ein Satz weshalb ich ein bisschen härdere mit diesem Anfangsspiel Aber jetzt machen wir's trotzdem noch mal!

00:05:52: Respekt in der Universität bedeutet für mich.

00:05:59: Respekt in der Universität bedeutet, für mich Ähnliches im Kopf zu haben das auf allen Positionen Menschen sitzen.

00:06:07: und Universität ist mittlerweile auch ein Raum den wir von außen vielleicht gerade wenn man selbst in diesem System nicht so drin ist oft noch assoziieren mit einem Elfenbeinturm und alle irgendwie sehr individualistisch forschen so vor sich hin.

00:06:18: aber es gibt Begriffe wie akademischer Kapitalismus Und respektende Universität würde für mich bedeuten, dass wir bei all diesem ganzen Leistungsstress und der Konkurrenz und dem riesigen Druck, der da herrscht nicht vergessen.

00:06:33: Dass wir untereinander mit Menschen zu tun haben von denen wir auch immer nur einen Bruchteil auf der Arbeit sehen.

00:06:38: Ja danke.

00:06:40: Akademischer Kapitalismus ist auch so ein Schlagwort was ich hier in meinen Notizen habe für unsere Folge.

00:06:47: Dann gerne Satz Nummer, Satz Anfang Nummer drei.

00:06:57: Es geht dir nur bis vierzig.

00:06:58: Ach so, ach!

00:06:59: I'm sorry.

00:07:00: Morgen?

00:07:00: Nein, völlig in Ordnung.

00:07:01: Dann machen wir die alt und dreißig.

00:07:03: Aber das ist spannend.

00:07:04: wie kriegt man das jetzt mit Uni zusammen?

00:07:06: Man könnte vielleicht, das sage ich jetzt vorab Jugendliche Mit Studierenden ersetzen.

00:07:15: Das wäre vielleicht eine Option aber du darfst auch gerne selber den Satz ein bisschen ummodeln.

00:07:19: Wir sind ja jetzt ganz flexibel damit.

00:07:21: Das Engagement von Studierendern In politischen Bewegungen zeigt uns das.

00:07:30: Studierende ein riesiges Interesse an politischen Themen haben und das finde ich gerade in der Politikwissenschaften riesig großes Reservoir, weil ich das auch merke an den Themen die ich bespiele und bearbeite und die nachgefragt werden.

00:07:43: Und ich glaube dass es eine Ressource mit der man sich vielleicht an der Uni ein bisschen schwer tut Weil die Frage dieses Verhältnisses, das ist auch ein riesiges Thema für mich.

00:07:52: Das Verhältnis von Aktivismus und Wissenschaft eins ist was je nachdem wie man fragt in welchen Bereichen man es sehr unterschiedlich bewertet wird.

00:08:00: Ich persönlich glaube aber dass Engagement in politischen Bewegungen was wir ja auch unter Studierenden haben ist ein riesiges Reservoir.

00:08:05: Ja weil Studierende ganz viele Positionen machen und Punkte machen bei denen sie gewisse Freiheiten haben die zum Beispiel wenn man im Mittelbau nicht hat Und das heißt für mich aber eben auch, also Mittelbau sollten wir vielleicht gleich noch mal definieren was damit gemeint ist.

00:08:18: Das heißt aber für mich auch dass eben gerade auch Angestellte in Universitäten, Dozierende

00:08:22: etc.,

00:08:23: das wertschätzen und unterstützen sollten weil sonst Studierende oft auch ein bisschen alleine dastehen.

00:08:28: Ja vielen Dank!

00:08:29: Das ist schon super spannend dass du auch sowas sagst wie Mittelbausäuten wir vielleicht gleichzeitig mal definiern.

00:08:34: ich glaube das es auch so ein bisschen in den letzten Tagen oder das passt ganz gut zu meinen Gedanken in den letzten Tagen, als ich auch über unsere Folge nochmal oder über unsere Planung nachgedacht habe.

00:08:47: Weil eine Sache die mir so durch den Kopf gegangen ist, ist ein komisches Verhältnis zwischen Uni und Schule was ich irgendwie wahrnehme weil wir als Lehrerinnen ja nur mal alle Personen sind die durch die Uni gegangen sind und für die meisten natürlich nicht für alle aber also für die Meisten gibt es danach einen Cut.

00:09:07: Dann ist man quasi zurück an der Schule, man kommt von der Uni und hat dann erstmal gar nicht mehr so viel mit Uni zu tun.

00:09:18: Wie gesagt in den meisten Veränderungen geht es nicht für alle.

00:09:21: Und andererseits ist es ja so dass man dann plötzlich in einer Position ist.

00:09:25: das geht jetzt vor allen Dingen bis Gymnasium aber BeschülerInnen auf einen weiteren, an vielen Schulen ja zumindest.

00:09:33: Auf einem weiteren Bildungsweg der auch universitär sein kann jetzt nicht unbedingt muss vorzubereiten also Wissenschaftspropedeutik und weiter als Teil auch der schulischen Bildung.

00:09:46: Und irgendwie entstehen da ja so seltsame Lücken viele Brücken die eigentlich da sind könnten Das ist zumindest meine Erfahrung, die werden nur ganz punktuell irgendwie beschritten.

00:09:57: Also dann gibt es sowas wie Schülerinnen an die Uni im Gymnasium oder so Tage der offenen Tür oder so offene Uniwochen und das Wie des genau benanntes?

00:10:06: Es ist ja auch ein bisschen von Stadt zu Stadt unterschiedlich.

00:10:08: da habe ich so gedacht, das ist ja eigentlich komisch dass man also wenn ich jetzt zum Beispiel in Köln Ich hab in Körn studiert, ich arbeite in Kürn am Gymnasiums Meistens sehe ich die Uni, wenn ich da ran vorbei jogge.

00:10:21: So und dann denke ich immer so hier habe ich ja mal jahrelang studiert.

00:10:25: also das ist super seitsam dass man dann in der Schule ist und es einfach diese Verbindung gar nicht mehr so richtig existiert.

00:10:33: Und ich glaube, das das eben auch Teil der Themen ist mit denen du dich beschäftigst.

00:10:38: also das ist nicht nur jetzt irgendwie eine Beobachtung von mir ist die ganz zufällig ist sondern dass das irgendwie auch was strukturales zeigt.

00:10:49: Da weißt du wahrscheinlich mehr als ich und deshalb wollte ich mit dieser Beobachtung einfach mal so ein bisschen in die Folge einsteigen oder mit meinen Gedanken

00:10:57: dazu.".

00:11:10: ganz kurze Exkurs, damit man es versteht wie Universitäten Diversität und Internationalisierung Managen soll.

00:11:16: Also heißen wir haben an Universitäten oft Stellen die sind für Diversity zuständig und das wird je nach Uni auch ganz unterschiedlich verstanden.

00:11:22: Und dann ist internationalisierung bei Universitäten heute so ein Riesending.

00:11:26: Wir müssen international sein und das spannende ist dass das oft eher oder auch heißen kann Dass wir eben österreichische Wissenschaftler in haben weil sie haben keinen deutschen Pass als dass wir Studierende oder Wissenschaftlerinnen mit Migrationsbiografie auf dem Schirm haben.

00:11:41: Und in diesem Kontext haben wir eben entsprechende Studie gemacht und dann hat uns eine, die Koordinierungsstelle Chancengleichheit Sachsen – das kann man auch online nachlesen – die haben uns angefragt und eine Kollegin und mich aus diesem Forschungsprojekt gefragt ob wir dazu noch mal was schreiben würden?

00:11:56: Und zwar eher so reflexiv, was heißt das jetzt konkret?

00:11:59: Wir haben es im Kontext geschrieben kurz vor den Landtagswahlen und eben in der Auseinandersetzung welche Orte sind Universitäten eigentlich.

00:12:07: Und daran muss ich jetzt sofort denken, weil eben der Anspruch von Universitäten ja häufig ist das die Standortfaktoren für Städte sind.

00:12:14: also es heißt sie bieten Arbeitsplätze Sie machen die Städten irgendwie attraktiv.

00:12:17: Das ist ihr Anspruch und der Anspruch ist immer auch irgendwie In Anführungszeichen in die Stadtgesellschaft hinein zu wirken.

00:12:24: Der Anspruch an die Stadt Gesellschaft Teil dieser Universität zu sein wiederum Ist dann oft nicht so.

00:12:28: Also dass ist sicher auch je nach Universität unterschiedlich, aber ich glaube so ein bisschen... Ich mag diesen Begriff des Elfenbeinturmst nicht weil ich glaub der trifft auch manchmal nicht zu.

00:12:36: Aber diese Idee davon dass Universitäten schon irgendwie Räume sind die sehr hohe Hürden haben und wo man wirklich auch nur unter schwierigen Bedingungen reinkommt und selbst wenn sich die Universität öffnet dann ist es für viele Leute überhaupt mit Hürde verbunden da reinzugehen weil die Universitätsung total unbekannter Ort ist.

00:12:53: Und ich glaube das das auf jeden Fall so'n bisschen Missverhältnis ist dass ich Universitäten wiederum seltener oder das, was man so mit Akademie und Universität assoziiert, zu selten im öffentlichen Raum sehe.

00:13:05: Und da hängt wieder ein Riesennrattenschwanz dran von... Was heißt Wissenschaftskommunikation?

00:13:09: Also könnte man auch noch heute besprechen.

00:13:11: Diese Themen die ich mache sind potenziell in Feldern, also je nachdem welche Forschungsfelder es auch gibt, was der Tradition ist.

00:13:19: Das können Karrierehindernisse sein weil ich bin Wissenschaftlerin, warum mache ich denn bitte Videos auf TikTok?

00:13:25: Das ist doch unseriös.

00:13:26: Und solche Ideen von wie läuft Wissenschaftskommunikation, in welcher Tonalität richten wir uns an Leute?

00:13:32: Also machen wir eben nicht die ganze Zeit so ein Akademiea-Sprech sondern versuchen irgendwie Sachen rüberzubringen.

00:13:37: das kostet Zeit und es kostet Arbeit den ich honoriert wird.

00:13:40: Deshalb ist das glaube ich wirklich... Da ist am Eindruck schon was dran um den Satz kurz zu enden.

00:13:47: Ja total!

00:13:48: Ich habe mich dann auch im Kontext so ein bisschen gefragt bin kein Fan davon?

00:13:53: sozusagen ja dass Alles muss immer in Schule passieren, ja?

00:13:56: Also wir brauchen in Schule einfach keine Ahnung Steuererklärung.

00:14:00: Wir brauchen in der Schule ein Fach.

00:14:02: wie führe ich mein Haushalt?

00:14:03: also dieses Vorderen von Fächern und vorderen Von dies?

00:14:07: das alles muss immer.

00:14:09: jetzt muss es in Schule geben.

00:14:10: Ich mache das durchaus auch selber ne also ich nehme mich da gar nicht raus.

00:14:13: So ich habe auch immer wieder tolle Ideen wo ich denke eigentlich müsste es im Schulfach sein Und so.

00:14:18: aber das kann es ja auch nicht ganz funktionieren Fächer, Kanon und sowas alles zu sprechen.

00:14:25: Okay?

00:14:25: Trotzdem frage ich mich so ein bisschen also in diesem Kontext wenn Schule... Also ich gehe jetzt mal gerade so von meiner Schule aus, ein städtisches Gymnasium.

00:14:35: Eigentlich ja zum Ziel hat auch in die Universitäten zu füttern, sag ich jetzt mal für Nachwuchs zu sorgen.

00:14:42: Sollte sie dann nicht darüber aufklären wie Universität eigentlich funktioniert und wie das so aufgebaut ist?

00:14:49: Also ich glaube nicht dass viele Lehrkräfte ihre Schüler erinnern Darin Briefen, wie eigentlich so ein vielleicht eine Karriere innerhalb von Universitäten auch überhaupt aussehen könnte.

00:15:02: Weil die ja trotzdem sehr häufig auch als Widersprungbrett um in die Wirtschaft zu gehen oder um irgendwas anderes zu machen je nach dem oder um Ärztin zu werden was so einfach als dann auch irgendwie ne Art Zwischenstation sind.

00:15:15: aber sie sind ja nicht nur Zwischenstation weshalb ich das schon spannend finde.

00:15:19: wenn man jetzt sagen würde würde es eigentlich Sinn machen auch Schülerinnen zu erklären, was ist eigentlich ein akademischer Mittelbau?

00:15:26: Um da nochmal darauf zurückzukommen als so ein Beispiel.

00:15:30: Weil ich glaube, ich habe das nie gelernt.

00:15:33: Man wird dann da so reingeworfen und man findet's raus oder halt nicht und geht wieder.

00:15:37: So je nach dem, was man eben studiert.

00:15:40: Ich fang

00:15:41: vielleicht direkt mal tatsächlich mit der Definition an damit...

00:15:43: Ja gerne!

00:15:45: Genau also in Universitäten muss man sich das vorstellen.

00:15:48: wir haben jetzt vier Personengruppen Plump gesprochen.

00:15:52: Das eine ist ne sehr große, das is die Verwaltung!

00:15:54: Das es nicht akademisches Personal,

00:15:56: d.h.,

00:15:56: wenn man studiert und man ist ein Prüfungsbüro weil man sich irgendwelche Noten nachtragen hat lassen oder wir schreiben uns ein, wir zahlen unser Geld... Wir haben Sekretariate, das sind alles Personen, die können studiert haben müssen's aber nicht, aber sie sind eben quasi in so nem riesigen Verwaltungsapparat von einer großen Universität tätig.

00:16:12: Und dann haben wir im akademischen Personal quasi so grob drei Personengruppen.

00:16:17: des einen, da sind die Studierenden Das ist mit einer der größten Gruppen.

00:16:22: Dann haben wir eben ganz oben quasi die Professorin und das hat auch einen Grund, dass sie so hervorgehoben sind.

00:16:28: Und dann haben wir den sogenannten Mittelbau.

00:16:31: So spezielle Funktionen wie Universitätsleitung und sowas lasse ich jetzt mal raus.

00:16:35: Der sogenannte Mittelbau heißt so weil wir halt zwischen Studierenden und Professoren sind und vor allem Weil wir uns in diesem Verständnis sehr lange noch in der Ausbildung befinden.

00:16:45: Das heißt konkret, ich habe einen Bachelor gemacht.

00:16:47: Ich hab ein Master gemacht und schreibe gerade meine Doktorarbeit.

00:16:49: D.h.,

00:16:50: ich habe schon zwei berufsqualifiziente Abschlüsse.

00:16:53: Aber immer noch als die entsprechenden Personen auch ich wehren sich gegen diesen Begriff aber ich nenne ihn trotzdem als wissenschaftlicher Nachwuchs.

00:17:01: Und wissenschaftlich nachwuchs ist man definiturisch bis zur Professur.

00:17:05: Der Weg bis zur Professor heisst aber wenn ich den Master habe dann bin ich nochmal je nach Fach... Gut und gerne so, sechs, acht, zehn, zwölf.

00:17:15: Manchmal auch länger Jahre damit beschäftigt zu promovieren mich weiter zu qualifizieren Und genug Erfahrungen zusammen damit ich mich auf Professuren bewerben kann.

00:17:25: ProfessorInnen sind dann in den allermeisten Fällen verbeamtet auf Lebenszeit.

00:17:30: Das bedeutet wenn wir über so Themen wie Wissenschaftsfreiheit sprechen dass man in der Lehre nicht weisungsgebunden ist.

00:17:35: Das gilt vor allem für Professorin, die können mehr oder weniger an eine Lehre machen was sie wollen.

00:17:38: Der Mittelbau wir sind weisungst gebunden, wir sind angestellt weil wir uns qualifizieren, weil wir unsere Doktorarbeit schreiben bei wieder nach vielleicht noch ne zweite Abschlussarbeit schreiben etc.

00:17:47: und das bringt eben einige Regeln mit sich wo wir in Deutschland auch ein bisschen absurd ein komplettes Gesetz haben was Dinge ermöglicht die eigentlich arbeitsrechtlich für Leute außerhalb der Universität Seltsam sind.

00:17:57: zum Beispiel drei plus zwei Jahresvertrag habe und noch fünf Jahren immer noch befristet bin.

00:18:02: Und wenn ich die Promotion bis dahin nicht fertig habe, hab' ich halt ein bisschen Pech gehabt und kann an der Universität nicht mehr angestellt sein sondern nur irgendwie in Forschungsprojekten oder sowas weil ich eine ganz klare Frist hat bis wann ich die Promozonen fertig haben muss.

00:18:15: also da kann man nachher nochmal in Tiefe reingehen.

00:18:17: so und diese ganze Menge an Leuten das umfasst Leute wie mich die noch nicht promoviert sind, die die Doktorbeit noch nicht geschrieben haben dass umfassend aber auch Leute die haben ihren Doktor schon Anfang Vierzig, die haben auch schon Kinder und die haben ja auch schon Forschungsgruppen, die sie leiten.

00:18:31: Sie sind aber keine Professorin!

00:18:32: Die zählen da auch rein.

00:18:33: Und dann merkt man schon das ist eine sehr, sehr bunte Mischung an Leuten, die zusammenkommen – und eben aber eine Mischungen an Leute, die eigentlich vor allem diesen wissenschaftlichen Betrieb aufrechterhalten, weil es gibt wenige Professoren.

00:18:44: Das heißt wenn wir von wissenschaftlichem Personal sprechen in der Uni, ist der Mittelbaum einiges größer als die Professoren?

00:18:51: Und das sind eigentlich auch die Leute, oder den überwiegenden Teil der Lehrer stemmen, die aber auch immer wieder befristet sind, weg sind wo Verträge nicht verlängert werden.

00:19:03: Das war ich zuerst ein kurzer.

00:19:04: Deshalb ist der Mittelbau in Anfangszeichen ebenso eine der Statusgruppen, die sehr viel Kritik am System haben.

00:19:10: Aus dem was du jetzt gesagt hast geht ja dann schon so ein bisschen hervor.

00:19:13: Das ist eine relativ große Gruppe und es ist eine diverse Gruppe.

00:19:18: Und divers ist das trotzdem immer noch Uni Klar, aber trotzdem jetzt innerhalb dieser Gruppe kann man glaube ich schon raushören.

00:19:29: Dass das auch eine Gruppe ist auf die dann gesellschaftliche Ungleichheitsverhältnisse, die es sowieso schon gibt und eben unterschiedliche Positionierungen, die man eben gesellschaftlich so haben kann – auch einen besonderen Wirkung haben!

00:19:47: Also sowas wie, wenn du hast jetzt gesagt man ist um die, keine Ahnung Mitte dreißig oder so.

00:19:53: Da klingelt es ja direkt schon in meinen Ohren ne?

00:19:56: Das das dann auch was mit Gender beispielsweise zu tun hat.

00:20:00: Wer kann Karriere machen, wer nicht und so weiter also bis jetzt erstmal sehr unterkomplex dahergesagt.

00:20:10: Und das ist ja ein Themenfeld mit dem du dich beschäftigst und über das du auch viel nachdenkst, und auch immer mal wieder schreibst.

00:20:17: Da kommen dann so Begriffe wie wir erinnern uns daran oder Hashtags ins Spiel.

00:20:24: Ich kann mir darauf auch ein bisschen eingehen.

00:20:26: Wir hatten einmal Viele Hörerinnen haben das bestimmt noch irgendwie auch im Hinterkopf.

00:20:31: Ich bin Hannah, dann hatten wir den Hechtick ich bin Rehan.

00:20:35: Wir haben so Begriffe wie dieses... Auch ein schönes deutsches Wort, Wissenschaftszeitvertragsgesetz und so.

00:20:42: Fierig kannst du es alles was so bisschen versuchen und du darfst auch gerne so lang reden wie du möchtest.

00:20:47: Sei vorsichtig mit solchen Angeboten

00:20:50: einzuordnen weil das ist ja schon das womit du dich eben auch auseinandersetzt und was ich glaube, was auch super spannend ist sich das irgendwie mal klar zu machen.

00:20:59: Und da auch so ein bisschen Einblick zu bekommen worum es eigentlich so geht bei diesen auch Diskursen.

00:21:05: Ich würde glaube ich damit anfangen dass ich nochmal einen Kussenswiss zu dem zurückmache was Du gesagt hast weil das thematisch genau dahin passt.

00:21:11: Ich weiß gar nicht wie viel Sinn es ergeben würde wenn man innerhalb der Schule Studierende darauf vorbereitet an die Universitäten zu gehen, weil es voraussetzt dass es da viele Dauerstellen gibt.

00:21:19: Dass also tatsächlich in einem hohen Maß Leute an Universitäten langfristig beschäftigt sind und das ist nicht der Fall!

00:21:27: Das ist genau das Problem des sogenannten akademischen Mittelbaus.

00:21:29: Das Gesetz das ich eben gerade angesprochen habe mit den Sonderregeln der Folge jetzt immer als WSZVG abkürze, das ist quasi der Term, dass ich eingeprägt hat.

00:21:40: Mich beschäftigt es einerseits weil ich eben als Teil des akademischen Mittelbaus selbst davon betroffen bin aber auch weil ich ein sehr hohes Gerechtigkeitsbedürfnis habe und das dann auch eben zu... Da kommen wir zum Teil des Problems auf vielen Ehrenämtern führt.

00:21:52: Eines meiner Ehrenempte ist eben auch, dass in unserem Fachbereich eine Genau, quasi Vertretungsposition auch habe innerhalb unserer Forschungssektion in der Politikwissenschaft eben Leute wie mich zu vertreten.

00:22:03: Also die Interessen des wissenschaftlichen Mittelbaus.

00:22:05: Denn wir sind eben vom Wisszeit-VG betroffen, insofern als das eigentlich regelt, wie der Weg zur Professor aussieht und ich versuche es jetzt nicht so sehr in die Tiefe zu machen sondern dass aktuelle Wissenschaftszeitvertragsgesetz ist noch nicht so alt.

00:22:18: aber Die Idee dahinter war mal, dass man Innovationen steigern möchte und so weiter.

00:22:23: Und sofort weil man möchte eben dafür sorgen das gut ausgebildete Leute an der Universität bleiben aber auch Wissenschaft und so du hast es eben angesprochen Wirtschaft und so Du hast eben angesprochen also eben nicht akademische Berufe eben mit guten wissenschaftlichen Mitarbeitern gefüttert werden quasi und Das ist so.

00:22:39: das Argument Man Möchte Nicht Dass irgendwelche Stellen verstopfen Also die Idee dass leute und wieder langfristig in diesem Mittelbau quasi sitzen bleiben und dann kommen keine neuen Stellen nach.

00:22:49: Und dann können nicht mehr neue Leute promovieren, und dann gibt es keine Innovationen für diese ganzen Gedanken.

00:22:54: Ich bin keine Bildungsforscherin deshalb kann ich das nur aus den Studien die ich kenne sagen aber dafür gibt es Leute in Job-Unsicherheit sind, weil das ist das Ergebnis.

00:23:03: Wir haben eben ganz viele Befristungen.

00:23:05: Es wird an Universitäten letztlich übergeben dass sie wirklich auch Kettenverträge machen können und es in ihrer Verantwortung ist wie Sie eben Leute beschäftigen.

00:23:14: Das führt natürlich zu einer riesigen Unsicherheit Und da geht dann auch wieder ein riesiger Rattenschwanz mit lang.

00:23:19: Also das heißt... Das bezeichnen wir auch als Flaschenhals, weil es gibt nur sehr wenige Professoren und ich habe eben gesagt Professorinnen sind auf Lebenszeit verbeamtet.

00:23:35: Das heißt das mag zwar sein dass sich mal Profs hin und her bewerben und die Universität wechseln aber also diese Stellen die enden halt dann in aller Regel wenn die Professorin emeritiert werden und dann also wenn sie in Rente gehen quasi und dann kommt jemand Neues nach Und das kann man sich vorstellen, wenn man schon mal an der Uni studiert hat.

00:23:54: Ihr kennt die Mengen an Mitarbeitenden vielleicht in eurem Fachbereich verschiedene Kurse angeboten haben und dann gibt es viel weniger Professoren, die da auch hängen.

00:24:02: So!

00:24:03: Das sind letztlich die Stellen.

00:24:04: Das sind die einzigen Dauerstellen, die Wissenschaftlichen an der Universität – alle anderen, die keinen Prof-Formnahmen haben werden irgendwann aus diesem System rausfliegen weil die Befristung endet und sie nach zwölf Jahren nicht mehr weiter beschäftigt werden können.

00:24:16: So, diese zwölf Jahre sind nochmal gesplittet.

00:24:18: Das heißt ich habe sechs Jahre für den Doktorzeit und dann hab' ich noch mal sechs Jahre Zeit für alles andere damit ich mich auf eine Professur bewerben kann.

00:24:25: aber wir können uns schon vorstellen die Konkurrenz ist riesig und die Wahrscheinlichkeit egal wie gut man qualifiziert es, egal wie viel man geleistet hat dass man so ne Professor bekommt Ist extrem gering.

00:24:35: und das hat auch fehlt damit zu tun, dass diese ganzen Auswahlprozesse Also es ist sehr viel davon nicht öffentlich, man weiß nicht genau wie diese Kommissionen entscheiden.

00:24:43: Das liegt manchmal wirklich einfach an Sympathie und da kann man... das ist eine Black Box also diese Idee von Meritocratie.

00:24:49: Das heißt wer am meisten leistet kriegt auch was, kann man auch darüber diskutieren.

00:24:52: aber das stimmt nicht weil es hat ganz viel damit zu tun dass man zur gleichen oder zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist Und das führt aber umgekehrt dazu.

00:25:00: Dazu gibt's auch ein Begriff dass die Leute die es geschafft haben einen sogenannten Survivorship-Bias entwickeln Das heißt, dass man eben rückblickend doch irgendwie denkt naja ich war halt einfach am besten.

00:25:10: Die Leute die das dann häufig denken sind halt Professorin und das sind eben auch die in diesem ganzen System sehr viel Macht haben weil sie natürlich auch zum Beispiel über Leute wie mich entscheiden können.

00:25:21: Sie sind weisungsbefugt, sie können mir sagen worüber ich leere, sie kann mir sagen was ich machen soll Ich, die ich mich eigentlich qualifiziere.

00:25:28: Und da kommen wir zu diesem großen Ding was müssen Leute wie ich eigentlich leisten?

00:25:31: Es gibt verschiedene Arten und Weisen in diesem Wissenschaftssystem zu arbeiten.

00:25:34: man kann so wie ich eine Universität angestellt sein.

00:25:37: das hat Gewisse Vorteile, ich bin nach Tarifvertrag beschäftigt.

00:25:40: Ich habe eine gewisse Jobsicherheit weil meine Stelle ist unabhängig von einem bestimmten Forschungsprojekt zum Beispiel.

00:25:46: das heißt es hängt am Ende davon ab was halt meine Chefin raushandeln konnte für die Stelle.

00:25:50: Es gibt andere Formen, es gibt Leute die machen ihre Doktorarbeit zb auf Stipendium.

00:25:54: Das klingt erstmal ziemlich cool weil man halt im Prinzip nicht viel Zeit braucht zu arbeiten.

00:25:58: Das, was man aber dann bekommt, gilt nicht als Einkommen.

00:26:00: D.h.,

00:26:00: die Leute zahlen nicht in die Rentenkasse ein sind schlimmstenfalls sofort im Bürgergeld weil sie eben nicht offiziell gearbeitet haben wenn Sie Ihre Doktorarbeit schreiben und sie sind oft nicht eingebunden an Lehrstühle d.h.

00:26:11: sie kriegen viel von diesem Unibetrieb mit und sie leeren auch nicht.

00:26:14: Leeren ist aber ein ganz wichtiger Punkt, wenn man später eine Professur haben möchte.

00:26:18: das Gute ist gute und schlechte In Anführungszeichen.

00:26:21: bei meiner Stelle ist Lehrverpflichtung dabei.

00:26:23: das bedeutet als wissenschaftliche Mitarbeiterin ich muss wo Semester so und so viel Lehre machen.

00:26:28: Und das hängt immer davon ab, mit wie vielen Stunden man angestellt ist.

00:26:31: Dann gibt es auch noch Leute die promovieren in Forschungsprojekten.

00:26:34: Das sind dann eben Projekte, die zum Beispiel auch meistens oder auf ProfessorInnen aber manchmal auch Leute selbst... quasi beantragt haben und in dem Rahmen promovieren sie zu einem Thema, das zum Projekt passt.

00:26:45: Das ist cool weil Sie müssen nicht lehren aber Sie müssen natürlich für dieses Projekt noch weitere Sachen machen, weil es sind da angestellt!

00:26:50: Ich hoffe ihr seid bei mir, worauf sich's zusammenfassen lässt... Es gibt verschiedene Wege eine Promotion zu machen und die haben alle Vor- und Nachteile.

00:26:57: Und man muss trotzdem ungefähr das Gleiche erfüllen egal welchen dieser Wege man wählt.

00:27:03: Und das heißt je nachdem welchem Weg man wählte, einem fehlt das ein oder andere.

00:27:09: Ich leere sehr viel.

00:27:10: Ich lere sehr viel und sehr früh, das heißt ich werde sehr viel Leer-Erfahrung vorweisen können wenn ich in diesem System bleiben möchte.

00:27:16: Der Nachteil ist Lehre kostet sehr viel Zeit Und dass es Zeit die ich nicht habe um eine Doktorarbeit zu schreiben Für Leute die keinen Lehrverpflichtungen haben ist der Nachteils.

00:27:24: sie machen weniger Lehre.

00:27:25: Dafür haben Sie vielleicht mehr Zeit zu schreiben für Leute mit Stipendium die brauchen vielleicht auf jeden Fall ein Lebenjob.

00:27:30: Was bei diesem System bisschen absurd ist, dass diese zeitliche Befristung unabhängig davon ist wie man angestellt ist und die allermeisten Leute haben Teilzeitverträge.

00:27:38: Und das ist eben auch noch so ein Riesenproblem, dass egal ob ich jetzt zu fünfzig Prozent oder zu hundert Prozent eingestellt bin, die sechs Jahre gelten trotzdem.

00:27:45: Die gelten gleich!

00:27:47: Ich habe einen Teilzeitjob, ich brauche einen Nebenjob und dann merkt man schon so ein bisschen daneben noch Zeit zu haben eine paar hundertseitige Arbeit zu schreiben – es ist schwierig.

00:27:54: Ich habe ein bisschen erfahren verloren, was deine Frage war.

00:27:56: Aber das heißt so glaube ich vom System her ungefähr kann man sich vorstellen da stecken ganz viele Punkte drin an denen dann Ungleichheiten die bestehen eine riesige Rolle spielen weil wer kann sich das leisten?

00:28:08: Was ist eben genau für Menschen die sich entscheiden sie wollen Kinder kriegen?

00:28:11: Was heißt dass wenn du und das ist genau der Punkt in der wichtigen Karrierephase wo Du auf internationalen Konferenzen rumtingeln musst und Deine Projekte vorstellen.

00:28:18: Das ist schwierig wenn Du Kleinkind hast.

00:28:20: Ja, und das ist glaube ich auch der Punkt wo wir wieder den Bogen spannen können zu ja auch Bewegung.

00:28:26: Und dann vielleicht auch nenne es jetzt mal Aktivismus, auch wenn wir dem Begriff dann definieren müssten ins Spiel kommt und sowas wie diese Hashtags die ich schon genannt habe Dann auch in den letzten Jahren so ein bisschen.

00:28:41: Ich weiß jetzt nicht, ob wirklich Dynamik da reingebracht hat.

00:28:44: Aber zumindest ein bisschen Sichtbarkeit für diese Verhältnisse.

00:28:47: Willst du das vielleicht nochmal so ein bisschen rekapitulieren?

00:28:51: Auch wenn es ja noch nicht vorbei ist.

00:28:53: Genau also im Prinzip ist eben die Sache, dass dieses Wissenschaftszeitvertragsgesetz es ist vielleicht schon ein bisschen durchgeklungen ich bin da gar kein großer Fan von.

00:29:04: Das gab, ich glaube, im Jahr ist es im Prinzip nur ein Punkt, der das fast zum Überlaufen gebracht hat.

00:29:11: Weil Kritik gab's schon vorher.

00:29:15: Es gab ein Video vom Forschungsministerium gemacht wurde und das war eben so ein Erklärvideo.

00:29:20: in dem ging es darum wie toll das Wissenschaftszeitvertragsgesetz ist und die Protagonistin war Hannah.

00:29:25: Und Hannah war eine Forscherin, die hat promoviert, wollte Fassurin werden und da ging es ja darum, wie toll dieses ganze System ist.

00:29:33: Ich weiß nicht genau, ob ich's falsch wiedergebe.

00:29:34: Es war ein zweiteiliges Video und ich meine es hat damit geendet dass sie schwanger wurde oder sowas.

00:29:38: also auf jeden Fall was irgendwie bisschen absurd.

00:29:40: aber Kern war auf jeden fall das die Menschen die in diesem system arbeiten der sogenannte akademische mittelbau als dieses video Wellen geschlagen hat und viral ging sich wenn ich es so salopp sagen darf, sehr verarscht gefühlt hat.

00:29:52: Weil eben diese angeblich gemahlte Traumwelt überhaupt nicht stimmt.

00:29:56: und in dem Kontext gab's dann diesen Hashtag Ich bin Hannah wie Hannah in dem Video wo Leute dann erst mal angefangen haben vor allem auf Twitter ihre Erfahrungen zu teilen.

00:30:04: was ist also wirklich?

00:30:05: heißt in diesem System unter dem Wisszeit VG im Prinzip teilweise gegen Ende von Arbeitsverträgen Zeit damit zur verbringen Bewerbung zu schreiben irgendwelche Projektanträge?

00:30:14: das haben wir noch gar nicht besprochen.

00:30:15: aber Universitäten haben eine relativ geringe Grundfinanzierung, also quasi das Geld was sie von vornherein bekommen und das führt mittlerweile dazu dass es dann so ein bisschen absurde Sachen gibt.

00:30:25: Dass quasi trotzdem Bundesgelder öffentliche Gelder zwar an.

00:30:28: Universitäten gehen über diese Grundfinanzen hinaus aber Projekt gebunden.

00:30:33: Das heißt ich muss mich bewerben und sagen, ich habe ein Totaltor als Forschungsprojekt.

00:30:35: geht mir mit den Geld dann kriege ich das Geld nur für dieses Forschungs-Projekt.

00:30:39: wenn diese Forschungs Projekte endet steht da vielleicht irgendwo ein tolles Labor aber es gibt keine Gelder mehr von der Universität um dieses Labor eigentlich weiter zu unterhalten oder die Mitarbeiter und so.

00:30:46: Das heisst diese langfristige Finanzierung an Universitäten ist ein riesiges Problem.

00:30:51: So aber das heißt dass es nur ein kleiner Punkt und das heißt in diesem Kontext dass sich eben dann ganz viele Leute gewährt haben gesagt haben hört man nee dieses ganze Gesetz muss reformiert werden.

00:31:00: Und dieses Ich Bin Hannah hat Wellen geschlagen, natürlich auch eben da schon von vornherein mit so einer Sexismuskritik dass eben gerade viele überwiegend Frauen die schwanger werden Probleme haben weil es letztlich im Prinzip ein entweder oder ist Karriere oder Kind und das absurde an der ganzen Sache ist.

00:31:15: aber du kannst hier nicht mehr sicher sein dass wenn du dich gegen kind entscheidest die karriere funktioniert.

00:31:22: Dieses Thema Vereinbarkeit ist ein riesiges Problem.

00:31:24: Und dann anschließend daran ist der Hashtag.

00:31:27: ich bin Rehan aufgetaucht, von Lady Bitch Ray.

00:31:31: Dr.

00:31:31: Rehan Sahin ist eben sowohl Rapperin darüber kennt man sie aber auch Wissenschaftlerin hat auch schon promoviert und sie hat eben zusätzlich auf den Rassismus im ganzen System aufmerksam gemacht.

00:31:41: das ist eben genau das was du schon beschreibst.

00:31:44: wir haben extrem auf Leistung ausgelegt ist, diese Leistung aber nicht wirklich honorierendes System.

00:31:49: Da stellt sich die Frage wer kann diese Leistungen überhaupt erbringen und das können nicht alle gleichermaßen, je nachdem welche ökonomischen Kontexte man hat.

00:31:55: Aber dann eben auch selbst wenn Menschen die gleiche Leistung bringen wie werden sie dafür behandelt und belohnt?

00:32:03: Und dann kommen wir wieder so ein bisschen zu dem am Anfang was ich meinte mit internationalen Studierenden.

00:32:07: Rassismus in solche Sachen ist etwas was wir an Universitäten haben, wie wir das überall in der Gesellschaft haben und gleichzeitig sind aber eben diese Arten dem zu begegnen stehen wieder vor ganz vielen internen Hürden.

00:32:18: Und das kann man sich natürlich erst recht vorstellen dass zum Beispiel eine rassismus erfahrene Person noch mal mit ganz anderen Kontexten zu tun hat, wenn sie sich immer wieder beweisen muss.

00:32:27: Dass sie erst recht diese Wissenschaft machen kann, die sie da eigentlich macht.

00:32:30: Genau das ist eine riesige Bewegung daraus entstanden und in dem Kontext gab es dann auch das Versprechen des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes zu überarbeiten.

00:32:38: Da steckten große Wünsche hinter.

00:32:40: Das Ergebnis davon war aber auch wieder so ein bisschen Schwierig, weil dieses Gesetz natürlich erstmal versucht auf Bundesebene was zu regeln.

00:32:46: Was dann auch auf Landesebene nochmal ausformuliert wird und wo dann jede Universität auch so ein bisschen für sich entscheidet wie sie das genau organisiert und macht, weil Universitäten sind selbstverwaltet.

00:32:55: Das heißt wir als Wissenschaftler innerhalb der Universitäten müssen irgendwie gucken wie die Uni funktioniert.

00:33:00: Und das heißt Wir haben verschiedene Interessen, weil es verschiedene Fächer gibt.

00:33:03: in diesen verschiedenen Fächern sind die Bedarfe unterschiedlich.

00:33:06: Aber was eben zum Beispiel so Ideen vom Wissenschaftszeitvertragsgesetz waren war dass man sagt wenn man promoviert ist Also bei diesen Überarbeitungsgedanken waren Vorschläge zum Beispiel vier plus zwei, also statt sechs Jahre plus sechs Jahre hat man eine Befristung von vier Jahren und einer Anschlusszusage.

00:33:22: Und da haben natürlich viele Leute gesagt naja also wenn wir in sechs Jahren was nicht schaffen wie sollen wir es denn plötzlich in vier bis zwei Jahren schaffen?

00:33:27: Also wohin verlagert ihr dann bestimmte Probleme?

00:33:30: Und dann gab es wieder immer wieder Kritik.

00:33:33: Wir haben auch ganz viele Fachkommissionen von Wissenschaftlerinnen aus der Bildungsforschung aus allen möglichen Bereichen, die eigentlich die ganze Zeit schon sagen das WSZVG ist eine Katastrophe und die auch Verbesserungsvorschläge machen.

00:33:44: Und die sehr häufig enttäuscht sind weil diese Verbesserung vor Schläge bisher in so Novellen und Vorschlägen keine Rolle gespielt haben.

00:33:50: Der letzte Stand war eben dass die Idee dann nochmal war das Ganze zu diskutieren und möglicherweise im Gesetz zu gießen vor der letzten Bundestagswahl und die ist aber natürlich auch vorgezogen worden.

00:34:00: Ich will den Teufel nicht an die Wand malen Aber ich glaube mit dem aktuellen Bildungsministerium bin besonders zuversichtlich, dass wenn es eine Novelle des Wisszeit-VG gibt das die irgendwie besser wird als das was wir gerade haben.

00:34:13: Jetzt haben wir auch aus anderen Kontexten schon oft gesehen, dass grade so strukturell oder auch institutionell Diskriminierungskritik oft nicht funktioniert.

00:34:23: werden wir sie nicht verbinden mit Kapitalismuskritik Da werden wir ja auch nochmal bei dem, was wir am Anfang schon kurz angesprochen haben.

00:34:32: Dem akademischen Kapitalismus der da ja auch eine große Rolle spielt in den ganzen... Ich benutze dich jetzt hier gerade so ein bisschen wie so ne Erklärbärin aber ich höre dir super gerne zu und ich finde es mega interessant weil sich dadurch ja auch so ein paar Netzespannen wie das Ganze so aufgebaut ist.

00:34:57: Lehramtsstudium und was das Ganze jetzt damit zu tun hat.

00:35:00: Und wie man da vielleicht auch wieder ja zumindest so Impulse zum Drüber nachdenken, kreieren kann eingehen.

00:35:07: aber vielleicht nehmen wir das vorher noch mit rein weil es ja schon auch zusammenhängt und ist vielleicht nicht unwichtig ist.

00:35:14: Genau also ich versuch's relativ kurz zu fassen.

00:35:17: Ich habe jetzt gerade nochmal ge-googelt.

00:35:18: tatsächlich Es gibt ein Buch bei SOKAMT dass auch so heißt Akademischer Kapitalismus.

00:35:21: Grundsätzlich ist mir diesen Begriff gemeint zwar eigentlich Bildungsinstitutionen sind, aber eben zunehmend sich kapitalistischen Regeln unterwerfen müssen.

00:35:29: Das heißt – und das habe ich gerade eben schon angesprochen – Universitäten sind selbst verwaltet und Universitäten kriegen vom Land nicht so viel Geld wie sie brauchen um sich komplett am Laufen zu halten.

00:35:38: Das heisst, Universitäten müssen auf Zahlen gucken Immer weniger quasi, dass du mehr müssen Universitäten gucken wo sie ihr Geld sonst rein kriegen.

00:35:49: Das heißt es kommt immer mehr zu so einer unternehmerischen Logik.

00:35:51: Es gibt Beratungsfirmen die beraten Universitäten darüber wie sie Gelder sparen können und wie wir uns das vorstellen können im Kapitalismus mit neoliberalen Firmen beraten die sicherlich nicht dass man jetzt viel Geld in Diskriminierungskritik stecken sollte sondern die berate eben zum Beispiel dass man Studienfecher kürzt wo nicht so viele Leute studieren.

00:36:06: da sind dann eben auch oft Konkurrenzen die entstehen Zwischen den sogenannten Mint-Fächern, also naturwissenschaftlichen Mathematik die irgendwie als besonders wirtschaftshilfreich wahrgenommen werden bei Naturwissenschaften Forschung und so.

00:36:18: Und so ein Konflikt den wir schon wirklich auch das ist nichts Neues da gibt es seit Jahrzehnten gab es da schon Konflikte zwischen denen und Gesellschaftswissenschaften wo dann eben potenziell auch Beratungsfirmen eher mal sagen na ja also wofür braucht's denn?

00:36:30: ich nehme jetzt als Beispiel weil ich das auch studiert habe vergleichende Religionswissenschaft wenn da nicht so viele Leute studieren lasst uns das doch einstreichen hier mehr in die Krebsforschung investieren.

00:36:40: Ich möchte an dieser Stelle nicht behaupten, dass Krebs-Forschung nicht wichtig ist.

00:36:42: Ich würde aber behauptend, die Gesellschaft verliert auch was wenn sie sogenannte Orchideenfächer verliert nämlich Fächer, in denen auch vermeintlich vielleicht kleinere Themen erforscht werden, die trotzdem wichtig sind.

00:36:52: und ich glaube vergleichende Religionswissenschaft, die so ein sogenanntes Orchidenfach isst weil die Zahlen oft sehr geringe sind, ist ein sehr gutes Beispiel, weil wir wissen wie relevant Religionen, Fundamentalismus usw.

00:37:04: sind und das Wissen um so Funktion zu weisen Wahnsinnig wichtig.

00:37:08: Das heißt, wir haben eben genau diese Konkurrenzverhältnisse die wir eigentlich aus der freien Wirtschaft kennen zwischen Fächern.

00:37:14: Es werden Sachen gekürzt es werden Sachen eingestrichen und wir haben immer mehr Stress.

00:37:18: auch diese Bologna Reform also die Anpassung das eben Bachelor- und Masterstudiengänge ist auch in Deutschland gibt hat die Idee international beim Wettbewerb teilzunehmen und das kann ja durchaus auch Sinn ergeben Sachen anzugleichen.

00:37:28: aber das Problem ist dass natürlich auch immer die Frage ist in welchem System passiert das?

00:37:31: Und das deutsche Wissenschaftssystem hat eben wie jedes seine Besonderheiten.

00:37:36: Und in Deutschland haben wir was, was wir häufig um zu dieser Frage Diskriminierungskritik und Kapitalismus-Kritik zurückzukommen.

00:37:43: Was wir als Gutsherrenmentalität bezeichnen.

00:37:45: Das heißt zum Beispiel in den USA ist es häufig eher so man hat Departments da gibt's mehrere Poffs, da gibt es mehrere Mitarbeitende und da gibts natürlich Hierarchien.

00:37:54: aber hier in Deutschland ist es ein bisschen pervers tatsächlich weil wenn man so wie ich angestellt ist an der Universität dann ist meine Professorin gleichzeitig meine Chefin.

00:38:04: Sie betreut mich, während ich meine Doktorarbeitsschreibe und sie benotet meine Doktoarbeit hinterher.

00:38:09: Man kann sich vorstellen das führt zu diversen Konflikten weil wenn eben dann Personen in Konflikte mit ihren BetreuerInnen zum Beispiel sind, weil weiß ich nicht sie bestimmte Anforderungen nicht erfüllen können im Arbeitskontext?

00:38:21: Dann ist die Frage stelle ich diese Frage redig darüber Ich bin ja auch betreut oder umgekehrt traue ich mich vielleicht zu sagen, dass ich meine Doktorarbeit doch nicht so schaffe.

00:38:30: Weil was ist wenn mein Vertrag nicht verlängert wird?

00:38:33: Und diese ganze Logik hat eben ganz viel damit zu tun das eingespart wird an ganz vielen Stellen.

00:38:37: Und genau deshalb würde ich sagen, man kann sich dieses ganze System und diese Gedanken nicht verstehen ohne zu verstehen.

00:38:43: Das Universitäten immer mehr zu unternehmen werden die gucken wo sie ihre Gelder herkriegen und die akademisch und ökonomisch und wirtschaftlich denken.

00:38:52: Und das beißt sich mit Wissenschaft weil die Frage halt genau ist wissenschaftliche Innovationen ist nicht immer der leichteste Weg.

00:38:57: Wissenschaftliche Innovation kann heißen dass ich scheitere, dass ich Forschungsprojekte anfange, dass Ich verstehe das Fütterung so hin.

00:39:03: Das kann heiße Dass ich lange für Sachen brauche Und all das ist potenziell gefährdet, weil lange für was brauchen kostet Geld etc.

00:39:10: und so weiter.

00:39:11: Genau!

00:39:11: Das heißt aber natürlich im Kontext wie gesagt Diskriminierungssensibilität, Diskriminierungskritik ist dann unterfinanziert, weil das nicht die Priorität von Beratungsfirmen und Konzulting ist.

00:39:23: Ja voll der wichtige Punkt ist also das wäre glaube ich auch meine Anschlussfrage gewesen Was macht es denn mit der Wissenschaft?

00:39:29: oder was macht es dann auch mit der Lehre?

00:39:32: Ich würde vielleicht noch ergänzen dass was du jetzt angesprochen hast Das kennen wir ja auch ein bisschen aus der Schule.

00:39:38: Zum Beispiel im Referendariat, diese Situation mit Machtverhältnissen und Bewertungssituationen.

00:39:45: Also das ist was, worüber ich mir zum Beispiel sehr viele Gedanken mache auf so einer ganz anderen Ebene, dass ich sage wenn ich jetzt beispielsweise mit SchülerInnen, wenn ich denen sage, das ist jetzt ein bewertungsfreier Raum weil wir gerade pädagogisch in einer Beratungssituation sind oder vielleicht in so einer Workshop-Situation Du hast eben gesagt, es gibt da bis hin zu wirklich absurden Zuständen.

00:40:12: Aber das ist ja was, was ganz oft schon in der Anlage nicht so richtig funktionieren kann.

00:40:18: Das heißt nicht immer unbedingt, dass man's deshalb versuchen soll, wenn man keine andere Möglichkeit hat.

00:40:24: Aber das ist auch was worüber ich mir in Schule total viele Gedanken mache dass sich eben auch nicht aus meiner Rolle als bewertende Person rauskomme und es natürlich auch etwas mit dem Machtverhältnis und dem Rollenverständnis immer auch im Raum macht.

00:40:38: da kann ich noch so viel Beziehungsarbeit machen.

00:40:40: aber Schülerinnen werden immer anders antworten auf Dinge, wenn ich die Person bin, die sie an anderer Stelle auch bewertet und im Raum bin.

00:40:52: Das überträgt sich ja quasi.

00:40:54: Also das geht dann einfach weiter auf anderen Ebenen und es kann natürlich auch ausgenutzt werden.

00:41:00: also klar so extreme Machtverhältnisse wo man in Abhängigkeit ist bietet natürlich immer eine große Gefahr.

00:41:09: Das vielleicht noch so als Ergänzung und als Schleife auch zur Schule, weil das ja eine Situation ist die wir durchaus auch kennen.

00:41:16: Auch wenn sie vielleicht nicht so... Ja ich würde es gar nicht irgendwie hieraschieren was jetzt extrem oder weniger extreme ist.

00:41:26: Total also ich musste gerade ein bisschen an diese ganzen Diskussionen um die Verfassungsförderstunde denken, weil es auch so ein Beispiel ist wie dieses Intention oder Freiräume versus eine Struktur, die das schon gar nicht wirklich ermöglicht.

00:41:38: Weil wir sollen Schüler in Demokratie lernen wenn ihnen vorgeschrieben wird dass jetzt in der Viertelstunde was machen so aber also mit der Lehre macht es alles wahnsinnig viel und eines Hauptthemen ist und das habt ihr wahrscheinlich jetzt auch schon gemerkt.

00:41:53: Ich habe bisher proaktiv noch gar nicht so viel über Lehre gesprochen in diesem ganzen System, wenn es um Weiterqualifikation geht eben weil Lehre sehr nachgelagert behandelt wird.

00:42:02: also Lehre ist zwar total wichtig und Universitäten machen Lehre und Forschung.

00:42:05: Das unterscheidet sie von reinen Forschungsinstituten.

00:42:08: aber für die Lehre Stellenschlüssel, das wissen alle die schon mal in den letzten Jahren in irgendwelchen Universitäten saßen und nicht wirklich ins Minifächern waren.

00:42:20: Wir haben überquellende Hörsäle, wir haben überquelle Seminare, wir sind ausgebrannte Dozierenden weil die Menge an Studierenden von der Menge an Dozierendem gar nicht zu betreuen ist.

00:42:29: Das hat damit zu tun dass ich immer priorisieren muss.

00:42:31: Ich persönlich mache die Lehre wahnsinnig gerne weil auch finde es ist total wichtig und das ist die Aufgabe einer Universität Meine Legitimität, dann halt irgendwie wochenlang war ich nicht irgendwelche hundert Jahre alten Bücher durchzublättern für meine Doktorarbeit.

00:42:47: Aber... Damit mache ich im Prinzip was, was meiner Karriere schadet.

00:42:49: Ich investiere Zeit in etwas, das mich nicht wirklich weiterbringt, weil am Ende ist zwar die Lehre wichtig irgendwie aber nicht die Zeit, die dafür investiert wird.

00:42:57: Das heißt wir alle sollen natürlich tolle Evaluationen haben, die müssen wir auch entsprechend dann bei den Bewerbungen vorweisen können.

00:43:02: Aber wir sollen möglichst wenig Zeit in die Lehren stecken.

00:43:05: und es führt eben genau dazu dass wir Studierende haben, sie kommen von Schulen ganz unterschiedlich, unterschiedliches Wissen wo dann eben doch oft eher die Frage ist Haben die Eltern auch schon wissen über Universität?

00:43:14: Können Sie ja auch schon weiterhelfen usw.

00:43:16: oder halt nicht.

00:43:17: Die kommen an Universitäten und sie treffen Autoziende, die eigentlich defaultmäßig kaum Zeit für Sie haben.

00:43:23: Oder wenn sie sich die Zeit nehmen über kurz oder lang häufig weg sind weil sie entweder ausgebrannt sind oder aus dem System ausgeschieden, weil sie es halt nicht geschafft haben in Anführungszeichen.

00:43:31: Das heißt im Prinzip die Entscheidung für gute Lehre – damit will ich nichts sagen dass das nicht Leute gibt, die auch gute Lehren machen und trotzdem alles schaffen ne?

00:43:38: Aber diese Entscheidung hat ganz häufig was damit zu tun, dass man Priorisierungen trifft, die das System so eigentlich nicht möchte trifft vor allem Lehramtsstudierende, weil der Fokus von Universitäten liegt eben ganz oft darauf zu sagen oder vor allem von den Fachbereichen.

00:43:54: Wir haben ein Fokus auf die Fächer also zum Beispiel in meinem Fall Politikwissenschaft und Lehrkräfte studieren ja ein bisschen Politikwissenschaft, weil sie Politik und Gesellschaft irgendwann unterrichten.

00:44:04: Das unterscheidet sich natürlich auch hier nach Bundesland.

00:44:07: Und das heißt, Sie werden viel weniger von diesen Fachinhalten mitkriegen.

00:44:10: Die werden nicht irgendwie in diesem intensiven – ich bin in der politischen – Theorie- und Ideengeschichte, die werden eher nicht bei mir im Seminar sitzen wo man einen Dreihundertseitenbuch liest?

00:44:20: die sitzen in einem Seminar, dass sie grundlegend darauf vorbereitet und zwar erst recht wenn Sie z.B.

00:44:26: Grundschullehramt oder in Bayern Mittelschul Hauptschulleharm studieren, dass sich so die grundlegende Kontexte haben.

00:44:33: wie funktioniert Politik?

00:44:35: Und das bedeutet, dass es eben auch viele Forscherinnen dann gibt, die auch nicht so ein großes Interesse haben zum zehnten Mal halt gerade im Seminar zu machen indem geht's von Aristoteles bis heute darum was heißt eigentlich Politik?

00:44:46: weil das irgendwie langweiliger ist, als seine eigenen Forschungsthemen da reinzuspielen.

00:44:50: Und gleichzeitig gibt es habe ich das Gefühl schon manchmal auch so ein bisschen ... So einen Top-Down-Ding, dass man sagt Lehramtsstudierende und ich glaube... Da können wir gleich gerne darüber reden was das mit der Diversität der Studiengänge zu tun hat.

00:45:03: Lehramtes Studierende sind halt quasi so ein bissel studierend zweiter Klasse, weil die bleiben in vielen Fällen ähnlich an der Uni.

00:45:09: die studieren nicht, weil sie studieren wollen sondern weil sie am Ende einen Beruf stehen haben.

00:45:14: Das ist ein Unterschied zu Leuten, die halt studieren und bei den meisten Studiengängen nicht fest ausgebildet werden dann für konkreten Job Die werden letztlich für was ausgebildet, wo wir auch wieder den Bezug zur Schule gar nicht haben.

00:45:29: Also das fand ich nämlich auch genau total interessant und finde ich super spannend wenn ich mit Lehrämterin spreche.

00:45:34: Das gilt vor allem für die, die eben Grundschul- und Mittelschullehramt machen Und was dafür Bedingungen herrschen unter denen ganz viele Rekehrs, Nebenjobs und sonst was haben um sich ihr Studium zu ermöglichen mit viel Wissen gar nicht kommen.

00:45:48: Was wir in der Uni immer noch voraussetzen.

00:45:51: Also gibt es so riesige Missverhältnisse und das addiert sich so auf.

00:45:56: im Sinne von Lehre ist eh schon weniger toll wahrgenommen und weniger ja rumreich irgendwie als Forschung.

00:46:03: Und dann ist die Lehre von Lehramts nochmal so ein Stückchen drunter oft

00:46:09: Ja, es ist vielleicht auch so ein bisschen spekulativ.

00:46:12: Aber ich frage mich schon auch... Ob das eben irgendwann auch so spürbar wird, also da zählen natürlich auch sehr viele andere Faktoren spielen.

00:46:21: Natürlich auch noch mal ein Rollen aber ob das auch so Spürbar würde in so Dingen wie Lehramt studieren ja nein und Da ist natürlich auch nochmal überhaupt auch die die Konstitution des Berufs Und auch der Blick darauf.

00:46:35: und soweit Also das spielt vieles eine Rolle habe.

00:46:37: ich könnte mir schon auch vorstellen dass das was ist bei dem Ja, auch irgendwann ein Bild gezeichnet wird.

00:46:43: Wenn das über Jahre, Jahrzehnte dann vielleicht so ein bisschen wie kann man es beschreiben zu wenig auch priorisiert wird?

00:46:53: Auch an den Unis natürlich nicht nur.

00:46:55: Aber das ist jetzt einfach nur so ein spontaner Gedanke der mir auch noch dazu gekommen ist bei dem was du gesagt hast weil es natürlich wenn man das jetzt wüsste also ich Ich hätte das jetzt nicht gewusst, als ich angefangen habe, Lehramt zu studieren.

00:47:10: Auch mit so einer klassischen...ich war die erst in der Familie, die studiert hat Biografie.

00:47:15: Niemand hatte irgendwie Ahnung von Uni und so.

00:47:17: Also ich auch nicht!

00:47:18: Und von daher hatte ich keine Ahnung ...von diesen Dingen.

00:47:22: Aber hätte ich das gewusst?

00:47:24: Hätte es mich ja auch erstmal nicht motiviert unbedingt Lehramt machen.

00:47:28: Warst

00:47:28: du?!

00:47:30: Und da vielleicht gibt's da eine Art von Wechselwirkungen die man natürlich irgendwie auch erst mal erfassen müsste.

00:47:36: Aber das ist jetzt was, was mir so ein bisschen durch den Kopf gegangen ist bei dem, was du gerade gesagt hast.

00:47:43: Also vielleicht generell.

00:47:44: nur dass es nochmal deutlich wird ich bin ja keine Bildungsforscherin.

00:47:47: Das heißt alles was ich sage ist eher was viel gespeist von meiner eigenen Erfahrung.

00:47:50: Die ist sehr marginal dann auch wieder und können.

00:47:53: also ich kann mir sehr gut vorstellen, dass andere Kolleginnen da auch andere Wahrnehmungen haben.

00:47:57: Das sitze wirklich nur als ein Disclaimer damit ich dir nicht die ganze Zeit immer sagen Ich glaube, der Punkt ist schon so ein... Es macht ja zumindest an unserer Universität und ich weiß das es nicht die einzige ist.

00:48:08: Ein Unterschied ob du Realschul- und Gymnasiallehramt studierst oder eben quasi das andere?

00:48:12: Weil wenn Du Realschutz und Gymnasialehramt Studierst dann kannst Du defaultmäßig Dich eben auch diesen inhaltlichen Fachseminaren zuordnen Und Die belegen, die ich zum Beispiel überwiegend gebe.

00:48:24: und Wenn Du aber auf Grundschulen und Mittelschullehramtsstudiers Dann gibt es eben oft so einen Sonderstudium und Das ist zum Beispiel also man sieht an unserer Uni jener Fach durchaus sehr real diese Priorisierung, weil der Personalschlüssel ein anderer ist.

00:48:38: Ob da Lehramtsstudierende für Grund- und Mittelschule ausgebildet werden oder eben ob die quasi einfach mitschwimmen im normalen Fachstudium oft viel weniger Personal da ist und die Mengen an Grund- und Mittelschülerschullehrerinnen auszubilden.

00:48:56: Und gleichzeitig ist es diese Unsichtbarkeit, dass ich als Tozentin meine Seminare ja doch auch das ist unterschiedlich je nachdem wie Chefs drauf sind aber ich relativ frei gucken kann welche Themen will ich machen?

00:49:07: Das heißt aber eben konkret in Bayern haben wir noch Staatsexamen!

00:49:10: Dass Leute wenn's richtig blöd läuft für sie, wenn Sie eben darauf angewiesen sind das zu belegen was gerade angeboten wird alles mögliche an Sachen lernen Was ihn aber für Staatsexamen nichts bringt, weil sie haben dann irgendwie im Verlauf des Studiums nie ein Seminar gehabt.

00:49:23: Dass ich mal mit klassischen Gesellschaftsverträgen und Thomas Hopps-Rousseau und so auseinandergesetzt hat also nicht überspitzt jetzt irgendwo wird es vorgekommen sein Aber das bringt dann halt je nachdem im Zweifel wenig wenn es irgendwelche Kolleginnen gibt die haben großen Fokus auf Aristoteles Und was der in Buch XY gesagt hat Weil man sich dann eben danach richten muss und wir als Dozierende sehen zu immer, wie sich die Studierenden angemeldet haben.

00:49:47: Wie sie das so zusammengesetzt hat.

00:49:48: aber das ist halt irgendwie oft an der Uni aus und learning by doing weil ich glaube So wie viele studieren dann Universitäten kommen und nicht wirklich wissen was sie tun.

00:49:55: Das trifft auch auf viele neu Promovierende zu den universitäten kommen Und sich erst mal zurechtfinden müssen.

00:50:00: und da ist es wirklich so ein Learning dass Ich denke okay?

00:50:02: Ich habe Lehramtsstudierende drin.

00:50:04: Dann sage ich denen Erst recht Mal Dass Ihr Thema für eine Hausarbeit Auch Ein bisschen weiter weg vom Seminartema sein Kann Wenn Es Für Sie das Gefühl Ist Es ist Eine bessere Staatsexamtsvorbereitung.

00:50:13: also will sagen Da sind so viele Priorisierungen drin.

00:50:19: Ich kann mir schon vorstellen, dass es dadurch bei den Studierenden spürbarer wird, weil gerade viele studieren und du hast es angesprochen.

00:50:25: Lehramt ist ein typischer Aufstiegsberuf.

00:50:27: Das heißt wir haben viele Leute die studieren Lehramt als Ausstiegsschance, die studiert Lehramt eben grade zum Beispiel auch wenn wir Leute mit Migrationsbiografie haben, wenn wir sogenannte Arbeiterkinder oder eben Erstakademiker enthaben das heißt sowie du dir als Erste quasi in der Familie an die Uni kommen Und die brauchen eine andere Betreuung, das ist nicht paternalistisch gemeint.

00:50:47: Sondern sie haben eben nicht den Background der Eltern, die sich akademisch drum kümmern können oder die haben eben andere Bedarfe weil Sie keine Ahnung Dolmetschen müssen für Ihre Eltern in Ihrer Freizeit oder sonst was und eben zusätzlich einfach Dinge haben, die ja andere Studierende nicht haben.

00:51:04: kann im Rahmen der Universität, weil ich hab ja gesagt die Dozierenden haben oft wenig Zeit eh wenig eingegangen werden.

00:51:10: Aber im Lehramtstudium ist das dann eben oft häufig noch mal so, da fehlen mir jetzt die Fachbegriffe aber ja oft ausgeliehen sind quasi an Schulen um da irgendwie Unterstützungsjobs zu machen und dann habe ich plötzlich Studierende bei mir sitzen, die sind Anfang vierzig, haben schon zwei Kinder studieren gerade auf Lehramt, sind irgendwie Teilzeit einer Schule angestellt haben aber eben nicht so viel Kontext von wissenschaftlichem Lesen, weil die Schule ist schon eine ganze Weile zurück.

00:51:37: Das ist ein ganz anderer Bedarf darauf einzugehen, aber genau diese Lehrkraft bräuchte es ja, weil sie im besten Fall in Anführungszeichen... zehnmal besser mit Mittelschülerinnen sprechen kann, weil sie den Lebenskontext vieler Mittelsschülern kennen als wenn ich die ich irgendwie aus einem Beamtenhaushalt komme mich da als Lehrkraft hinsetzen würde und keine Ahnung habe wovon ich rede.

00:51:56: Auch da wieder nicht pauschalisieren ist das nicht ein Ausschluss.

00:51:59: aber ich glaube schon dass es einen Unterschied macht ob SchülerInnen zum Beispiel auch in multikulturellen Schulen nur weiße Deutsche Lehrerinnen haben, die in akademischen Haushalten groß geworden sind oder nicht.

00:52:11: Und auf die können wir nicht eingehen und ich glaube das wird gerade im Lehramtsstudium noch mal besonders deutlich.

00:52:17: Ja, das ist ja total spannend also da werden... Wir hätten theoretisch unendlich viel Zeit wenn wir jetzt so eine drei Stunden Folge machen wollen.

00:52:27: Das wollen wir nicht!

00:52:28: Ich finde es aber total spannend sich mit diesen Fragen einfach mal so ein bisschen genauer auseinanderzusetzen und dann vielleicht auch nach Antworten zu suchen, wo vielleicht auch manche Schwierigkeiten herkommen.

00:52:39: Also ich erlebe das jetzt zum Beispiel auch ganz oft wenn ich Praxisse-Mester Studierende... Ich bin jetzt in NRW betreue, das mache sehr häufig die mir immer rückmelden und das kenne ich auch noch von meiner eigenen Unizeit.

00:52:52: Das was sich in der Uni macht hat halt nichts mit der Praxis zu tun.

00:52:55: also dass ist dann ja auch so ein bißchen ich würde nicht sagen Gegensatz, aber das ist nochmal so.

00:53:01: ein anderer Punkt und gleichzeitig auch dann die Frage nach der Tiefe der fachlichen Auseinandersetzung.

00:53:08: Und ich nenne es jetzt mal Weisspülung wenn man's jetzt ein bisschen negativ ausdrücken wollen würde der Lehramtsstudiengänge vor allen Dingen wenns um Sekundarstufe eins und sowas geht in der in der fachelichen Ausbildung Das sind ja die meisten Zweifächern in den jeweiligen Instituten und so.

00:53:31: Und das ist sehr total spannend, weil es ja quasi wie eine loose-loose-Situation.

00:53:34: Also da findet das eine noch das andere.

00:53:38: Ich sage jetzt auch nicht generell gar nicht, ich lebe natürlich auch sicherlich viele, die super vieles mitnehmen aber wir sehen ja durchaus dass wir Schwierigkeiten haben im dem Bildungssystem und auch den Wechseln vorn.

00:53:49: Und für wie viele auch das REF, auch wenn da ganz viel Gerede drum herum ist und so aber es wirklich keine tolle Zeit ist.

00:53:58: Da kann man ja schon mal überlegen welche Zusammenhänge gibt es?

00:54:02: zwischen diesen Schwierigkeiten, die du jetzt von der Uni von innen heraus beschreibst.

00:54:08: So Dinge, die man immer wieder von Studierenden hört oder Sorgen, die sich machen, die ja auch nicht immer nur von gar nichts kommen oder nicht immer noch irgendwie da sind weil sie so als eine Art Vorurteil im Raum schwören.

00:54:24: und ich glaube... Je genauer man dahin guckt, desto besser kann man vielleicht auch Antworten finden wo diese Dinge so herkommen.

00:54:31: Deshalb bin ich super spannend dir dazu zu hören und es aus der anderen Perspektive immer ein bisschen zu beleuchten.

00:54:38: Ich habe da einige Assoziationen zu.

00:54:41: Ich glaube das erste ist ein bisschen... Wir haben natürlich auch innerhalb dieser Lehramtsfächer die sind hier unterschiedlich zusammengesetzt.

00:54:46: Das heißt wir haben diesen Teil der Fachlehre oder die Daktik Und dazwischen gibt's Konkurrenz.

00:54:52: Also es wäre für mich jetzt ein sehr leichtes, sehr stark gegen die Politik, die Daktik zu hetzen, die sich immer mehr... also ich poschale das hier jetzt her aber die halt eben sehr viel Seminare auch hat um die Dakdiks unterrichten.

00:55:04: und das ist ja alles schön und gut, aber wo bleibt jetzt das Fachliche?

00:55:07: Die Detaktik würde möglicherweise so mit Kehrt sagen, ist ja schön wenn die alle alles fachliche wissen.

00:55:11: Aber was bringt das denen denn?

00:55:12: Wenn sie das nicht rüberbringen können.

00:55:14: Das heißt wir haben schon eine Spannung innerhalb dieser Felder und ich glaube an jeder der Positionen die ist schon nachvollziehbar.

00:55:19: also so ein extremen Beispiel.

00:55:21: was ich habe ist Ich hab einen Seminar gegeben wo ich im Prinzip dreizehnt Sitzungen ja Seminar ist ja nichts Dreizehn Sitzung hatte um Grundschul- und MittelschullehrämterInnen darauf vorzubereiten, dass sie am Ende hier in Bayern ihr Staatsexamen schreiben können über politische Theorie und die Ideengeschichte.

00:55:39: Und es war von vornherein klar ich kann in diesen Dreizehnsitzungen minimalst.

00:55:43: also wir lesen dann mal so zehn Seiten Aristoteles weil das kostet ja Zeit diese Texte zu lesen mit Studierenden die sich fragen warum zur Hölle muss ich wissen wie sich irgendeinen antiker Philosoph die Staatsform vorgestellt hat?

00:55:55: Ich habe da irgendwie siebenjährige vor mir sitzen und gleichzeitig müssen Sie das alles lernen für Staatsexammen!

00:56:02: dass diese Lehrkräfte wissen, wie sich Aristoteles irgendwas vorgestellt hat.

00:56:06: Weil also mir geht es so je besser ich ein Thema kenne, desto leichter fällt es mir das runter zu brechen und Leute da abzuholen wo sie stehen.

00:56:13: Vielleicht ist es kontraintuitiv aber je besser Ich ein Thema erkenne desto mehr weiß ich wie ich ohne ohne was zu verfälschen mit Beispielen arbeiten kann.

00:56:21: solche Sachen Und ich merke bei mir selbst eine Unsicherheit je weiter ich vermeine ein bisschen weg gehe.

00:56:24: Ich möchte jetzt nicht mit kritischer Theorie oder Adorno und solchen Sachen anfangen Aber wenn wir irgendwie so einen Republikanisches Ideal haben Steht dem Bildungssystem, dass am Ende mündige Bürgereien rauskommen?

00:56:34: Da kann man sehr drüber streiten wie das aktuelle Bildungsystem das macht.

00:56:37: Dann ist die Idee, dass es relativ früh anfängt und deshalb ist das Grundschullehrer in Wissen.

00:56:43: Wie ist das System entstanden?

00:56:45: Welche Gedanken stecken hinter so einer Bundesrepublik Deutschland, was stecken da für Ideen von Pluralismus und Liberalismus

00:56:52: usw.,

00:56:53: was steckt da alles hinter.

00:56:54: Und das rechnet sich natürlich spätestens dann auf wenn wir mit Jugendlichen zu tun haben die sich politisch anfangen zu interessieren weil ich glaube es vertalst da was man tun kann in so einer Situation ist wenn Lehrkräfte das Gefühl haben Ich kenne mich bei einem Thema nicht gut genug aus und da ist Israel-Palästina als Buzzword ja nur eines der spitzen Dinger wo wir das wissen.

00:57:12: Es ist halt so ein umstrittenes Thema, dass viele Leute wissen einfach nicht so viel darum und dann wird es ausgespart.

00:57:17: Und das signalisiert den Schülerenden was?

00:57:19: Ich glaube, das hat viel damit zu tun wie gut fachlich die Leute ausgebildet sind.

00:57:23: weil die Idee so wie die Studiengänge oft laufen ist mein Gefühl zumindest wenn wir denen genug didaktik beibringen uns ein bisschen wissenschaftliches arbeiten können sie sich das alles selbst erarbeiten.

00:57:32: aber die frage ist natürlich in welchem system in welcher zeit woher sollen die das nehmen?

00:57:36: und trotzdem müssen wir ja zusehen dass die richtigen anführungszeichen trotzdem grundlegende Sachen vermitteln werden.

00:57:42: Und ich glaube, oder ich kann mir gut vorstellen dass das für viele Lehramtsstudierende da eine extremer Herausforderung ist weil sie sich halt zum Beispiel konkret fragen was braucht XY?

00:57:49: Mir fehlt aber die Zeit das den Grundschul-Lehramtler in so zu erklären.

00:57:53: dann es ist immer ne Priorisierung was dran kommt und was nicht.

00:57:56: Dann ist im Staatsexamen sowieso auch noch mal dass der Fragen dran kommen.

00:57:59: die haben im Zweifel gar nichts mit mir und meinen Themen die Sie mal mit mir gelernt haben zu tun weil es sind irgendwie bayernweit ausgeteilte Fragen.

00:58:06: und gleichzeitig um jetzt diese Riesenbogen zu stellen, teile ich aber auch eine große Kritik.

00:58:14: Wenn man jetzt sagen würde keine Didaktik... Ich verstehe aber auch Studierende und das habe ich öfter gesagt.

00:58:18: Die gesagt haben ist ja schön dass ich so viele Didaktikkurse hab' Aber die erzählen mir was wie die Schule nicht läuft.

00:58:23: Und dann ist glaube ich so ein bisschen ne offene Frage Ist es da nicht doch besser wenn man vor allem wenn man dann auch noch einen Ref hat fachlich gut vorbereitet ist?

00:58:32: Aber das spreche ich natürlich jetzt auch aus der Fachpräspektive, die sagt wir wollen bitte mehr Anteil haben fach durchzubringen.

00:58:37: Und man hat ein bisschen weniger Didaktik.

00:58:38: Die didaktik würde es natürlich anders sehen und das glaube ich zeigt sich.

00:58:42: Ich glaube aber auf jeden Fall diese Tiefe der fachlichen Auseinandersetzung was du gerade angesprochen hast ist absolut essentiell für eine gute Bildung, für ne gute Schulbildung.

00:58:54: Ich glaube auch für eine Entlastung von Lehrkräften, weil je mehr ich zu einem Thema weiß, desto leichter fällt es mir an Informationen heranzukommen.

00:58:59: Ich überlege gerade wie ich das formuliere, dass es jetzt nicht wirklich zynisch klingt, da muss man auch ein bisschen aufpassen, dass man nicht so zynische wird.

00:59:05: aber ich glaube wenn diese Studiengänge fachlich immer weiter weichgespült werden, weil immer weniger Zeit bleibt die Studierenden zu unterstützen und wir eben vor diesem Stichwort Lehrer-Mangel Auch da Akademischer Kapitalismus, die Universitäten brauchen ja trotzdem genug Studierende, die abschließen.

00:59:20: Weil wenn wir nicht genügend Studierender haben, die da durchkommen dann haben wir auch das Problem dass im Zweifel Gelder gestrichen werden und das möchte ich jetzt nicht in so ein Elitendiskurs kommen zu sagen oh mein Gott singt das Niveau alle Notenwerden geschenkt?

00:59:30: Das meine ich nicht sondern wir haben halt häufig Studierenden die scheitern am Staatsexamen weil sie nicht gut genug ausgebildet wurden Und umgekehrt.

00:59:36: dann sinken der Niveaus auf einer Ebene wo ich denke das kann nicht der Sinn sein Dass wir studieren auch gar nichts mehr zutrauen Weil dann gibt es vielleicht auch genug, die keine Lust haben auf lernt.

00:59:46: Weil sie wieder Gefühle haben, da lernen Sie ja nicht so viel Tiefe.

00:59:50: Weiß ich nicht.

00:59:51: Total!

00:59:52: Ja mega spannend.

00:59:55: Vielleicht machen wir irgendwann eine Anschlussfolge nochmal... Und erklärden auch noch mal so ein bisschen, was die überhaupt Politikwissenschaften sind.

01:00:02: Ich finde das ist ja auch nochmal so ein ganz spannendes Thema und vor allen Dingen auch welche Rolle da auch ja leer an widerspielt usw.

01:00:12: Also ich glaube der könnte man auch nochmal mit dir sehr lange darüber sprechen.

01:00:15: aber die Zeit haben wir nicht und ich glaube es war jetzt schon ganz schön viel zum Mal drüber nachdenken und dafür bist du ja auch nicht aus der Welt nachdem man diese Podcastfolge gehört hatte sondern kann sich ja durchaus, also vieles von dem was du gesagt hast schreibst du ja auch oder bleibst immer mal wieder darüber und so.

01:00:34: Und da kann man ja auch noch einmal nachlesen und selber auch nochmal ein bisschen tiefer reingehen dadurch dass du diese Dinge auch teilst.

01:00:42: am Ende jeder Folge dürfen alle eine Hausaufgabe stellen.

01:00:48: das ist jetzt eine große Frage.

01:00:51: ich bin super gespannt was du dir überlegst.

01:00:53: an alle Zuhörenden mich damit, ich habe dir ja auch zugehört.

01:01:00: Und das kann ganz frei gewählt sein irgendwas was dir aufgrund des Gesprächs gerade durch den Kopf geht.

01:01:06: es kann aber natürlich auch etwas sein dass du generell schon immer mal als Hausaufgabe stellen wolltest.

01:01:11: das wäre auch völlig okay.

01:01:14: Es erwischt mich natürlich insofern wissen auf dem kalten Fuß, als ich als Dozentin im Gegensatz zur Schule eigentlich selten Hausaufgaben gebe.

01:01:20: Du bei uns auch nicht mehr?

01:01:21: Mach sie auch nicht... Ich überleg gerade weil ich glaube ich würde es wahrscheinlich ein bisschen splitten je nachdem ob grade Studierende zuhören oder nicht.

01:01:29: Weil ich glaube wenn gerade Lehramtsstudierende zuhören würde ich euch ermutigen eure Kritik auch zu äußern und zwar eben auch gerade innerhalb der Universität und vielleicht auch so'n bisschen an Eure Dozierenden.

01:01:41: Aber vielleicht habt ihr ein bisschen mehr verstanden, damit will ich schlechte Dozierende nicht aus der Kritik rausnehmen.

01:01:45: Dass das häufig so systemische Sachen sind für die auch Dozierenden nicht immer was können.

01:01:50: und je lauter studentischer Protest ist, der öffentlich ist, er laut ist, an den Universitätsleitungen herangetragen wird, desto stärker ist auch der Druck dass sich da etwas ändert.

01:02:01: Und da sind wir auch als Doziernde – das war ich am Anfang meinte – ein bisschen darauf angewiesen.

01:02:05: also es heißt Hausaufgabe an Lernstudierende.

01:02:08: wenn euch was im Studium stört dann äußert das Und halt das mit, Aufgabe an alle anderen.

01:02:15: Das ist jetzt ein bisschen großes Feld.

01:02:16: Aufgabe an allen anderen?

01:02:18: Ich würde sagen vielleicht so ein bisschen immer im Kopf zu haben dass unsere Bilder und das gilt jetzt über Universität, es gilt aber auch meine Bilder die ich über Schule habe oder so oft nicht so viel mit der Realität zu tun haben hilfreich und wichtig ist, über den eigenen Tellerrand mit Leuten zu sprechen.

01:02:33: Weil ich merke wieviel ich davon gewinne auch mit Lehrkräften zum Beispiel zu sprechen Und ich glaube genau diese Austauschaufgabe.

01:02:40: wenn ihr Leute habt in unserem neuen Bekanntenkreis die irgendwie an der Universität sind sprecht man mit denen und tauscht euch aus und zwar vielleicht auch gerade über diese Frage von Wie lassen sich da Brücken bauen?

01:02:53: Und natürlich habe ich eigentlich keine weitere Aufgabe außer immer weiter mit diesem sehr, sehr coolen Podcast den ich jetzt nachdem du mich die ganze Zeit mit Lob überschüttest.

01:03:00: Wo ich ja auch wahnsinnig profitiere vor allem von deinem ganzen Insta und was du machst und bleib nicht weg von denen gerade auch scheinbar kontroversen Themen, die du behandelst in dieser Differenzierung.

01:03:10: Vielen Dank!

01:03:10: Das waren direkt drei

01:03:11: Hausaufgaben.

01:03:12: Ja perfekt so richtig mit unseren Hütchen auf.

01:03:17: Mit Uni und Schule dann gibt es jetzt auch heute viele Hause.

01:03:21: Vielen, vielen Dank dass du dir die Zeit genommen hast und ich gebe das natürlich gerne zurück.

01:03:27: Ich finde es auch super wichtig und vor allen Dingen fällt mir immer wieder auf je mehr man sich auch mit Strukturen beschäftigt, desto leichter fällt es einem auch Kurse zu verstehen, die vielleicht nicht unbedingt was mit der eigenen Profession so zu tun haben.

01:03:44: Also sind unsere schon linked.

01:03:47: also die Systeme ist ja jetzt nicht super weit weg voneinander.

01:03:51: aber ich glaube dass Strukturkritik oder der Blick darauf super helfen kann um auch zu überlegen wie kann man auch solidarisch sein und gewisse Dinge die man vielleicht auch mit so einem gewissen Blick vorher betrachtet hat.

01:04:08: Also wenn du sagst, ein universelles typisches Elfen beim Turm-Elitäres usw.

01:04:14: Und dann aber sagt er aber diese Strukturen oder die Ungleichheitsverhältnisse, die ich an meinem Ort spüre oder versuche zu analysieren und versuche auch mithilfe von strukturellen Lösungen hoffentlich irgendwie ein bisschen voranzutreiben.

01:04:28: Die sehe Reflected und das hilft total.

01:04:34: Also danke auch dafür.

01:04:36: Danke dir, Gabel!

01:04:38: Darf ich eine Sache noch ergänzen?

01:04:39: Natürlich!

01:04:40: Praktisches Beispiel von konkreter Solidarität wäre zum Beispiel wir haben gerade Tarifstreiks in den Ländern weil Wir ja über die dozierende Universitäten werden ja über Tarifverträge der Länder quasi bezahlt und diese sind prozentual deutlich schlechter, was das Gehalt angeht als sowohl kommunale als auch bundes-Tarifverträge.

01:05:02: Da gibt es gerade Streiks – und das sehr, sehr tolle ist zumindest hier in Bayern – dass das ganz bewusst auch sowohl studierende studentische Hilfskräfte, die in diesem System eben ziemlich ausgebeutet werden teilweise, betrifft also auch Dozierende.

01:05:16: Und ich glaube so ein Akt der praktischen Solidarität kann wirklich sein da gemeinsam sowohl Doziernde die sich mit Studierenden solidarisieren und den Beschäftigungsbedingungen als aber eben auch einfach breite Bündnisse, die da diese Streiks unterstützen und das laut machen und die Kämpfer für bessere Arbeitsbedingung irgendwie unterstützen.

01:05:32: Und natürlich auf professoraler Ebene erst recht ne?

01:05:34: Die Profs sitzen an den Hebeln mit der meisten Macht, aber ich kann nicht einschätzen wie viele Profs diesen Podcast hören.

01:05:42: Hoffentlich

01:05:42: ein paar!

01:05:44: Ja vielen Dank und das geht ja auch wieder für die Schule ne?

01:05:47: Wir hatten ja erst diese Woche Streikset-Tarifbeschäftigungen sehr viel miteinander einher.

01:05:54: Okay danke leider für dieses tolle Gespräch.

01:05:58: Ich freue mich ehrlich gesagt schon auf Schneiden.

01:06:00: Ich darf es dann nochmal hören und bin gespannt drauf.

01:06:06: Danke dir und ich danke alle, die zugehört haben.

01:06:09: Wie immer vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!

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