Kleine Pause

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Begegnungen in der Teeküche

#122 mit Alice Hasters - Live Podcast aus dem NS Köln im Rahmen von UNDER CONSTRUCTION - Baustelle Demokratie

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In dieser Folge sprechen wir live im Rahmen des Mitmachtags „UNDER CONSTRUCTION - Baustelle Demokratie" im NS-Dokumentationszentrum Köln am 27. Juni 2026 über Alice Hasters’ neues Buch “Anti Opfer”.
Alice Hasters ist Autorin und Publizistin, bekannt durch ihre Bücher „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten" und “Identitätskrise”.

Alice erklärt, warum sie dem Viktimismus nicht den Täter gegenüberstellt, sondern das Anti-Opfer: eine Figur, die sich als Opfer der Opfer versteht, die Gleichberechtigung als Bedrohung erlebt und Dominanz als gerechten Normalzustand verteidigt. Wir sprechen über die paradoxe Dynamik, dass ausgerechnet diejenigen, die am lautesten über Opfer klagen, häufig selbst am meisten im Opfermodus agieren und über die politische Funktion solcher Strategien, verbunden mit einer bürgerlichen Kälte und eine neuer Härte, die zusammenhängt mit dem Aufstieg autoritärer Positionen und dem Angriff auf demokratische Kultur.
Wie kommt man aus der Empörungsspirale hinaus?
Wie nutzt man Analysewerkzeuge , ohne sich darin zu verheddern? Wie kann Solidarität unter Druck funktionieren? Und was braucht es, um handlungsfähig zu bleiben, auch, wenn die Baustellen mehr werden, nicht weniger?

Fotocredits: Joanna C. Schröder

#121 mit Laura Nickel - Lehrer*innen mit Haltung gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung

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In dieser Folge sprechen wir über Rechtsextremismus an Schulen und darüber, was passiert, wenn Lehrkräfte nicht mehr schweigen. Laura Nickel, Schulleiterin und Co-Autorin des Buches "Rechtsruck im Klassenzimmer", erzählt von dem Brandbrief, den sie 2023 gemeinsam mit ihrem Kollegen Max Teske schrieb: ein Hilferuf aus einer Schule in Burg im Spreewald, in der Hakenkreuze an Spinden, Verschwörungserzählungen im Unterricht und die Ausgrenzung von Mitschüler*innen zum Alltag gehörten.
Was folgte, war eine bundesweite Debatte, Solidarität von ganz oben und massive Anfeindungen direkt vor Ort. Im Gespräch geht es um rechte Strategien, die gezielt auf Verunsicherung und Zermürbung setzen, um die Frage, ab wann Demokratiebildung ansetzen muss (Spoiler: viel früher als gedacht), und darum, warum Vernetzung und gemeinsame Haltung keine Kür sind, sondern notwendige Bedingungen für eine wehrhafte Demokratie und das Mindeste, was wir tun können.

#120 mit Saloua Mohammed - Soziale Arbeit in der Lehre: Praxis, kritische Reflexion und Visionen

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Saloua Mohammed ist Professorin für Rassismuskritik und Empowerment, staatl. anerk. Sozialarbeiterin und politische Bildnerin. In dieser Folge berichtet sie von ihrem Weg in die Lehre.

In ihrer Arbeit verbindet sie Schulsozialarbeit, politische Bildungsarbeit und Forschung. Sie lehrt Studierende, kritische Reflexion zu entwickeln, Diskriminierungsformen zu erkennen und rassismuskritisches Handeln zu praktizieren. Durch Projekte wie „zusammen_denken“ von IDA NRW schult sie Fachkräfte in Antisemitismus‑ und Rassismuskritik und fördert solidarische Netzwerke.

Salouas Ansatz ist praxisnah und menschenrechtsorientiert: Sie sieht Bildung als Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe und plädiert dafür eine klare Haltung zu bewahren und gleichzeitig stets in hitzigen Diskussionen bewusst dreimal tief durchatmen, das eigene Motiv (Sache vs. Ego) zu hinterfragen und damit Selbstreflexion zu praktizieren und vorzuleben.

#119 mit Noura Mahdhaoui - Medienberichterstattung (im ÖRR) & Jugendliche - zwischen Misstrauen und Chancen

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Noura Mahdhaoui ist freie Fernsehjournalistin und Filmemacherin. Geboren und aufgewachsen ist sie in West-Berlin. Nach einem erfolgreich abgebrochen Jurastudium, studierte sie Kulturwissenschaft und Romanistik in Berlin und Paris. Während des Studiums ist sie über Praktika und freie Projekte zum Journalismus gekommen. 2019 machte sie ihr Volontariat beim NDR und blieb.
Sie macht vor allem Dokumentationen und Debatten-Filme zu gesellschaftspolitischen Themen. Heute arbeitet sie vor allem für die Formate NDR Story ("Jugend ohne Abschluss") die ARD Mediathek ("Schutzlos - sexuelle Gewalt gegen Kinder") und ZAPP ("Vertrauen verloren? Deutsche Medien und der Gaza-Israel Krieg") und als Producerin und Autorin für Panorama.

In dieser Folge sprechen wir über den wachsenden Vertrauensverlust junger Menschen in die Medien‑Berichterstattung und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk am Beispiel des sogenannten Nahost‑Konfliktes, über die Ursachen dieses Misstrauens und mögliche Auswege aus diesem. Noura erklärt, warum nach dem 7. Oktober 2023 viele Jugendliche die Berichterstattung als zu positioniert wahrnehmen, welche strukturellen und historischen Faktoren dabei eine Rolle spielen und wie Social‑Media‑Effekte die Wahrnehmung verzerren. Außerdem diskutieren wir, warum Transparenz und eine offene Fehlerkultur beim ÖRR wichtig sind und wie Schulen in Zusammenarbeit mit Journalist*innen Medienkompetenz stärken könnten.

#118 mit Thị Thanh Thảo Trần - "Menschen wie wir"

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Thị Thanh Thảo Trần wurde 1986 in Vietnam geboren und lebt seit ihrem 13. Lebensjahr in Deutschland. Sie studierte Kulturwissenschaften sowie Vergleichende Literatur- und Kunstwissenschaft. Ihre Kurzgeschichtensammlung "Wo ich herkomme" stand 2022 auf der Shortlist des Young Storyteller Award. 2024 erhielt sie ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats, mit dem sie ihr erstes Romanprojekt "Menschen wie wir" abschließen konnte.

In dieser Folge sprechen wir über ihr Debüt‑Roman "Menschen wie wir" (Leykam 2026) und die damit verbundenen Themen Migration, Literatur und Schule. Thảo beleuchtet die kaum beachtete Geschichte der vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen in der DDR und schildert ihre Erfahrungen mit dem deutschen Schulsystem. Die Episode thematisiert zudem den Mangel an vietnamesischer Literatur im deutschen Übersetzungsmarkt, die stereotype Erwartungshaltung an asiatische Schüler*innen („Model‑Minority‑Mythos“) und die damit verbundene Diskriminierung im Bildungssystem.

Thảo plädiert für Sprachen- und damit literarische Vielfalt und berichtet von weiteren Themen, die sie in ihrem Schreiben beschäftigen.

#117 mit Dr. Pia Lamberty - Mehr als Fakten: Emotionen, Weltbilder und Politik im Umgang mit Krisen

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Dr. Pia Lamberty ist Psychologin und Autorin, die sich seit vielen Jahren intensiv mit den psychologischen Folgen gesellschaftlicher Krisen auseinandersetzt. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind u.a. Rechtspopulismus und -extremismus und Verschwörungsideologien.
Auf Basis dieser Erkenntnisse gründete sie das Center for Monitoring, Analysis and Strategy (CEMAS), ein interdisziplinäres Projekt, das demokratiegefährdende Entwicklungen analysiert und daraus Handlungsempfehlungen für Politik, Medien und die Zivilgesellschaft ableitet, ein Versuch, dem wachsenden Einfluss autoritärer Diskurse entgegenzuwirken. Parallel dazu bietet sie nun auch psychologische Online Beratung an, in der sie Menschen unterstützt, die durch anhaltende Unsicherheit, Überforderung und Polarisierung belastet sind, und ihnen hilft, ihre Selbstwirksamkeit wiederzugewinnen.
Ihr neues Buch, „Der Untergang kann warten. Wie wir in Krisenzeiten Hoffnung schöpfen“ erscheint im Juni 2026.
Im Gespräch betont Pia, dass reine Faktenvermittlung nicht ausreicht, weil Krisen häufig über emotionale und ideologische Kanäle verarbeitet werden. Sie erläutert ein stärkeres Einbeziehen von Analyse und Selbstwirksamkeitskompetenzen bereits im schulischen Kontext.
Durch konkrete Beispiele aus ihrer Beratungsarbeit, zeigt sie, wie man sowohl auf individueller als auch auf kollektiver Ebene gegen das erstickende Klima politischer Verrohung ankämpfen kann. Die Folge liefert damit einen Blick auf die Verquickung von Psychologie und Politik und bietet zugleich handfeste Ansätze, um in einer zunehmend feindseligen öffentlichen Sphäre wieder Hoffnung und Handlungsfähigkeit zu finden.

#116 mit Tobi, Bianca und Marlon - Queere Literatur in der Schule (und weit darüber hinaus)

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Lesen eröffnet Welten, Geschichten zeigen uns neue Seiten unseres Selbst und der Gesellschaft. Der sogenannte klassische Literaturkanon deckt jedoch nur einen kleinen Teil dieser Vielfalt ab. In Schule und Feuilleton wird oft eine Norm vermittelt, die weder die Realität noch die gesamte Literatur widerspiegelt.

Bianca Braunshofer, Marlon Brand und Tobi Schiller haben das Buch „UND JETZT QUEER! Lesen jenseits der Norm“ geschrieben, um zu zeigen, dass queere Literatur schon immer Teil der Literaturgeschichte ist. Sie diskutieren, warum queere Identitäten und Lebenswelten in Schulen kaum sichtbar sind und wie das Buch als Einladung dient, die gesamte Bandbreite des Lesens zu entdecken.

Bianca ist Co‑Gründerin der queer‑feministischen Buchhandlung o*books (Wien) und leitet Workshops mit ihrer Therapiehündin Gigi. Marlon studierte Komparatistik (Bochum) und schreibt seit 2017 über queere Literatur (@booksaregayasfuck). Tobi ist Medienwissenschaftler, Redakteur und betreibt zusammen mit Marlon das Newsletter‑Magazin „Queerer Kanon?“ (Berlin).

Gemeinsam fordern sie mehr queere Sichtbarkeit im Unterricht, zeigen, wie Literatur als Möglichkeitsraum wirkt, und geben Lehrkräften konkrete Impulse für eine inklusivere Lektüreauswahl.

#115 mit Madita Oehming - Pornos und Pädagogik?! Wege sexueller Aufklärung in der Schule.

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Madita Oeming ist Kulturwissenschaftlerin, ausgebildete Sexualpädagogin und anerkannte Expertin für digitale Sexualität. Madita bildet deutschlandweit Fach- und Lehrkräfte im Umgang mit sexuellen Medien weiter und ist eine gefragte Speakerin zu Themen wie Mediensucht, Jugendmedienschutz und digitale Gewaltprävention. Ihr Sachbuch „Porno. Eine unverschämte Analyse“ erschien 2023 und kürzlich erschien ihr zweites Buch “Aufgeklärt statt aufgeregt
Was Eltern heute brauchen, um ihre Kinder durch die digitale Pubertät zu begleiten” im Rowohlt Verlag.

In dieser Episode sprechen wir über digitale Sexualität und damit verbunden Pubertät. Darüber, dass Jugendliche unweigerlich mit sexuellen Inhalten konfrontiert werden, sei es gewollt oder ungewollt und wie das alles mit dem Schulkontext zusammenhängt. Madita gibt wertvolle Tipps, wie Erwachsene offene Gespräche über bspw. Pornos und Sexting initiieren können und wie sie ihre Kinder gegenüber den Gefahren wie Cybergrooming und Grenzüberschreitungen stärken.
Sie erklärt, wie ein unaufgeregter und selbstsicherer Umgang mit sexuellen Medien gelingt und beantwortet drängende Fragen ohne dabei pädagogische Spannungsfelder auszublenden.

Fotocredits: Paula Winkler

#114 mit Steffi Hentschke - Politische Analysen und das Ringen um Haltung als freie Nahostkorrespondentin

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Steffi Henschke lebt seit 2019 dauerhaft in Tel Aviv, berichtet als Nahost‑Korrespondentin für Die Zeit und schreibt vor allem politische Analysen.
In ihrem neuen Buch “Manchmal würde ich gern schreien”, das im März 26 im Aufbau Verlag erscheint, verknüpft sie persönliche Erfahrungen mit dieser fundierten, politischen Analyse und zeigt ihr Ringen um Haltung auf, als Journalistin und Mensch.
In der Folge spricht sie über die Herausforderung ihrer Arbeit, über die Notwendigkeit, eigene Projektionen zu hinterfragen und ihren Blick auf Journalismus in Krisenregionen.
Zudem sprechen wir über die Rolle von Schulen und politischer Bildung in Bezug auf ein Verständnis von Berichterstattung und journalistischer Arbeit.

#113 mit Avi Applestein - Aufklärung über den Holocaust als "Zweitzeuge" in Deutschland

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Avi Applestein ist Psychotherapeut, Sohn von Holocaust-Überlebenden und Zeitzeuge der zweiten Generation. Seine Eltern überlebten die Shoa u.a. in Auschwitz und Bergen-Belsen, ihre Geschichte prägte seine Kindheit und seinen Lebensweg tief. Heute berichtet Avi vor Schüler*innen von der Verfolgung seiner Familie und schafft einen sehr persönlichen Zugang zur Geschichte der NS-Zeit.
Wir sprechen über seine Geschichte, über Verantwortung, Zugänge zum Thema Holocaust und darüber, was Erinnerung heute bedeutet. Auch geht es um die Frage, wie und warum demokratische Werte geschützt werden müssen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist sein Engagement im jüdisch-muslimischen Dialog. Gemeinsam mit einer muslimischen Freundin besucht er Schulen und zeigt, wie Begegnung, Nähe und echte Freund*innenschaft in polarisierten Zeiten gelingen kann.
Eine Folge über Erinnerung, Haltung und darüber, warum „Nie wieder“ mehr sein muss als ein Satz, der symbolpolitisch ausgehöhlt wird.

Über diesen Podcast

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Miteinander sprechen, (Ver)lernen, Zuhören, Diskutieren & Schule neu denken.

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seit 06/23 Nicole Schweiß
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